Ina und Alexander Lau ziehen um

Dach runter, Klinker ab: Das neue Wohnhaus von Ina und Alexander Lau, an das noch ein Anbau kommt (dort, wo momentan die Container stehen). Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Eigentlich hatte Resi Hermeier aus Wegholm den Heimatverein im Auge, als sie den Bau eines kleinen Hauses an der Friedewalder Straße, gegenüber der Einmündnung Kleiriehe, in Auftrag gab. Doch nun hat das Gebäude eine neue Eigentümerin: Friseurmeisterin Ina Lau wird dort mit ihrer Familie einziehen. Momentan laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren, auch begünstigt durch das milde Wetter.

Anbau mit Doppelgarage geplant

“Es bot sich einfach an”, sagt Ina Lau. Nebenan betreibt sie ihr Friseurgeschäft, bei dem die Pflasterarbeiten für den 250 Quadratmeter großen Parkplatz gerade abgeschlossen sind. Die Fassade des neuen Hauses werde der des Geschäftes angepasst. Deshalb seien die Klinker entfernt. Außerdem haben  Bauarbeiter den Dachstuhl demontiert, da auf das bestehende Gebäude, das eine Grundfläche von 75 Quadratmetern hat, ein zweites Stockwerk für eine Einliegerwohnung soll. Das Erdgeschoss soll die neue Privatwohnung werden, allerdings werde das bestehende Gebäude noch durch einen einstöckigen Anbau (Richtung Norden) erweitert. Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, Diele und eine Doppelgarage sind dort geplant. “Am Ende werden wir rund 150 Quadratmeter Wohnfläche haben”, verrät Ina Lau. Einziehen möchte die 42-Jährige mit ihrer Familie im Sommer 2020. Im Idealfall wäre dann auch ihr momentanes Wohnhaus am Rudolf-Hergt-Weg 10 in Friedewalde verkauft. Wer daran Interesse hat, darf Ina Lau gerne unter Telefon (01 51) 21 24 68 77 kontaktieren.

Beendet: Die Pflasterarbeiten für den 250 Quadratmeter großen Parkplatz am Friseurgeschäft.

Die Zukunft sichern

Athletisch: Fiona Kneip von den C2-Mädchen des HSV Minden-Nord läuft hier im Spiel gegen Bielefeld/Jöllenbeck einen Tempogegenstoß. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde/Minden. Seit der Saison 2012/2013 betreibt der TuS Freya Friedewalde gemeinsam mit dem TV Stemmer und dem TuS Minderheide den Handball-Spielverbund Minden-Nord. Kinder- und Jugendarbeit ist das Herzstück des HSV Minden-Nord. Dabei sind Leistungs- und Breitensport kein Widerspruch, wenn man genügend Mannschaften hat. „Wir wollen dafür sorgen, dass jeder, der beim HSV Minden-Nord Handball spielen möchte, auch eine Mannschaft vorfindet“, beschreibt der HSV diese Symbiose. Um die Zukunft zu sichern, hat der HSV nun den Jugendpool 100×100 gegründet. Ziel ist es, 100 Unterstützer zu finden, die jährlich 100 Euro spenden.

Solide Finanzierung notwendig

In einem Flyer heißt es: Der HSV Minden-Nord ist der größte Handball-Spielverbund im Mühlenkreis Minden-Lübbecke und führend im Frauen- und Mädchenhandball, wobei sich die Höhe der Spielklassen aus der Jugendarbeit ergibt. Unsere Frauen- und Männermannschaften besetzen wir überwiegend mit Spieler*innen, die die eigene Jugend durchlaufen haben. Darauf sind wir stolz. Um das auch künftig zu gewährleisten, brauchen wir eine solide Finanzierung. Dafür haben wir den Jugendpool HSV 100×100 gegründet. 100 Personen, Gruppen oder Firmen spenden jedes Jahr 100 Euro, um die Zukunft des HSV Minden-Nord zu sichern. Das Geld wird ausschließlich für die Kinder- und Jugendarbeit verwendet. Danke für Ihre Unterstützung.

So geht’s

Überweisung an: TV Stemmer
IBAN: DE 304 90 601 27 021 10 182 00
Verwendungszweck: Jugendpool HSV 100×100, Name und Anschrift

Sie bekommen von uns automatisch eine Zuwendungsbestätigung im Sinne des EStG.

Wir haben eine Sponsorentafel. Falls Sie anonym bleiben möchten oder wir ein Pseudonym verwenden sollen, bitte ich Sie um kurze Mitteilung per Email an: vorstand@hsv-minden-nord.de

Ansprechpartner

Ulrich Brinkmann
Vorstand & Finanzen
Mobil (01 51) 11 35 62 52

Hacker legt Seiten lahm

Mit freundlichen Grüßen: So sah die Internetseite von Friedewalde aus, nachdem der Hacker dort Änderungen vorgenommen hatte. Screenshot: Marcel von Behren

Friedewalde. Kriminelle Hacker haben die Internetseite unseres Dorfes kurzfristig lahmgelegt. Aufgefallen war das Marcel von Behren und Ronja Brown, die von Australien aus unsere Website besuchte. Nach einer Stunde allerdings war der Spuk beendet. Die Werbeagentur Pointdigital, die den Server für die Friedewalder Website betreibt, hat den Angriff abgewehrt. Schlimmer trifft es den TuS Freya Friedewalde, dessen Internetauftritt die Werbeagentur aus Sicherheitsgründen löschte. Der Hacker hatte die Website des Friedewalder Sportvereins als Einfallstor benutzt, um auf den Server von Pointdigital zu gelangen. Dort war noch ein veraltetes Content-Management-System (CMS) installiert. Dasselbe Schicksal ereilte vor geraumer Zeit auch den Schalke-04-Fanclubs “Wir lassen die Sau raus”, dessen Vorsitzender der Friedewalder Holger Finke ist. Der Schalke Fanclub hat mittlerweile eine neue Website, die auf dem CMS WordPress basiert – genauso wie die Website von Friedewalde.

IP aus der Türkei

Der TuS Freya Friedewalde steht nun ebenfalls vor der Aufgabe, sich eine neue Website zu gestalten. Zum Glück hatte Pointdigital ein Backup der alten Website gespeichert. Nach Angaben der Werbeagentur soll sich der Rechner (IP-Adresse), von dem aus die Attacken gestartet wurden, in der Türkei nahe der syrischen Grenze befinden. Den Hacker tatsächlich ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen, ist nahezu unmöglich.

Schnelles Internet im Anflug

So sieht sie aus: Die Postkarte, die alle Haushalte bekommen sollen, bei denen ein Glasfaseranschluss möglich ist.

Friedewalde. Bislang hat nur ein Teil von Friedewalde flottes Internet. Bis zum 50 Mbit sollen es in der Siedlung rund um Förthof, Pastorenfeld und Süntkebrink sein. Alle anderen dümpeln mit deutlich weniger als 10 Mbit herum. Damit sollte bald Schluss sein. Zumindest wenn man den Aussagen von Internexio vertraut. Und – wenn man eine Postkarte von der Firma erhalten hat oder noch erhält. “Ab sofort können Sie ultraschnelles Internet über ein eigenes Glasfaserkabel bekommen”, heißt es dort. Der Hausanschluss soll einmalig 100 Euro kosten, Tarife ab 200 Mbit bietet Internexio für 40 Euro im Monat an, bei einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren. Weitere Dienste, wie Telefonie oder TV, sind darin allerdings nicht enthalten.

Informationsveranstaltung am 2. Dezember

Anträge für einen Glasfaseranschluss müssten bis Heiligabend, 24. Dezember 2019, gestellt sein. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg hat für Montag, 2. Dezember, eine Informationsveranstaltung geplant. Beginn im Gymnasium Petershagen ist um 19.30 Uhr. Momentan verlegt Internexio in Stemwede Glasfaserkabel, gleich danach soll Friedewalde an der Reihe sein. In Petershagen werde dann ein Büro eröffnet. Öffnungszeiten und Adresse würden noch bekannt gegeben. Telefonisch ist Internexio momentan unter der Rahdener Nummer (0 57 71) 85 698-0 erreichbar.

Die Angst bleibt

Würde sich gerne mit anderen Betroffenen vernetzen: Uschi Borgmann aus Friedewalde, die an Vaskulitis erkrankt ist, einer seltenen Form von Rheuma. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Es beginnt mit Kopfschmerzen. “Ich habe Rotlicht angewendet, weil ich dachte, ich hätte eine Erkältung”, sagt Ursula Borgmann rückblickend auf den Dezember 2018. Es ist aber keine Erkältung. Als sie auch noch Sehstörungen bekommt und “ohne Ende” abnimmt, geht sie am 6. Dezember 2018 zum Arzt. “Ein Donnerstag”, wie sie sagt, weil sie diesen Tag ganz sicher nicht mehr vergessen wird. Nach der Blutabnahme geht alles ganz schnell. Es folgt die Einweisung in die Notaufnahme. Neurologen stellen nach umfassenden Untersuchungen fest,  dass Uschi Borgmann mehrere kleine Schlaganfälle erlitten hat. Als Ursache diagnostizieren die Mediziner eine seltene, rheumatische Krankheit: Vaskulitis.

“Mein Immunsystem kämpft gegen sich selbst”

“Von den vier Tagen Intensivstation weiß ich nicht mehr viel”, sagt Uschi Borgmann. Doch sie erholt sich langsam. “Zuerst konnte ich kaum gehen, hatte große Schmerzen”, so die 69-Jährige, die drei Wochen im Krankenhaus bleiben muss. Zum Geburtstag ihres Ehemannes am 16. Dezember darf sie aber nach Hause. Wenige Tage danach folgt die Entlassung, so dass sie Weihnachten 2018 mit der Familie feiert. Für die Behandlung der rheumatischen Krankheit spritzt sie sich seitdem selbst einmal in der Woche das Medikament RoActemra. “Immer sonntags”, wie sie sagt. Der Wirkstoff Tocilizumab blockiert ein bestimmtes Protein, das für Entzündungen im Körper verantwortlich ist. Bei ihr sind es Gefäßentzündungen im Kopf. “Mein Immunsystem kämpft im Grunde gegen sicht selbst”, sagt Uschi Borgmann. Mittlerweile hat sie ihre Kankheit unter Kontrolle, auch wenn die Angst immer noch da ist, dass die Kopfschmerzen und Sehstörungen eines Tages zurückkehren. “Man erkennt die Symptome nicht sofort. Das macht es so kritisch, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall durch das Medikament gleich Null ist”, sagt Uschi Borgmann, die im Nachinein betrachtet noch großes Glück hatte. Wäre sie verspätet zum Arzt gegangen, dann hätte sie durchaus einen schweren Schlaganfall erleiden können.

Rheuma-Liga hat Büro in Minden

Gerne würde sie sich mit anderen Betroffenen vernetzen, doch bislang hat sie noch niemanden gefunden, der oder die ihr seltenes Schicksal teilt. Allerdings ist sie Mitglied bei der Deutschen Rheuma-Liga und erfährt von ihrer Kursleiterin für Aqua-Fitness, Sigrid Kersting, dass sich die Arbeitsgruppe Minden gerade im Wiederaufbau befindet. Uschi Borgmann beteiligt sich aktiv und freut sich nun, verkünden zu können, dass die Rheuma-Liga NRW ab dem 14. November 2019 an der Hufschmiede 15 in Minden ein kleines Büro betreibt. Die Öffnungszeiten sind überschaubar: Jeden 2. Donnerstag im Monat von 16.30 Uhr bis um 18.30 Uhr sowie jeden 4. Freitag von 10 Uhr bis um 12 Uhr. Allerdings darf man Uschi Borgmann auch gerne privat anrufen, um sich mit ihr über Vaskulitis oder die Rheuma-Liga auszutauschen. Hier ihre Telefonnummer: (0 57 04) 5 63.

Uschi Borgmann hat 40 Jahre lang als Erzieherin gearbeitet und befindet sich seit vier Jahren im Ruhestand. Beschäftigt war sie in zwei Kindergärten  der Arbeiterwohlfahrt: 16 Jahre lang in Neesen und 25 Jahre lang als Leiterin des AWO-Familienzentrums Rahdener Straße in Espelkamp. Sie ist seit 1978 mit Alfred Borgmann verheiratet. Das Ehepaar lebt in Friedewalde und hat zwei gemeinsame erwachsene Söhne Guntram (40) und Wolfram (39) sowie sieben Enkeltöchter.

“Hier hat jedes Kind noch ein Gesicht”

Glücklich mit ihrer Entscheidung: Schulleiterin Alexandra Mohrhoff, die hier auf einer Bank auf dem Schulhof der Grundschule Eldagsen sitzt. Foto: Jürgen Krüger

Eldagsen/Friedewalde. Sie scheint angekommen zu sein in ihrer neuen Rolle. Das merkt man sofort. Offen, fröhlich, warmherzig – so empfängt Alexandra Mohrhoff jeden Besucher. Nach rund einhundert Tagen als Schulleiterin des Grundschulverbundes (GSV) Eldagsen-Friedewalde weiß die 43-Jährige mittlerweile, wie der Hase läuft. “Es gibt viel zu organisieren, zu planen und zu verwalten. Aber vier Stunden in der Woche unterrichte ich noch selbst”, sagt Alexandra Mohrhoff. Zu Beginn des Schuljahres 2019/20 hatte sie die Leitung der beiden Standorte von Monika Krause übernommen.

Die Schule auf der grünen Wiese

Seitdem trägt die gebürtige Letelnerin die Verantwortung für den kompletten Schulbetrieb mit zwölf Lehrkräften, jeweils sechs an jedem Standort, wobei der Grundschulverbund einzigartig in Petershagen ist. Eldagsen ist eine evangelische Bekenntnisschule, Friedewalde zeichnet sich durch jahrgangsübergreifenden Unterricht aus. Doch nicht nur die Schulformen sind besonders, auch die Lage ist es. “Wir sagen immer, dass wir die Schulen auf der grünen Wiese sind”, beschreibt die Lehrerin für Deutsch, Sachkunde und evangelische Religion die geografischen Vorzüge beider Standorte – großzügig angelegt, weitab von Verkehr und anderem Trubel. Dass sie selbst kleine Dorfschulen liebt, sagt sie nicht nur. Sie lebt es auch. Ihr Referendariat hat sie Anfang der 2000er Jahre in Cuxhaven-Sahlenburg absolviert, ganz bewusst an einer kleinen Grundschule. Ihr erste Anstellung bekam sie an der Grundschule Hüllhorst-Tengern.

“Die Atmosphäre ist eine ganz andere”

Seit acht Jahren unterrichtet sie nun schon an der Grundschule Friedewalde. Sie lebt auch mit ihrer Familie im Dorf. “Ich kenne kleine Systeme, und ich mag es auch, eng mit Eltern und den Kindern zusammen zu arbeiten. Mir macht es auch nichts aus, in dem Dorf zu arbeiten, in dem ich wohne. Ich finde das sogar eher bereichernd”, sagt Alexandra Mohrhoff. “Kleine Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass jeder jeden kennt. Hier hat jedes Kind noch ein Gesicht. Die Atmosphäre ist eine ganz andere als an einer großen Schule. Man ist viel dichter dran, kann auf ganz kurzem Wege Dinge klären, und man ist total eingebunden in das ganze Dorfleben mit vielen Kontakten zu den Nachbarn, aber auch zu den Unternehmen vor Ort, was mir sehr wichtig ist. Man ist Teil von etwas Großem, gehört dazu und ist nicht anonym. Das finde ich total gut.”

Heute besuchen den GSV 176 Schüler*innen

Allerdings ist ihr auch klar, dass diese persönliche Transparenz besondere Lehrer*innen benötigt. Mitschwimmen im Mainstream ist an einer kleinen Schule nicht möglich. “Das muss man mögen. Aber es erleichtert auch viel, weil man ganz nah dran ist. Das möchte ich ganz deutlich sagen.” Kämpfen müsse man können, hatte ihre Vorgängerin im Amt, Monika Krause gesagt. Was das genau heißt, erlebte Alexandra Mohrhoff vor sechs Jahren, als die Grundschule Friedewalde geschlossen werden sollte und sie sich der Bürgerinitiative “kurz & gut” anschloss. “Das war natürlich eine negative Zeit, zumal unsere eigenen Kinder auch in Friedewalde zur Schule gehen sollten”, sagt sie rückblickend. Die Rettung gelang, auch dank der Haltung von Monika Krause, dem Widerstand aus der Bevölkerung und den Eltern, die ihre Kinder in Friedewalde trotz der bedrohlichen Lage und der Einführung eines neuen Lernsystems angemeldet haben. Mit Erfolg, wie  aktuelle Zahlen zeigen: Heute besuchen den Grundschulverbund 176 Schüler*innen (94 Eldagsen und 82 Friedewalde), der damit exakt die Größe wie die Grundschule Petershagen hat. Momentan laufen die Anmeldungen für das neue Schuljahr 2020/21. Ohne weitere Daten zu nennen, verrät Alexandra Mohrhoff: “Es läuft sehr gut. Die Schülerzahlen an beiden Standorten sind gesichert. Wir bekommen die Klassen so voll, wie wir sie gerne haben möchten – also auch nicht zu groß.” Sowohl Eldagsen als auch Friedewalde sind sogenannte “MINT-Schulen”. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Der Liebe wegen nach Friedewalde

Alexandra Mohrhoff ist in Leteln in die Speditionsfamilie Schierenberg hinein geboren. “Im Industriegebiet Ost”, scherzt sie. Ihre Grundschulzeit verbrachte sie an der örtlichen Dorfschule, die mittlerweile geschlossen ist. Dem Abitur am Ratsgymnasium Minden folgte das Studium in Vechta, samt Leben in einer Vierer-Studentinnen-WG “mit allem, was dazugehört”, wie sie lachend verrät. Vor 15 Jahren zog es die Pferdefreundin dann der Liebe wegen nach Friedewalde. Hier lebt sie seitdem mit Ehemann Cord Mohrhoff und den beiden gemeinnsamen Söhne Ole (10) und Till (8).

Die Kraft der alten Dörfer

Selbst im Dorf aufgewachsen: Prof. Dr. Ulrich Harteisen. Foto: Frank Stefan Kimmel

Bielefeld. Die Neue Westfälische hat im überregionalen Teil ihrer Ausgabe vom 7. November 2019 einen Bericht über die Zukunft der Dörfer veröffentlicht. NW-Mitarbeiterin Lieselotte Hasselhoff hat dazu mit Ulrich Harteisen gesprochen. Der Professor für Regionalmanagement und regionale Geografie an der Universität Göttingen teilt die teilweise düsteren Prognosen für den ländlichen Raum in Ostwestfalen-Lippe so nicht. Die Veröffentlichung des Beitrags an dieser Stelle erfolgt durch freundliche Genehmigung des stellvertretenden Chefredakteurs der Neuen Westfälischen, Carsten Heil.

Er ist in Paderborn geboren und in Altenbeken aufgewachsen. Das Landleben kennt Ulrich Harteisen seit seiner Kindheit. Inzwischen ist er Professor für Regionalmanagement und regionale Geografie in Göttingen. Am Zukunftszentrum Holzminden-Höxter ist er Sprecher der Forschungsgruppe Dorf. Im Gespräch mit der Neuen Westfälischen verrät er, wie er sich die Zukunft der Dörfer vorstellt.

Der ländliche Raum

„Wir sprechen nicht mehr von DEM ländlichen Raum, sondern wir verwenden den Plural: In OWL gibt es die wirtschaftsstarken ländlichen Räume, wie auf der Achse Gütersloh – Bielefeld – Herford.“ Es gibt aber auch das genaue Gegenteil: „Im Kreis Höxter haben wir einen ländlichen Raum, der sehr dünn besiedelt ist.“ In Zahlen: „Im Kreis Herford leben 557 Einwohner pro Quadratkilometer – im Kreis Höxter sind es 117.“

Sterben die Dörfer aus?

„Bezogen auf Ostwestfalen-Lippe würde ich das mit einem klaren Nein beantworten“, sagt Harteisen. „Die Dörfer verändern sich, aber sie verschwinden nicht von der Landkarte.“ Was sich ändert: „Viele Menschen leben im Dorf, arbeiten aber im städtischen Kontext.“ Andere ziehen ganz weg: „Wenn heute über 50 Prozent eines Jahrgangs Abitur machen, dann beginnen sie danach ein Studium oder eine Ausbildung und das findet in einer Stadt statt.“ Wer einmal in der Stadt lebt, hat wenig Gründe, in sein Dorf zurückzukehren. „Die jungen Menschen knüpfen soziale Kontakte, gründen Familien, finden vielleicht aus dem Studium heraus einen Arbeitsplatz.“ In der Folge fehlen auf dem Land Fachkräfte. „Wir haben in OWL diese starke Wirtschaftsachse Bielefeld – Gütersloh – Herford. Dort sind ja Industrieunternehmen, mittelständische Unternehmen, handwerkliche Betriebe.“ Was die Leute mehr interessiert als die Arbeit: „Ist eine Kita da, eine Grundschule, ein Nahversorger, Kulturangebote?“

Was ist mit den Alten?

„Einsamkeit im Alter ist nicht nur ein Dorf-Problem“, sagt Harteisen. „Das gibt es in Städten genauso.“ Er diagnostiziert eine generelle Veränderung sozialer Beziehungen: „Heute ist es normal, dass verschiedene Generationen einer Familie an unterschiedlichen Orten leben.“ Allerdings sind die Auswirkungen auf dem Dorf andere – zum Beispiel, wenn der Dorfladen zumacht oder der nächste Arzt 30 Kilometer entfernt ist. „Digitalisierung“ ist ein Stichwort, das Harteisen deshalb immer wieder aufgreift. „Wir müssen älteren Menschen Unterstützung anbieten sich in der digitalen Zeit zurechtzufinden“, sagt er. „Ich kenne schon viele Ältere die mit dem Tablet zurechtkommen, so Kontakt zu ihrer Familie pflegen und digital Einkäufe erledigen.“

Per Computer zum Arzt

„Digitalisierung“ ist auch ein Zauberwort, wenn es um den Kontakt zu Ärzten geht. „Ein gesundheitliches Problem muss nicht immer gleich vom Arzt behandelt werden“, sagt Harteisen. „Menschen, die dafür geschult sind, könnten Patientendaten aufnehmen und an einen Arzt übermitteln.“
„In meiner Jugend gab es in den Dörfern eine Gemeindeschwester“, erzählt Harteisen. Zwar konnte sie den Arzt nicht ersetzen, doch das sei auch nicht nötig: „Eine Art Gemeindeschwester könnte heute den Blutdruck messen, zu Hause bei der Pflege unterstützen und den Kontakt zum passenden Arzt herstellen.“ So könnte der Arzt dann auch aus der Ferne dem Patienten eine Diagnosen erstellen.

Selbst machen?

„In den Dörfern spielt das Ehrenamt eine große Rolle“, sagt Harteisen. „Das war immer so.“ Schlecht sei, wenn Ehrenamtler zu Lückenbüßern würden, wo eigentlich Fachkräfte gefragt sind. „Daseinsfürsorge, Bildung, medizinische Versorgung – das können keine Ehrenamtler leisten.“ Umso wichtiger sind sie aber für die Nahversorgung und das Gemeinschaftsleben: „Dorfläden zum Beispiel sind oft genossenschaftlich organisiert.“ Doch auch dort ist die Politik gefragt. „Sie kann finanziell unterstützen und beratend.“

Mehr als nur Tradition

Harteisen zitiert aus einem Forschungsbericht: „In den Städten ballen sich Kreativität und Kultur, hier findet sich die moderne Wissensgesellschaft, hier entstehen aus der kritischen Masse von klugen Köpfen und Ideen neue Unternehmen und die Jobs der 
Zukunft.“ Er warnt jedoch vor falschen Schlüssen: Diese Dinge gebe es nämlich auch 
auf dem Land. Zum Beispiel: „Kulturinitiativen, die tolle 
Orte in den Dörfern bespielen, wie alte Kirchen oder historische Gebäude. Da hört 
die ganze Dorfgemeinschaft zusammen ein tolles Jazzkonzert.“

Die Zukunft der Dörfer?

„Meine Vision als jemand der gerne im Dorf lebt, ist es, dass die Menschen durch die digitale Anbindung mehr Zeit im Dorf verbringen können.“ Statt täglich mehrere Stunden zur Arbeit zu pendeln, sollten sie mehr Arbeit vom heimischen Computer aus erledigen können. „Wer so Zeit spart, kann sich in der Dorfgemeinschaft engagieren.“ Noch einmal verweist er auf seine Forschung: „In der Literatur ist immer wieder die Rede von der ’Kraft der alten Dörfer’.“ Diese Gemeinschaft erhofft sich Harteisen für die Zukunft der Dörfer. „Das klingt vielleicht sehr optimistisch, aber sie haben mich 
ja nach meiner Vision gefragt.“

…und du bist weg

Nur noch Stahl: Das Innenleben des Pavillon an der Grundschule Friedewalde ist bereits entfernt. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Momentan sind Handwerker damit beschäftigt, den alten Pavillon an der Grundschule Friedewalde abzureißen. In dem Zusatzgebäude waren früher einmal Schulklassen und später die Ganztagsbetreuung untergebracht. Da die Bausubstanz in den Jahren aber arg gelitten hat – unter anderem ist das Dach undicht – wurde der Pavillon, der sich im Eigentum der Stadt Petershagen befindet, zuletzt nur noch als Abstellraum genutzt.  “Wir sind natürlich froh, dass der Pavillon wegkommt”, sagt Schulleiterin Alexandra Mohrhoff, die in ein paar Tagen mit ihren Kolleg*innen wieder den Parkplatz nutzen darf. Der komplette Innenausbau ist schon entfernt, jetzt müssen noch die Stahlträger und das Dach demontiert werden.

Aufgeräumt: Bauarbeiter haben das Stahlkorsett sauber freigelegt.

Spende für Tierheim

Gut eintausend Euro: Die übergeben hier Varinja Kaupmann (von links), Annette Cornelius und Annika Lüttge an Laura Zimmer vom Tierheim Lübbecke.

Friedewalde. Der erste “Dog-and-Fun-Day” in Friedewalde war ein toller Erfolg. Bei herrlichem Wetter trafen sich am Hof von Annika Lüttge zahlreiche Hunde-Liebhaber*innen mit ihren Tieren. Aber auch viele Zaungäste nutzten die Gelegenheit, sich ein wenig umzuschauen. Am Ende des Tages waren alle zufrieden, und auch das Tierheim Lübbecke darf sich freuen. Exakt 1.010 Euro übergaben die Organisatorinnen Annika Lüttge, Annette Cornelius und Varinja Kaupmann jetzt Laura Zimmer. Es handelt sich dabei den Reinerlös der Veranstaltung, wobei unter anderem das Startgeld gespendet wurde. Daniela Brockmann von Fotoidee Minden steuerte 170 Euro zu der Spende hinzu. “Wir sind megafroh, dass soviel zusammengekommen ist. Damit haben wir nicht gerechnet”, sagt Annika Lüttge und bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten.

Per Handschlag besiegelt

Zufrieden in Wegholm: Sabine und Ulrich Hallerberg sitzen hier an einem Tisch an der Mühle. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Wegholmer Mühle ist so etwas wie das Wahrzeichen von Friedewalde. 1861 von Landwirt Fritz Bredemeier gebaut, war die Holländer-Wallmühle zuletzt im Eigentum der Familie Fullriede. Nach dem Tod von Ilse Fullriede wohnte dort allerdings niemand mehr. Das hat sich jetzt geändert. Sabine und Ulrich Hallerberg, die neuen Eigentümer, fühlen sich in Friedewalde pudelwohl. “Hier ist es wunderschön”, sagen sie. Dabei führte sie der pure Zufall nach Wegholm.

Waschechte Bayerin

Ulrich Hallerberg ist gebürtiger Mindener. Den gelernten Fernmeldetechniker (Deutsche Bundesbahn) und studierten Elektrotechniker zog es früh nach München, wo er 40 Jahre lang lebte und arbeitete – im Vertrieb eines Unternehmens, das unter anderem Mikroprozessoren produziert. Vor 20 Jahren lernte er in München seine Ehefrau Sabine, eine waschechte Bayerin, kennen. Beide sind weltoffen, seegeln gerne, lieben aber auch das Landleben. Eines Tages kam Sabine Hallbergs Tochter Sara auf die Idee, von München wegzuziehen, am besten in die Heimatregion von Ulrich Hallerberg – ins Mindener Land. “Wir haben uns dann hier mal umgeschaut und sind an Büschings Mühle in Petershagen gelandet”, sagt Ulrich Hallerberg. “Das war am 30. April 2018”, so der 68-Jährige rückblickend.

Liebe auf den ersten Blick

Das weiß er deshalb so genau, weil es bei Büschings Mühle einen Kaffee gab, den sie nicht zu bezahlen brauchten, denn die Leute dort bereiteten sich gerade auf einen Backtag am 1. Mai vor. Der Mühlenbesitzer bemerkte die Begeisterung der Hallerbergs und gab den entscheidenden Tipp, sich doch mal die Wegholmer Mühle anzusehen. Die stehe zum Verkauf. Einen Tag später, am 1. Mai 2018, fuhren die beiden nach Wegholm zur Mühle und trafen dort zufällig Ilsemarie Westermann, Tochter von Ilse Fullriede und Erbin der Mühle. “Sie hat uns alles gezeigt, und ich habe mich sofort in das Anwesen verliebt”, sagt die 60-jährige Sabine Hallerberg. Und dann ging alles ganz schnell: per Handschlag, direkt vor Ort, besiegelten sie den Kauf – und fuhren danach zum Seegeln.

Wunderschön: Die Mühle in Wegholm, das neue Zuhause von Sabine und Ulrich Hallerberg.

Sabine und Ulrich Hallerberg besitzen eine Seegelyacht in der Ägäis. Sie bieten Urlaubern außergewöhnliche Wochentouren entlang der türkischen Mittelmeerküste und durch die griechischen Inseln an – weit abseits vom Massentourismus. “In der Regel bin ich von Mai bis Oktober dort”, sagt Ulrich Hallerberg. Ehefrau Sabine ist mit dabei, allerdings nicht die ganze Zeit. Als das Ehepaar im Oktober 2018 vom Seegeln zurückkehrte, hatte der Handschlag-Vertrag mit Ilsemarie Westermann noch Bestand. “Erst dann haben wir notariell den Kauf vollzogen”, sagt Sabine Hallerberg, Diplom-Betriebswirtin (FH) und gelernte Steuerfachangestellte. Sofort begannen die Renovierungen, die mittlerweile größtenteils abgeschlossen sind. “Dabei hat die gesamte Verwandtschaft geholfen”, erklärt Ulrich Hallerberg. Seine Schwester Gabi wohnt in der Fischerstadt in Minden, seine Sohn Tim in der oberen Altstadt. Nichte Katharina allerdings ist Friedewalderin. Sie lebt mit ihrem Ehemann Rawinder Meier und Sohn Noah nicht weit von der Wegholmer Mühle entfernt – in der Brandheide.

Ein Schmuckstück: Die 15 Meter lange Segelyacht von Ulrich Hallerberg.

Auch in diesem Jahr war Ulrich Hallerberg von Mai bis Ende September beim Seegeln in der Ägäis, Ehefrau Sabine begleitete ihn die letzten vier Wochen. Sie hatte es sich in ihrem neuen Haus in Wegholm eingerichtet. “Ich kann mich ganz gut selbst beschäftigen”, sagt sie. “Ich kann ja auch jederzeit in eine Stadt fahren, wenn mir danach ist.” Im kommenden Jahr wird Ulrich Hallerberg nicht komplett von Mai bis Oktober in der Ägäis sein, sondern zwei Monate davon in Wegholm. “Wir möchten eventuell auch Backtage anbieten und Teil der Minden-Lübbecker Mühlentage sein. Allerdings fehlt uns das nötige Wissen”, sagen beide und streben eine Kooperation mit dem Mühlenverein Petershagen an. Sie wissen aber auch, dass es Nachbarn gibt, die sich mit dem Backofen in der Mühle auskennen. “Wir wollen uns ohnehin demnächst persönlich bei unseren Nachbarn vorstellen. Vielleicht kommen wir ja auch über das Thema Backtage mit ihnen ins Gespräch.” Kein Problem sei übrigens die Ausrichtung des GOA-Festivals “Psy Vision” im August am Gelände der Wegholmer Mühle gewesen. “Wir waren ja nicht da. Außerdem hat uns Ilsemarie bestens aufgeklärt. Das soll ja eine ganz nette Veranstaltung gewesen sein.”

Sara, die Tochter von Sabine Hallerberg, die ursprünglich die Idee hatte, ins Mindener Land zu ziehen, hat sich übrigens umentschieden. Sie blieb mit ihren beiden Kindern in München.

Niedringhaus baut Getreidelager

Die Grundlage ist geschaffen: Vor dem Ferkelstall entsteht auf einer Fläche von 1.300 Quadratmetern das neue Getreidelager. Hinter dem Ferkelstall ist der 2018 in Betrieb genommene Güllebehälter zu sehen. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Wer von Friedewalde nach Stemmer fährt, dem werden sicherlich die Bauarbeiten auf dem “Rießen” aufgefallen sein. Dort entsteht an den Stallungen von Niedringhaus Agrar ein neues Getreidelager, inklusive computergestützer Mahl- und Mischanlage. “Wir möchten künftig das Futter für alle Tiere selbst herstellen. Wir erhoffen uns dadurch eine Erhöhung der Qualität und der Wertschöpfung”, begründet Diplom-Agraringenieur Helge Niedringhaus die Investition in Höhe von 1,3 Millionen Euro. In Betrieb gehen soll die neue Anlage im Frühjar 2020.

580-KW-Photovoltaikanlage auf dem Dach

Bis zu 2.000 Tonnen Getreide fasst die neue Stahlhalle (1.300 Quadratmeter), die 49 Meter lang und 27 Meter breit sein wird. Zusätzlich sind noch zwei externe Silos geplant. Auf dem Dach des Getreidelagers und des Ferkelstalls soll eine Photovolatikanlage mit 580 Kilowatt installiert werden. “Damit könnte man jährlich 120 Vier-Peronenhaushalte mit Strom versorgen. Außerdem sparen wir jedes Jahr rund 300 Tonnen CO2 ein”, so Helge Niedringhaus. Geplant ist, die Futtermittel tagsüber zu produzieren, um den Strom dafür direkt vom Dach abzunehmen. Gerste, Weizen, Triticale, Mais, Ackerbohnen und Zuckerrüben sind die Kulturen, die das Friedewalder Unternehmen selbst anbaut. Versorgt werden damit 750 Sauen, die am Stammsitz im Friedewalder Ortskern untergebracht sind, sowie die im Schnitt rund 3.500 Ferkel in den Stallungen auf dem Rießen.

Pause: Die Arbeiter haben die Maschinen an die Seite gestellt, nachdem der Aushub erledigt ist.

Im Jahr 2010 hatte Niedringhaus Agrar den Ferkelstall gebaut, im Jahr 2018 folgte der Güllebehälter. Das neue Getreidelager vollendet die Betriebserweiterung, mit der sich die Familie Niedringhaus seit Jahren auf die Zukunft vorbereitet. Am Neubau beteiligt seien ausschließlich heimische Firmen, wie Helge Niedringhaus bekräftigt. Olav Meinert aus Kutenhausen und Heitmann aus Minden erledigen die Erd- und Betonarbeiten, die Firma Dohrmann aus Espelkamp übernimmt den Stahlbau. Für die Elektroarbeiten ist Elektro Schmidt aus Kutenhausen zuständig, die Photovolatikanlage installiert Hilker Solar aus Rahden. Die komplexe Mahl- und Mischanlage liefert Quellhorst aus Essern.

Rawinder lebt seinen Traum

Zu zweit geht es besser: Rawinder und Katharina Meier versuchen, einen beruflichen Teil ihres Lebens als Selbstständige zu gestalten. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Den Meistertitel als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer hat er schon lange in der Tasche, doch nun wagt Rawinder Meier den nächsten Schritt. Am Montag, 16. September, starten er und seine Ehefrau Katharina in die Selbstständigkeit. “Wir freuen uns auf die neue Herausforderung”, sagen beide einstimmig. “Meier Heizung – Sanitär” heißt die neue Firma. Und einen Slogan auf Plattdeutsch gibt es auch schon: “Ut Freiwohle fö Freiwohle”. Außerdem ist das Unternehmen neuer Partner der Friedewalder Website.

Rawinder Meier ist ein Dorfkind

Natürlich möchte der 38-Jährige seine Kundschaft nicht auf ein Dorf beschränken, sondern kreisweit unterwegs sein. Bäder und Sanitär, Öl-, Gas- und Holzheizungen, Solaranlagen für Wärme und Wasser, Haustechnik, Installation, Wartung und Reparaturen aus Meisterhand – so steht es auf seinem Flyer, den er in der Brandheider Nachbarschaft bei von Behren Mediendesign in Auftrag gegeben hat. Rawinder Meier ist nämlich ein Dorfkind. Geboren und aufgewachsen im Haus seiner Großeltern (Brandheide 6 in Friedewalde), wo er mit seiner Familie lebt und wo auch der Firmenstandort ist. Der gemeinsame Sohn Noah (6) besucht seit ein paar Tagen die nicht weit entfernte Grundschule Friedewalde. Der Vorname “Rawinder” stammt übrigens aus dem Indischen. “Mein Vater ist Inder, lebt aber schon seit 40 Jahren in Deutschland.”

Bei Borgmann gelernt

Katharina Meier ist gelernte Krankenschwester und arbeitet Teilzeit (20 Stunden pro Woche) im Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen. Sie wird einen Teil der Büroabeit im neuen Familienbetrieb übernehmen. “Ich denke, mit dieser Regelung können wir erst einmal starten”, sagt die 34-Jährige. Rawinder Meier hat 1999 mit einer Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer bei Borgamnn Heizungs- und Sanitärtechnik in Friedewalde begonnen, dort viele Jahre lang gearbeitet und sich zum Meister qualifiziert. “Bei einem kleinen Handwerksunternehmen wie Borgmann muss jeder Facharbeiter jede Arbeit können. Das kommt mir natürlich zu Gute”, sagt er.

Bürojob ist nichts für ihn

Allerdings hat er in seinem Berufsleben auch nicht so gute Erfahrungen gemacht. Vor zwei Jahren wechselte er in die Industrie zu Grohe in Porta Westfalica-Lerbeck. Doch der Bürojob im technischen Service war nichts für ihn. “Ich habe es wenigstens ausprobiert”, sagt Rawinder Meier rückblickend. Nach nur fünf Monaten zog es ihn zurück auf die Baustelle. Er arbeitete zunächst bei Düker Wasser & Wärme in Barkhausen im Kundendienst, ehe ihn sein Traum wieder packte. “Die Idee, mich selbstständig zu machen, trage ich schon seit Jahren mit mir herum”, verrät Rawinder Meier seine Motivation für die Selbstständigkeit. Werkzeug hat er bereits angeschafft, der Werkstattwagen ist bestellt. “Ein paar Aufträge sind schon da”, sagt Rawinder Meier und hofft, dass noch viele folgen werden.

MEIER Heizung – Sanitär
Rawinder Meier
Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister

Brandheide 6
32469 Petershagen

Telefon (057 04) 1 67 93 88

Email: info@meier-heizung-sanitär.de
www.meier-heizung-sanitär.de