Raus aus dem toten Winkel

Volle Pulle Feuerwehr: Hier sind Kinder und Erzieherinnen des Kindergartens Friedewalde Feuer und Flamme.

Friedewalde. Der große LKW, die Feuerwehr, das Polizeiauto und der Krankenwagen waren sofort sichtbar für die Schülerinnen und Schüler des Grundschulverbundes (GSV) Eldagsen-Friedewalde, als sie an diesem besonderen Tag in die Schule kamen. Viele außerschulische Unterstützer und Eltern als Helfer hatten sich bereit erklärt die Verkehrserziehung der Kinder mit in die Hand zu nehmen. Vorbereitet wurden die Kinder von ihren Klassenleitungen und in zwei Gruppen eingeteilt, damit alle Stationen an diesen besonderen Tagen in Ruhe besucht werden konnten. An insgesamt drei Tagen fand an beiden Standorten des GSV Eldagsen-Friedewalde dieser Unterricht der besonderen Art statt. „Endlich mal wieder etwas anderes nach der gefühlt ewig langen Coronazeit“, sagt GSV-Leiterin Alexandra Mohrhoff. Schule darf sich wieder öffnen und das Team des GSV Edagsen-Friedewalde hatte diese Tage gut vorbereitet, damit die Kinder mal wieder anders lernen können, als nur im Klassenraum.

Gewaltig: Der LKW der Firma JENZ, den Geschäftsführe Hans Hermeier (3. von links) mitgebracht hat.

„Gibt es noch die kleinen Glasflaschen mit Kakao und Strohhalm?“

Hans Hermeier (Firma Jenz) war mit dabei, als ehemaliger Schüler des Standortes Friedewalde für ihn selbstverständlich und mit schönen Erinnerungen („Gibt es noch die kleinen Glasflachen mit Kakao und Strohhalm?“) verbunden. In der Runde des „Round Table“ hatten es sich auch Frank Temme (Fahrschule Temme) und andere „Tabler“ nicht nehmen lassen und waren mit der Station „Raus aus dem toten Winkel“ vertreten. Mit viel Ruhe und Einsatz erklärten sie den Kindern der Klassen 3/4 die Gefahr des „toten Winkels“, die Kinder durften selber in den LKW der Firma Jenz klettern und konnten ihre Gruppe im Spiegel nicht sehen. Aus dieser Perspektive für die Kinder besonders eindrucksvoll und lehrreich. An der Station der Verkehrswacht des Kreises Minden -Lübbecke konnte der Fahrradsimulator ausprobiert und in der Turnhalle die Geschicklichkeit mit dem Roller in einem Parcours geübt werden. Auch einige Lehrkräfte und die Schulleitung ließen es sich nicht nehmen ihr (Un-)Geschick zu testen.

Dein Freund und Helfer: Herr Biek von der Polizeitstation Lahde hat reichlich Matreial mitgebracht.

Feuerwehr, Rettungswache und Polizei sind vor Ort

Die Freiwillige Feuerwehr aus Friedewalde und Eldagsen waren an ihren jeweiligen Standorten ebenfalls im Einsatz und präsentierten ihre Ausrüstungen, Fahrzeuge und Werkzeuge sehr anschaulich. Besonders beliebt waren die Übungen mit dem Wasser, die an einem sonnigen, trockenen Tag schon hin und wieder einen leichten Sprühregen auf den Schulhöfen entstehen ließen. Herr Bieck von der Polizeistation aus Lahde wurde insbesondere von den Klassen 1/2 mit Fragen gelöchert, die er mit Geduld und Blaulicht gerne beantwortete. Das Aufsetzen der Polizeimütze, das Probesitzen im Polizeiauto und die Ansicht der Handschellen gehörten zu den Highlights des Tages. Zwischendurch gab es zur großen Freude der Kinder dann auch immer mal wieder ein kleines Battle zwischen den Sirenen der Feuerwehr und der Polizei. Die Kolleginnen der Rettungswache Lahde (DRK Lahde) waren nicht weniger präsent und ebenfalls dicht umlagert von den Schülerinnen und Schülern. Probeliegen auf der Trage, Angucken des Krankenwagens und das Abbauen von Ängsten standen hier im Vordergrund. Leider konnte man nicht immer dabei sein, aber die positiv neugierige Atmosphäre war überall zu spüren.

Sehtest und Notruf

Im Gebäude der Schule hatten sich Eltern an ihren Stationen gut vorbereitet. Der Sehtest konnte auch zeitlichen Gründen nicht von allen Kindern wahrgenommen werden, aber das Absetzen eines Notrufes mit Telefon wurde von allen Gruppen spielerisch eingeübt und die wichtigen W-Fragen konnten wiederholt werden.
Am Standort Friedewalde waren die Schulanfänger des Kindergartens Friedewalde ebenfalls dabei, konnten viele Eindrücke sammeln und ganz nebenbei schon viele ihrer Freunde in ihrer künftigen Schule wieder treffen.
Für das leibliche Wohl aller Unterstützer und Helfer hatte die Lehramtsanwärterin des Grundschulverbundes Rebecca Ledig leckeren Apfel- und Zuckerkuchen (Bäckerei Ledig) mitgebracht. Dazu habe es einen heißen Kaffee, aber leider keinen kalten Kakao aus der Glasflasche mit Strohhalm.

Notfall: Abstransport auf einer Rettungsliege.

Musical „Abgeschnallt“ zum Abschluss


An einem weiteren Tag der Woche durften alle Schülerinnen und Schüler des GSV an dem Musical „Abgeschnallt“ teilnehmen. Alle Grundschulen im Kreis hatten die Möglichkeit sich für die Vergabe von fünf Spielterminen beim Straßenverkehrsamt des Kreises Minden-Lübbecke zu bewerben und der GSV gehörte zu den glücklichen „Schnellen“. Das Theater aus Meerbusch wird vom Verkehrsministerium und der Unfallkasse NRW gefördert. Die restlichen Kosten für die Veranstaltung werden durch das Straßenverkehrsamt übernommen. Dieser Abschluss mit der musikalischen Art der Verkehrserziehung war für alle Schülerinnen und Schüler eine sehr gelungene Veranstaltung. „Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön für diese spannenden Tage“, so Alexandra Mohrhoff.

Spielerisch lernen: Szene aus dem Musical „Abgeschnallt“.

Friedhof: Split ist vom Tisch

Tolle Arbeit: Die ehrenamtliche Arbeitsgruppe Friedhof sorgt für blitzeblanke Wege auf dem neuen Friedhof. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Sie brauche noch etwas Zeit. Das war die Aussage von Tanja Müller, Verwaltungsangestellte der Stadt Petershagen, zuständig für die Pflege der Friedhöfe. Seinerzeit ging es um die Wege auf dem neuen Friedhof in Friedewalde. Die wollte Ortsbürgermeisterin Jessica König ursprünglich gesplittet haben. „Bei den Friedhofswegen wird sich in absehbarer Zeit in Bezug auf Split nichts tun“, sagt Tanja Müller heute und verweist auf eine Wildkrautegge, die die Stadt Petershagen bestellt habe und die der Hersteller momentan nicht liefern könne. Die Friedhofspflege liegt in den Händen von Marlene Barrelmeyer und einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe, die sich auch gegen gesplittete Wege ausgesprochen habe, wie Jessica König sagt. Die Wildkrautegge soll auf beiden Friedhöfen zum Einsatz kommen. Dazu braucht man allerdings wiederum Helfer, die die aus dem Boden herausgelösen Wildkräuter zusammenharken und abtransportieren. Auf dem neuen Friedhof gibt es schon eine Arbeitsgruppe, für den alten Friedhof möche Jessica König eine weitere ins Leben rufen. „Vielleicht auch wieder mit einem großen Aktionstag“, wie sie sagt.

Hoffnung: Die Friedhofsverwalung hat ein Schild aufgestellt „Wir bauen für Sie“. Die Arbeiten bezogen sich darauf, ein paar Meter Graswege einzusähen. Foto: Jürgen Krüger

Nicht einmal einen Staubsauger gibt es

Eine große Baustelle bleibt die Kapelle auf dem neuen Friedhof. Margarete Schwarze, Ina Beining, Irmgard Wohl und Hildegard Traue haben eine Grundreinigung vorgenommen. Dabei offenbarten sich weitere Mängel. So sollen die Vorhänge erneuert werden, und die Wände einen neuen Anstrich erhalten. Auch fehle ein Staubsauger. Pfarrer Thomas Salberg hatte sich beschwert, dass das Licht im Aussegnungsraum zu schwach sei, woraufhin Elektro Lampe im Aufrag der Stadt Petershagen ein neues Leuchtmittel eingeschraubt habe, wie Jessica König berichtet. „Der Erfolg ist mäßig, ich wünsche mir eine LED-Beleuchtung“, sagt die Friedewalder Ortsbürgermeisterin, die Tanja Möller zu einem Ortgespräch eingeladen hat.

Er war so nah dran: Der Radlader hätte durchaus dazu genutzt werden können, der ehrenamlichen Friedhofsgruppe unter die Arme zu greifen, um die Anpflanzung vor der Friedhofskapelle zu enfernen. Doch dafür gab es von der Stadt Petershagen keinen Aufrag. Foto: Jürgen Krüger

Radlader ohne Auftrag

Trostlos sieht auch das Beet vor der Friedhofskapelle aus. In dieser Frage keimte plötzlich Hoffnung auf, als die Stadt Petershagen mit einem Radlader anrückte und ein verheißungsvolles Schild aufstellte „Wir bauen für sie“. Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Lediglich ein paar Wege seien eingesäht worden, wie Jessica König herausgefunden hat. Die Bauarbeiter hatten auch gar keinen Auftrag, den Schandfleck zu beseitigen oder zumindest dabei zu helfen. „Bis zu einem Jahr soll es dauern, bis die Stadt Petershagen so einen Auftrag ausführt. Da haben wir das Problem selbst angepackt“, sagt sie. Heike Christiani von der Arbeitsgruppe Friedhof hat ein Konzept erarbeitet, das zwei Bänke und einen Fahrradständer vorsieht. Die Kosten dafür sollen von der kleinen Dorferneuerung, die der Orsbürgermeisterin zur eigenen Verwaltung zur Verfügung steht, getragen werden.

Landgasthaus Eichenhain wird versteigert

Idyllisch gelegen: Das Landgasthaus Eichenhain am Rieheweg 1 in Friedewalde, hier mit Blick in Richtung Wegholm. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Nach der Betriebsaufgabe durch Torsten und Jutta Kujat am 1. Juli 2016 steht das Landgasthaus Eichenhain leer. Der frühere Eigentümer Heinz-Jürgen Hodde hat das Anwesen mittlerweile auf seinen Sohn Stephan übertragen (Getränke Gieselmann). Da sich die Suche nach einem Pächter schwierig gestaltet habe, suchte Stephan Hodde nach einem Käufer. „Es hat ein paar Interessenten gegeben, aber ein Verkauf ist bislang nicht zustande gekommen“, sagt der Geschäftsmann. Nun soll das Landgasthaus Eichenhain versteigert werden.

Versteigerung live im Internet

Durchführen wird die Versteigerung die Westdeutsche Grundstücksauktionen AG (WDGA) am Freitag, 17. September 2021, ab 11 Uhr im Hilton Cologne Hotel, Marzellenstraße 13 – 17, in Köln. An diesem Tag werde es mehrere Versteigerungen geben, die alle live im Internet übertragen werden, teilt die WDGA mit. Die Anzahl der Präsenzplätze im Hotel seien begrenzt. Es bestehe aber die Möglichkeit, online, telefonisch oder schriftlich mitzubieten.

Mindestgebot: 250.000 Euro

„Die WDGA ist auf uns zugekommen, und wir wollen diese Möglichkeit ausprobieren“, sagt Stephan Hodde. Das Mindestgebot liegt laut Katalog bei 250.000 Euro. Das ein Hektar große Grundstück besteht aus sechs zusammenhängenden Flurstücken. Die Wohn- und Nutzfläche des ehemaligen, im Jahr 1802 erbauten Landgasthofes ist laut Schätzung ca. 450 Quadratmeter groß. Auf dem Grundstück befindet sich ein separates ehemaliges Backhaus. „Das Objekt befindet sich in einem renovierungs-, teilweise sanierungsbedürftigen Zustand“, heißt es im Katalog zum Download.

Alles hat seine Zeit

Selfie: Dirk Schwier (links) und Cord Mohrhoff im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen. Foto: Cord Mohrhoff

Von Michael Lorenz

Friedewalde. Das letzte Heimspiel der vergangenen Saison von Handball-Bundesligist GWD Minden hatte es aus mehrerlei Hinsicht in sich. Zum einen schaffte die Mannschaft von Trainer Frank Carstens am 24. Juni 2021 in der Kreissporthalle Lübbecke nach spektakulärem Spielverlauf den Klassenerhalt. Zum anderen war das 24:24 gegen die Eulen Ludwigshafen das letzte Heimspiel von Rekordtorjäger Christoffer Rambo nach siebeneinhalb Jahren in Minden. Und es war das letzte Bundesligaspiel der Friedewalder Zeitnehmer Cord Mohrhoff und Dirk Schwier.

Trennung nach Handball-WM

Cord Mohrhoff begann seine Schiedsrichterlaufbahn im Jahr 1986 an der Seite von Magnus Treichel. Nach einer Knieverletzung des heute 50-jährigen Mohrhoff wechselten die beiden im Jahr 2004 zurück zu den Zeitnehmern. Bei der Weltmeisterschaft, die Deutschland im eigenen Land 2007 gewann, wirkten die beiden mit. Treichel und Mohrhoff trennten sich nach der WM und Mohrhoff fand in Dirk Schwier einen neuen Partner. Cord Mohrhoff erinnert sich an viele Schiedsrichtergespanne wie Geipel/Helbig, Immel/Klein oder Gremmel/Gremmel, besonders gerne aber an die Methe-Zwillinge: „Die waren sehr Zeitnehmer-affin. Ihr Unfalltod im Jahr 2011 hat uns alle besonders hart getroffen“.

An eine besondere Begebenheit in der Lübbecker Merkur-Arena denk Mohrhoff lachend zurück: „Bundesschiedsrichterwart Peter Rauchfuß war in der Halle, aber es gab keinen Stuhl für den dritten Offiziellen. Ich habe ihm meinen gegeben, und ich habe dann das Spiel im Stehen bestritten. Das gefiel Peter Rauchfuß so gut, dass fortan alle Zeitnehmer die Spiele im Stehen bestreiten mussten. Nach ein paar Wochen wurde das aber wieder aufgehoben.“

Mit Maske: Cord Mohrhoff während der Halbzeitpause in der Lübbecker Kreissporthalle. Foto: Jürgen Krüger

Im Umkreis von 200 Kilometern unterwegs

Das Einsatzgebiet des Gespanns Mohrhoff/Schwier beschränkte sich keineswegs auf den Mühlenkreis: Der Einsatzradius betrug rund 200 Kilometer. Cord Mohrhoffs Sympathien im Handball sind klar verteilt: „Ich fiebere mit den Teams aus Stemmer und Friedewalde mit, ansonsten bin ich neutral. Ich wollte immer gerne gute Handballspiele und taktische Varianten sehen, das hat mich interessiert.“

Dennoch hat er in den vielen Jahren bei GWD etliche Spieler erlebt, die ihm in bleibender Erinnerung geblieben sind. „Da ist etwa Dalibor Doder. Die meisten Spieler erkennen einen außerhalb der Hallen nicht, Doder hingegen hat auch in der Stadt immer freundlich gegrüßt. Aleksandar Svitlica übrigens auch. Talant Dujshebaev war ein ganz großer. Da seine Frau Olga bei uns in Stemmer spielte, war er bei den Heimspielen oft zugegen, und zwar ohne den geringsten Anflug von Arroganz.“

Nationaltorwart nimmt Auszeit

Als Zeitnehmer kommt es in vielen Handballspieler zu kniffligen Entscheidungen darüber, zum Beispiel ob ein Ball vor, oder erst nach der Schluss-Sirene im Tor war. In besonderer Erinnerung hat Cord Mohrhoff aber eine Auszeit bei einem Qualifikationsspiel Deutschland gegen Polen geblieben: „Trainer war Martin Heuberger. Torwart Silvio Heinevetter hat ihm einfach die Grüne Karte aus der Hand genommen und zur Auszeit gelegt. Unglaublich.“

Entspannt: Cord Mohrhoff und Dirk Schwier kurz vor dem Spiel in der 2. Handball-Bundesliga zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem Dessau-Roßlauer HV (31:22) am Freitag, 11. Juni 2021. Foto: Jürgen Krüger

„Das Zwischenmenschliche ist verloren gegangen“

Ober er die Handballspiele vermissen wird? „Nach so langer Zeit sicherlich. Am Ende war es aber eher so, dass ich am Zeitnehmertisch zwar funktioniert habe, mich aber nicht mehr richtig motivieren konnte. Früher gab es nach den Spielen so etwas wie eine dritte Halbzeit. Da haben wir mit den Schiedsrichtern noch ein Bierchen getrunken und die Spiele Revue passieren lassen. Da gehörte einfach dazu. Das haben sie von höchster Stelle leider stark reglementiert, dadurch ist das Zwischenmenschliche verloren gegangen.“

„Wir müssen helfen“

Daumen hoch: Marcus Mannchen, der hier auf einem Gerüst steht, möchte den Opfern der Flukatastrophe helfen. Foto: Jürgen Krüger

Minden. Die Folgen der Flutkatastrophe in Nordrhein Westfalen und in Rheinland Pfalz lassen Marcus Mannchen nicht los. Insbesondere die Facebook-Beiträge des Lohnunternehmers Markus Wipperfürth bringen den 44-jährigen Mindener zum Entschluss: „Wir müssen helfen.“

Mitarbeiter verzichten auf Lohne

Und so kommt der Bauleiter von Elektro Schlötel (Partner der Website von Friedewalde.de), auf die Idee, Spenden zu sammeln – aber auf eine ganz besondere Art und Weise. Er und einige seiner Kollegen wollen elektrische Geräte überprüfen und sie reparieren. Einen Lohn dafür wollen sie nicht, sondern eine Spende zumindest in Höhe der Ersatzteilkosten. „Es darf aber auch gerne etwas mehr sein“, sagt Mannchen, der bei Elektro Schlötel Elektroinstallateur gelernt hat und seit fast 30 Jahren für das Unternehmen arbeitet.

Aktion läuft an zwei Tagen

Bei den zu prüfenden elektrischen Geräten sollte es sich im Wesentlichen um folgende Dinge handeln: defekte Verlängerungsleitungen oder Kabeltrommeln, Kleingeräte mit defekter Anschlussleitung, Prüfungen für ortsveränderliche Geräte nach DGUV V3 (bis vier Geräte 10 Euro Spende pro Gerät; ab dem 5. Gerät 7 Euro Spende). „Defekte Leuchten reparieren wir natürlich auch, soweit es geht“, sagt Marcus Mannchen.

Geplant ist die Aktion an zwei Tagen: Freitag, 3. September, von 14 Uhr bis um 18 Uhr und Samstag, 4. September, von 10 Uhr bis um 15 Uhr. Die Besitzer müssten ihre Geräte in dieser Zeit zum Firmenssitz von Elektro Schlötel an der Hahler Straße 152 – 154 in Minden bringen. „Je nach Verfügbarkeit der Ersatzteile können wir die Geräte sofort reparieren, oder wir würden sie ein paar Tage später repariert an die Besitzer zurückgeben“, erklärt der Bauleiter.

Die Spendensumme ist für die Aktion „Lichtblicke“ gedacht. Fragen bitte an folgende E-Mailadresse:
fluthilfe@elektro-schloetel.de

Unabhängig von der Spendenaktion kann sich Marcus Mannchen auch vorstellen, später selbst in das Krisengebiet zu fahren und direkt vor Ort zu helfen. „Das mache ich aber von der aktuellen Situation abhängig“, sagt er.

Es geht um die Currywurst

Voll im Saft: Momentan haben die Friedewalder Landwirte andere Aufgaben zu erledigen, als sich bei Autohaus Meier darüber zu beschweren, dass es in einer Betriebskantine von Volkswagen keine Currywurst mehr gibt. Foto: Jürgen Krüger

Kreis Minden-Lübbecke/Friedewalde. Der landwirtschaftliche Kreisverband Minden-Lübbecke ruft in einem Schreiben seine Landwirte auf, bei den Vertragshändlern des Volkswagenkonzerns vorstellig zu werden und „Ihrem Ärger und Ihren Ängsten“ Luft zu machen. „Getreu dem Motto: Andere Hersteller bauen auch schöne Fahrzeuge!“ Hintergrund sei die Nachricht von Volkwagen gewesen, intern nachhaltiger zu werden und vorerst eine Betriebskantine des Automobilherstellers am Standort Wolfsburg auf fleischlose Produkte umzustellen. „Das hat im Berufsstand für ordentlich Unruhe gesorgt“, heißt es weiter in dem Schreiben, das von Kreislandwirt Rainer Meyer, seinen beiden Stellvertretern Joachim Schmedt und Stefan Schmidt sowie Kreisgeschäftsführer Holger Topp unterzeichnet ist.

Keine Currywurst mehr bei VW in Wolfsburg

In einer der Betriebskantinen von VW in Wolfsburg soll die „in aller Munde bekannte und unter Mitarbeitern beliebte“ VW-Currywurst (nach Angaben des Kreisverbandes rund sieben Millionen Currywürste im Jahr 2019 aus der hauseigenen VW-Fleischerei) vom Speiseplan verschwinden. Die Bauern im Kreis Minden-Lübbecke sehen offenbar zusätzliche Probleme beim Absatz von Schweinefleisch und befürchten „enorme existenzbedrohliche Zustände auf unseren heimischen Betrieben. Das Vorgehen des Automobilherstellers könnte als Leuchtturm für andere Konzerne dienen und ist in keinster Weise zu akzeptieren“, so der Minden-Lübbecker Kreisverband.

„Das Schreiben ist Mist“

Dieser Aufruf könnte für Friedewalde bedeuten, dass sich die ortsansässigen Landwirte nun auf den Weg machten, um Annette Berane, Geschäftsführerin vom Autohaus Meier, den Kopf zu waschen, weil der VW-Konzern in Wolfsburg keine Currywurst mehr verkauft. Dazu wird es aber mit größter Wahrscheinlichkeit nicht kommen, denn der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsverbandes, Karl-Christian Ebenau, ist über dieses Schreiben einigermaßen entsetzt, genauso wie Ortslandwirt Christian Kruse. „Das Schreiben ist Mist. Es trifft doch die Falschen, denn die Vertragshändler werden doch von VW auch nur gegängelt. Was soll das denn bringen? Dass Annette Berane in Wolfsburg anruft und sich darüber beschwert, dass bei ihr zwei Landwirte vor der Tür stehen und sich über die Konzernzentrale beschweren?“, fragt Karl-Christian Ebenau rethorisch. Und Christian Kruse bezeichnet die Aktion, trotz der schwierigen Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe, als „hilflos“. „Das bringt doch nichts“, sagt er und fährt fort: „Ich denke, dass der Verbraucher mit seinen Kaufentscheidungen deutlich mehr Einfluss hat als die Betriebskantine von Volkswagen, geschweige denn Autohaus Meier.“

Warum sitzen, wenn man liegen kann?

Entspannt durch die Natur: Volker Müller-Ulrich ist hier mit seinem Liegedreirad auf einer Nebenstraße seines Wohnortes Friedewalde unterwegs. In dieser Position könne er es 100 Kilometer aushalten, wie er sagt. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde/Bad Oeynhausen. Radfahren ist die Sportart der Zukunft. So viel steht fest, zumal es schon einen eigenen „Weltfahrradtag“ gibt. Einer, der sich mit Radfahren auskennt, ist Volker Müller Ulrich. Der Pressesprecher der Stadt Bad Oeynhausen fährt leidenschaftlich gerne Liegedreirad und gibt zu: „Dafür muss man schon ein bisschen meschugge sein.“ Allerdings hat der 53-Jährige auch zwei ganz praktische Gründe, warum er seit zehn Jahren lieber liegend auf drei Rädern unterwegs ist als aufrecht sitzend im Sattel.

„Was viele Radfahrer kennen, sind eingeschlafene Hände“

Seit 1998 lebt er mit einem Bandscheibenvorfall. „Das habe ich ganz gut im Griff. Aber durch diese Liegeposition kommen natürlich keine Stöße mehr direkt in den Rücken“, erklärt der ehemalige Moderator von Radio Westfalica und ergänzt: „Was viele Radfahrer kennen sind eingeschlafene Hände.“ Er selbe habe von seinem Vater ein sogenanntes „Karpaltunnelsyndrom“ vererbt bekommen. „An einer Hand ist es mittlerweile operiert, an der anderen Hand habe ich immer noch ein leichtes Kribbeln. Beim Liegerradfahren ist das für mich aber kein Problem, weil ich nicht auf dem Lenker liege, sondern den Lenker so im Griff habe, dass kein Körpergewicht darauf liegt“, sagt er. „Das sind, auf die lange Sicht gesehen, der wesentlichen Vorteile für mich, was das Fahren mit einem Liegedreirad betrifft.“

Es gibt sie auch als E-Bike

Es gebe aber noch mehr Gutes. Dadurch, dass er das Gleichgewicht nicht halten müsse, spare er Kraft und steige auch nach 100 Kilometern noch entspannt aus dem Sitz. „Gut, die Waden ziehen ein bisschen. Aber daran bin ich dann selbst schuld, wenn ich meine, gegen den Wind einen Schnitt von 25 km/h treten zu müssen“, gibt Volker Müller-Ulrich zu. Er sieht aber auch beispielsweise für Schlaganfallpatienten oder Menschen mit Gleichgewichtsstörungen Chancen, sich eine eigene Mobilität zu bewahren. Liegedreiräder gibt es mittlerweile auch als E-Bike mit elektrischer Trittunterstützung. Die Ausstattung als „Speed Pedelec“ mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h grenzt sich aber vom Fahrrad ab. Sie werden als Kleinkraftrad eingestuft, wofür man einen Führerschein der Klasse AM benötigt. Noch vertraut Volker Müller-Ulrich seiner Muskelkraft, kann sich aber durchaus vorstellen, eines Tages auf ein E-Bike umzusteigen.

Mit den Augen des Fahrers: Das sieht Volker Müller-Ulrich, wenn er mit seinem Liegedreirad unterwegs ist. Foto: Jürgen Krüger

Langsam ist der durchaus sportliche Fahrer mit seinem Gefährt aber auch nicht. Die 30 km/h sind keine große Hürde. Auch vor weiteren Entfernungen scheut sich der gebürtige Windheimer nicht. So fährt er nahezu täglich mit seinem Liegedreirad zur Arbeit. Von Friedewalde bis nach Bad Oeynhausen sind es zwischen 24 km und 35 km, je nachdem, wo er lang fährt. Gern nutzt Volker Müller-Ulrich den Weserradweg und versucht auf dem Weg dorthin, so viele Ampeln wie möglich zu umfahren.

Das ist bei der Fahrt durch die Peripherie von Minden nicht ganz einfach, trotzdem schafft er es, bis zur Auffahrt Weserradweg (Kreisel „Birne“) beim Hotel Bad Minden nur zwei Ampeln beachten zu müssen. „Ampeln halten auf“, sagt er. Kürzer ist der Weg zur Arbeit über Bergkirchen, allerdings hat es diese Tour in sich. Die Steigungen von Volmerdingsen und Rothenuffeln an ziehen sich.

Video: Mit Volker Müller Ulrich auf dem Liegedreirad. Kamera,Schnitt, Ton: Jürgen Krüger

Neulich ist Volker Müller-Ulrich sogar mit seinem Liegerad nach Münster gereist, wo er ab Mitte der 1990er Jahre Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Politik und Geschichte studiert hat. In Münster gab es für die Stadt Bad Oeynhausen einen Termin beim Oberverwaltungsgericht. Dabei ist er zunächst mit seinem Liegerad bis nach Minden gefahren, hat dort einen Zug bestiegen und ist per Bahn, samt Umsteigen in Osnabrück, in Münster angekommen.

Auf der Rückfahrt ist er dann in Osnabrück ausgestiegen und die 65 Kilometer bis nach Hause geradelt. Volker Müller-Ulrich teilt seine Leidenschaft gerne online – zum Beispiel bei Facebook mit den Hashtags #mitRzA (mit dem Rad zur Arbeit) und #mdRnH (mit dem Rad nach Hause). Auch privat lässt er kaum eine Möglichkeit aus, um Strecke zu machen. Und so kamen im vergangenen Jahr 12.000 Kilometer zusammen. Hin und wieder begleitet ihn auch Ehefrau Andrea, die aber lieber sitzend auf dem Zweirad unterwegs ist.

Hightech: Die Rohloff Nabenschaltung soll Experten zufolge das Nonplusultra für den ambitionierten Radfahrer sein. Foto: Jürgen Krüger

Volker Müller-Ulrich mag keine halben Sachen. Und so ist sein neues Liegedreirad, das er im Mai bekommen hat, auch ein Hightech-Gerät mit einer sogenannten „Rohloff-Nabenschaltung“. Allein die Schaltung hat einen Preis von rund 1.000 Euro. Sein neuestes Gefährt von HP Velotechnik, immerhin schon sein drittes Liegedreirad, hat er als Rahmenbausatz gekauft und in einer Fachwerkstatt zusammenbauen lassen.

Wartungsarbeiten übernimmt er selbst. „Mein Vater war Maschinenschlosser und hat mir viel beigebracht. Bereits als Zehnjähriger habe ich meinen ersten Fahrradschlauch geflickt“, sagt er. Rund 4.000 Euro hat Volker Müller-Ulrich für den Bausatz samt Arbeitslohn bezahlt, wobei er einige Komponenten von seinem Vorgängerrad übernommen hat. Fertig im Ladengeschäft gekauft wären für diese Variante wohl 6.000 Euro fällig gewesen. Bei einem Liegedreirad als E-Bike-Version sind, je nach Ausstattung, 8.000 Euro schnell erreicht.

Gut für die Bandscheibe: In der Liegeposition gibt es beim Fahren keine direkten Stöße mehr in den Rücken. Foto: Jürgen Krüger

So entspannend wie das Fahren mit Liegedreirad auch sein mag, so unentspannt geht offenbar manch Autofahrer damit um. Hupen, drängeln und beleidigende Gesten erlebt Volker Müller-Ulrich öfter. Auch wenn er sich daran gewöhnt hat, schön ist das nicht. Einmal soll ein Autofahrer sogar handgreiflich geworden sein mit einem Schlag gegen seine Stirn. Zum Prozess kam es nicht. „Es stand Aussage gegen Aussage“, sagt er. Die Auseinandersetzung endete mit einem außergerichtlichen Vergleich.

Whisky-Tastings in Bad Oeynhausen und Minden

Apropos halbe Sachen: Den Hang zur Perfektion lebt Volker Müller-Ulrich nicht nur beim Liegedreiradfahren aus. Als Whisky-Liebhaber ist er hin und wieder in der Wassermühle Bergkirchen oder im Hotel Bad Minden zu Gast, um bei Probierstunden – den Whisky-Tastings – Geschichten über die edlen Tropfen zu erzählen. Seine Lieblingsbrennerei ist übrigens Bruichladdich in Schottland. „Das schöne ist, dass die drei ganz unterschiedliche Whiskys machen“, schwärmt er.

„Ich bin katholisch ohne Wenn und Aber“

Keine Kompromisse geht der Oberleutnant der Reserve auch beim Thema christlicher Glaube ein. „Ich bin katholisch ohne Wenn und Aber. Ich denke schon, dass die katholische Kirche Nachhol- und Verbesserungsbedarf an einigen Stellen hat, trotzdem darf der Glaubenskern nicht verloren gehen. Dass Jesus Christus durch Wandlung von Brot und Wein in Gestalt von Leib und Blut da ist, das muss ich glauben. Wenn ich das nicht glaube, dann ist das Fundament weg.“

Rechtliches: Muss ein Liegedreiradfahrer immer einen vorhandenen Radweg benutzen?

Nein. Dem Rechtsexperten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Roland Huhn, zufolge gilt die Regelung nur, wenn der Radweg mit einem der drei blauen Radwegschilder gekennzeichnet ist. Außerdem muss er gut befahrbar sein. Sind Wurzeln, Gegenstände oder Autos im Weg, dürfen Radfahrer auf die Straße ausweichen. Ist der Radweg mit keinem der Radwegschilder versehen, darf der Radfahrer selbst entscheiden, wo er fährt.

Friedhof: So geht es weiter

Sieht gut aus: Der Friedhof in Holzhausen II, den die Gemeinde Hille unterhält, hat gesplittete Wege. Foto: Jürgen Krüger

Petershagen-Friedewalde. Friedhöfe zu unterhalten ist aufwändig und damit teuer. Das dürfte wohl auch der Grund dafür gewesen sein, dass die evangelische Kirchengemeinde Friedewalde die Pflege der beiden Friedhöfe am Diekhoff (alter Friedhof) und Brunsfeld (neuer Friedhof) nach der Gebietsreform im Jahr 1972 der Stadt Petershagen übertragen hat. Die finanziell nicht auf Rosen gebettete Kommune mit 29 Ortschaften hat dann auch ihre Schwierigkeiten mit der Unterhaltung der Friedhöfe, und so hatte der Stadtrat vor einigen Jahren beschlossen, einige Friedhofskapellen abzugeben. Jetzt betreibt die Stadt Petershagen nur noch in den fünf Ortschaften Friedewalde, Neuenknick, Lahde, Wietersheim und Heimsen eigene Friedhofskapellen. In Bierde, Döhren, Gorspen-Vahlsen, Ilse, Quetzen und Seelenfeld haben die Betreuung vor vier Jahren sogenannte „Kapellenvereine“ übernommen. Die Kapelle in Eldagsen wurde „entwidmet“, Rosenhagen hat keine mehr.

Gepflasterte Wege und Baumgrab: Der Friedhof in Südfelde befindet sich in der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde Petershagen. Foto: Jürgen Krüger

Stadt Petershagen hat 19 Friedhöfe zu unterhalten

Dennoch hat die Stadt Petershagen neben diesen fünf Friedhofskapellen insgesamt 19 Friedhöfe in Schuss zu halten, was sie insbesondere beim neuen Friedewalder Friedhof nach Ansicht vieler Bürgerinnen und Bürger nicht zufriedenstellend auf die Reihe bringt. Bereits vor sechs Jahren säuberten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die Wege auf dem neuen Friedhof. In diesem Jahr übernahmen erneut rund zwanzig Friedewalder Bürgerinnen und Bürger die Verantwortung und befreiten die Wege von Unkraut. In Euro und Cent umgerechnet dürften die vier Stunden Arbeitszeit der zwanzig Friedewalder rund 1.600 Euro wert sein. Diese Aktion hat viel Wohlwollen bei der Stadt Petershagen augelöst. „Wir begrüßen den Einsatz ausdrücklich“, sagt Tanja Müller. Die Verwaltungsangestellte ist bei der Stadt Petershagen unter anderem für die Unterhaltung der Friedhöfe zuständig. Vor der Pflegeaktion hatte sie sich bereits mit Ortsbürgermeisterin Jessica König auf beiden Friedhöfen getroffen und Ideen und Möglichkeiten ausgelotet.

Für Urnen: Baumgräber, wie dieses hier auf dem von der evangelischen Kirchengemeinde in Petershagen betriebenen Friedhof, könnte sich Ortsbürgermeisterin Jessica König auch auf beiden Friedewalder Friedhöfen vorstellen. Foto: Jürgen Krüger

Split und Graswege

Jessica König möchte erreichen, dass die Hautpwege auf beiden Friedhöfen gesplittet werden, während die Nebenwege mit Gras bewachsen sein sollen. Diese Aufteilung ist durchaus gängige Praxis auf Friedhöfen. Ein Pflasterung ist auch möglich, allerdings wird diese Maßnahme wohl zu teuer sein. Auf der anderen Seite wünscht sich die Friedewalder Ortbürgermeisterin Baumgräber für die Urnenbestattung. Tanja Müller kennt diese Ideen und positioniert sich „grundsätzlich nicht dagegen“, wie sie sagt. „Es gibt ja schon Baumgräber auf städtischen Friedhöfen“, sagt sie. Allerdings brauche sie etwas Zeit. „Wir sind noch in der Prüfung, denn die Vorhaben sind keine kurzfristige Geschichte.“

Auch schön: Ein Baumgrab für Urnen auf dem Friedhof in Holzhausen II, allerdings mit Stelen zur Beschriftung. Foto: Jürgen Krüger

„Das müsste ein externes Fachunternehmen machen“

Um Wege zu besplitten müsse der Untergrund entsprechend vorbereitet sein. „Das können nicht die Arbeiter vom Bauhof leisten, sondern das müsste ein externes Fachunternehmen machen“, sagt Tanja Müller. Dort jetzt einfach eine Ladung Split anzuliefern und die Friedewalder Bürgerinnen und Bürgerinnen zu bitten, das Material ehrenamtlich auszubringen, sei keine nachhaltige Lösung. Einen Antrag seitens der Bürgerschaft brauche es übrigens nicht, da die Stadt Petershagen für die Pflege der Friedhöfe zuständig ist. „Wir werden die weitere Vorgehensweise in Zusammenarbeit mit Ortsbürgermeisterin Jessica König besprechen“, verspricht Tanja Müller. Der Ball liegt nun bei der Stadt Petershagen, auch wenn die neu gegründete Fiedhofsgruppe am Samstag, 12. Juni, ab 9 Uhr noch Restarbeiten auf dem neuen Friedhof erledigen möchte. Wer Lust hat mitzuhelfen, ist auch ohne Anmeldung herzlich willkommen. Bitte Hacke und Harke mitbringen.

Die Geschichte einer Urne

Historische Urnenbestattung in Friedewalde: Daniel Bake (von links, Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke e.V.), Anita Ostermeier, Thomas Ahrens, Ilona Wiese, Claudia Sulzbacher (RAUZWI Lebendige Archäologie Mittelweser e. V.) Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Daniel Bake kann gut erzählen. Das muss der 34-jährige auch, denn ohne die passende Geschichte hinter archäologischen Funden fehlt die Orientierung. Die Geschichte über eine in Costedt gefundene Urne ist allerdings so abenteuerlich, dass sich sogar zahlreiche Medien (WDR, Mindener Tageblatt, Neue Westfälische) als auch der Landtag von Nordhrein Westfalen dafür interessieren. Jetzt möchte der Grabungstechniker, der die Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke (GeFBML) im Jahr 2017 mit gegründet hat und dessen Geschäftsführer er ist, die Geschichte dieser Urne verfilmen. Dafür braucht er ein kleines Stück Ackerland, womit Karl-Christian Ebenau dienen kann. Der ehemalige Ortsvorsteher von Friedewalde ist Mitglied bei der GeFBML.

Vorbereitung: Claudia Sulzbacher trägt die Urne, in diesem Fall ein kleineres Duplikat des Originals, zur „Grabstätte“, während hinter ihr Ilona Wiese den Umhang von Thomas Ahrens verschließt. Foto: Jürgen Krüger

Diebe klauen die Urne und geben sie 32 Jahre später zurück

Im Jahr 1989 entdecken Archäologen unter der Leitung von Werner Best in Costedt 43 Gräber aus der jüngeren römischen Kaiserzeit (ca. 150 bis 250 n. Chr.), darunter auch die Urne, die laut Grabungsbuch „einen breiten, nach außen biegenden Rand, gut 1 cm breit, einen steil abfallenden Hals hat – etwa so wie die Uslar-II-Urnen, dann aber ein gewölbtes Unterteil“. Der Fund sorgt seinerzeit durchaus für mediales Aufsehen, was wohl auch Diebe aufhorchen lässt. Und so stehlen Unbekannte noch während der Ausgrabung die rund 1.800 Jahre alte Urne. Das Entsetzen nicht nur unter Fachleuten ist groß. Knapp 32 Jahre später, im Januar 2021, öffnet der Friedewalder Friedhelm Raute morgens seine Haustür an der Förthofstraße und findet ein Paket. Der Diplom-Ingenieur und Vorsitzender der GeFBML traut seinen Augen nicht. Im Paket liegt ein altes und beschädigtes Tongefäß. Es ist die verschollene Urne, was später zweifelsfrei nachgewiesen wird. Im Paket liegt ein Begleitschreiben mit folgendem Inhalt. „Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit überlasse ich Ihnen die Urne aus Costedt, die ich den 1980er-Jahren auf dem Gelände des Guts Rothenhoff ausgegraben habe. Dies war nicht richtig und ich entschuldige mich hiermit aufrichtig. Bitte kümmern Sie sich um das gute Stück. Vielen Dank und Grüße, ein Anonymer.“

Mit der Regieklappe in der Hand: Daniel Bake erklärt den Darstellern die folgende Szene. Karl-Christian Ebenau (rechts) beobachtet die Lage. Foto: Jürgen Krüger

Acker in Friedewalde wird Drehort

„Einen solchen Vorgang hat es in der deutschen Archäologie noch nicht gegeben“, sagt Daniel Bake, der nach eigenen Angaben ehrenamtlich für die GeFBML arbeitet. Das wiederum bringt ihn auf die Idee, die Geschichte der Costedter Urne zu verfilmen. Und diese Geschichte beginnt nun einmal vor 1.800 Jahren, als in der Urne in Costedt wahrscheinlich die Asche „einer Person älter als 50 Jahre“ begraben wird. Das Geschlecht lässt sich nicht mehr festlegen, da die Urne während ihrer Zeit in Diebeshänden ausgewaschen worden ist. Auf dem Acker von Karl-Christian Ebenau am neuen Friedhof in Friedewalde stellen Daniel Bake und sein Filmteam die Bestattungszene nach. Da in die römische Kaiserzeit keine modernen Klamotten passen, bitten Daniel Bake und seine Freundin Karin Höhle, zugleich Pressesprecherin der GeFBML, den Verein RAUZWI – Lebendige Archäologie Mittelweser um Hilfe.

Der Abschluss: Thomas Ahrens (vorne), Claudia Sulzbacher (von rechts) und Ilona Wiese schauen zu, wie Anita Ostermeier die Urne mit einem Deckel abschließt. Foto: Jürgen Krüger

Im August soll der Film fertig sein

Der Verein erforscht und rekronstruiert eine archäologische Fundstelle auf einem altsächsischen Gräberfeld in Liebenau-Steyerberg. Auf dem musealen Areal finden gelegentlich Veranstaltungen mit handwerklichen Tätigkeiten und Vorführungen durch Vereinsmitglieder in frühmittelalterlicher Bekleidung, die Einblicke in das damalige Leben geben, statt. Genau das, was Daniel Bake braucht. Thomas Ahrens, Ilona Wiese und Claudia Sulzbacher schlüpfen so in ihre Gewänder und in die Rolle der Schauspieler, die die Bestattungsszene aus der römischen Kaiserzeit auf dem Acker in Friedewalde darstellen. Die Szene gehört zu einem von sieben Drehtagen, an denen Daniel Bake das Filmmaterial zusammenbekommen möchte. Es folgt die sogenannte Postproduktion, in der aus dem Material die Geschichte der Urne geschnitten wird. Aber – Geschichten erzählen, das kann Daniel Bake ja. Im August soll der Film fertig sein.

Teamarbeit: Karin Höhle (rechts), Pressesprecherin der Gesellschaft zur Förderung der Bodenpflege im Kreis Minden-Lübbecke, macht Aufnahmen von Karl-Christian Ebenau (von links), Thomas Ahrens, Daniel Bake, Anita Ostermeier und Claudia Sulzbacher (verdeckt). Foto: Jürgen Krüger

Hausanschlüsse folgen

Er kennt sich aus: Der technische Betriebswirt Markus Gromsztat führt momentan in Friedewalde die Hausbegehungen für den Glasfaseranschluss durch. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Während die ersten Sonnenstrahlen auf den nahenden Frühling hinweisen, fährt Markus Gromsztat durch Friedewalde. Der 42-jährige technische Betriebswirt aus Cloppenburg bespricht im Auftrag des Tiefbauunternehmens Jörgensen & Schmidt mit den Hauseigentümern den Glasfaseranschluss. Es geht darum, rechtssicher zu klären, wo genau der sogenannte Hausübergabepunkt (HÜP) installiert werden soll. Markus Gromsztat macht Fotos, fertigt Notizen und eine kleine Skizze an und setzt Häkchen in einem Formular. Anschließend muss der Eigentümer die Vereinbarungen unterschreiben. „Wir können ja nicht einfach so, ohne Einwilligung durch die Eigentümer, Löcher durch Hauswände bohren. Das wäre Sachbeschädigung“, erklärt Markus Gromsztat den Sinn seiner Arbeit.

Jedes Haus bekommt sein eigenes Kabel

In Friedewalde ist noch ein weiterer Kollege im Einsatz. Den vorbereitenden Anruf tätig die sehr freundliche Sarah Schwarz. Nach der Begehung lädt Markus Gromsztat die Daten in eine Cloud hoch. Dort bedienen sich die Tiefbauer, die relativ zeitnah mit den Arbeiten beginnen. „Dazwischen liegen oft nur ein paar Tage“, verrät er. Im nächsten Schritt werden die Glasfaserkabel in die Leerrohre eingeblasen, wobei jeder Haushalt eine eigene, direkte Verbindung zum Verteiler bekommen soll. „Man braucht sich dann seine Leitung nicht mehr mit anderen zu teilen“, erläutert der Fachmann.

Diekweg ist erst der Anfang

Straße ohne Namen: Die Abkürzung zwischen Lavelsloher Straße und Holzhauser Straße wurde gebaut, um den Transport der Särge von der Kapelle auf dem neuen Friedhof zum alten Friedhof zu gewährleisten. Mit dem Auto benötigt man rund eine Minute, um auf die Holzhauser Straße zu gelangen, durch den Ort zu fahren dauert es 45 Sekunden länger. Foto: Jürgen Krüger

Petershagen-Friedewalde. Pläne, Zeichungen und Karten sind nützlich, denn sie reduzieren die Wirklichkeit auf das Wesentliche. Das gilt auch für das Wirtschaftswegekonzept der Stadt Petershagen. Beschlossen und verkündet im Jahr 2017 dümpelten die Modelle eine Weile vor sich hin, bis aus daraus Realität wurde. Mit der Umgestaltung eines Teiles des Diekweges in eine Fahrbahn mit wassergebundener Decke begannen die Probleme, denn plötzlich bekamen insbesondere die Wegholmer zu spüren, welche Konsequenzen die Umgestaltung hat. Das Ergebnis der Bauarbeiten ist jetzt für jeden sichtbar und spürbar. Und das ist erst der Anfang. „Aber“, beruhigt Kay Busche, stellvertretender Bürgermeister und Leiter der Bauverwaltung, „in diesem Jahr 2021 und nächstes Jahr 2022 sind keine weiteren Rückbaumaßnahmen in Friedewalde geplant.“

Der Zustand der Verbindung zwischen Lavelsloher Straße und Holzhauser Straße ist zumindest in Teilen bedenklich. Foto: Jürgen Krüger

Ein Blick auf die Karte offenbart aber noch einige hellblau markierte Straßenabschnitte. Das sind die Wege, für die laut Planungsbüro Ge-Komm aus Melle keine „bituminöse Befestigung notwendig“ sei. Die Bewertung hat die Gesellschaft für Infrastruktur, wie sich Ge-Komm selbst bezeichnet, nach Bereisung durch die Dörfer vorgenommen und in einer Kartenübersicht zusammengefasst. Die Karten für jede Ortschaft hat die Stadt Petershagen auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Allerdings seien die Karten lediglich als „Handlungsgrundlage“ zu verstehen, wie Kay Busche sagt. „Da ist nichts ist in Stein gemeißelt“. Entschieden werde anlassbezogen, aktuell und vor Ort.

Betroffen: Die Straße „Zur Kloppenburg“, von der Südfelder Straße bis zum ersten Haus (hinten links).
Der Brandheider Weg soll ab dem Haus von Nicole und Dirk Ruhe eine wassergebundene Decke bekommen. Foto: Jürgen Krüger

Von Friedewalde bis nach Mailand sind es rund 1.000 Kilometer. Genauso lang ist das Straßennetz der Stadt Petershagen. Da war seinerzeit die Überlegung, ob es nicht Sinn mache, einige Straßen mit wassergebundener Decke auszustatten, um Straßenunterhaltungskosten zu sparen. Das Verfahren lief mit öffentlicher Beteiligung und wurde im Februar 2017 verabschiedet. Seitdem habe die Stadt Petershagen nach Aussage von Kay Busche aber erst 6,5 Kilometer Weg umgestaltet. Und funktionsfähige Straßen würden auch nicht „geschreddert“, wie viele befürchten. „Wir müssen die Verkehrssicherheit beachten“, sagt der Diplom-Bauingenieur. Sollte die Verkehrsicherheit in Gefahr geraten, so würde die Stadt Petershagen die Verkehrsteilnehmer zunächst mit Schildern „Vorsicht Straßenschäden“ warnen. Im weiteren Verlauf würde vor Ort entschieden, wie weiter zu verfahren sei. Dabei spielten auch aktuelle Entwicklungen, wie zum Beispiel die Fahrstrecken der Schulbusse, eine Rolle.

Der Kämpenweg, Verbindung zwischen Lavelsloher Straße und dem Feuerwehrgerätehaus (vorne), steht in der Liste der Straßen, für die keine bituminöse Befestigung vorgesehen ist. Foto: Jürgen Krüger
Betroffen: Das Teilstück „In den Dannen“ von der Lindheide bis zum Hof des landwirtschaftlichen Lohnbetriebes Heinrich Kruse.
Betroffen: Das Teilstück vom „Bahndamm“ zwischen der Straße „Auf dem Winkel“ (hinten) bis zum Haus links. Die Zufahrt von der Friedewalder Straße zum IVL Baumaschinenverleih (Mitte) bleibt von den Überlegungen verschont. Foto: Jürgen Krüger
Betroffen: Der Rieheweg zwischen Lavelsloher Straße und dem ersten Haus (hinten rechts) auf dem Weg zur Kleiriehe. Foto: Jürgen Krüger
Protest: Anwohner des Rieheweges zwischen Lavelsloher Straße und Galgenheide Straße fordern auf einem selbst gestalteten Schild eine geteerte Straße, aber beschränkt auf 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Foto: Jürgen Krüger
Betroffen: Die Kleiriehe ab der Südfelder Straße in Richtung L770. In der Mitte quert der Diekweg, der als erste Straße überhaupt in Friedewalde eine wassergebundene Decke erhalten hat. Foto: Jürgen Krüger

Himmelfahrt: Mühlenlauf virtuell

Einzigartig: Marie Hermeier trägt hier die Nummer 1.000, die exklusiv an Sponsor JENZ vergeben wurde. So ganz aus der Luft gegriffen ist die Startnummer aber nicht, denn in den Jahren 2018 und 2019 zählte der Friedewalder Mühlenlauf jeweils knapp eintausend Teilnehmer. Foto: Maximilian Harre

Friedewalde. Wie im vergangenen Jahr 2020 sagt der TuS Freya Friedewalde auch dieses Jahr 2021 die Austragung des Mühlenlaufes ab, hat aber als Alternative die virtuelle Variante im Angebot. So freut sich Organisatorin Claudia Heiden auf möglichst viele Teilnehmer am Donnerstag, 13. Mai 2021 (Christi Himmelfahrt). „Ihr könnt bei euch vor der Haustür, auf der Lieblingsstrecke oder auch auf der Mühlenlaufstrecke, jedoch unter Einhaltung der aktuellen Coronaschutzverordnung, laufen“, sagt die Leiterin des Lauftreffs. In Friedewalde sind die Laufstrecken 5 Kilometer, 10 Kilometer und der Halbmarathon offiziell vermessen. Wer die originalen Strecken laufen möchte, muss das allerdings in eigener Verantwortung machen, da der TuS Freya Friedewalde nicht als Veranstalter auftritt.

Mitten drin: Claudia Heiden (blau-gelbes Shirt), Leiterin des Lauftreffs und Organisatorin des Friedewalder Mühlenlaufes, hier beim Kindertraining. Foto: Jürgen Krüger

Keine Startgebühr

Die technische Organisation der 11. Auflage übernimmt Time-Team-Jung aus Wadersloh, seit Beginn im Jahr 2010 ein verlässlicher Partner des Friedewalder Mühlenlaufes. Die Online-Plattform wird „raceresult“ sein. Die virtuelle Variante beruht auf Technik und Vertrauen. Die Sportlerinnen und Sportler zeichnen ihren Lauf entweder mit dem Smartphone und einer Lauf-App auf oder mit einer GPS-fähigen Laufuhr und senden die Daten dann an „raceresult“, inklusive Foto von der App oder der Laufuhr. Wichtig sei, dass die Läufe am Himmelfahrtstag (Donnerstag, 13. Mai 2021) in der Zeit von 8 Uhr bis um 18 Uhr durchgeführt werden. Die Anmeldung für den Mühlenlauf ist sogar noch am Veranstaltungstag bis um 15 Uhr möglich. Die Ergebnisse sind dann über raceresult einsehbar. „Wir verzichten auf eine Alterklassenplatzierung, sondern es wird nur die Gesamteinläufe männlich/weiblich geben“, sagt Claudia Heiden. Hier die Wettbewerbe: 660m Bambinilauf (bis 7 Jahre), 1 km Meter Kinderlauf (6 bis 10 Jahre), 2 km Mühlenlauf, 5 km Mühlenlauf, 10 km Mühlenlauf, Halbmarathon.

Der TuS Freya Friedewalde erhebt nach eigenen Angaben keine Startgebühr. „Allerdings würden wir uns sehr über eine kleine Spende für die Kinder- und Jugendabteilung sowie für den Lauftreff freuen“, sagt Vorsitzender Arne Wohl. Da es für die jeweils drei Erstplatzierten Sachpreise gebe, bitten Claudia Heiden und Arne Wohl darum, bei der Anmeldung die Adresse mit anzugeben. Alles weitere veröffentlicht der Sportverein demnächst auf der Website des Mühlenlaufes http://muehlenlauf.friedewalde.de.

Bankverbindungen für die Spende

TuS Freya Friedewalde 1920 e.V.
Volksbank Herford-Mindener Land: IBAN DE 95 4905 0101 0060 0017 73
Sparkasse Minden-Lübbecke: IBAN DE10 4949 0070 0200 3547 00
Verwendungszweck: Spende Mühlenlauf

Auf geht’s: Der Start beim Halbmarathon des 9. Friedewalder Mühlenlaufes auf der Kleiriehe. Die Nummer 2039 trägt Stephan Bretthauer, Sieger der Mühlenkreisserie über die lange Distanz. Foto: Maximilian Harre

Start der Mühlenkreisserie verschiebt sich

Der Mühlenlauf des TuS Freya Friedewalde ist einer von neun Läufen der Mühlenkreisserie, die im vergangenen Jahr ebenfalls abgesagt worden war. Und auch für dieses Jahr ist die Durchführung der beliebten Laufserie im Kreis Minden-Lübbecke nicht gesichert. Die TG Werste hatte den 1. Lauf der Serie, den Weser-Werre-Lauf, der für den 22. März 2021 vorgesehen war, abgesagt. Der Mühlenlauf in Friedewalde am Donnerstag, 13. Mai 2021, wäre der 2. Lauf der Mühlenkreisserie gewesen, und auch der 3. Lauf beim OTSV Pr. Oldendorf drei Tage später (Sonntag, 16. Mai 2021) ist bereits abgesagt. Das bestätigte Inge Kolbe, Leiterin der Leichtathletikabetilung des OTSV, auf Anfrage. Es bleiben also nur noch sechs Läufe übrig, wobei die nächste Möglichkeit einzusteigen am Sonntag, 6. Juni 2021, bei den Lübbecker Berglöwen ist.

Festgefahren

Streitpunkt: Der durch zwei Metallpfosten gesperrte Diekweg, der mit einer wassergebundenen Decke versehen ist, hier beginnend an der Südfelder Straße in Richtung Bohnhorster Weg. Foto: Jürgen Krüger

Petershagen-Friedewade. Die Begrifflichkeit, eine „Straße zu schreddern“ findet Kay Busche befremdlich. „Wir schreddern keine Straßen“, sagt der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Petershagen und Leiter der Bauverwaltung. Viel lieber benutzt der Diplom-Ingenieur den Fachbegriff „wassergebundene Decke“ für die besondere Form des Fahrbahnbelages, der erstmalig in Friedewalde am Himmelfahrtstag 2019 freigegeben wurde. Die Teilnehmer des 9. Friedewalder Mühlenlaufes durften die wassergebundene Decke auf einem Teilstück des Diekweges sozusagen einweihen.

Autofahrer kacheln wie auf einer Rennstrecke

Das war dann auch schon die letzte erfreuliche Meldung von diesem Straßenabschnitt. Autofahrer hielten sich offenbar nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen, so dass Anwohner Jürgen Müller durchsetzte, dass die Stadt Petershagen die Strecke im Herbst 2020 mit Pfosten für den Durchgangsverkehr sperrt. Seitdem können nur noch Radfahrer und Fußgänger den Diekweg zwischen Südfelder Straße und Bohnhorster Weg durchgängig nutzen. Autos und Traktoren müssen einen Umweg nehmen. Das wiederum brachte einige Landwirte auf, darunter Holger Kruse. Die Wegholmer organisierten einen stillen Protest am Rande einer Fachaussschusssitzung des Petershäger Stadtrates in Windheim und haben inzwischen eine Bürgerinitiative gegründet.

Wunde verarztet: Ein Fachunternehmen hat die angesägten Pfosten wieder zusammengeschweißt. Foto: Jürgen Krüger

Angesägte Pfosten wieder zusammengeschweißt

Unrühmlicher Höhepunkt des Streites war bislang, dass Unbekannte in einer Nacht- und Nebelaktion die Pfosten ansägten. Die sind mittlerweile aber wieder zusammengeschweißt. Doch wie geht es nun weiter? Die Sperrung des Diekweges mit Pfosten sei ohnehin nur von vorübergehender Natur gewesen, hatte Kay Busche seinerzeit versichert, sondern „um Zeit zu gewinnen“. Angesichts der momentan zerfahrenen Situation, dass die einen für die Aufhebung der Sperrung sind, andere wiederum dafür, dass sie bleibt, mag der 49-Jährige nicht mehr so recht an eine einvernehmliche Lösung glauben, gibt die Hoffnung aber nicht auf.

Treckerschleuse: Hier auf dem „Promilleweg“ zwischen Nordhemmern und Hille. Foto: Jürgen Krüger

Treckerschleuse könnte die Lösung sein

Eine Treckerschleuse könnte durchaus ein brauchbarer Lösungsansatz sein. Die gibt es seit Jahren auf dem sogenannten „Promilleweg“ zwischen Nordhemmern und Hille. Dort ragen zwei dicke, abgerundete und von Eisen ummantelte Betonpfosten rund 22 Zentimeter aus dem Asphalt heraus. Radfahrer und Trecker können die Stelle an der Kreuzung „Grefte“ / „Zum alten Markt“ problemlos passieren, Autofahrer nicht. Schilder kündigen schon weit im Voraus an, was gleich auf die Fahrzeugführer zukommt. Dennoch muss der ein andere Autofahrer versucht haben, die Treckerschleuse zu überqueren – zum Preis einer neuen Ölwanne. Darauf deuten die Abschürfungen hin. Auf der anderen Seite birgt eine Treckerschleuse durchaus auch Gefahren für Radfahrer, die sich nicht zu einhundert Prozent auf die Straße konzentrieren. „Und wir müssten nachts über eine Beleuchtung nachdenken“, sagt Kay Busche.

Erste Ankündigung: Ab hier ist die Durchfahrt für Fahrzeuge, deren Bodenfreiheit nicht größer als 22 Zentimeter ist, verboten. Foto: Jürgen Krüger
Letzte Warnung: Das Schild kurz vor der Treckerschleuse an der Straße „Am alten Markt“. Foto: Jürgen Krüger

Ganz dünnes Eis

Digitale Dörfer: Die Startseite für den „Mühlenkreis 2.0“ beim Bündnis ländlicher Raum. Screenshot: Jürgen Krüger

Kreis Minden-Lübbecke/Friedewalde. An dieser Stelle sollte eigentlich der Abschlussbericht des Projektes „Mühlenkreis 2.0 – Smart versorgte Dörfer“ stehen. Daraus wird allerdings nichts, weil sich Projektleiterin Pia Steffenhagen-Koch weigert, die Finanzierung offen zu legen. Das Projekt endete offiziell mit einer Schlussveranstaltung im Oktober 2020, doch die Regionalmanagerin sieht sich bis heute nicht in der Lage, einen Verwendungsnachweis vorzulegen. Selbst einzelne Positionen hält sie unter Verschluss. Das wirft Fragen auf und öffnet der Spekulation Tür und Tor. Wo also sind die 111.532,97 Euro Fördergeld (Vital.NRW) geblieben? Und was hat Pia Steffenhagen-Koch zu verbergen? Ein Erklärungsversuch.

Überflüssige Umfrage, fragwürdige Leistungen

Friedewalde war frühzeitig aus dem Projekt ausgestiegen, weil die beiden Kümmerer Karl-Christian Ebenau und Jürgen Krüger schnell merkten, wohin die Reise geht. In den Dörfern kommt vom Fördergeld nämlich nichts an. Die Idee aus Friedewalde, die elf Modelldörfer mit WordPress-Seiten auszustatten und dabei Mittwald-Medien aus Espelkamp als kompetenten Partner ins Boot zu holen und die Kümmerer zu honorieren, hatten Pia Steffenhagen-Koch und die Bezirksregierung in Detmold schnell verworfen. Im Gegenteil – die Kümmerer sollten sogar für ehrenamtlich erbrachte Arbeitsstunden bürgen. Außerdem vergaben Steffenhagen-Koch und Rainer Riemenschneider, Geschäftsführer vom Projektträger Bündnis ländlicher Raum, freihändig den Auftrag für eine komplett überflüssige Umfrage an „planinvent – einem nach eigenen Angaben „Büro für räumliche Planung“. Geschäftsführer Frank Bröckling hat sich sicherlich sehr über die rund 16.500 Euro gefreut. Mehr als 50.000 Euro wies Pia Steffenhagen-Koch für das Fraunhofer IESE Institut mit Sitz in Kaiserslautern an. Und wieder stellen sich Fragen: Was haben die elf Modelldörfer dafür bekommen? Welche Leistungen hat das Fraunhofer Institut in Rechnung gestellt? Wieviel Geld ist für genau welche Leistung an das Fraunhofer Institut geflossen? Befriedigende Antworten darauf verweigert Pia Steffenhagen-Koch.

Geld geht an Beratungsunternehmen

Die Dorffunk-App kann diese Kosten nicht verursacht haben, denn die App ist nicht allein für den Mühlenkreis programmiert worden, sondern es gibt sie schon länger. Unter anderem wird sie in den Kreisen Lippe und Höxter genutzt. Es ist gut möglich, dass das Fraunhofer Institut von Anfang an den Auftrag bekommen sollte. Vertreter des Fraunhofer Instituts waren schon zur Auftaktveranstaltung eingeladen, genauso wie Vertreter der Kreise Lippe und Höxter. Eine Adaption der Umfrageergebnisse aus den beiden OWL-Kreisen hätte es auch getan, doch Pia Steffenhagen-Koch setzte sich mit ihrer Idee der eigenen Umfrage durch und half anschließend dem Fraunhofer Institut aufs Pferd. Durch diese Entscheidungen gingen den elf Modelldörfern insgesamt rund 65.000 Euro verloren. Das sind für jedes Dorf etwa 6.000 Euro, die diese in Technik und redaktionelle Schulungen hätten investieren können. Dieses Geld haben jetzt Beratungsunternehmen.

Mittwald Medien übernimmt Hosting

Auf der Internetseite des Projektes schreibt die Regionalmanagerin dazu folgendes. „In einer breit angelegten Bedarfsanalyse im Jahr 2018 konnten die Bürgerinnen und Bürger in den Modelldörfern im Rahmen von Haushaltsbefragungen, Infoveranstaltungen etc. ihre Wünsche und Bedarfe äußern. Aus den Ergebnissen wurden bedarfsgerechte Lösungen entwickelt, die den individuellen Anforderungen eines jeden Dorfes entsprechen.“ Was für ein Bullshit! Bekommen haben die elf Modelldörfer neben der fertigen Dorfunk-App je eine WordPress-Seite, die zudem alle sehr ähnlich sind. Damit wurden sie alleine gelassen und mussten zur Kenntnis nehmen, dass das Fraunhofer Institut von jedem Dorf 400 Euro jährlich für das Hosting verlangt. Dazu waren die Dörfer offenbar nicht bereit, und so drohte das Projekt zu scheitern. Mittlerweile ist das Fraunhofer Institut aus dem Projekt ausgeschieden, gerettet hat das Projekt Florian Jürgens – Geschäftsführer von Mittwald Medien in Espelkamp. Er hat die elf Dorf-Websiten übernommen und hostet sie kostenfrei. Hier schließt sich der Kreis, denn genau das war die anfängliche Idee aus Friedewalde. Nur dass auf dem Umweg dorthin 65.000 Euro versenkt worden sind.

Es gibt viele Verantwortliche

Auch nach Abzug der 65.000 Euro für planinvent und das Fraunhofer Institut fehlt außerdem der Nachweis der restlichen 45.000 Euro. Wo ist das Geld geblieben? Pia Steffenhagen-Koch verweigert dazu die Auskunft, wodurch sie sich rechtlich auf sehr dünnes Eis begibt, denn sie ist nach §4 des Pressegesetzes NRW zur Auskunft verpflichtet. Verantwortlich für diesen Vorgang, der durchaus als Steuerverschwendung anzusehen ist, sind nicht nur die Regionalmanagerin Pia Steffenhagen-Koch und BLR-Geschäftsführer Rainer Riemenschneider, sondern auch die Bezirksregierung in Detmold als genehmigungspflichtige Behörde sowie der Vorstand des gemeinnützigen Vereins Bündnis ländlicher Raum, der im Februar 2021 neu gewählt wurde. Vorsitzende ist Landrätin Anna Katharina Bölling. Auch Petershagens Bürgermeister Dirk Breves gehört dem 15-köpfigen Gremium an. Vielleicht bringt ja der neue Vorstand etwas mehr Licht ins Dunkel eines gehörig aus dem Ruder gelaufenen Projektes und unterzieht dem gesamten Bündnis ländlicher Raum grundsätzlich einer Prüfung. Denn die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende.

Plötzlich wird das Projekt verlängert

Am 15. Februar 2021 schreibt Pia Steffenhagen-Koch in einer Antwort auf die Fristsetzung zur Herausgabe es Verwendungsnachweises folgendes: „Erfreulicherweise wurde Ende letzten Jahres die Verlängerung des Durchführungszeitraums für das Vorhaben seitens der Bezirksregierung Detmold bis 31.12.2022 genehmigt. Von daher wird der Verwendungsnachweis folglich erst nach Ende des neuen Durchführungszeitraumes fällig.“ Warum ist das Projekt verlängert worden? Die Antwort auf diese Frage bleibt die Regionalmanagerin genauso schuldig wie die Aufklärung, wo die 111.532,97 Euro Fördergeld (Vital.NRW) geblieben sind. Bemerkenswert ist, dass der Arbeitsvertrag zwischen dem Bündnis ländlicher Raum und Pia Steffenhagen-Koch auf die Dauer des Projektes Vital.NRW, also fünf Jahre, befristet ist und demnach zum 1. März 2022 ausläuft. Es scheint so, als könne sie das Planungs- und Kommunikationsdesaster rund um das Projekt „Mühlenkreis 2.0“ aussitzen. Auf der anderen Seite scheint dem Bündnis ländlicher Raum möglicherweise so langsam die Tragweite des verkorksten Projektes bewusst zu werden. Im 13. Infobrief bietet der Verein zahlreiche Online-Schulungen an. Darunter ist auch eine mit dem Titel „Erfolgreich Schreiben im Web“. Termin folgt.

„Das ist eine Sauerei“

Entsetzt: Naturschutzwächter Willi Traue hat den illegal entsorgten Müll entdeckt und umgehend die Stadt Petershagen informiert. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Als Naturschutzwächter Willi Traue bei einer Autofahrt zufällig die blauen Müllsäcke sieht, fährt es aus ihm heraus. „Das ist eine Sauerei“, schimpft der 77-jährige Friedewalder angesichts des illegal entsorgten Mülls im Wald. Sogleich beginnt er mit der Suche nach Hinweisen und erinnert sich an einen Vorfall vor drei Jahren. „Da habe ich im Müll Bewerbungsunterlagen gefunden. Der Täter ist tatsächlich ermittelt worden“, sagt der Jäger und Naturschützer. Bei diesem Müllhaufen am Rand des Meßlinger Weges, der links und rechts von der Lavelsloher Straße abgeht und parallel zur L770 verläuft, wird er nicht fündig.

Widerlich: Die deutschen Steuerzahler werden für die Entsorgung des Abfalls aufkommen müssen. Foto: Jürgen Krüger

Bußgeld zwischen 410 und 1.500 Euro

Einige hundert Meter weiter liegen die nächsten beiden Müllsäcke. Auch hier sucht Willi Traue nach Hinweisen, geht aber erneut leer aus. Mittlerweile hat er die Stadt Petershagen informiert, die den Müll abholt und fachgerecht entsorgt. Zwischen 500 Euro und 700 Euro, so die Schätzung, wird diese offensichtliche Ordnungswidrigkeit dem Steuerzahler kosten. Sollte der Täter ermittelt werden, droht ihm ein Bußgeld zwischen 410 Euro und 1.500 Euro. Das geht aus dem Bußgeldkatalog des VFR-Verlages hervor. Illegale Müllentsorgung wird nach den Angaben des Berliner Strafrechtsanwaltes Ulrich Lehmann in der Regel dann als Straftat behandelt, wenn dadurch Gewässer, Boden oder Luft nachhaltig verunreinigt werden oder wenn eine solche Verunreinigung droht. Das dürfte in diesem Fall nicht so sein, dennoch ist Willi Traue entrüstet. „Ich verstehe nicht, wie man so etwas tun kann. Mir ist das unbegreiflich.“

Nächster Fund: Willi Traue untersucht die beiden Müllsäcke, die er einige hundert Meter weiter entdeckt hat, nach Hinweisen. Foto: Jürgen Krüger

Nicht ganz dicht

Fast fertig: Ein Blick auf das Flachdach der Grundschule Friedewalde verrät, die Arbeiten liegen in den letzten Zügen. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Stadt Petershagen bringt die Grundschule Friedewalde weiter auf Vordermann. Genauer gesagt saniert ein Handwerksunternehmen das Dach der Pausenhalle. Dort sei es immer wieder zu Wassereintritt gekommen, wie Detlev Scheumann von der Sozial- und Schulverwaltung sagt. „Es handelt sich um eine normale Unterhaltungsmaßnahme.“ Vor zweieinhalb Jahren hatte die Stadt bereits die Turnhalle saniert.

Gebäude aus den 1960er Jahren

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1960. Damals ersetzte die „Zentralschule“ an der Kleiriehe die kleinen Volksschulen in Wegholm, im Ortskern und in der Galgenheide sowie ein paar Jahre später auch die Schulen in Südfelde und Meßlingen. Im Jahr 1969 hatte die Grund- und Hauptschule Friedewalde 176 Grundschüler in sechs Klassen und 135 Hauptschüler in fünf Klassen. Die Klassen 5 und 6 wurden in Meßlingen unterrichtet, die Klassen 3 und 4 in Südfelde und die Klassen 1, 2 und 7 bis 9 in Friedewalde. 1971 zogen die Hauptschüler nach Petershagen. Heute ist die Grundschule Friedewalde Teilstandort des Grundschulverbundes Eldagsen-Friedewalde.

Unbekannte sägen Pfosten an

Unbrauchbar: Ein angesägter Absperrpfosten auf dem Diekweg, von der Südfelder Straße in Richtung Bohnhorster Weg betrachtet. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Unbekannte Täter haben auf dem Diekweg die vier Absperrpfosten angesägt und zunächst umgeworfen. Etwas später standen sie dann zwar wieder aufrecht, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass sie unbrauchbar sind. Die Stadt Petershagen hat den Vorfall dokumentiert und wird Strafanzeige stellen. Das bestätigt Kay Busche, stellvertretender Bürgermeister und Leiter der Bauverwaltung.

Kay Busche: „Das ist das falsche Signal“

„Ich muss jetzt erst einmal tief Luft holen“, kommentiert Busche die Aktion, die den momentanen traurigen Höhepunkt im Streit um die wassergebundene Decke auf dem gesperrten Straßenabschnitt Diekweg zwischen Bohnhorster Weg und Südfelder Straße darstellt. „Diese Aktion ist in meinen Augen das falsche Signal, um eine konstruktive Lösung des Problems herbeizuführen“, so der 54-Jährige. Er müsse nun überlegen, wie mit der Lage zu verfahren sei. Eines sei allerdings klar: Kriminellen werde sich die Stadt Petershagen nicht beugen und die Pfosten auch nicht entfernen, nur weil sie mutwillig zerstört worden seien. In jedem Fall seien mit dieser Tat Kosten entstanden, die der Steuerzahler zu tragen habe. Alle Artikel zum Wegekonzept.

Auch angesägt: Die beiden Absperrpfosten auf dem Diekweg vom Bohnhorster Weg in Richtung Südfelder Straße betrachtet. Foto: Jürgen Krüger

Rasend schnell

Mehr als bestellt: Die Live-Messung in Dielingen am Mittwoch, 3. März 2021, ergab 612,7 Mbit im Download. Fotos: Jürgen Krüger

Stemwede-Dielingen. Als Jürgen Semmler auf den Startknopf klickt, schlägt die Tachonadel sofort aus und stoppt erst bei 612,7 Mbit im Download. „Mehr als die bestellten 500 Mbit“, lobt der Dielinger, der sich seit Mitte Dezember 2020 über schnelles Internet freut. „Das ist einfach super“, assistiert Ehefrau Helga. Dass die gemessene Uploadrate bei 103,6 Mbit stoppt und nicht die vom Internetdienstleister Greenfiber verprochene 250 Mbit erreicht, liege wahrscheinlich an der verwendeten Hardware, wie Jürgen Semmler vermutet. „Das hatte mir der Techniker gleich gesagt.“ Die Semmlers verwenden das Vorgängermodell der von Greenfiber favorisierten Fritz Box.

Auch die Telefonie funktioniere. „Wir haben sogar unsere alte Telefonnummer behalten“, sagt Helga Semmler. Aber, Jürgen Semmler warnt: „Nicht selber den Telefonanschluss kündigen, sondern die Kündigung Greenfiber überlassen.“ Sie hatten selber gekündigt und deshalb für ein paar Wochen weder Internet noch Telefon. Doch mit dem neuen Glasfaseranschluss gab es wieder Licht am Ende des Tunnels. Das Gute: Während der alte Vertrag noch laufe, könne man schon die schnelle Glasfaserleitung nutzen ohne doppelt bezahlen zu müssen. Der Vertrag mit Greenfiber beginne erst, wenn der Vertrag mit dem alten Anbieter ende. „Das hat uns positiv überrascht“, so Helga und Jürgen Semmler.

Sehr zufrieden: Helga und Jürgen Semmler, hier im Garten ihres Hauses in Stemwede-Dielingen.

Die Semmlers gehören zu den ersten Privathaushalten im Mühlenkreis, die vom Breitbandausbau profitieren. Zuvor waren sie bei 1&1 und mussten sich mit 3 bis 5 Mbit zufrieden geben, wenn überhaupt. „Wir sind zwischendurch immer mal wieder rausgeflogen und hatten gar kein Internet“, berichtet Helga Semmler. Mit diesen Problemen haben wohl die meisten zu kämpfen, die in den sogenannten „weißen Flecken“ leben und bis Ende 2022 mit Glasfaser versorgt werden sollen. „Wir sind so froh, dass wir jetzt das schnelle Internet haben. Es funktioniert hervorragend, und auch die Zusammenarbeit mit Greenfiber verlief reibungslos“, sagen beide.

Glasfaser für Friedewalde noch im Jahr 2021

Am 1. März 2021 waren im Kreis Minden-Lübbecke 613 Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen – alle in Dielingen und Haldem. Die Zahl stammt von Enrico Nauen, Gigabit-Koordinator beim Kreis Minden-Lübbecke. Er kennt auch den weiteren Fahrplan. Nach Stemwede werde Greenfiber die Rahdener Haushalte ans Glasfasernetz anschließen. Es folgt Espelkamp, und dann sollen zeitgleich Hüllhorst und Friedewalde dran sein. Ohne sich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, schätzt Enrico Nauen, dass Friedewalde in diesem Jahr ans Glasfasernetz angeschlossen sein wird.

Eine Neuerung gibt der Gigabit-Koordinator noch heraus: Greenfiber wird den zweiten Technikstandort nicht in Minden-Todtenhausen betreiben, sondern plant eine Niederlassung bei der Wortmann AG in Hüllhorst-Tengern. Der zweite Technikstandort in Preußisch Oldendorf ist bereits in Betrieb.

Neuer Technikstandort: Die Wortmann AG in Hüllhorst-Tengern.

Volle Terminkalender

Coole Idee: Friseurmeisterin Ina Lau und ihre Kollegin Camilla (Foto) begrüßen jeden Kunden mit Vornamen und herzlichem Spruch auf einer Tafel. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Von Null auf Hundert: So lässt sich wohl der Start für die Friseure am 1. März 2021 beschreiben. Nach zweieinhalb Monaten Stillstand haben auch die beiden Friseurgeschäfte in Friedewalde ihre Türen wieder geöffnet. Die Terminkalender sind sowohl bei Nicole Ruhe als auch Ina Lau gut gefüllt. „Neue Termine gibt es erst Ende März wieder“, erklären die beiden. Hier die Kontaktdaten:

Friseur Team Schmidt
Nicole Ruhe
Telefon (0 57 04) 1 63 74

Salon Haargenau
https://www.salon-haar-genau.com
Ina Lau
Telefon (0 57 04) 95 80 68

Wegholmer wehren sich

Bald nur noch Schotter?: Der Teil des Bohnhorster Weges, der hier geradeaus vom Diekweg zur L770 führt, soll einen wassergebundenen Straßenbelag bekommen. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Käthe Müller ist sauer. Offensichtlich plant die Stadt Petershagen, einen Teil des Bohnhorster Weges sowie einen Teil des Ossenweider Weges in Wegholm zu schreddern. „Was soll das?“, fragt die 81-Jährige. „Ich fühle mich so langsam als Bürgerin dritter Klasse.“ Friedewaldes Ortsbürgermeisterin Jessica König bestätigt die Pläne, die bereits im Jahr 2017 im Wegekonzept beschlossen und verkündet worden seien.

Stille Mahnwache

Die Wegholmer wollen das nicht hinnehmen und werden am heutigen Montag, 1. März 2021, eine stille Mahnwache in Windheim abhalten. Dort im Evangelischen Gemeindehaus „Haus Curia“, an der Dorfstraße 6, trifft sich um 17 Uhr der Infrastrukturausschuss des Petershäger Stadtrates. Die Wegholmer Protestler treffen sich um 16.30 Uhr. Angemeldet haben sich rund zwanzig Personen. Käthe Müller, die für die Aktion extra ein Plakat gemalt hat, hofft auf die Solidarität der Friedewalder.

Fräse soll angeschafft werden

Die Wegholmer Straßen sind laut Sitzungsvorlage zwar gar kein Thema. Allerdings soll über die Anschaffung einer Spezialfräse beraten werden. Damit sollen bereits vorhandene, wassergebundene Straßenbeläge wieder in Form gebracht werden. In Friedewalde gibt es schon eine geschredderte Straße: Teile des Diekweges, ebenfalls am Haus von Käthe Müller. Diesen Straßenabschnitt hat die Stadt Petershagen für den Durchgangsverkehr mittlerweile gesperrt. Außerdem soll sich die Qualität des Belages derart verschlechtert haben, dass es dafür an dieser Stelle die Fräse brauche, um sie wieder instandzusetzen. Auch Jessica König, Sprecherin des Infratsrukturausschusses, werde sich für die Anschaffung einsetzen, wie sie auf Anfrage sagt.

Bürgerinitiative in Gründung

Die Wegholmer wehren sich und wollen eine Bürgerinitiative gründen. Federführend sind Holger Kruse und Gerhard Sigg. Einen Namen gibt es auch schon: „Friedewalde lebt. Stoppt die Einäscherung der Straßen“.

Direkt vor der Haustür: Rechts ist das Haus von Käthe und Jürgen Müller zu sehen. Nach links beginnt der geschredderte und gesperrte Teil des Diekweges und geradeaus führt der Teil des Bohnhorster Weges, der geschreddert werden soll. Foto: Jürgen Krüger

Kleiner Piks, großer Nutzen

Auf Nummer sicher: Arzt Volker Wittig impft hier Christel Koch. Es ist durchaus eine historische Szene am Freitag, 15. Januar 2021 um 10.47 Uhr. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Mit ihren 74 Jahren weiß Christel Koch genau, was sie will. Eine Besprechung mit den Angehörigen sei nicht notwendig gewesen, sagt sie. „Ich möchte mit Corona nichts zu tun haben, deshalb lasse ich mich heute auch impfen. Da gehe ich auf Nummer sicher“, so die Bewohnerin des Alten- und Pflegeheims Kruse. Sie ist die erste, wahrscheinlich in der gesamten Stadt Petershagen, die gegen Covid-19 geimpft ist. An diesem Freitag, 15.Januar 2021, sind noch weitere 113 Personen in der Pflegeeinrichtung dran: alle Bewohner und 85 Prozent der Mitarbeiter, worauf Margitta Kruse, Geschäftsführerin des Alten- und Pflegeheims Kruse, sichtlich stolz ist.

Sie sieht genau hin: Medizinstudentin Hannah Wittig beobachtet, wie ihr Vater Volker eine Impfspritze aufzieht.

Tochter Hannah impft den Vater

Allgemeinmediziner Volker Wittig führt die Impfung, die den ganzen Tag dauern wird, durch. Der 61-Jährige hat seine Tochter Hannah mitgebracht. Die 21-jährige Medizinstudentin wird später ihren Vater impfen. „Die Impfung ist die Grundlage dafür, die Pandemie in den Griff zu bekommen“, sagt Volker Wittig. Die Argumente von Impfgegenern kann er nicht nachvollziehen. „Es gibt nur ganz wenige medizinische Gründe, eine Impfung nicht durchzuführen. Was Impfgegner ins Feld führen ist Kokolores“, sagt der Arzt.

In kleinen Fäschchen: Der Imfpstoff von BioNTech/Pfizer, hier im Kühlschrank des Alten- und Pflegeheims Kruse.

Volker Wittig lobt die Organisation

Der Imfpstoff von BioNTech/Pfizer war am Morgen aus Düsseldorf angeliefert worden. Per Express mit einem Sprinter, in den eine Kühlung verbaut ist. Bei Ankunft und Lagerung im Kühlschrank bleiben zwei Tage Zeit, um den Wirkstoff zu verimpfen. Zur Vorbereitung der Injektionsspritzen helfen neben Arzt-Tochter Hannah noch Margitta Kruse, die unter anderem ausgebildete Pflegefachkraft ist, und ihre Tochter Tabea mit. Die 26-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin (Bachelor of Science) hat die Impfaktion organisiert und fängt sich ein Lob von Volker Wittig ein. „Besser kann man das nicht vorbereiten“, sagt er. Eine Impfdosis enthält 0,3 Milliliter Impfstoff. Tabea Kruse hat einen exakten Plan ausgearbeitet, in welcher Reihenfolge die Impfung durchgeführt wird.

Teamarbeit: Margitta Kruse (von links), Hannah Wittig, Volker Wittig und Tabea Kruse bei der Vorbesprechung.

Bislang nur ein Corona-Fall

Dass das Alten- und Pflegeheim Kruse die erste Einrichtung in der Stadt Petershagen ist, die die Corona-Impfung durchführt, hat auch damit zu tun, dass es dort keine Corona-Fälle gibt. „Wir hatten in der gesamten bisherigen Pandemie-Zeit einen einzigen Corona-Fall und sind glücklich, dass wir eine Ausbreitung verhindert haben“, sagt Einrichtungsleiter Simon Kruse, Sohn von Margitta Kruse und Bruder von Tabea. Der 31-Jährige hebt die Disziplin und das Verständnis von Bewohnern und deren Angehörigen hervor. „Auch die Mitarbeiter haben dazu beigetragen, dass es zu keiner Ausbreitung bei uns im Haus gekommen ist. Wir sind stolz auf unser Personal“, lobt Simon Kruse. Das strenge Hygienekonzept habe sich bewährt. So würden zum Beispiel zweimal pro Woche Schnellests bei allen Bewohnern und dem Personal durchgeführt. Auch die Besucher müssten sich einem Schnelltest unterziehen und 15 Minuten auf das Ergebnis warten, bevor sie die Einrichtung betreten dürften. Die Heimleitung habe Kerneinlasszeiten von 9 Uhr bis um 11 Uhr und von 15 Uhr bis um 17 Uhr definiert und eine Terminvergabe eingerichtet.

Konzentriert: Hannah Wittig zieht Kochsalzlösung in die Spritze.

Noch sieben Tage Disziplin

Wenn die erste Impfung erledigt ist, brauchen Bewohner, Personal und Angehörige weitere Disziplin. „Erst nach etwa sieben Tagen gilt man als minimal geschützt“, erklärt Tabea Kruse. Diese Zeit wird Christel Koch auch noch überstehen. Genauso wie die zweite Imfpung in drei bis vier Wochen. Sieben Tage nach der zweiten Impfung ist von einer Immunisierung auszugehen. Die gebürtige Stadthagenerin, die in Wegholm und Südhemmern gewohnt hat, lebt seit gut drei Jahren im Alten- und Pflegeheim Kruse und fühlt sich hier geborgen. „Ein hervorragendes Heim“, lobt sie. Dennoch freue sie sich natürlich, wenn sie Besuch von Tochter Claudia sowie den Enkelkindern Verena (24) und Marlon (21) bekommt – wenn alles gut geht, auch gerne wieder mit einer festen Umarmung.

Mieten und Kaufen

Hitachi Kompakt-Radlader und Minibagger.
Rolf Lamker

Friedewalde. „Einfach mieten“ – das ist das Motto des IVL Baumaschinenverleihs in Friedewalde. Was das heißt, wissen die Kunden von Rolf Lamker und Kirstin Schürer zu schätzen: keine Kaution, zuverlässige Abwicklung, Zahlung per Rechnung. Den perfekten Service anzustreben, ist der Anspruch der beiden. „Auch wenn es nicht immer gelingt, aber wir versuchen es“, sagt Rolf Lamker. Der 56-Jährige baut sein Geschäft aus und hat nun Neumaschinen zum Verkauf: IVL (Industrieverwertung Lamker) ist seit dem 1.Januar 2021 Kompaktmaschinen-Partner (KMP) der Firma Kiesel.

Giant G2500 X-Tra HD
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Reparaturen, Wartung, Service und Ersatzteile

Im Angebot sind Baumaschinen der Hersteller Hitachi und Giant. Von Hitachi vertreibt Rolf Lamker Kompakt-Radlader mit bis zu 80 PS sowie Mini- und Kompaktbagger bis 10 Tonnen. Von Giant alle Modelle von Kompakt-Radladern. Rolf Lamker verantwortet als Generalvertrieb die Landkreise Nienburg, Schaumburg und Diepholz, bedient aber grundätzlich alle Kunden. „Wir nehmen auch gebrauchte Maschinen in Zahlung“, verspricht er. Mit dem Kauf einer Baumaschine lässt Rolf Lamker seine Kunden nicht allein: Reparaturen, Wartung, Service und Ersatzteile ergänzen das Angebot. Selbst eine Finanzierung sei möglich.

Giant im Winterdienst
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Vorführpark in Planung

Ab März möchte Rolf Lamker an seinem Firmensitz in Friedewalde eine Auswahl an neuen Baumaschinen vorhalten, damit sie die Kunden direkt, aktiv und intensiv testen können. „Wir sind momentan damit beschäftigt, einen Vorführpark aufzubauen“, sagt Rolf Lamker. „Mir fehlt nur noch ein griffiger Name dafür. Für Vorschläge wäre ich sehr dankbar.“

Giant mit Holzgreifer
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Ein leiser Abschied

Gewohnte Handbewegung: Matthias Schweitzer dreht den Schlüssel an der Haustür um. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. „Wenn ich ein letztes Mal den Schlüssel umdrehe, dann wird es sicherlich noch einmal hart.“ Mit Unbehagen sieht Matthias Schweitzer dem 31. Januar 2021 entgegen. Es ist ein Sonntag. Dann übergibt er sein Elternhaus an die neuen Eigentümer, die Familie Bicakci aus Hiddenhausen. Die möchte aus dem ländlichen Anwesen zwei Wohneinheiten machen. Dann ist das Schuhhaus Schweitzer endgültig Geschichte, nach mehr als 120 Jahren. Mit dem Erlös ist Matthias Schweitzer schuldenfrei. Der 56-Jährige hat dann auch noch etwas Startkapital übrig, um sich mit seiner Partnerin Brigitte ein neues Leben aufzubauen. Es wird ein leiser Abschied aus seinem Geburtsort werden.

Zieht weg: Schuhmachermeister Matthias Schweitzer, hier vor seinem Elternhaus in Friedewalde.

Umzug nach Eickhorst

Das Paar hat sich bereits ein Domizil in Eickhorst ausgesucht. Doch noch wohnen beide mit Brigittes Tochter Ann-Katrin sowie zwei Hunden und einer Katze im Haus von Matthias Schweitzer am Schloort 6 in Friedewalde. Es ist auch noch einiges zu tun, bis sie die 130 Quadratmeter große Doppelhaushälfte in der Gemeinde Hille beziehen dürfen. So folgt noch ein klärendes Gespräch, welchen Hausrat der neue Eigentümer übernimmt, und was Matthias Schweitzer abtransportieren muss. Immerhin beträgt die Wohnfläche seines Wohn- und Geschäftshauses in Friedewalde 250 Quadratmeter. „Da kommt ganz schön was zusammen“, sagt der Schuhmachermeister. „Wir hoffen, dass der Umzug nach Eickhorst im Januar klappt.“

Schöne Lage: Das Wohn- und Geschäftshaus von Matthias Schweitzer am Schloort 6 in Friedewalde.

Schulden zu hoch, Gläubiger ungeduldig

Vielleicht kommt Matthias Schweitzer dann auch etwas zur Ruhe, denn die vergangenen vier Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Er hatte den 1896 gegründeten Familienbetrieb in vierter Generation geführt. Sein Ur-Großvater Heinrich, sein Großvater Wilhelm und sein Vater Alfred waren alle Schuhmachermeister – genauso wie Matthias Schweitzer auch. Doch das kleine Geschäft geriet in Schwierigkeiten. Und so kündigte Matthias Schweitzer die Schließung für den 30. April 2017 an. Er fing ganz unten wieder an„, wie er damals selbst sagte. Die Hoffnung, das Haus und die Geschäftsräume halten zu können, erfüllten sich nicht. Die Schulden waren zu hoch und die Gläubiger zu ungeduldig.

Ein Spießrutenlauf

Was Matthias Schweitzer durchgemacht hat, erinnert teilweise an einen Spießrutenlauf. Bei der Volksbank Herford-Mindener Land, dem größten Gläubiger, erhielt er am Ende nicht einmal mehr einen Gesprächstermin. Die hatte den Fall längst an die VR-Inkasso GmbH in Hannover abgegeben. Und die machte Druck. Auch das Finanzamt Minden sowie die Stadt Petershagen verlangten, die offenen Verbindlichkeiten zu begleichen. Der Verkauf seines Elternhauses war die letzte Patrone von Matthias Schweitzer, um der drohenden Zwangsversteigerung zu entgehen. Dafür brauchte er auch die Unterschriften für die Verzichtserklärung auf Wohnrecht von seiner Mutter Lisa (82) und von seinem Vater Alfred (87), die beide im Alten- und Pflegeheim Kruse leben. Ein schwerer Gang. „Das ist alles eine große Scheiße“, sagt Matthias Schweitzer, wobei seine Stimme zittert. „Ich habe alles versucht, aber es gab für mich keinen anderen Weg.“

Sein Arbeitsplatz: Ein Blick in die Werkstatt von Matthias Schweitzer. Die muss er nun räumen und baut sie in Bünde-Spradow wieder auf.

Reparaturen weiterhin möglich

Mit dem Verkauf des Anwesens endet am 31. Januar 2021 auch der Betrieb des DHL-Shops, den Matthias Schweitzer am 3.April 2018 eröffnet hatte. „Der Vertrag ist zum 31.Januar 2021 gekündigt“, sagt er. Weitermachen möchte er aber mit der Reparatur von Ledersachen wie Schuhen, Taschen oder Reitsportartikeln. Dazu wird er seine Werkstatt ausräumen und in Bünde-Spradow wieder aufbauen. Das hat ihm sein neuer Chef Tim Wegener (www.wegener-schuhe.de), für den er seit geraumer Zeit arbeitet, zugesagt. Wegener hat in Spradow vom Modehaus Deppermann eine Halle gekauft, in der er die komplette Produktion von orthopädischen Schuhen verlagern wird. Matthias Schweitzer arbeitet dann an vier Tagen für Tim Wegener und weitere anderthalb Tage für sich selbst. „Für meine Stammkunden bin ich also weiterhin da“, sagt er. Aufträge nimmt er unter folgender Rufnummer (01 70) 310 20 10 entgegen.

Parzelle für die Zuchthühner

Seine sechs Zuchtgänse haben bei Thorsten Buchholz in Wegholm Unterschlupf gefunden. Für die zwanzig Ramelsloher Zuchthühner hat Matthias Schweitzer eine Lösung in der Gemeinschaftszuchtanlage des Rasse- und Geflügelzuchtvereins Meinefeld bei Stadthagen eine Lösung gefunden. Dort habe er eine 300 Quadratmeter große Parzelle gekauft. Alle zwei, drei Tage fahre er dorthin, um nach dem Rechten zu sehen.

Volksbank schließt Filialen

Nur noch Selbstbedienung: Die Friedewalder Geschäftsstelle der Volksbank Herford-Mindener Land. Foto: Jürgen Krüger

Petershagen-Friedewalde. Die Volksbank Herford-Mindener Land schließt ab Montag, 21. Dezember 2020, „bis auf Weiteres“ weit mehr als die Hälfte ihrer Geschäftsstellen und Hauptgeschäftsstellen. Betroffen ist auch die Filiale in Friedewalde. Als Grund nennt das Unternehmen, Partner unserer Website, die „aktuelle dramatische Entwicklung der Corona-Pandemie“. Von den insgesamt 38 Geschäftsstellen mit persönlichem Schalterbetrieb sind dann nur noch 14 geöffnet. Dazu gehören Hille, Petershagen, Lahde und zwei Filialen in Minden (Königstraße und Markt).

SB-Terminals weiter zugänglich

Der Selbstbedienungsbereich (SB) aller Geschäftsstellen soll aber „zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Bargeldversorgung oder zur Abwicklung von Bankgeschäften am SB-Terminal zur Verfügung stehen“. Auch die 13 SB-Geschäftsstellen sollen geöffnet bleiben. Für weitere Informationen klicken Sie hier.

Grundschüler pflanzen Obstbäume

Mit Hingabe: Grundschüler pflanzen Obstbäume mit Sascha Traue (rechts).

Maaslingen. Die Kinder der Klasse 3/4c des Grundschulverbundes Eldagsen- Friedewalde konnte ihr Glück kaum fassen. Unter all den Vorgaben, Einschränkungen und wenig weihnachtlichen Momenten in der Schule, konnten sie aktiv etwas tun. Weg vom täglichen Hände desinfizieren und einer festen Sitzordnung nach Plan, ging es mit Sascha Traue von der Biologischen Station Nordholz nach draußen.

Danke an Jenz und Damke

Die Förderung der Umweltbildung ist am Grundschulverbund schon seit Jahren ein fester Bestandteil des Schulprogramms. Durch die großzügige Unterstützung der Firmen Jenz und Metallbau Damke, kann die sogenannte „Flatrate“ für die Schule schon seit Jahren an beiden Standorten finanziert.

Warmer Kakao zum Frühstück

Mit der tollen Unterstützung der Eltern, der Klassenlehrerin und der Familie Zimmer vom „Wüntken Hof“ pflanzten die Kinder an einem Schulvormittag an der frischen Luft und bei herrlichem Wetter in Maaslingen Obstbäume. Während der Arbeit in kleinen Gruppen durften die Kinder ihren Mund-Nase-Schutz ablegen und tatkräftig mitarbeiten. Zum Frühstück gab es warmen Kakao von der Familie Zimmer, und mit dem nötigen Mindestabstand konnte gefrühstückt und gefachsimpelt werden. Zum Abschluss entstand ein schönes Gruppenfoto mit allen Beteiligten.

Abfuhrtermine jetzt digital

Die neue gelbe Tonne: Die erste Leerung in Friedewalde ist am Freitag, 22. Januar 2021. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Am Freitag, 22. Januar 2021, wird es in Friedewalde eine Premiere geben. Dann nämlich holt das Entsorgungsunternehmen PreZero erstmalig die neuen gelben Tonnen, die die gelben Säcke für Verpackungsmüll ersetzen, ab. Das geht aus dem Abfallkalender hervor, den die Stadt Petershagen jetzt veröffentlicht hat. Den gibt es in gedruckter Version und digital. Die digitale Variante hat die Option, individuell für seine Straße einen Kalender für sein Smartphone zu abonnieren, der die Abfuhrtermine automatisch dort einträgt. Sogar eine Erinnerungsfunktion im Kalender selbst und zusätzlich per E-Mail ist möglich. Hier der Link zum digitalen Abfallkalender der Stadt Petershagen: https://petershagen.mein-abfallkalender.de/

Ein Stern über dem Stall

Weithin sichtbar: Der leuchtende Stern über dem Stall von Niedringhaus Agrar. Passen dazu drei Weihnachtsbaum-Installationen. Foto: Helge Niedringhaus

Friedewalde. Seit dem ersten Adventswochenende leuchtet Friedewaldes höchster Stern auf der Getreidesiloanlage von Niedringhaus Agrar – und zwar in einer Höhe von 23 Metern über dem Erdboden. Stefan Wrede hat die Eisenkonstruktion mit einem Durchmesser von knapp drei Metern in mühevoller Handarbeit geschweißt. Zu dritt erfolgte, bei winterlichen Temperaturen in luftiger Höhe, die Montage des mehr als 40 Kilogramm schweren Prototyps. Die Arbeit hat sich offensichlich gelohnt, denn viele Vorbeifahrende haben ihre Freude über den leuchtenden Stern schon zum Ausdruck gebracht. „Das freut auch uns“, sagt Helge Niedringhaus und wünscht allen eine gesegnete Adventszeit. Stern und Weihnachtsbäume leuchten täglich von 5 Uhr bis um 9 Uhr sowie von 16 Uhr bis um 23 Uhr.

Kreis blitzt mit Laser

Drei Streifen: Die neue Blitzersäule an der L770 (links) in Höhe der Pohlschen Heide, die in diesem Fall nur in die östliche Fahrtrichtung Petershagen messen kann. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde/Mindenerwald. Der „Starenkasten“ an der L770 hat ausgedient. Der Kreis Minden-Lübbecke, zuständig für die Geschwindikeitskontrolle im Mühlenkreis, hat den grauen Kasten an der Pohlschen Heide durch eine moderne Blitzersäule mit Lasertechnik ersetzt. Erlaubt sind dort 70 km/h. Erste Gerüchte, die neue Biltzersäule könne in beide Richtungen messen, bestätigen sich nicht. Dafür hätte die Blitzersäule vier dunkel-rote Ringe haben müssen, sie hat aber nur drei und kann deshalb zwar zwei Fahrspuren, aber nur in eine Fahrtrichtung messen. In diesem Fall ist es die östliche Fahrtrichtung von Espelkamp nach Petershagen. Hinter der dunkel-roten Abdeckung im oberen Bereich der Säule befindet sich laut Fahrzeugportal mobile.de die Beleuchtungseinheit mit den Blitzern. Die Messeinheiten samt Kameras befinden sich hinter in den Ringen darunter.

Gelbe Tonne rollt an

Gleich zwei auf einmal: Andrea Lüttge vom Kultverein Stemmer liefert hier die neue Gelbe Tonne in Friedewalde an. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Das Entsorgungsunternehen PreZero aus Porta Westfalica hat damit begonnen, im Kreis Minden-Lübbecke die neuen gelben Wertsstofftonnen zu verteilen. Das macht PreZero aber nicht allein, sondern hat sich Hilfe geholt. In Friedewalde beliefern zum Beispiel Mitglieder des Kultvereins Stemmer die Haushalte mit den relativ großen Tonnen. Nutzen können die Bürgerinnen und Bürger die neuen Wertstofftonnen aber ab dem 1. Januar 2021. Bis dahin soll der Verpackungsmüll wie gewohnt in den gelben Säcken an die Straße gestellt werden.

Friedhof in erbärmlichem Zustand

Freie Sicht: Durch den Heckenschnitt ist der Friedhof von außerhalb ohne Probleme einsehbar. Allerdings offenbart sich dem Betrachter auch der miserable Zustand der Wege. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Stadt Petershagen hat die Hecke auf dem neuen Friedhof geschnitten. Dem einen dürfte das deutlich zu weit gegangen sein, der andere findet es gerade richtig. Das weiß auch Kay Busche von der Bauverwaltung. „Die Hecke wächst wieder nach“, beruhigt er. Desweiteren haben Mitarbeiter des Bauhofes und Friedhofspflegerin Marlene Barrelmeyer versucht, mit Heißluft die Wege von Unkraut zu befreien. Allerdings mit mäßigem Erfolg. „Wir dürfen kein Gift mehr einsetzen sondern nur noch mechanische Verfahren. Da wird es schwierig, den gewünschten Erfolg zu erzielen“, so Kay Busche weiter. Es komme unter anderem auf regelmäßige Behandlung an. Und bei 18 Friedhöfen, die die Kommune noch zu pflegen habe, seien Mitarbeiter des Bauhofes in etwa alle zwei Wochen in Friedewalde vor Ort. Friedewalder Bürgerinnen und Bürger hatten den Friedhof im Jahr 2015 ehrenamtlich auf Vordermann gebracht. Genutzt hat das offensichtlich nur kurzfristig.

Saubere Arbeit: Die Mitarbeiter des Bauhofes haben der Hecke am Friedhof einen ordentlichen Schnitt verpasst.
Hartnäckig: Das Unkraut auf den Wegen lässt sich offenbar von der mechanischen Behandlung mit Heißluft wenig bis gar nicht beeindrucken.

Vorübergehend dicht

Stopp: Ab hier geht es auf dem Diekweg nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad weiter. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Seit Mai 2018 ist ein Teil der Straße Diekweg mit einer  sogenannten „wassergebundenen Decke“ ausgestattet, wie im Wegekonzept von 2017 beschlossen. Das heißt, sie ist nicht mehr geteert. Zusätzlich hatte die Stadt Petershagen die Durchfahrt für Kraftfahrzeuge verboten, für den landwirtschaftlichen Verkehr, Radfahrer und Fußgänger hingegen war die Strecke frei. Doch offensichtlich haben viele Autofahrer das Verkehrsschild mehr als nützlichen Hinweis als ein Verbot aufgefasst. Jetzt hat die Stadt Petershagen Pfosten aufgestellt, so dass Autofahrer, aber auch Traktoren, vom Bohnhorster Weg und von der Südfelder Straße her nicht mehr in den Diekweg einfahren können. Den betroffenen Landwirten bleibt nur die Zufahrt über die Kleiriehe.

Sackgasse: Autofahrer werden gezwungen, auf der Südfelder Straße (rechts) zu bleiben.

Polizeikontrollen bringen nichts

„Die wassergebundene Decke auf dem Diekweg ist sehr gut. Sie ist aber offensichtlich so gut, dass viele Autofahrer trotz des Verbotes den Diekweg weiterhin benutzen. Und das teils mit hoher Geschwindigkeit. Damit zerstören sie die Infrastruktur der wassergebundenen Decke“, rechtfertigt Kay Busche von der Bauverwaltung die Sperrung. Auch Polizeikontrollen hätten nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Allerdings sei die Sperrung nicht in Stein gemeißelt. „Wir mussten jetzt handeln, um Zeit zu gewinnen. Wir haben momentan noch keine Lösung, allerdings werde ich Anfang des Jahres das Thema in die politischen Gremien tragen“, verspricht Kay Busche, der sich bereits mit Ortsbürgermeisterin Jessica König und Landwirt Holger Kruse getroffen und ausgetauscht habe.

Apotheke: Lieferservice in Corona-Zeiten

Neuer Lieferservice: Den bietet die Apotheke Friedewalde. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Apotheke Friedewalde hat ihren Lieferservice in Zeiten der Corona-Pandemia angepasst. „Wir liefern wochentags täglich und kostenfrei, sowohl Arzneimittel als auch alle anderen Artikel unseres Sortiments“, verspricht Mitarbeiterin Lisa Themann. Für ihre Kunden hat die Apotheke einen Flyer zum Ausdrucken gebastelt.

Hier die fünf Wege zur Bestellung
Telefon (0 57 04) 15 15
Telefax (0 57 04) 1 61 72

E-Mail: info@apotheke-friedewalde.de
Internet: www.apotheke-friedewalde.de
Online-Service: https://ihreapotheken.de