Kinder trainieren für Mühlenlauf

Ganz schön flott: Lauftrainerin Claudia Heiden (Mitte) und Sportlehrein Kerstin Tober (hinten 2. v. l.) beim Kindertraining mit den Grundschülern, die hier von der Kleiriehe abbiegen auf die Zielgerade am Sportplatz an der Grundschule in Friedewalde. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Wenn der TuS Freya Friedewalde am Himmelfahrtstag (Donnerstag, 30. Mai 2019) seinen 9. Friedewalder Mühlenlauf ausrichtet, dann sind die meisten der Kinder darauf bestens vorbereitet. Rund 250 Kindergartenkinder und Grundschüler machten am Montag vor dem Mühlenlauf beim Training mit. Karin Tewes lief mit den Kindergartenkindern die 660 Meter lange Strecke um die Grundschule herum, Claudia Heiden (Mädchen) und Fynn Heiden (Jungen) führten die Grundschüler auf der 1,1 Kilometer langen Schülerstrecke an. Selbst die Startschüsse aus der originalen Pistole, abgegeben von Uwe Bergner, waren Teil des Szenarios.

Grundschule Kutenhausen meldet 113 Kinder

Online haben sich mittlerweile knapp 400 Läuferinnen und Läufer angemeldet, darunter 70 Kindergartenkinder (660 Meter Bambinilauf) und 210 Grundschüler (1,1 Kilometer Schülerlauf). Am Himmelfahrtstag starten zunächst die Bambinis um 10 Uhr. Der Lauf wird komplett abgeschlossen, ehe um 10.10 Uhr zunächst die Jungen starten und 30 Sekunden später die Mädchen beim Schülerlauf. Auch das war Inhalt des Trainings. “Wir trainieren schon seit Ende der Osterferien”, sagt Kerstin Tober. “Laufen steht im Lehrplan, und die Teilnahme am Mühlenlauf nehmen wir ernst.” Die Sportlehrerin der Grundschule Kutenhausen organisiert seit Beginn des Mühlenlaufes die Teilnahme ihrer Grundschüler. In diesem Jahr machen 113 Kutenhausener Grundschüler*innen mit. Sie stellen, wie jedes Jahr, die größte Gruppe. Zum Training reisten sie mit zwei Bussen an. Der Grundschulverbund Eldagsen-Friedewalde schickt als zweitgrößte Gruppe 71 Grundschüler*innen ins Rennen, gefolgt vom Evangelischen Kindergarten Friedewalde (31), dem Kindergarten Bollerwagen Stemmer (24) und der Grundschule Petershagen (18).

Der kleine Däumling

Mitten im Dorf: Die Kirche zu Friedewalde. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die evangelische Kirchengemeinde Friedewalde-Stemmer hat den Gemeindebrief für Juni, Juli und August 2019 online gestellt. In seinem Vorwort geht Pfarrer Thomas Salberg auf Pfingsten ein, wie der Heilige Geist zu den Jüngern Jesu Christi kommt und sie leitet – ähnlich wie der kleine Däumling im Märchen ein Pferd lenkt.

Platz für 500 Autos

Kurze Wege: Die neue Parkfläche liegt westlich von Sportplatz und Grundschule. Der Parkplatz bei Frost ist auch nicht weit entfernt. Foto/Montage: Jürgen Krüger

Friedewalde. Beim 9. Friedewalder Mühlenlauf am Donnerstag, 30. Mai 2019 (Christi Himmelfahrt), braucht sich niemand Sorgen um einen Parkplatz zu machen. Da die Copterpiloten (FPV-Festival) bereits die Wiese von Gert Westermann, auf der sonst geparkt wurde, in Beschlag nehmen, hat sich der TuS Freya Friedewalde bereits im August vergangenes Jahr um neue Parkfläche bemüht. Auch hier hilft Landwirt Gert Westermann, indem er auf einen, westlich am Sportplatz angrenzenden Acker im Herbst Gras sähte anstatt Mais. Das schafft Platz für weit mehr als 500 Autos.

Für den Verzicht auf den Maisanbau erhielt Gert Westermann eine Ausgleichszahlung von 400 Euro, finanziert jeweils zur Hälfte von Annette Berane (Autohaus Meier) und Uwe Hempen-Hermeier (JENZ). Außerdem darf kostenfrei der Parkplatz bei Frost benutzt werden. Somit entfallen Parkgebühren und der Aufwand, sie zu erheben. Der TuS Freya Friedewalde bedankt sich herzlich bei Gert Westermann, Annette Berane, Uwe Hempen-Hermeier, Peter Frost und Jens Lütkemann (Geschäftsführer Frost Maschinenbau) für die tolle Unterstützung.

Mühlenlauf an Himmelfahrt

Los geht’s: Der Start über 10 Kilometer beim 8. Friedewalder Mühlenlauf 2018 mit dem späteren Sieger Nicolai Riechers (Nummer 981). FOTO: MAXIMILIAN HARRE

Friedewalde. Der TuS Freya Fiedewalde richtet am Donnerstag, 30. Mai (Christi Himmelfahrt) seinen 9. Friedewalder Mühlenlauf aus. Es ist zugleich der 3. Lauf der Mühlenkreisserie. Im Angebot sind sechs Wettbewerbe. Hier die Startzeiten: 10 Uhr Bambinilauf (660 Meter), 10.10 Uhr Kinderlauf (1 km), 10.25 Uhr Mühlenlauf 2km, 10.50 Halbmarathon, 10.55 Uhr Mühlenlauf 10km, 11 Uhr Mühlenlauf 5km. Halbmarathon, 10km und 5km sind amtlich vermessen, so dass die Ergebnisse in den Bestenlisten des Deutschen Leichtathletikverbandes aufgenommen werden können. Die Siegerehrungen sind wie folgt geplant: 11.10 Uhr Kinderläufe, 12.30 Uhr Mühlenläufe, 13.30 Uhr Halbmarathon. Im vergangenen Jahr kamen 961 Läufer*innen ins Ziel, was die bisherige Rekordmarke darstellt. Der Veranstalter rechnet auch in diesem Jahr mir einer ähnlich hohen Beteiligung. Die Online-Anmeldung ist unter www.ttjnet.de bis Montagabend, 27. Mai, möglich, Nachmeldungen am Veranstaltungstag ab 9 Uhr. Programm Sportfest.

Training für Kinder

Für Kindergartenkinder und Grundschüler*innen hat der TuS Freya Friedewalde ein eigenes Kindertraining organisiert. Am Montag, 27. Mai, werden die beiden Lauftrainer Claudia Heiden und Uwe Bergner mit den jüngsten Teilnehmer*innen einmal die Originalstrecken laufen, damit die Kinder wissen, wo sie am Himmelfahrtstag lang laufen müssen. Start des Kindertrainings ist um 10 Uhr am Sportplatz an der Grundschule in Friedewalde. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Im vergangenen Jahr bereiteten sich so knapp 300 Kinder auf den Mühlenlauf vor.


Sieger 8. Friedewalder Mühlenlauf 2018

Halbmarathon
Männer: Jan Isendahl 1:19,46 Stunden
Frauen: Sandra Weise (ATSV Espelkamp) 1:44,09 Stunden
10 Kilometer
Männer: Nicolai Riechers (Bahr Modultechnik) 32:55 Minuten
Frauen: Silke Rösener (SV 1860 Minden) 41:05 Minuten
5 Kilometer
Männer: Emanuel Meier (SV 1860 Minden) 17:53 Minuten
Frauen: Lea Weike (SV Brackwede) 19:05 Minuten.
2 Kilometer
Männer: Kai Mußmann (ESV Eintracht Hameln) 8:39 Minuten
Frauen: Nike Schmidt (GSV Eldagsen-Friedewalde) 9:39 Minuten

Streckenrekorde

Halbmarathon
Männer: Jan Isendahl 1:19,46 Stunden (2018)
Frauen: Sandra Weise (ATSV Espelkamp) 1:44,09 Stunden (2018)
10 Kilometer

Männer: Nicolai Riechers (Bahr Modultechnik) 32:55 Minuten (2018)
Frauen: Silke Rösener (SV 1860 Minden) 41:05 Minuten (2018)
5 Kilometer

Männer: Philip Priebe (ESV Eintracht Hameln) 17:02 Minuten (2015)
Frauen: Lea Weike (SV Brackwede) 19:05 Minuten (2018)



Hier der Link zu allen Artikeln über den Friedewalder Mühlenlauf

Wunder Bar: Friedewalder Hof lebt

Betreiben die Wunder Bar: Sascha Kleine (von links), Sandra Pearce und Marcus Scheer. Foto: Detlef Müller

Friedewalde. Seit vielen Jahren steht der Friedewalder Hof still, doch nun tut sich was. Sascha Kleine (46), Marcus Scheer (46) und dessen Lebensgefährtin Sandra Pearce (51) nehmen am Dienstag, 30. April 2019, den Betrieb der Gaststätte samt Biergarten wieder auf und laden alle Friedewalder*innen zur Neueröffnung der “Wunder Bar”, so der neue Name, ein. Beginn ist um 18 Uhr. “Wir freuen uns sehr und sind reichlich aufgeregt”, sagt Marcus Scheer.

Durch Zufall entdeckt

Sascha Kleine ist Friedewalder bereits bekannt durch die Organisation des Psy-Vision-Festivals an der Wegholmer Mühle. Im vergangenen Jahr lernte er Marcus Scheer beim Weserdrachen-Cup in Minden kennen. Der gebürtige Koblenzer ist an der Mosel mit Gastronomie aufgewachsen, entschied sich dann aber für das Metallhandwerk (Schlosser und Schmied). Durch Zufall sind er und Freundin Sandra, die im Johannes-Wesling-Klinikum in Minden arbeitet, auf den leer stehenden Friedewalder Hof aufmerksam geworden. Ein paar Überlegungen weiter war die Idee geboren, sich hier niederzulassen. Momentan wohnt das Paar noch in Lahde, sobald die Wohnungen im Friedewalder Hof, beziehungsweise der Wunder Bar, bezugsfertig sind, wollen sie aber umziehen.

Detmolder Kirschbier vom Fass

Die drei, die die Wunder Bar als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) betreiben, arbeiten derzeit hart an der Eröffnung. Auch nachts brennt das Licht. “Wir möchten jetzt erst einmal starten und dann nach und nach unser Angebot ausbauen”, verrät Marcus Scheer. Als Getränke-Lieferanten hat das Trio Thorsten Schwarze aus Tonnenheide gewonnen. Im Anstich ist Detmolder Pilsener, wobei es auch Detmolder Kirschbier vom Fass geben soll. Das Weizenbier ist von Paulaner, Cola und Limo von Sinalco. Verschiedene Weine und die gängigen Sprituosen runden das Getränkeangebot ab. Auch vor Ort haben sie sich bereits umgehört und Bullenschluck sowie den Mühlenkorn für Schwatten bestellt.

Am Eröffnungstag wird gegrillt

“Wir bekommen ganz neue Zapfhähne und Leitungen”, verspricht Sascha Kleine, der gemeinsam mit Marcus Scheer sämtliche handwerkliche Arbeiten selbst ausführt. Eine vorläufige Konzession ist beantragt. In die Kegelbahn soll später ein kleines Atelier für Metall-Kunsthandwerk einziehen, und im Juli ist die Wiedereröffnung des Saals geplant. Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass zumindest in der Anfangsphase die Küche kalt bleibt. Marcus Scheer: “Die müssen wir technisch erst auf einen neueren Stand bringen.” Am Eröffnungstag (Dienstag, 30. April 2019) werde aber gegrillt. Als Öffnungszeiten danach sind in der Woche abends ab 18 Uhr, sowie ab 11 Uhr an Sonn- und Feiertagen geplant.

Handwerker: Sascha Kleine (links) und Marcus Scheer, hier ein paar Tage von der Eröffnung, machen alles selbst. Foto: Jürgen Krüger

Den Bauern stinkt’s – dem Boden auch!

Blühstreifen: Den wünscht sich gesetzlich verpflichtend Margarete Traue an den Ackerrändern.

Warmsen/Friedewalde. Zum Thema “Landwirte demonstrieren gegen schärfere Düngeordnung” erreichte uns ein Leserbrief von Margarete Traue aus Warmsen.

Weit mehr als 6.000 Landwirte demonstrierten in Münster gegen eine schärfere Düngeverordnung, die von der EU gefordert wird. Die Bauern befürchten durch neue Auflagen und Gesetze eine düstere Zukunft und ein weiteres Höfesterben.

Ernst der Lage nicht bewusst

Genau dieses wird auch ohne neue Dünge-Gesetze eintreten, denn mit dem Demo-Aufruf der Landwirtschafts-Lobby hat diese bewiesen, dass den Landwirten der Ernst der Lage gar nicht bewusst ist. Hier geht es nämlich nicht um etwas belangloses, hier geht es um die Grundsubstanz und das Fundament, gewissermaßen den Rohstoff, ohne den die Landwirte arbeitslos wären – den BODEN (inkl. GRUNDWASSER). Stellenweise verseucht mit Nitrat und Nitrit, überdüngt und verdichtet finden wir ihn vor, verursacht durch Pflanzenwachstum um jeden Preis. Gute Pflege und Sorgfalt sieht anders aus, oder?

Wer nicht am Ball bleibt ist raus

Dabei kann ich die Landwirte sogar verstehen, dass sie auf die Straße ziehen und demonstrieren, leider nur für das falsche Ziel. Wie wäre es denn mit Demos gegen Politik, preisdrückenden Handel und schlussendlich auch gegen uns Verbraucher? Denn wer hat die Landwirtschaft dorthin gebracht wo sie heute steht. Zum einen die politisch gesteuerten und völlig verfehlten Subventionen, die alles zum Ziel haben aber bestimmt keine naturschonende und nachhaltige Bewirtschaftung. Große Handelsketten knebeln die Landwirte mit Dumpingpreisen und ständig wechselnden Vereinbarungen, wer da nicht am Ball bleibt ist raus. Doch am schlimmsten sind wir Verbraucher selber. Wer im Discounter Gehacktes in der Plastikschale für unter zwei Euro erwirbt oder im Januar die Erdbeeren aus Spanien nachfragt löst Vorgänge aus, über die sich anscheinend nur die wenigsten von uns Gedanken machen. Wer viel Billig-Nahrung nachfragt, zwingt die Landwirte auch billig zu produzieren. Die Folgen sehen wir in Massentierhaltungen und Überdüngung und chemischer Keule für das schnelle Pflanzenwachstum. Das wiederum löst auch wieder viele Kettenreaktionen aus und mündet in einer kranken Umwelt. Genau an diesem Punkt stehen wir JETZT! Daher kann ich es nicht verstehen, dass Landwirte für Dinge demonstrieren, die das Grundproblem gar nicht berühren!

Trecker so groß wie Hochhäuser

Früher waren Landwirte gleichzeitig Naturschützer, sie wussten wie wichtig der Boden und eine intakte Natur für sie sind. Heute kann ich davon nicht viel erkennen, die Außenwirkung ist eine andere. Mit riesigen fahrbaren „Hochhäusern“ rasen sie über ihre Äcker um Zeit zu sparen. Nachts hell erleuchtet scheuchen sie jedes sich zur Ruhe gelegtes Tier in der Natur auf. Übergroße fahrbare „Gülle-Fabriken“ versperren und zerstören Gemeindestraßen, verteilen den gepriesenen organischen Dünger in großen Mengen und Windeseile auf Feldern und Wiesen und oft nicht einmal vom eigenen Hof, sondern durch LKW’s exportiert wer weiß woher. Diese fahren täglich durch die Republik und bringen die Gülle in Gegenden und auf Äcker, die noch nie so viel Güllemengen gesehen haben.

Über die Grenzen hinaus

Seit einigen Jahren scheint eine neue Methode in der Landwirtschaft aufzukommen: Verkürzung und Einsparung von Acker-Bearbeitungszeiten durch Glyphosat-Spritzbehandlung, das sogemannte „totspritzen“, aktuell gut sichtbar an den gelb-rot verfärbten Ackerflächen. Die chemische Keule tötet alles ab, Folgenschäden für uns Menschen sind noch immer nicht endgültig erforscht. Klar ist, dass diese Giftstoffe über die Pflanzen in die Nahrung gelangen und somit, meist unbewusst, von uns Menschen aufgenommen werden. Gerne wird vom Landwirt auch gründlich bis an und über die Feldgrenze hinaus gespritzt. Das gilt im Übrigen auch für das Pflügen der Äcker. Viele Landwirte halten sich nicht an Grenzen und pflügen bis zum Asphalt der anliegenden Straße. Das bedeutet das Aus für etliche Grünstreifen zwischen Acker und Straße. Alle Arbeiten müssen schneller, früher und öfter durchgeführt werden, der Profit zählt.

Spargelanbau mit Bodenheizung

Spargelbauern erweitern sie Saison mit Bodenheizung und einem Folienmeer, bewässern im Sommer rund um die Uhr. Lohnunternehmer rüsten ihre Maschinenflotten auf. Vielleicht wären diese auf Flächen in Polen und Russland gerechtfertigt, aber hier…? In unzähligen selbstdarstellerischen Videos stellen sie den Wahnsinn zur Schau. Highlights sind Filme mit festgefahrenen Maschinen und Schlammschlachten im Boden. Dabei sollten die Landwirte doch wissen, dass verdichteter Boden tot ist und keinen Ertrag mehr bringt. So etwas in Szene gesetzt zeigt den Sachverstand dieser Menschen. In Kürze beginnt die Grasernte, dann erledigen unzählige schnell fahrende Mäh-Maschinen ihre Arbeit und töten jedes Rehkitz und kleine Hasen. Diese sind ohne jegliche Chance. Ich sehe keine Landwirte, die diese Flächen vorher abgehen oder bestimmte Mähtechniken anwenden, die retten könnten. Welcher Landwirt betritt eigentlich noch seinen eigenen Boden oder die Wiese? Moderne Technik macht es möglich, Stichwort „autonomes Fahren“. Immer schneller und mehr, so hat es auf jeden Fall den Anschein, wenn ich durch die Landschaft fahre. Das ist doch völlig krank, oder? Ich vermisse die Landwirte, die freiwillig großzügige Blühstreifen um ihre Äcker anlegen, sich aktiv im Naturschutz einsetzen ohne Neid und Missgunst und aktive Argumente für eine bessere Landwirtschaft hervorbringen – warum macht das keiner oder nur wenige? Kontakt mit der Bevölkerung, Reden auf Augenhöhe, Austausch? – nein, das sieht anders aus.

Landwirtschaft gleicht Industrie

Die heutige Landwirtschaft gleicht einer riesigen Industrie, schaut man sich einzelne Höfe an, wird dieses bestätigt. Tausende von kleinen und damals gesunden und fachkompetenten Familien-Betrieben sind verschwunden. Dörfer wandeln sich und müssen mit vielerlei politisch geförderten und oft unsinnigen Strukturprogrammen am Leben erhalten werden. Was fehlt sind die vielfältig strukturierten und kleinen Bauernhöfe und die Menschen, die das mit Liebe leben. Das hätte übrigens auch positive Auswirkungen auf unsere Kinder, denn wir könnten uns die ganzen oft unnötig und aufwendig künstlich gestellten Bildungsprojekte sparen. Unsere Kinder könnten all das Wissen was sie für ihr Leben benötigen an der frischen Luft auf einem Bauernhof, in einem gesunden Dorf oder einer grünen Stadt aufsaugen. All das haben wir auch als Verbraucher zu verantworten!

Was können wir tun?

  1. Sofortige Abschaffung von Glyphosat und anderen Pestiziden, deren Wirkung auf Boden und Menschen noch nicht endgültig erforscht sind!
  2. Verbot v. Ackerflächenkäufen für landwirtschaftsfremde Organisationen (Spekulationsgeschäfte), Steuerung durch Behörde vgl. Kartellamt!
  3. Ökoausgleich durch Betriebe, wie z.B. Spargelbauern (Folie, Bodenheizung), konventionelle Gewächshausbetreiber (Flächenversiegelung), Betriebe, die den Boden einseitig anbauen (Mais).
    (Entwicklung einer Berechnungsformel mit Faktoren wie Pestizidverbrauch, Anzahl der Tiere, Fruchtfolge, etc.)
  4. Abschaffung von Billig-Lebensmitteln, faire Preise für gute Qualität!
  5. Gezielte Förderung von Bio-Landwirtschaft
  6. Gesetzliche Verpflichtung von Blühstreifen, mind. 3 Meter auf JEDER landwirtschaftlich genutzten Ackerfläche, Ausgleich durch Förderung.

Das Problem ist komplex und betrifft die gesamte Gesellschaft und viele weitere Bereiche. Änderungen werden weh tun, das ist klar. Doch jeder kann helfen. Das Ziel: Erhalt unserer Erde, der Schöpfung, der Natur mit all ihrer Flora und Fauna – und ganz besonders für unsere Kinder.
Hierfür müssen WIR ALLE etwas tun. JETZT…

Es kommt nichts an

Seit 2006 online: Die Dorf-Website von Friedewalde.

Kreis Minden-Lübbecke/Friedewalde. Dorfhandy – abgelehnt, weil der Verwaltungsangestellte Marvin Rösch vom Dezernat 5 (Städtebauförderung) der Bezirksregierung in Detmold nicht versteht, wofür wir es in Friedewalde brauchen. IKEK – ein Rohrkrepierer. Viele Bürger aus den 29 Ortschaften der Stadt Petershagen haben große Hoffnungen in das sogenannte “Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept” für Petershagen gesetzt und ehrenamtlich mitgearbeitet. Rund 40.000 Euro hat ein Planungsbüro dafür bekommen. Der öffentliche Versammlungsraum an der Turnhalle Friedewalde wird aber nicht gefördert. Lediglich das Schützenhaus in Ilse soll renoviert werden. So richtig scheint das Fördergeld in den Dörfern nicht anzukommen. Aber – warum ist das so? Das zeigt sehr deutlich und konkret das Beispiel Mühlenkreis 2.0, aus dem Friedewalde jetzt ausgestiegen ist.


Der Kreis Minden-Lübbecke deckt sich mit Personal ein

Dem Kreis Minden-Lübbecke wird manchmal unterstellt, er decke sich bei Förderprojekten gerne mit Personal ein. Im Fall des Förderprogramms “Vital.NRW“, aus dem das Projekt Mühlenkreis 2.0 finanziert wird, trifft die Vermutung wohl zu. Die Kreis-Tochter “Bündnis ländlicher Raum“, zuständig für die 1,55 Millionen Euro Fördergeld, die bis 2022 ausgegeben sein müssen, stellte als erstes eine neue Regionalmanagerin ein. Pia Steffenhagen-Koch, promovierte Umweltwissenschaftlerin, besetzt die Stelle für fünf Jahre (2017 bis 2022), was dem Kreis Minden-Lübbecke rund 300.000 Euro kostet (finanziert aus dem Fördertopf Vital.NRW).

Das Geld bekommen andere

Die neue Regionalmanagerin leitet auch das Projekt “Mühlenkreis 2.0”. Dabei geht es darum, wie sich die Digitalisierung für die Dörfer im Kreis Minden-Lübbecke nutzen lässt. Das sollte in elf Modelldörfern ausprobiert werden, darunter auch in Friedewalde. Dafür stehen für jedes der Dörfer in etwa 17.500 Euro zur Verfügung – allerdings nur auf dem Papier. “Nein”, lautete die Antwort von Pia Steffenhagen-Koch, ob auch tatsächlich Geld in die Dörfer fließe. Das Geld bekommen andere. Und wer das ist, stellte sich nach und nach heraus.

Bürger schreiben für Bürger funktioniert nicht

Der Vorschlag aus Friedewalde sah vor, die Dörfer zunächst mit WordPress-Internetseiten auszustatten, um als erstes die Dorfkommunikation zu digitalisieren. Die sogenannten “Kümmerer” sollten honoriert werden mit 15 Euro pro Stunde, weil uns die Erfahrung gezeigt hat, dass Aufbau und Pflege von Internetpräsentationen ehrenamtlich kaum zu stemmen sind. Das Konzept “Bürger schreiben für Bürger” hat noch nie funktioniert. Die Kümmerer der elf Dörfer, für Friedewalde sind das Ortsbürgermeister Karl-Christian Ebenau und ich (Jürgen Krüger), sollten WordPress-Schulungen erhalten und sich anschließend selbst organisieren, indem sie sich treffen, sich gegenseitig befruchten und dann ihrerseits Dorfreporter ausbilden. Die Kosten für Webhosting liegen bei rund 10 Euro pro Monat. Und mit Mittwald in Espelkamp haben wir einen der kompetentesten WordPress-Spezialisten Deutschlands vor Ort. So der Plan. Doch es kam anders.


Honorar für Kümmerer gestrichen

Als erstes strich die Bezirksregierung in Detmold den Kümmerern das Honorar. Im Gegenzug brauchten die Dörfer zwar keinen Eigenanteil von rund 3.500 Euro mehr zu bezahlen (die Förderquote bei Vital.NRW wurde von ursprünglich 65 Prozent auf 80 Prozent erhöht). Allerdings hatten die Kümmerer jetzt dafür zu sorgen, ehrenamtliche Arbeitsstunden nachzuweisen. “Als vorteilhaft” bezeichnete Rainer Riemenschneider, angestellter Geschäftsführer des gemeinnützigen Trägervereins Bündnis ländlicher Raum (Vorsitzender ist Landrat Ralf Niermann), die Vorgehensweise bei der Auftaktveranstaltung am 20. Juni 2018 in Espelkamp. Die Frage ist nur, vorteilhaft für wen? Für den Kümmerer sicherlich nicht. Er bekommt jetzt nämlich nicht nur kein Geld, er muss auch noch mit seiner Unterschrift für eine entsprechend hohe ehrenamtliche Arbeitszeit bürgen. Da Friedewalde schon eine funktionierende Website mit einem durch Sponsoren bezahlten Kümmerer hat, kamen aber nur ein paar ehrenamtliche Stunden zusammen. Karl-Christian Ebenau und ich waren nicht bereit, ehrenamtliche Stunden zu “konstruieren”. Vorteilhaft ist die Regelung allerdings sowohl für die Bezirksregierung als auch für das Bündnis ländlicher Raum. Erstens entledigen sie sich einer möglichen arbeitsrechtlichen Verantwortung, auf der anderen Seite brauchen sie nicht hinter dem Eigenanteil der Dörfer herzulaufen. “Mit bezahlten Kümmerern hätten wird das Projekt nicht bewilligt bekommen”, rechtfertigt Pia Steffenhagen-Koch die Entscheidung und schiebt damit den schwarzen Peter der Bezirksregierung Detmold zu.

“Wir müssen doch die Bedarfe feststellen”

Ebenfalls bei der Auftaktveranstaltung präsentierte uns die Projektleiterin einen Fahrplan, der als ersten Schritt eine Umfrage in den Modelldörfern vorsah – zum Entsetzen der Friedewalder. Eine Umfrage machte zum diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Sinn. Wenn der leider schon verstorbene Steve Jobs (Apple) Mitte der 2000er Jahre erst eine Umfrage gemacht hätte, ob sich die Weltbevölkerung ein iPhone wünschte, dann hätten wir heute keine Smartphones, weil sich außer Steve Jobs niemand vorstellen konnte, was ein Smartphone ist. Digitale Projekte funktionieren anders: dort lässt man Schiffe zu Wasser und guckt, ob sie schwimmen. “Nein”, lautete abermals die Antwort von Pia Steffenhagen-Koch auf die Frage, ob wir unbedingt eine Umfrage brauchen? Gemacht haben wir sie trotzdem. Unterstützung bekam die Regionalmanagerin wiederum von Rainer Riemenschneider. “Wir müssen doch die Bedarfe feststellen”, flankierte er. Der Auftrag wurde freihändig vergeben an “planinvent“, einem nach eigenen Angaben “Büro für räumliche Planung”. Geschäftsführer Frank Bröckling wird sich sicher über die rund 16.500 Euro freuen, die er für die Durchführung der Umfrage bekommen hat.

Völlig überflüssige Umfrage

Im Grunde hätte es nur eine einzige Frage gegeben: Welche digitalen Dienste wünschen sie sich für ihr Dorf? Da aber eine Umfrage mit nur einer Frage in diesem Fall ziemlich albern gewesen wäre, blähte das Bündnis ländlicher Raum den Fragenkatalog auf. “Wie bewertet ihr Haushalt das derzeitige äußere Erscheinungsbild Ihres Ortes?” oder “Wie oft kaufen Sie pro Woche ein?” sind solche Fragen. In Nammen kam heraus, dass eine funktionierende Nachbarschaft besonders wichtig für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfbewohner sei, was die Frage gewesen war. Ganz am Ende der Umfrage kamen dann auch digitale Themen vor: “Wie zufrieden sind Sie mit der verfügbaren Geschwindkeit?, heißt es etwa, und “Welche digitalen Anwendungen werden von Ihnen häufig benutzt?” Die Gretchenfrage “Welche digitalen Dienste wünschen sie sich für ihr Dorf?” war übrigens nicht mit dabei. Die Friedewalder Kümmerer lehnten es ab, ihre Bürgerinnen und Bürger mit dieser völlig überflüssigen Umfrage zu belästigen, lieferten aber stattdessen eine eigene Vorschlagsliste.

“Ich dachte, wir stecken die Köpfe zusammen”

“Ich dachte, wir stecken die Köpfe zusammen und reden darüber, was geht”, sagte Eva Rahe, Kümmerin in Hedem. Daraus wurde nichts, denn durch die Umfrage beschäftigten sich jetzt fast alle mit der Umfrage, nicht aber mit den Dorf-Websites. Wir mussten also abwarten, bis die Ergebnisse auf dem Tisch lagen. Das war am 5. November 2018 soweit. Die Umfrage brachte im Wesentlichen eine Gliederung von Dorf-Internetseiten zutage, die unter anderem die örtlichen Vereine, einen Veranstaltungskalender, eine Dorfchronik sowie aktuelle Meldungen beinhalten sollte. Dieses Ergebnis ist so lächerlich, dass Friedewalde an dieser Stelle schon aus dem Projekt aussteigen wollte. Mittlerweile hatte sich die leicht überfordert wirkende Pia Steffenhagen-Koch mit Heike Dühring verstärkt. Außerdem war deren Chef Rainer Riemenschneider jetzt regelmäßiger bei den Treffen mit dabei. Das Projekt “Mühlenkreis 2.0” wurde nun von drei Leuten geleitet, die offensichtlich nicht ganz so viel Ahnung von digitalen Projekten haben. Und es sollte noch schlimmer kommen.

Warnung vor einer App-Lösung

Es scheint rätselhaft zu sein, wie man aus dieser missratenen Umfrage einen Ausschreibungstext für eine sogenannte “Digitale Plattform” herleiten kann, wobei die Frage (wieder aus Friedewalde), was genau sich hinter dieser “Digitalen Plattform” verberge, unbeantwortet blieb. Marvin Waidmann, Ortsbürgermeister von Quetzen und Kümmerer, hatte früh davor gewarnt, eine Dorf-App progammieren zu lassen. “Eine App muss man herunterladen und auf dem Smartphone installieren. Das könnte dem ein oder anderen Dorfbewohner möglicherweise zu aufwändig sein. Außerdem gibt es dann einen geschlossenen Nutzerkreis”, so die Argumente des IT-Spezialisten, der selber für einen App-Entwickler arbeitet und seine geschätzte Fachkompetzenz gerne zur Verfügung stellte. Quetzen hatte sich übrigens auch nicht an der Umfrage beteiligt. Quasi wie aus dem Nichts gab es dann plötzlich einen Ausschreibungstext. Nach eigenen Angaben angefertigt von Pia Steffenhagen-Koch, allerdings mit aus Lemgo und Höxter übernommenen Textpassagen. Die Kreise Lemgo und Höxter sind bezüglich der Digitalisierung ihrer Dörfer etwas weiter als Minden-Lübbecke und verfügen über Erfahrungen mit dem Fraunhofer Institut. Vertreter aus Lemgo und Höxter sowie vom Fraunhofer-Institut waren auch bei der Auftaktveranstaltung am 20. Juni 2018 in Espelkamp als Vortragende eingeladen.

Mehr als 50.000 Euro für Digitale Plattform

Von den zehn angeschriebenen Unternehmen (freihändige Vergabe) machten fünf bei der Ausschreibung mit, drei kamen in die engere Wahl. Den Zuschlag erhielt das Fraunhofer Institut. Für mehr als 50.000 Euro sollte die gemeinnützige Instution eine Digitale Plattform progammieren. Am 18. März 2019 stellte das Fraunhofer Institut dann seine Ideen vor. Die “Digitale Plattform” entpuppte sich lediglich als Steuerungs-Software für WordPress-Seiten, aufgehübscht mir ein paar selbst programmierten Plugins. Im Köcher hatten Steffen Hess und Annika Meier aus Kaiserslautern aber noch eine an die WordPress-Seiten angedockte Dorf-App, obwohl wir gar keine Dorf-App wollten. Das Angebot enthält WordPress-Schulungen für die Kümmerer sowie eine Infokampagne. Auf die Dörfer würden nach Ende des Projektes Kosten in Höhe von jährlich 400 Euro zukommen, zuzüglich die Kosten für die Domainregistrierung – mehr als dreimal so viel wie eine von einem professionellen Anbieter gehostete WordPress-Installation. Die Kümmerer sollten sich nun ihre Domains besorgen. Nach der technischen Installation und Integration der Dorf-Websites durch das Fraunhofer Institut und den Schulungen sollen die Kümmerer dann die digitalen Inhalte liefern (Texte, Fotos, Audios, Videos).

Friedewalde steigt aus

Digitale Inhalte zu produzieren, aufzubereiten und zu publizieren ist nicht ganz einfach und oft sehr aufwändig, insbesondere für Laien. Die Kümmerer stehen nun wieder am Anfang, haben immer noch keine Dorf-Websites und bezahlt werden sie für enormen Aufwand, der nun auf sie zukommt, auch nicht. Im Gegenteil – sie müssen nach dem Projektende auch noch jährlich 400 Euro auftreiben. Und redaktionelle Schulungen sieht das Angebot des Fraunhofer-Instituts gar nicht erst vor. An diesem Punkt waren sich Karl-Christian Ebenau und ich einig, das Projekt Mühlenkreis 2.0 zu verlassen.

Posaunenchor meets Mühlenlauf

Sagte spontan zu: Der Posaunenchor Friedewalde, hier mit Anneke Horstmann (von links), Doris Rathert-Horstmann, Heiko Rathert, Rahel Trölenberg, Dirk Christiani, Dietrich Trölenberg, Matthias Bröer und Alina Stelloh, exakt an dem Ort bei Dirk Christiani, an dem sie auch beim 9. Friedewalder Mühlenlauf spielen werden. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Das gute Verhältnis zwischen Sportverein und Posaunenchor führt zu einer wohl einmaligen Kooperation: Beim 9. Friedewalder Mühlenlauf wird der Posaunenchor an der Strecke ein kleines Konzert geben und gleichzeitig einen Verpflegungsstand betreiben. Ort des Geschehens ist der Hof von Dirk Christiani, Ecke Kleiriehe/In den Dannen.

“Da steht einer und spielt Trompete”

Die Idee dazu entstand im Jahr zuvor, als mehrere Läufer*innen im Ziel davon berichteten, dass “unterwegs einer mit der Trompete steht und Lieder spielt”. Das hätte ihnen gut gefallen. Eine kleine Recherche ergab, dass es sich dabei um Dirk Christiani handelte. Da der TuS Friedewalde aufgrund des Halbmarathons (21,1 Kilometer) einen vierten Verpflegungsstand für Getränke plante und der Standort dafür bei Dirk Christiani perfekt in die Streckenplanung passt, war die Idee geboren.

Zu Fuß vom Sportplatz zum Konzert

Beim 9. Friedewalder Mühlenlauf werden die Läufer*innen nun also vier Getränkesteände vorfinden: zwei am Sportplatz (einen für durchlaufende Sportler*innen, einen im Zielbereich), einen dritten Stand bei Käthe Müller Ecke Diekweg/Bohnhorster Straße und den vierten bei Dirk Christiani an der Kreuzung Kleiriehe/In den Dannen. “Wir werden wahrscheinlich nicht komplett sein, aber wir werden eine Truppe aufbieten, die ein ordentliches, kleines Konzert hinlegt”, verspricht Dirk Christiani. Für Zuschauer und Zuhörer dürfte sich der kleine Fußmarsch vom Sportplatz bis zum Konzertort mit Sicherheit lohnen.

Der Ort des Geschehens: Der Posaunenchor Friedewalde gibt hier am Hof von Dirk Christiani (Kreuzung Kleiriehe/In den Dannen) am Himmelfahrtstag ein kleines Konzert und betreibt einen Verpflegungsstand für Getränke. Bis zum Sportplatz ist es nur einen Kilometer weit. Foto: Jürgen Krüger

Eier aus dem Automaten

Da steht er: Der erste Eierautomat in Friedewalde bei Autohaus Meier. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde/Essern. Bei Autohaus Meier in Friedewalde steht neuerdings ein Eierautomat. Hingestellt hat ihn die BB Essern KG. Julia und Olaf Beke-Bramkamp betreiben in Diepenau-Essern einen Bauernhof mit 23.000 Hühnern, denen rund 10 Hektar Auslauf zur Verfügung stehen. Transparenz sei ihnen wichtig. Das Futter beziehen sie von ForFarmers. “Garantiert nicht gen-manipuliert”, verspricht Julia Beke-Bramkamp. Zehn Eier aus Freilandhaltung kosten zwei Euro, bezahlt wird am Automaten in Friedewalde ausschließlich bargeldlos. Zu kaufen gibt es die Freilandeier in Friedewalde allerdings schon länger – im Friseurgeschäft von Nicole Ruhe.

Kontaktlos bezahlen: Bargeld braucht man für den Eierkauf nicht.

“Ich war sofort begeistert”

Anette Berane, Geschäftsführerin von Autohaus Meier, sah eines Tages auf dem Gebrauchtwagenparkplatz einen Mann, von dem sie glaubte, er suche ein neues Auto. Doch weit gefehlt: Es war Horst Beke-Bramkamp, der Senior im Hause des Eierproduzenten aus Essern. Er war auf Standortsuche für einen Eierautomaten. “Ich war sofort begeistert”, sagt Anette Berane und fragt rhetorisch hinterher: “Wie oft fehlen Eier zum Kochen, Backen oder Braten – oftmals am Wochenende?” Das hat sich nun erledigt, denn der Eierautomat ist rund um die Uhr geöffnet. Und das Unternehmer-Ehepaar aus Diepenau fährt regelmäßig ihre Automaten ab, um sie mit frischer Ware zu bestücken.

Eierautomat bei Autohaus Meier

Aus der Not heraus geboren

Beke-Bramkamps Eierautomaten gibt es in der Region mehrere. Zum Beispiel bei BE-Reisen am Bierpohl in Minden, bei Elektro Schlötel in Minden oder Fleischerei Abraham-Rodenberg in Dankersen. Weitere Geräte sind in Porta Westaflica, Rahden, Diepenau und Pr. Ströhen aufgestellt. Der Grund, warum die Beke-Bramkamps überhaupt auf Automaten setzen, ist eigentlich ein trauriger. “Wir hatten es vermehrt mit Diebstahl zu tun”, sagt Julia Beke-Bramkamp. Beim Hofverkauf auf dem Land sei es üblich, dass sich die Kunden die Eier aus einer kleinen Verkaufshütte nehmen und das Geld in eine fest installierte Kasse legen. Dieses System basiert auf Vertrauen, dass der ein oder andere offenbar nicht so genau nahm. Aus dieser Not heraus ist ein erfolgreiches Geschäftsmodell geworden.

Ein Meister seines Faches

Ruhig, freundlich, kompetent: Malermeister Heinrich Olfert, der hier im Garten seines Hauses in Friedewalde an einem Tisch sitzt. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Heinrich Olfert lebt mit seiner Familie bereits seit knapp zehn Jahren in Friedewalde. Im Jahr 2014 macht sich der Malermeister selbstständig, worauf ein Werbeschild an seinem Carport hinweist. Man muss aber schon genau hinsehen, denn allzu groß ist das Schild nicht. “Die Leute, die aus der Volksbank kommen, können es lesen. Das reicht mir. Zu auffallend sollte es nun auch wieder nicht sein”, so der 37-Jährige, der die laute Bühne scheut. Wohl aber fände er es natürlich gut, wenn die Friedewalder wissen, dass es im Dorf einen Malermeister gibt.

Heinrich Olfert und seine Frau Lydia sind in Russland geboren, im südlichen Uralgebirge mehr als 4.000 Kilometer von Friedewalde entfernt . Obwohl ihre Dörfer nicht weit voneinander liegen, lernen sie sich erst in Deutschland kennen. Anfang der 1990er Jahr ziehen es ihre Familien als Spätaussiedler nach Porta Westfalica. Heinrich Olfert ist damals acht Jahre alt. Die deutsche Sprache lernt er schnell und verrät: “Wir haben in Russland Plattdeutsch gesprochen.”

Heinrich Olfert macht eine Ausbildung zum Maler beim Malerbetrieb Schubert in Porta Westfalica-Wülpke. Dann arbeitet er sechs Jahre lang bei Weber Kunststofftechnik in Minden. Mittlerweile sind seine Frau und er nach Kreuzkrug umgezogen. Heinrich Olfert kehrt dann beruflich wieder zu seinen Wurzeln zurück, bildet sich zum Malermeister weiter und macht sich in Friedewalde selbstständig. “Wir fühlen uns hier sehr wohl”, sagt er. Zum Familienglück gehören die beiden Söhne Arik (13) und Janes (11) sowie Tochter Anni (10).

Heinrich Olfert arbeitet gemeinsam mit dem fest angestellten Malergesellen Kai Utikal zusammen und bietet alle Arbeiten eines Malerfachbetriebes für Decke, Wand und Boden an. Dazu gehören auch verschiedene Gestaltungs- und Kreativtechniken, wie zum Beispiel Wickel- und Tupftechnik aber auch Sandsteinimitationen, metallische Oberflächen und Marmorierungen sowie Fassadensanierung und Wärmedämmverbundsysteme.

Gegenüber der Volksbank: Das Haus der Familie Olfert. Links am Carport ist kleine Werbeschild zu sehen. Foto: Jürgen Krüger

Malermeister Heinrich Olfert
Lavelsloher Straße 6
32469 Petershagen
Telefon (0 57 04) 958 90 79
Mobil (01 71) 471 94 07
Email: malermeister-olfert@t-online.de

Grünes Licht für Mühlenlauf

Nicht ganz ungefährlich: Risse und Schlaglöcher auf der Laufstrecke (Diekweg) zwischen Bohnhorster Weg und Kleiriehe. Fotos: Jürgen Krüger

Petershagen/Friedewalde. “Keine Panik”, sagt Kai Busche. “Der Mühlenlauf wird stattfinden.” Der Leiter der Bauverwaltung Petershagen zeigt sich hinsichtlich der geplanten Straßenbauarbeiten nicht nur entspannt, sondern auch bürgernah. Voraussichtlich in der 17. Kalenderwoche (22. bis 28. April) sollen die Arbeiten für zwei Straßenbauabschnitte anlaufen, die genau auf der Strecke des 9. Friedewalder Mühlenlaufes am Donnerstag, 30. Mai 2019 (Christi Himmelfahrt) liegen. “Wir hatten die Laufveranstaltung von anfang an auf dem Schirm”, so der 46-Jährige, der selbst den Halbmarathon in Friedewalde laufen wird. Der 9. Friedewalder Mühlenlauf ist zugleich der 3. Lauf der 29. Mühlenkreisserie. Im vergangenen Jahr machten knapp 1.000 Sportler*innen mit, darunter 361 Kinder. Der Mühlenlauf erhielt 2018 den bronzenen “Stern des Sports “.

Teilstück des Diekwegs in katastrophalem Zustand
Geplant ist ein neuer Asphalt auf dem Teilstück der Kleiriehe, direkt am Sportplatz, zwischen Kocks Diek und Rieheweg. Desweiteren soll das rund 800 Meter lange Teilstück des Diekweges zwischen Bohnhorster Straße und Kleiriehe mit einer sogenannten “wassergebundenen Decke” versehen werden. Das ist ein Schotterweg, der sich auch “sehr gut laufen lässt”, wie Kai Busche verspricht. Dieser Abschnitt des Mühlenlaufes befindet sich seit Jahren in einem katastrophalen Zustand. Es gibt unzählige Schlaglöcher. Claudia Heiden und Uwe Bergner vom Organisationsteam des Mühlenlaufes haben in den vergangenen Jahren die gröbsten Stellen farblich eingekreist, damit niemand aus Versehen dort hineintritt und sich verletzt.

Bauarbeiten dauern maximal anderthalb Wochen
An den Baumaßnahmen beteiligt seien drei Unternehmen: eines für die Fräsarbeiten, eines für die Asphaltdecke, eines für den Wegebau. Momentan gehe es darum, die Arbeiten der drei Firmen zu koordinieren. Dafür ist bei der Stadt Petershagen Robert Nöther zuständig. “Die Bauarbeiten dauern maximal anderthalb Wochen”, sagt der Bauhof-Mitarbeiter, wobei Kai Busche ergänzt: “Die wassergebundene Decke muss nach Fertigstellung ein paar Tage ruhen und braucht ein kräftiges Regenschauer, um sich zu setzen.” Sollte sich bei der Koordination der drei Baufirmen der Termin für den Baubeginn zu nah an den Himmelfahrtstag schieben, dann würde die Bauverwaltung den Start der Bauarbeiten auf Anfang Juni verlegen. “Selbst wenn es während der Bauarbeiten Komplikationen geben sollte, mit Ausnahme von höherer Gewalt, dann werden wir einen Weg für die Läuferinnen und Läufer finden”, so Kai Busche.

Zu Gast bei Freunden

Freundlich und sympathisch: Emma und Ulf Jetter, hier im Wintergarten ihres Cafés. Foto: Jürgen Krüger

Nordholz. “Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah”, heißt es in Goethes Vierzeiler “Erinnerung”. Damit gemeint ist durchaus auch die eigene Heimat, die genauso schön sein kann, wie ferne Länder. Mit dem Cafe Nordholz an der Biologischen Station Minden-Lübbecke haben wir ein Schätzchen in der Nähe, das seit drei Jahren das Ehepaar Emma und Ulf Jetter betreibt, die wiederum eine sehr außergewöhnliche Lebensgeschichte zu erzählen haben.

Sie ist Australierin, er aus Bad Essen
Beide lernen sich an einer Universität in Australien kennen und lieben. Sie stammt aus der Nähe von Brisbane, er ist Deutscher – genauer aus Bad Essen. In Australien wird 2012 auch Tochter Nahlia geboren, die zweisprachig aufwächst. Doch zwei Jahre später beschließt das Ehepaar, sich zu verändern. Sechs Monate lang reisen sie zunächst durch Australien und arbeiten bei Bio- und Selbstversorgerhöfen. Danach zieht es die Familie nach Deutschland, wo sie ein Jahr lang in der Lüneburger Heide auf einem Demeter Hof arbeiten. Das Projekt „Solidarische Landwirtschaft“ zieht sie dann nach Minden. „Wir haben Solawi Minden ja mit gegründet“, erklärt Ulf Jetter. Ihr Glück finden sie in einem ehemaligen Gutshaus, mitten im Naturschutzgebiet Nordholz.

Vegane und glutenfreie Torten
Emma und Ulf Jetter, beide 40 Jahre alt, wohnen dort nicht nur, sondern sind auch vom Kreis Minden-Lübbecke als Hausmeister angestellt. Nebenan befindet sich die Biologische Station. Seit drei Jahren betreiben sie zudem mit Hingabe und Erfolg das „Café im Nordholz“. Kuchen, Torten und Waffeln backt Ulf Jetter selbst. Mehr als 30 veschiedene Kreationen, darunter vegane und glutenfreie, hat das Ehepaar im Angebot. Beliebt ist zudem das reichhaltige Frühstücksbuffet. „Dazu gibt es eine malerische Aussicht und Natur pur“, sagt Emma Jetter, die auch Feiern und Grillpartys organisiert. Emma und Ulf Jetter achten auf Qualität und Nachhaltigkeit. „Wir bemühen uns darum, so gut wie möglich Zutaten in Bio-Qualität und aus der Region zu beziehen“, klären sie auf.

Alle zwei Jahre verwandelt sich das idyllische Gelände in einen fröhlichen, bunten Künstlermarkt mit allerlei Leckereien und Live-Musik. In diesem Jahr ist das Sonntag, 7. Juli 2019, von 11 Uhr bis um 18 Uhr.

Café im Nordholz
Emma & Ulf Jetter
Nordholz 5
32425 Minden
Telefon (0 57 04) 16 78 68
Email: info@cafe-nordholz.de
www.cafe-nordholz.de

Öffnungszeiten
Samstags 14 Uhr bis 18 Uhr
Sonntags 9.30 Uhr bis 18 Uhr (mit Frühstücksbuffet bis 12 Uhr)
Feiertage 11 Uhr bis 18 Uhr
Sommerpause 2019: Montag, 15. Juli, bis Dienstag, 30. Juli
Weitere Frühstücksbuffets, Gruppenreservierungen, Feiern und Veranstaltungen auf Anfrage.