„Ich weiß, wie sich das anfühlt“

Einkauf gespendet: Dieser Warenkorb mit Hygieneartikeln, Wasser und Lebensmiteln kommt von Friedewalde aus ukrainischen Kriegsflüchtlingen zu Gute. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Als Sylwia Sypek vor zwölf Jahren von Polen nach Deutschland kam, hatte sie nur eine Tasche mit dabei. Wenn sie daran denkt, kehrt die Angst zurück. Angesichts des Krieges in der Ukraine mit tausenden Menschen auf der Flucht, darunter viele Mütter mit ihren Kindern, sind auch diese Gedanken wieder da. „Ich weiß, wie sie sich das anfühlt. Es ist diese Angst, allein in einem fremden Land zu sein und du weißt nicht, wie es weitergeht“, sagt sie und ringt mit den Tränen. Deshalb habe sie sich entschlossen, all ihre Kleidung, die sie in ihrem kleinen Ladengeschäft zum Verkauf bereithält, zu spenden.

Erster Transport von Friedewalde am Donnerstag, 3. März 2022

Den Transport organisiert Sylwia Sypek über ihren polnischen Landsmann Kris Olch. Der betreibt in Bakum bei Vechta eine KFZ-Aufbereitung und hat sich auf eigene Kosten für die Hilfstransporte einen LKW gemietet. Initiatorin ist Ewa Blaszczyk, wie O.M. Online berichtet, ein Nachrichtenportal der Oldenburgischen Volkszeitung und der Münsterländischen Tageszeitung. Sylwia Sypek setzte sich mit Kris Olch in Verbindung, und am Donnerstag, 3. März 2022, trifft der erste LKW in Friedewalde ein und sammelt Spenden ein. Sylwia Sypek bittet die Friedewalder Bürgerinnen und Bürger nun um weitere Sachspenden. „Ich weiß, dass die Zeit knapp ist“, sagt sie. Die LKW-Ladung soll den Angaben zufolge in Stettin umgeladen und von dort aus durch eine polnische Hilfsorganisation weiter an die polnisch/ukrainische Grenze gebracht werden.

Die Sachspenden können bei Sylwia Sypek täglich in der Zeit von 10 Uhr bis um 18 Uhr abgegeben werden. Die Adresse: Schloort 6, in Petershagen-Friedewalde. Am besten wäre es, wenn die Artikel in einem Karton angeliefert würden. Sollte kein Karton zur Hand sein, so darf sich Sylwia Sypek bei Meier-Medizintechnik, die nebenan ein Lager betreiben, bedienen. Hier eine Liste von Dingen, die besonders dringend benötigt werden:

  • Erste-Hilfe-Kasten
  • Medizinisches Verbandsmaterial
  • Schmerztabletten
  • Hygieneartikel
  • Lebensmittel mit langer Haltbarkeitsdauer
  • Wasser
  • Schlafsäcke, Decken, Bettwäsche
  • Windeln, Schnuller
  • Batterien, Taschenlampen

Kleidung würden sie momentan nicht weiter annehmen, wie Initiatorin Ewa Blaszczyk am Dienstag sagte. Sylwia Sypek hat die Kisten aber schon gepackt und wird sie auch nicht wieder auspacken. „Wer weiß? Vielleicht werden sie ja zu einem späteren Zeitpunkt wieder gebraucht“, sagt sie. „Das wird bestimmt nicht die letzte LKW-Ladung sein.“

Im Karton: Sylwia Sypek sammelt Spenden für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Foto: Jürgen Krüger

4 thoughts on “„Ich weiß, wie sich das anfühlt“

  1. Eine tolle Aktion.Wir waren gerade da.Es werden noch Windeln,Schnuller,Batterien und Taschenlampen benötigt….
    Nächste Woche fährt der nächste LKW.

    • Hallo Alex, weißt du wann der nächste LKW fährt? Wir möchten gerne etwas hinbringen.
      LG
      Tina und Tom

  2. Guten Tag wo müsste man denn die Spenden hinschicken ? Sonst würden wir auch gerne ein Karton fertig machen um etwas Hilfe beizusteuern.

    MfG Michelle Biebusch

    • Liebe Michelle, du müsstest den Karton direkt zu Sylwia Sypek bringen, und zwar am besten bis Mittwochabend, 2. März 2022, um 18 Uhr. Hier die Adresse: Schloort 6, 32469 Petershagen.

      Danke und Gruß,
      Jürgen Krüger.

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