Kein Geld für die Dörfer, dafür mehr Personal für den Kreis

Rund 1.700 Beschäftigte: So viele Menschen arbeiten momentan beim Kreis Minden-Lübbecke, hier das Verwaltungsgebäude in Minden. In diesem Jahr sollen 94 neue Stellen hinzukommen, zuzüglich 50 Mitarbeiter auf momentan nicht besetzten Stellen. Foto: Jürgen Krüger

Kreis Minden-Lübbecke. Wie sich der Kreis Minden-Lübbecke mit Personal versorgt, wenn Fördergelder in den Mühlenkreis fließen, zeigt das Beispiel des Projekts „Vital.NRW“. Da zugleich Beratungsunternehmen viel Geld abgreifen, kommt in den Dörfern kaum etwas an. Aber auch die gewählten Kreispolitiker tragen mit ihren Entscheidungen dazu bei, wie viel Geld bei den Kommunen bleibt, wieviel sie dem Kreis Minden-Lübbecke abgeben müssen und was mit diesem Geld geschehen soll.

Der Kreis Minden-Lübbecke hat jetzt schon 1.700 Mitarbeiter

Die Politiker des Minden Lübbecker Kreistages haben mit den Stimmen der CDU und den Grünen den Haushalt für das Jahr 2022 beschlossen. Der umfasst den Angaben zufolge 580 Millionen Euro. Gleichzeitig stimmte der Kreistag mehrheitlich für den Stellenplan, wonach 94 neue Stellen im laufenden Jahr vorgesehen sind. Mit den derzeit 50 nicht besetzten Stellen, die Kreistagsmitglied Alfred Borgmann in seiner Stellungnahme angibt, sollen in diesem Jahr knapp 150 neue Mitarbeiter beim Kreis Minden-Lübbecke eingestellt werden. Momentan seien rund 1.700 Menschen beim Mühlenkreis beschäftigt, heißt es auf der Internetseite des Kreises. Der Antrag der FDP, die Städte und Gemeinden um zehn Millionen Euro zu entlasten und die Kreisumlage von jetzt 35,85 Prozent auf 34,1 Prozent zu senken, wurde abgelehnt. Im Gegenteil: In ihrer Haushaltsrede mutmaßt Landrätin Anna Katharina Bölling (CDU), dass „die Kreisumlage bereits im kommenden Jahr um mehr als drei Punkte steigen könnte“.

Theoretisch gehen Friedewalde 50.000 Euro durch die Lappen

Die von der FDP vorgeschlagenen zehn Millionen Euro Entlastung, mit der Gießkanne auf die Kommunen umgelegt, hätten für Friedewalde rund 50.000 Euro finanzielle Unterstützung bedeutet. Mit diesem Geld ließe sich sicherlich einiges im Ort bewegen. Dazu kommt es es nun nicht. In Friedewalde gibt es zwei Kreistagsmitglieder, die sich für Haushalt und Stellenplan ausgesprochen haben: Alfred Borgmann (CDU) und Corinna Stöxen (Bündnis 90 / Die Grünen). Corinna Stöxen teilte mit, sie sei „nicht in der Funktion, dazu Stellung zu nehmen“, sendete der Redaktion aber die Haushaltsrede von Cornelia Schmelzer, Fraktionsvorsitzende der Partei Bündnis 90 / Die Grünen im Minden-Lübbecker Kreistag.

Alfred Borgmann antwortet ausführlich

Ausführlich anwortete hingegen Alfred Borgmann von der CDU. Er verfasste eine eigene Stellungnahme und sendete zudem die Haushaltsrede der Landrätin Anna Katharina Bölling (CDU) mit. Er habe an nunmehr 27 Haushalten des Kreises mitgewirkt. Und eines sei noch verlässlicher als Schneefall im Winter: Der Streit zwischen Städten und Gemeinden und dem Kreis über die Höhe der Kreisumlage. Anbei die Stellungnahme von Alfred Borgmann sowie die Haushaltsreden von Anna Katharina Bölling und Cornelia Schmelzer. Und hier der Link zu den Stellenausschreibungen des Kreis Minden-Lübbecke: https://www.minden-luebbecke.de/Verwaltung/Karriere/Kreisverwaltung/

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2 thoughts on “Kein Geld für die Dörfer, dafür mehr Personal für den Kreis

  1. Also, wenn ich das gewußt hätte, dass die Stadt Petershagen bei einer Senkung der Kreisumlage ganze 50.000 € direkt nach Friedewalde durchreicht – ja dann hätte ich natürlich …

    • Richtig. Eine neuartige und kreative Schlussfolgerung: Der Kreis senkt die Umlage und das Geld kommt dann 1:1 in die Dörfer der Gemeinden und Städte.

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