Grabstätten Alter Friedhof

Auf dem “Alten Friedhof” befinden sich unter anderem die Grabstätten der Familie Jenz und der Wegholmer Müllerfamilien Bredemeier und Fullriede.

JENZ

Quelle: Friedewalder Heimatblätter Nr.6 von 1994

Am 6. Januar 1921 gründete der Schmiedemeister Hans Jenz in Wegholm eine Schmiede. Maßgebend für die Wahl des Ortes war, dass es in dieser Gegend eine ausreichende Zahl von Pferden gab. Damals war der Hufbeschlag eine wichtige Erwerbsquelle für einen Schmied. Eine große Rolle spielte damals auch die dort vorhandene Bahnstation. Außer dem Hufbeschlag wurde mit jenen Gütern gehandelt, die damals, als es die heute üblichen Spezialisten noch nicht gab, benötigt wurden. So lieferte ein Schmied auch Fahrräder. 

1924 heiratete Hans Jenz Marie Borgmann, die ihn in den folgenden gemeinsamen Jahren im Betrieb tatkräftig unterstützte. Sie hatte außer der Mitarbeit im Betrieb den Haushalt zu führen. In jenen Jahren wohnten die Lehrlinge beim Meister und wurden dort auch beköstigt. Hans Jenz widmete sich früh dem Fahrzeugbau, damals dem Bau von Kutschwagen, die in Zusammenarbeit mit Stellmachern hergestellt wurden. 

Ab 1938, im Zuge der Weiterentwicklung der Landwirtschaft, baute Hans Jenz luftbereifte Anhänger. Im Jahre 1939 stellte er in Deutschland den ersten Kipper der Landwirtschaft her. In den folgenden Jahren wurden größere Stückzahlen Anhänger für die Landwirtschaft und den Straßenverkehr hergestellt. Es ergab sich dabei auch die Herstellung von Anbauten für Lastkraftwagen. Zur Förderung des Verkaufs wurden regelmäßig auf DLG-Ausstellungen die neuesten landwirtschaftlichen Anhänger gezeigt. 

Hinzu kamen hydraulische Pressen und mancherlei Spezialmaschinen für die Holzindustrie. Diese Erzeugnisse werden seit Jahren auf Messen ausgestellt und an Interessenten im In- und Ausland verkauft. Manche dieser Maschinen gingen nach Afrika und andere Überseeländer. Im Jahr 2021 feierte die Firma JENZ ihr 100jähiges Jubiläum.

Hans Jenz im Jahre 1938 in seiner Schmiede

Wegholmer Müller

Der erste Müller der Wegholmer Mühle war der Colon Heinrich Friedrich Wilhelm Bredemeier
(*28.04.1833 †18.08.1902). Auf dem Familienfoto ist er mit seiner Frau Marie (*07.06.1939 †12.09.1927)
und den drei Kindern v.L. Friederike, Marie und Friedrich zu sehen.

Dem Colon Bredemeier Nr. 114 zu Friedewalde, Kreis Minden, wird hiermit die nachgesuchte landespolizeiliche Erlaubnis erteilt, auf seiner Flur 17 Parzelle 51 der Kastral-Gemeinde Friedewalde nach Maßgabe des vorgelegten Situationsplanes eine holländische Windmühle mit drei Mahlgängen, nämlich Roggen-, Weizen- und Graupengang, zu betreiben und unter Beachtung aller dafür einschlagenden, polizeilichen und sonstigsten Verordnungen wegen der Gewerbesteuer in Betrieb zu nehmen. So lautet die Konzession durch die königliche Regierung in Minden, die der „Müller und Bauer“ Bredemeier Nr. 114 (heute Auf den Höfen 8) am 17. Juli 1861 erhielt. 

Die Stelle westlich des Hofes, an dem die Windmühle stand, stellte sich aber als ungünstiger Standort heraus. Daher wurde sie weiter ab südöstlich vom Haus auf der Höhe einer Bodenschwelle neu erbaut, wo sie heute noch steht.  

Bis zum Jahre 1927 wohnte darin Fritz Bredemeier (Diers Möller), der im Lohn die Mühle für Diershof betrieb.

Hermann Fullriede (*17.03.1897 †12.11.1976)
Minna Fullriede (*29.05.1889 †05.10.1959)

Anno 1927 kaufte der Müller Hermann Fullriede aus Huddestorf die Mühle mitsamt dem Müllerhaus. Schon bald erhielt die Mühle einen Elektromotor und mit Wind wurde nur noch zur Aushilfe gemahlen. Neben der Mühle wurde noch eine kleine Landwirtschaft betrieben.

Ilse Fullriede (*01.03.1928 †31.10.2027)
Hermann Fullriede (*19.03.1925 †22.04.2006)

Im Jahr 1950 zerbrach ein gewaltiger Sturm die Flügel der Mühle, die daraufhin nicht wieder angebracht wurden. Wie ein ruinenhafter Rundturm stand der Mühlenrumpf dann fast 40 Jahre da. Mühlenbetrieb und Landwirtschaft gingen aber weiter, und so wurde 1959 ein neues Müllerhaus gebaut.   

Im Jahre 1980 begannen dann die umfangreichen Renovierungsarbeiten. Turm, Kipp und Flügelkreuz wurden im Rahmen des Mühlenprogramms des Kreises wieder hergerichtet. Die Einweihung konnte 1990 gefeiert werden.  

Hermann Fullriede vorm Backofen

Hermann Fullriede betrieb die Windmühle Wegholm an den Mühlentagen bis zu seinem Tode im Jahr 2006. Danach wurde die Mühle noch bis zum Tod von seiner Frau Ilse 2017 an den Mühlentagen weiter in Betrieb genommen, bevor sie verkauft wurde.