Niemals geht man so ganz

Einmal Geschäftsfrau, immer Geschäftsfrau: Elke Buddenbohm steht im vielleicht kleinsten Laden Deutschlands vor dem Schrank mit den “hochprozentigen” Geschenken. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Zum Ende des Jahres 2017 hatte Elke Buddenbohm ihr Geschäft “Dies & Das” geschlossen – jetzt macht sie es wieder auf. “Aber nur ganz klein”, sagt die 67-Jährige. “Ich kann es einfach nicht lassen. Es ist mein Ding.” Sozusagen im Flur ihres Privathauses an der Kleiriehe 19 (gegenüber der Grundschule) steht ein alter Schrank mit “hochprozentigen” Geschenken. “Viele meiner Kunden hatten mich bei der Schließung gefragt, wo sie nun ihren Schluck herbekommen sollen? Ich habe lange überlegt und mich entschieden, diesen Bereich von zu Hause aus weiterzuführen. Wenn es läuft, dann ist es gut. Und wenn nicht, dann höre ich damit eben wieder auf. Ich gehe ja kein Risiko ein”, sagt Elke Buddenbohm. Sogar ihr altes Firmen-Werbeschild “Dies & das” hat sie am Zaun befestigt.

Tolle Idee: Elke Buddenbohm hat das alte Firmen-Werbeschild am Zaun befesetigt.

Wohl einer der kleinsten Läden Deutschlands
Für Kenner sei es wichtig zu wissen, dass sie die Sorten “Alten Laux Marille” und “Alten Laux Willi” im Anstich habe. Aber auch klare Brände und Weine. “Die Brände werden in mitgebrachten Flaschen, oder die bei mir gekauften, abgefüllt. Selbstverständlich werden sie auch als Geschenk verpackt”, verspricht Elke Buddenbohm. “Weiterhin werde ich auch Ha-Ra-Produkte verkaufen.” Passend zum vielleicht kleinsten Laden Deutschlands sind auch die putzigen Öffnungszeiten: Mittwoch 15 Uhr bis um 17 Uhr und Freitag von 10 Uhr bis um 12 Uhr. Schließlich ist Elke Buddenbohm ja im Ruhestand.

Kernmarken: Alter Laux Willi (links) und rechts daneben Alter Laux Marille.

Ein Herz für Dörfer

Sie liebt den ländlichen Raum: Dr. Pia Steffenhagen-Koch, neue Regionalmanagerin für den Mühlenkreis Minden-Lübbecke. Foto: Jürgen Krüger

Minden. Geld genug ist da – aber: Dorfgemeinschaften sind heutzutage nicht mehr in der Lage, aus eigener Kraft an Fördermittel zu kommen. “Das ist ein sehr komplexes System”, sagt Pia Steffenhagen-Koch. Die promovierte Umweltwissenschaftlerin muss es wissen, denn sie ist unter anderem dafür angestellt worden, Fördergelder in den Kreis Minden-Lübbecke zu holen. Seit dem 1. März 2017 arbeitet sie für das Bündnis Ländlicher Raum als Regionalmanagerin. “Meine Aufgabe ist es, die Entwicklungsziele im  Mühlenkreis zu erreichen”, sagt die 37-Jährige. Und dazu gehört unter anderem das Projekt “Mühlenkreis 2.0”, bei dem Friedewalde eines von elf Modelldörfern ist.

Für jedes der elf Modelldörfer sind für drei Jahre 17.500 Euro kalkuliert
Das Land NRW hat dem Bündnis ländlicher Raum für die Jahr 2017 bis 2022 insgesamt 1,55 Millionen Euro für die Umsetzung seiner „Lokalen Entwicklungsstrategie“ zugesichert. Für die Stelle der Regionalmanagerin sind in den fünf Jahren 300.000 Euro vorgesehen. Die Fördersumme von 1,55 Millionen Euro stammt aus dem Programm “Vital.NRW” und ist sozusagen ein Ausgleich für die gescheiterte Bewerbung des Kreises Minden-Lübbecke für eine EU-Förderung durch das Leader-Programm vor drei Jahren. Dort enthalten war das Projekt “Digitales Dorf”, wo Friedewaldes Ortsbürgermeister Karl-Christian Ebenau Friedewalde bereits Modelldorf für die Stadt Petershagen ins Spiel gebracht hatte. Dieses Projekt wird nun fortgeführt unter dem Namen “Mühlenkreis 2.0”. Pia Steffenhagen-Koch ist gerade damit beschäftigt, den konkreten Förderantrag zu stellen. Für jedes der elf Modelldörfer geht es immerhin um 17.500 Euro für digitale Projekte.

Internetseiten nach Friedewalder Vorbild
Geplant sind unter anderem Einrichtung und Betrieb von Dorf-Internetseiten nach Friedewalder Vorbild durch einen bezahlten “Kümmerer” aus der Ortschaft. Kalkuliert sind 20 Stunden Aufwand im Monat, honoriert mit 15 Euro pro Stunde und das über die Projektdauer von drei Jahren. Es sind Schulungen für die Dorfreporter vorgesehen, aber auch Live-Übertragungen von Gottesdiensten zum Beispiel oder die Einrichtung digitaler Marktplätze, Nutzung von Lieferdiensten oder auch die Einrichtung digitaler Friedhöfe für Mensch und Haustier sowie Aufbau von Telemedizin. “Über die konkreten Inhalte müssen wir noch sprechen”, sagt Pia Steffenhagen-Koch. Je nach Förderprogramm und Förderquote müssen die Modelldörfer allerdings einen Eigenanteil von bis zu 6.000 Euro finanzieren. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, ist sicherlich auch ein Thema für die Ortsbürgermeister. Eine sogenannte Projektskizze, ein grober Entwurf des Antrages, liegen beim Bundesprogramm Land.digital (Förderquote 80 Prozent) und beim Landesprogramm Vital.NRW vor (Förderquote 65 Prozent). “Wenn wir bis Ostern nichts von Land.digital hören, werden wir den Antrag bei Vital.NRW stellen”, sagt Pia Steffenhagen-Koch, die davon ausgeht, dass im Sommer das Projekt “Mühlenkreis 2.0” starten kann.

“Mein Ziel war es, wieder zurückzukommen”
Der Weg, um an Fördermittel zu kommen, ist mühsam. Pia Steffenhagen-Koch geht ihn aber gerne. “Ich habe mich immer schon mit dem ländlichen Raum, das Ehrenamt und der Umwelt beschäftigt”, sagt sie. In Minden geboren, studiert sie in Vechta Umweltwissenschaften, pendelt aber hin und her. Im Jahr 2010 promoviert sie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg über das Thema “Regionalsponsoring in Umwelt- und Naturschutz”. Danach geht es für ein paar Jahre an die Universität Hannover in Forschung und Lehre. “Mein Ziel war es, wieder zurückzukommen”, sagt die Wissenschaftlerin und Mutter einer dreijährigen Tochter. Sie bewirbt sich sofort auf die vom Bündnis ländlicher Raum ausgeschriebene Stelle der Regionalmanagerin und fühlt sich in ihrem neuen Job pudelwohl.

Die elf Modelldörfer
– Eickhorst für die Gemeinde Hille
– Oberbauerschaft für die Gemeinde Hüllhorst
– Niedermehnen und Westrup für die Gemeinde Stemwede
– Fiestel und Vehlage für die Stadt Espelkamp
– Friedewalde und Ilvese für die Stadt Petershagen
– Hedem für die Stadt Pr. Oldendorf
– Nammen für die Stadt Porta Westfalica
– Wehe für die Stadt Rahden

Zum Download
Präsentation Mühlenkreis 2.0 im November 2017

Regional-Forum am Montag, 26. Februar (17 Uhr bis 19 Uhr) in Gestringen

Ina Lau freut sich auf ihre Gäste

Sie fühlen sich wohl im neuen Salon: Friseurmeisterin Ina Lau (vorne), Auszubildende Indira-Marie Spiegel (von links) sowie die Friseurinnen Jana Borcherding und Anja Moksiek. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Nach rund acht Monaten Bauzeit hat Ina Lau ihr neues Domizil bezogen. Die Friseurmeisterin ist mit ihrem Salon “Haar’genau” von der Rudolf-Hergt-Straße an die Friedewalder Straße umgezogen. “Das soll gefeiert werden”, sagt die 40-Jährige und lädt die Friedewalderinnen und Friedewalder zur Neueröffnung am Sonntag, 18. Februar, ein. Von 11 Uhr bis um 18 Uhr sind die Türen für alle geöffnet. Ina Lau und ihr Team freuen sich auf möglichst viele Gäste. “Wir haben Snacks, Sekt sowie Kaffee und Kuchen vorbereitet”, wirbt Ina Lau.

Acht Bedienplätze, drei Rückwärtswaschbecken
Die Räume sind hell und freundlich eingerichtet. Acht Bedienplätze stehen auf 125 Quadratmetern zur Verfügung, zusätzlich ein Waschbecken und drei sogenannte “Rückwärtswaschbecken”. Dort dürfen sich die Kunden liegend entspannen, während die Friseurinnen die Haare waschen. Zum Team von Friseurmeisterin Ina Lau gehören noch die Friseurinnen Jana Borcherding, Anja Moksiek, Ulrike Hoffmann und Anna Brand sowie Auszubildende Indira-Maria Spiegel.

Fußpflegerin Irina Loos.

Irina Loos bietet kosmetische Fußpflege an
Ins neue Gebäude ist zudem Irina Loos eingezogen. Die 38-jährige Friedewalderin hat ein Zimmer gemietet und bietet dort kosmetische Fußpflege an. “Mobil bin ich schon seit mehreren Jahren unterwegs. Das ist jetzt mein erstes stationäres Behandlungsangebot”, sagt sie. Irina Loos lebt mit ihrer Familie, zu der Ehemann Alex und die Söhne Jan (16), Oliver (14) und Robin (12) gehören, seit acht Jahren in Friedewalde. Die Öffnungszeiten sind Dienstag und Donnerstag von 9 Uhr bis um 18 Uhr, ihre Telefonnummer lautet (0 57 04) 37 30 02. Mobile Fußpflege auf Anfrage.

 

 

Salon Haar’genau
Ina Lau

Friedewalder Straße 32a
32469 Petershagen

Telefon (0 57 04) 95 80 68
www.salon-haar-genau.com

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 Uhr bis um 19 Uhr
Mittwoch von 9 UHr bis um 20 Uhr
Samstag von 8 Uhr bis um 14 Uhr

 

Friseur Team Schmidt braucht Verstärkung

Friedewalde. Vor einigen Jahren hat Nicole Ruhe das Friseurgeschäft ihres ehemaligen Chefs Heinz Schmidt übernommen. Mit Erfolg, denn das Friseur Team Schmidt, Partner unserer Website, floriert und braucht neue Mitarbeiter/-innen. “Sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit”, wie Nicole Ruhe sagt. Flexible Arbeitszeiten, übertarifliche Entlohnung sowie Arbeiten in einem top-motivierten Team zeichnen die Jobs aus. Für weitere Informationen steht Nicole Ruhe unter Telefon (0 57 04) 1 63 74 bereit.

Friseur-Team Schmidt
Nicole Ruhe
Friedewalder Straße 20
32469 Petershagen

Telefon (0 57 04) 1 63 74

Email: info@friseur-team-schmidt.de
www.friseur-team-schmidt.de

Die Kneipe bleibt zu

Steht seit vielen Jahren leer: Der Friedewalder Hof an der Förthofstraße. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Viele Friedewalder hatten sich darauf gefreut, dass Kerstin Langenkämper den Friedewalder Hof wiedereröffnen wollte. Doch dann verschob sich der geplante Eröffnungstermin auf unbestimmte Zeit. Jetzt zogen Kirsten Langenkämper und Eigentümer Udo Paul die Reißleine und hoben den Pachtvertrag im gegenseitigen Einvernehmen auf. Es gibt wohl größere Probleme mit den Wasserleitungen. “Eine Zwischendecke musste raus, und der Wasserdruck stimmte nicht. Die Stadt Petershagen hat neue Leitungen verlegt, aber es gibt noch ein Leck, dass wir noch nicht gefunden haben. Der Aufwand ist doch größer als erwartet”, sagt Udo Paul. “Vielleicht waren wir mit der geplanten Eröffnung auch zu voreilig.” Nach wie vor bietet das Mindener Immobilien-Fachbüro Schugt, dessen Inhaber Udo Paul ist, den Friedewalder Hof zum Kauf oder zur Pacht an. Informationen unter Telefon (05 71) 219 73

Partner gesucht

Da hängt er: Der Briefkasten an der Wand des Hauses von Sabine Stehr. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Seit der Schließung von “Dies&Das-Geschenke” Ende des Jahres 2017 gibt es in Friedewalde keine Poststelle mehr. Wer Briefmarken kaufen möchte oder Pakete versenden, der muss entweder nach Minden, Hille, Petershagen oder noch weiter fahren. Wenigstens einen Briefkasten hat die Deutsche Post an der Hauswand des ehemaligen Geschäftes von Elke Buddenbohm hängen lassen. “Das gehört zu unserem gesetzlichen Auftrag”, wie Rainer Ernzer von der Pressestelle Mitte sagt. Das Unternehmen hatte bei Eigentümerin Sabine Stehr angefragt, die zustimmte. Geld gibt es dafür nicht. “Das habe ich für das Dorf getan”, sagt Sabine Stehr. In Wegholm am alten Bahnhof hängt übrigens auch noch ein Briefkasten.

Die Deutsche Post will gar nicht weg
Die Deutsche Post hat sich aber nicht aus Friedewalde zurückgezogen, weil dort nichts los ist, sondern weil es keinen Nachfolger für Elke Buddenbohm gegeben hat. “Grundsätzlich sind wir daran interessiert, so nah wie möglich am Kunden zu sein”, sagt Ernzer. Der Kölner zählt als mögliche Kooperationsformen eine Filiale, einen Paketshop oder einen Verkaufspunkt auf. Wer Interesse hat, könne sich im Partnerportal der Deutschen Post (www.deutschepost.de/partner-werden) informieren und seine Kontaktdaten angeben. “Wir setzen uns dann mit dem Interessenten in Verbindung und besprechen mit ihm die Möglichkeiten”, so der Post-Pressesprecher.

Geschäftsfräume zu vermieten
Es ist durchaus möglich, dass es auch bald wieder ein neues Geschäft im Gebäude von Sabine Stehr gibt. Sie möchte die Räumlichkeiten vermieten, und es habe durchaus schon Interesse gegeben. “Noch aber ist nichts entschieden”, sagt die 54-jährige Friedewalderin. Wer sich für die Geschäftsräume an der Kleiriehe 2 in Friedewalde interessiert, sollte sich mit Sabine Stehr in Verbindung setzen. Ihre Handynummer lautet (0151) 54 68 64 38

Senza Nome singt in der Kirche

Die vier hinter Senza Nome: Peter Krudup von Behren (v. l.), Ingrid Stein, Tanja Biermann und Susanne Mewes. Begleitet werden sie am Flügel von Tatiana Schuster (nicht auf dem Foto).

Friedewalde. Melodien zwischen Himmel und Erde – so lautet das Motto des Kirchenkonzertes am Sonntag, 18. Februar, in der evangelischen Kirche zu Friedewalde. Das Bielefelder Ensemble Senza Nome präsentiert ab 17 Uhr einen Hörgenuss der ganz besonderen Art. Die Künstler Susanne Mewes, Peter Krudup von Behren, Ingrid Stein, Tanja Biermann und Tatiana Schuster singen bekannte geistliche Werke aus verschiedenen Epochen. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei – am Ausgang bitten die Sängerinnen und Sänger jedoch um eine freiwillige Spende.

Zu Gast bei “Hier und heute”

Köln. Unsere Comedy-Clipreihe macht Friedewalde offensichtlich immer berühmter. Jetzt ist der Westdeutsche Rundfunk auf die Idee gekommen, einen Fernsehbeitrag über unser Dorf zu senden mit dem Titel “Bürger retten Friedewalde”. Am Freitag, 5. Januar 2018, bin ich im WDR-Studio Köln zu Gast in der Livesendung “Hier und heute”, um die Geschichte hinter den Clips zu erzählen: Rettung der Grundschule, Internetseite, Dorfreporter, Filmemacher. Da sich die Filmcrew in erster Linie mit dem Filmen an sich beschäftigen möchte, hatte Wolfgang Heiden mich als Ansprechpartner ins Spiel gebracht. Ich sagte schließlich zu, um die Möglichkeit zu nutzen, über unsere Probleme und wir damit umgehen zu berichten. Die Sendung “Hier und heute” beginnt zwar schon um 16.15 Uhr, unser Live-Beitrag “Meine Geschichte” ist aber erst um 17 Uhr geplant. Ich persönlich habe nun reichlich Lampenfieber, hoffe aber, dass sich dieser Zustand legt, sobald das Interview beginnt. Wenn dann noch möglichst viele Friedewalderinnen und Friedewalder die Daumen drücken, dann – toi, toi, toi.

Nachtrag, 6.Januar 2018: Mein erster Fernsehauftritt live war eine höchst spannende Angelegenheit. Herzlichen Dank an das gesamte WDR-Team für die super Betreuung.  Hier geht es direkt zum Beitrag “Bürger retten Friedewalde”.

Euer Jürgen Krüger

“So lange, wie ich kann”

Sie hilft gerne: Margret Christiani, hier im Garten ihres Hauses an der Kleiriehe.  Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. In der Küche ist es heimelig warm, im Ofen lodert das Feuer, der feine Holzgeruch erinnert irgendwie an früher. An einem Tisch steht Margret Christiani und macht das, was sie in diesem Jahr schon so oft gemacht hat: sie bereitet einen Frankfurter Kranz vor, eine ringförmige Buttercremetorte, auch wenn die 79-Jährige lieber von Kuchen redet. Dieser hier ist der letzte im Jahr 2017 und es ist ihr 54. Inge Berane wird ihn bekommen und über die Weihnachtsfeiertage ihrer Familie servieren. “Ganz lecker, das sagen mir meine Gäste immer wieder”, lobt die Todtenhausenerin.

Viele Torten spendet sie an Vereine und Gemeinschaften
Über ein nettes Wort freut sich Margret Christiani besonders, denn nicht alle Kuchen, die sie backt, sind private Bestellungen, viele davon spendet sie. Sportverein, Rassegeflügelzuchtverein, CVJM, Evangelische Kirchengemeinde, Frauenhilfe, Landfrauen – für nahezu jede Dorfgemeinschaft hat die Friedewalderin schon ehrenamtlich gebacken. Die Vereine verkaufen die Kuchenspende bei Veranstaltungen und können sich so ein paar Euro für ihre Vereinsarbeit dazu vedienen. Für Margret Christiani ist es eine Selbstverständlichkeit. “Wir haben es so gelernt, dass man sich gegenseitig hilft”, sagt sie. Im vergangenen Jahr 2016 hat sie 52 Frankfurter Kränze gebacken und stellt deshalb mit 54 Kuchen in diesem Jahr einen neuen Rekord auf – was ihr aber eher unwichtig erscheint. Wie lange sie das noch machen will? “So lange, wie ich kann”, lautet ihre Antwort.

Alles selbst gemacht
Die Frankfurter Kränze macht sie komplett selbst, und den Biskuit produziert sogar vor. Vier bis fünf Stück des Biskuits-Ringkuchens backt sie in der Regel auf einmal, friert sie ein, um dann darauf zuzugreifen, wenn Bestellungen eintrudeln. Dann schneidet sie den Kuchen dreimal horizontal durch und streicht auf die erste Schicht Marmelade. “Dazu kann man jede Sorte nehmen. Ich verwende gerne Apfel oder Aprikose”, sagt Margret Christiani, die selber aber auch gerne Erdbeermarmelade mag. Die anderen Schichten und die Außenseite bestreicht sie mit der Buttercreme. Zum Schluss kommt Krokant auf den Kuchen, den sie immer in der selben Pfanne erhitzt. “Die Pfanne wird auch nur dafür verwendet”, sagt sie. Aus Buttercreme und Marmelade bestehen auch die Verzierungen, die sie als krönenden Abschluss setzt. Auch wenn sie Frankfurter Kranz selbst gerne mag, so hat die Liebe zu ihrer Backspezialität auch Grenzen. “Wenn ich mal unterwegs bin, dann esse ich gerne ein anderes Stück Torte”, verrät Margret Christiani.

Hier das auf Plattdeutsch von Margret Christiani gesprochene Rezept.

Stöbern, schnuppern, staunen

Gemütlich: Beim Gang über den Friedewalder Weihnachtsmarkt gibt schöne Dinge zu entdecken. Foto: Sebastian Kanning

Friedewalde. Wenn am Samstag, 2. Dezember, um 12 Uhr der Friedewalder Weihnachtsmarkt seine Pforten öffnet, dann dürfen sich die Besucher auf 42 Stände freuen. Das teilt das Organisationsteam der Gruppe “Handwerk und Handel” des Heimatsverins um Brigitte Dreckmeier, Herbert Stehr, Wilhelm Borgmann und Matthias Schweitzer mit. Allerdings sollen die Stände in diesem Jahr mehr im Bereich der Kirche und des Gemeindehauses angesiedelt sein.

Gottesdienst mit Kindergarten
Um 14 Uhr ist ein kurzer Gottesdienst in der Kirche zu Friedewalde und Mitwirkung des Evangelischen Kindergartens geplant. Es folgt ein Rundgang über den Weihnachtsmarkt mit Ehrengästen und den Vereinsvorsitzenden. Die Organisatoren haben für eine kleine Bimmelbahn gesorgt, die bei den Jüngsten sicher gut ankommen wird, genauso wie Ponyreiten und Ballonfiguren. Viele regionale Angebote wie Reibekuchen, Honig, Pralinen, Dekorationen, Schmuck sowie Häkel-und Strickarbeiten stehen bereit. Auch kulinarisch hat der Friedewalder Weihnachtsmarkt natürlich reichlich zu bieten, zum Beispiel haben Mitglieder des Heimatvereins im Gemeindehaus eine Cafeteria vorbereitet. Der Posaunenchor unter der Leitung von Dietrich Trölenberg wird spielen, und am späten Nachmittag soll der Nikolaus vor Ort sein und die Kinder beschenken.

Eröffnung verschoben

Muss warten: Kirsten Langenkämper, die den Friedewalder Hof wiedereröffnen möchte. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Mit der geplanten Eröffnung des Friedewalder Hofes wird es in diesem Jahr nichts mehr. Das teilte Kirsten Langenkämper jetzt mit. “Bei der Renovierung der sanitären Anlagen sind den Eigentümern weitere Probleme aufgefallen, so dass sie sich für eine Teilsanierung entschieden haben. Und da sich nicht genau abschätzen lässt, wie lange das dauert, habe ich mich entschieden, die Eröffnung zu verschieben”, sagt die 57-Jährige. Einen neuen Eröffnungstermin gibt es noch nicht.

Neues Sportmedien-Projekt

Verschlusszeit, Blende, Tiefenschärfe: Diese jungen Sportmedien-Volontäre wenden in dieser Szene ihr gelerntes Wissen beim Freeway-Cup in der Lübbecker Kreissporthalle an. Foto: KSB Minden-Lübbecke

Minden (jg). Der Kreissportbund (KSB) Minden-Lübbecke wird sein landesweit einzigartiges Sportmedien-Projekt auch in diesem Jahr wieder starten. Schwerpunktmäßig richtet es sich an Schüler und Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe, die Interesse am Sport – aber eben auch an der Sportmedien-Welt haben. Erstmals werden beim aktuellen Projektdurchgang aber auch Sportmedien-Interessierte zugelassen, die nicht mehr die Schulbank drücken.

Zusammenarbeit mit Fachhochschule des Mittelstandes
Das Sportmedien-Projekt vermittelt den Teilnehmern das nötige Know-How rund um die redaktionellen Themen  wie digitale Sportfotographie, Texten, Layout und das Erstellen digitaler Medienkanäle (Blog).  Insgesamt dauert das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) organisiert wird,  zwei Jahre – übers  Jahr verteilt müssen die Teilnehmer ca.  acht verbindliche Schulungssamstage einplanen. Alles Weitere und Konkrete zum Projekt wird am Samstag, 7. Oktober 2017 anlässlich einer Infoveranstaltung im Gymnasium Rahden bekanntgegeben. Interessierte melden sich hierfür bitte beim Kreissportbund unter (05 71)/ 82 90 750 oder info@ksb-ml.de an.