Start der Bauarbeiten verschoben

So sehen sie aus: Von Internexio verlegte Glasfaser-Leerrohre, hier in Rahden-Varl. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Eigentlich wollte Internexio Ende März 2020 mit den Trassenarbeiten zur Verlegung der Leerrohre für den Breitbandausbau in Friedewalde beginnen. Doch daraus wird nichts, wie Geschäftsführer Paul Gummert bestätigt. Grund für die Verschiebung auf unbestimmte Zeit sei die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das scheint sich zunächst mit den Aussagen der Industriegewerkschaft Bau zu widersprechen, die für ihre 3.360 Beschäftigte der Baubranche im Kreis Minden-Lübbecke mit einem “Großteil ihrer Kapazitäten weiterarbeitet”, wie Sabine Katzsche-Döring von der IG Bau in der Neuen Westfälischen zitiert wird. Klarer wird die Begründung Gummerts aber dann, wenn man die polnischen Arbeitstrupps berücksichtigt, die für Internexio den Breitbandausbau im Mühlenkreis umsetzen.

Rigorose Einreisebeschränkungen für Polen

Die polnische Regierung hat zur Eindämmung der Corona-Pandemie rigorose Einreisebestimmungen erlassen. Seit Sonntag, 15. März 2020, dürfen unter anderem auch polnische Staatsbürger nur dann wieder in ihr Land einreisen, wenn sie sich anschließend für 14 Tage in Quarantäne begeben. Das hält viele polnische Staatsbürger davon ab, überhaupt erst auszureisen. Von diesem Phänomen sind unter anderem die Spargelbauern betroffen, aber auch Firmen wie Internexio. Paul Gummert möchte das beschriebene Szenario “nicht ausschließen”. 

Gummert: “Keine Verzögerung des Gesamtprojekts”

Trotz des Baustopps beim Trassenausbau würde mancherorts weiter gearbeitet.  “Wir haben die Baustelle auch nicht einfach verlassen”, bekräftigt Gummert, sondern: “Es werden nachwievor Arbeiten ausgeführt und auch für die erforderliche Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit wird gesorgt.” Derzeit seien nur Monteure in Zweiergruppen beschäftigt, um Arbeiten ohne weitere Kundenkontakte auszuführen. Dabei würden Restarbeiten an bereits gebauten Strecken erledigt und die Arbeitsstellen aufgeräumt. Dieser „Frühjahrsputz“ sei eine sehr wichtige Aufgabe, um die errichteten Trassen endgültig abzuschließen und dann auch zeitnah in Betrieb zu nehmen. Gummert: “Wir sind im Ausbau auf den Kundenkontakt angewiesen  – dieser ist aktuell mit wechselseitigen großen Risiken verbunden.” Der Internexio-Geschäftsführer hofft, “dass wir zügig wieder in der vollen Mannstärke weitermachen können. Eine Verzögerung im Gesamtprojekt wird sich nicht einstellen, da die Planungs- und Genehmigungsarbeiten weiterlaufen.” Er verspricht, die Bürger*innen umgehend zu informieren, sobald die Bauarbeiten in Friedewalde beginnen.

Eine kleine Hausaufgabe

16 Wörter, 16 Fotos: Die pädagogischen Mitarbeiter*innen des Grundschulverbundes Eldagsen-Friedewalde zeigen sich kretaiv. Unten rechts ist Schulleiterin Alexandra Mohrhoff zu sehen. Sie hat das Schlusswort “Friedewalde” auf ein Tuch gemalt.

Eldagsen-Friedewalde. Not macht erfinderisch. Und so hatte Alexandra Mohrhoff, Schulleiterin des Grundschulverbundes Eldagsen-Friedewalde, während der Corona-Krise die Idee “für eine kleine Hausaufgabe”, wie sie sagt. Allerdings nicht für die Schülerinnen und Schüler, sondern für die pädagogischen Mitarbeiter*innen. “Alles freiwillig natürlich”, bekräftigt sie. “Ich musste erst einmal sehen, wer mitmacht, und dann habe ich mir Format und Inhalt ausgedacht.” Herausgekommen ist eine Fotocollage, die drei Sätze offenbart: “Wir lassen euch nicht alleine. Passt gut auf euch auf. Euer Team aus Eldagsen und Friedewalde.” Das sind 16 Wörter, kreativ dargestellt auf 16 Einzelfotos, die die pädagogischen Mitarbeiter*innen selbst zu Hause produziert haben.

Sie sind angekommen

Halten zusammen: Rolf Lamker und Kirstin Schürer. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Ein Foto mit Partnerin Kristin Schürer auf der Harley Davidson scheint Rolf Lamker “etwas zu dick aufgetragen”. Allein aus dieser Haltung heraus lässt sich die Bodenständigkeit des 55-Jährigen ablesen. Der gelernte Metzger und Berufskraftfahrer aus Melle ist zudem ein Mann der klaren Worte und verbindlichen Vereinbarungen. So führt er auch seine beiden Unternehmen: IVL Baumaschinenverleih und Industrieverwertung. Im Jahr 2017 verlegte er seinen Stammsitz von Warmsen nach Friedewalde und fühlt sich hier pudelwohl.

Anerkannter Auktionator

Zum Baumaschinenverleih sei er über die Industrieverwertung gekommen. Rolf Lamker ist ein sogenannter “Auktionator” im Sinne von §34b der Gewerbeordnung. Die Genehimgung wurde erteilt vom Landkreis Nienburg, wo es nur zwei Auktionatoren gibt. Versteigerungen von Betriebsvermögen können aufgrund von Insolvenzen notwendig werden. “Oder ein Unternehmer findet keinen Nachfolger und möchte seinen Betrieb verkaufen”, sagt Rolf Lamker. Dieses Geschäft betreibt er schon seit fast 30 Jahren. Vor gut zehn Jahren entwickelte er daraus den Baumaschinenverleih.

“Ideal” am Bahndamm

Das war im Jahr 2009, als Rolf Lamker seine Partnerin Kristin Schürer bei den Hamburg Harley Days kennenlernte. Die beiden sind seitdem zusammen und kauften sich in Warmsen ein Haus. In dem niedersächsischen Dorf betrieben sie zunächst auch ihr Geschäft. Im Jahr 2017 folgte dann der Umzug nach Friedewalde, nachdem der Pachtvertrag in Warmsen ausgelaufen war. “Das Gelände und die Räumlichkeiten am Bahndamm sind ideal”, schwärmt Rolf Lamker. “Außerdem ist die Nähe zu Minden vorteilhaft.” Er selber leitet die Geschäfte, bekommt aber Unterstützung durch die beiden Mitarbeiter Detlef von Behrens (Maschinenwartung) und Abiturient Pascal Stavropoulos (Auslieferung) sowie von seiner Frau Kirstin, die Freitag nachmittags in der Buchhaltung arbeitet. Ansonsten hat die in Hamburg-Altona geborene 55-Jährige einen Job in einer Mindener Zahnarzt-Gemeinschaftspraxis als zahnmedizinische Fachangestellte im Bereich der Prophylaxe.

Alles, was das Heimwerker-Herz begehrt

Rolf Lamker hat sich in den vergangenen Jahren einen breiten Kundenstamm aufgebaut, darunter sind auch viele Friedewalder. “Wir möchten mit dem Dorf etwas zu tun haben”, sagt er. Deshalb sei ihm die Entscheidung, Partner der Website von Friedewalde zu sein, auch leicht gefallen. Der Maschinenpark umfasst alles, was das Herz der Hand- und Heimwerker oder Gärtner höher schlagen lässt: Baumaschinen (zum Beispiel Minibagger, Radlader, Rüttelplatten, Kernbohrmaschinen, Stampfer, Abbruchhämmer, Betonfräsen, Fugenschneider…), PKW-Anhänger und Handmaschinen (zum Beispiel Akkuschrauber, Mauernutfräsen, Kettensägen, Betonsägen, Stemmhämmer, Schlagbohrmaschinen, Winkelschleifer, Heizer, Laubpuster…) gehören zum Mietpark. Zum Verkauf bestimmt sind Gase, Schüttgüter und Verbrauchsmaterial. Hier der Link zu den Katalogen.

Mieten kann so einfach sein

“Einfach mieten”, lautet der Slogan. Und das sei auch genauso gemeint, wie Rolf Lamker verspricht. “Mieten bei uns ist nicht kompliziert, weil wir es einfach machen”, sagt er. Nur von Neukunden verlange er beim ersten Mietgeschäft eine sofortige Zahlung (bar oder per EC-Karte). Danach würden Rechnungen geschrieben. Auch verzichtet Rolf Lamker auf lästige Kautionen. “Als einer der ersten in der Region”, wie er sagt. Zuverlässigkeit und Vertrauen seien ihm wichtig, aber auch Ehrlichkeit. “Wir sind nicht perfekt, aber wir sind verdammt gut.”

Begeisterte Biker

Nach Feierabend zieht es Rolf Lamker und Kirstin Schürer zurück ins beschauliche Warmsen. Und wenn es die Zeit zulässt, dann cruisen sie durch die Lande auf ihrer Harley Davidson Cross Bones. An dieser Stelle wäre natürlich das Foto auf der Harley Davidson ideal gewesen:).

Internet: Frist verlängert

Schön bunt: Glasfaserkabel, hier ein Internexio-Verteiler in Stemwede-Oppendorf. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Das Internetunternehmen Internexio hat die Vermarktungsphase für Glasfaseranschlüsse auf der linken Weserseite von Petershagen ausgeweitet. Ursprünglich war die Frist für Neuverträge am 7.Februar 2020 abgelaufen. Die neue Frist ist nun auf Donnerstag, 9. April 2020, festgesetzt. Das bestätigt Ansprechpartner Artur Wiens, der übrigens in Friedewalde wohnt, auf Nachfrage. Die aktuelle Telefonnummer für Rückfragen im Kreis Minden-Lübbecke lautet (05 71) 783 41 80. Die Internexio Service & Dienste GmbH ist mittlerweile in ihre neuen Geschäftsräume an der Graßhoffstraße 35 in Minden-Todtenhausen (ehemalige Filiale der Volksbank) eingezogen. Von dortaus koordiniert das Unternehmen den Breitbandausbau im Mühlenkreis

Vertrag und Grundstückseigentümererklärung notwendig

Um an einen subventionierten Glasfaeranschluss für einen einmaligen Baukostenzuschuss von 100 Euro zu kommen, müsste bis zum 9. April 2020 ein Vertrag bei Internexio sowie eine Grundstückseigentümererklärung vorliegen. Nach Ablauf der Frist stiegen die Kosten für die Anbindung an das Gigabitnetz nach Angaben des Unternehmens auf 500 Euro. Danach würde es “signifikant teurer”. Der Zweijahresvertrag (200 Mbit/s – 500Mbit/s – 1 Gbit/s – 10 Gbit/s) mit Internexio beinhaltet  monatliche Kosten ab 40 Euro. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.internexio.de.

Frisch bezogen: Der Service-Standort von Internexio in Minden-Todtenhausen.

Stadt erlässt Allgemeinverfügung

Idyllisch: Luftaufnahme von der Weser und der Stadt Petershagen. Foto: Jürgen Krüger

Petershagen. Die Stadt Petershagen hat zur Eindämmung des Corona-Virus mit Datum vom 16.März 2020 eine Allgemeinverfügung erlassen. Sie gilt ab sofort und ist zunächst bis Sonntag, 19. April 2020 befristet. Mehr dazu auf der Internetseite der Stadt Petershagen.

  1. Alle öffentlichen Veranstaltungen werden hiermit untersagt. Ausgenommen sind Veranstaltungen, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfürsorge bzw. Daseinsvorsorge zu dienen bestimmt sind oder der Versorgung der Bevölkerung dienen (z. B. Wochenmärkte) sowie Sitzungen des Rates und seiner Ausschüsse. Es wird dringend empfohlen, auch private Veranstaltungen abzusagen.

  2. Die Durchführung von Oster-/Brauchtumsfeuern wird hiermit untersagt.

  3. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten nach den Festlegungen des Robert-Koch Instituts wird für den Zeitraum von 14 Tagen nach Aufenthalt Betretungsverbote für folgende Bereiche erlassen:
    a) Gemeinschaftseinrichtungen (Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Heilpädagogische Kindertageseinrichtungen, „Kinderbetreuung in besonderen Fällen“, Schulen und Heime, in denen überwiegend minderjährige Personen betreut werden) sowie betriebserlaubte Einrichtungen nach § 45 SGB VIII (stationäre Erziehungshilfe) und Flüchtlingsunterkünfte
    b) Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken
    c) stationäre Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe
    d) Berufsschulen
    e) Hochschulen.

    Für unentbehrliche Schlüsselpersonen können die unter Buchstabe a) bis c) genannten Einrichtungen Ausnahmen von dem Betretungsverbot zulassen.

    Schlüsselpersonen sind Angehörige von Berufsgruppen, deren Tätigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Bevölkerung und der Aufrechterhaltung zentraler Funktionen des öffentlichen Lebens dient. Dazu zählen insbesondere:
    Alle Einrichtungen, die der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung), der Lebensmittelversorgung und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung dienen.

    Die Unentbehrlichkeit ist der betreffenden Einrichtung gegenüber durch eine schriftliche Bestätigung des jeweiligen Arbeitgebers bzw. Dienstvorgesetzten nachzuweisen.

  4. Für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie für stationäre Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe werden nachstehende Maßnahmen angeordnet:
    a) Diese Einrichtungen haben Maßnahmen zu ergreifen, um den Eintrag von Corona-Viren zu erschweren, Patienten und Personal zu schützen und persönliche Schutzausrüstung einzusparen.
    b) Sie haben Besuchsverbote oder restriktive Einschränkungen der Besuche auszusprechen; maximal ist aber ein registrierter Besucher pro Bewohner/ Patient pro Tag mit Schutzmaßnahmen und mit Hygieneunterweisung zuzulassen. Ausgenommen davon sind medizinisch oder ethisch-sozial angezeigte Besuche (z. B. Kinderstationen, Palliativpatienten).
    c) Kantinen, Cafeterien oder andere der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen für Patienten und Besucher sind zu schließen
    d) Sämtliche öffentliche Veranstaltungen wie Vorträge, Filmvorführungen, Lesungen, Informationsveranstaltungen etc. sind zu unterlassen.

  5. Folgende Einrichtungen, Begegnungsstätten und Angebote sind zu schließen beziehungsweise einzustellen:
    a) Alle Bars, Clubs, Diskotheken, Theater, Kinos und Museen unabhängig von der jeweiligen Trägerschaft oder von Eigentumsverhältnissen
    b) Alle Fitness-Studios, Schwimmbäder und Saunen
    c) Alle Angebote in Volkshochschulen, in Musikschulen, in sonstigen öffentlichen und privaten außerschulischen Bildungseinrichtungen sowie die Durchführung von Kulturangeboten, von Jugend- und Seniorentreffs und die Öffnung der Musikschule, der Stadtbücherei, des Stadtarchivs, von Begegnungsstätten wie Dorfgemeinschaftshäusern
    d) Zusammenkünfte in Sportvereinen, Sporthallen, Sportplätzen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen
    e) Zusammenkünfte in Spielhallen, Spielbanken und Wettbüros.

  6. Der Zugang zu Restaurants und Gaststätten sowie Hotels für die Bewirtung von Übernachtungsgästen wird beschränkt und nur unter strengen Auflagen (Besucherregistrierung mit Kontaktdaten, Reglementierung der Besucherzahl, Vorgaben für Mindestabstände zwischen Tischen von zwei Metern, Aushänge mit Hinweisen zur richtigen Hygienemaßnahmen etc.) gestattet.

  7. Sämtliche Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen und „Kinderbetreuungen in besonderen Fällen“ (Brückenprojekte) haben in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich Kindern im Alter bis zur Einschulung sowie Schülerinnen und Schülern sowie deren Erziehungsberechtigten bzw. Betreuungspersonen den Zutritt zu Betreuungsangeboten zu untersagen. Auszunehmen von Satz 1 sind Kinder im Alter bis zur Einschulung sowie Schülerinnen und Schüler, deren Erziehungsberechtigte bzw. Betreuungsperson eine unentbehrliche Schlüsselperson ist. Diese Betreuung soll erfolgen, sofern eine private Betreuung insbesondere durch Familienangehörige oder die Ermöglichung flexibler Arbeitszeiten und Arbeitsgestaltung (bspw. Homeoffice) nicht gewährleistet werden kann. Die unter Ziffer 3 Satz 2 gemachten Ausführungen zu den Schlüsselpersonen gelten entsprechend.

  8. Die Anordnungen unter Ziffern 1 – 7 sind sofortig vollziehbar.

  9. Die Allgemeinverfügung gilt im gesamten Gebiet der Stadt Petershagen.

  10. Die Allgemeinverfügung ist befristet bis 19.04.2020 um 24.00 Uhr.

  11. Auf die Strafbarkeit einer Zuwiderhandlung gegen diese Anordnungen wird hingewiesen (§75 Abs. 1 Nr.1, Abs. 3 Infektionsschutzgesetz).

  12. Die Allgemeinverfügung tritt am Tage nach der öffentlichen Bekanntmachung in Kraft.

Rückzug aus der Politik

Heute parteilos: Das frühere SPD-Mitglied Karl-Christian Ebenau, das sich nicht wieder zur Wahl des Ortsbürgermeisters von Friedewalde stellt. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Unser Dorf wird bei den Kommunalwahlen am 13.September 2020 mit Sicherheit einen neuen Ortsbürgermeister oder eine neue Ortsbürgermeisterin bekommen. Denn der jetzige Amtsinhaber Karl-Christian Ebenau zieht sich aus der Politik zurück. Der 64-Jährige gehörte gut zwanzig Jahre lang dem Stadtrat von Petershagen an und war zwei Legislaturperioden (zehn Jahre) Ortsbürgermeister von Friedewalde. In unserem 20-minütigen Podcast nennt der Gewerkschaftssekretär die Gründe für seinen Rückzug, spricht über den Bruch mit der SPD vor einigen Jahren und über seine große Leidenschaft – die Landwirtschaft.

Gespräch Karl-Christian Ebenau mit Jürgen Krüger am Montag, 16.März 2020 (20 Minuten).

Warnung vor Marco Verch

Falsches Impressum: Die angegebene Telefonnummer auf der Website von Marco Verch ist nicht vergeben.

Friedewalde. Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, bei der Verwendung von Fotos auf das Urheber- und Persönlichkeitsrecht zu achten, da es offensichtlich im Internet Menschen gibt, die das noch so kleinste Fehlverhalten zu Geld machen wollen. Marco Verch dürfte einer dieser Geschäftemacher sein.  Er schickte Friedewalde.de (Jürgen Krüger als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts) eine Rechnung in Höhe von zunächst 228 Euro. Autor Karl-Christian Ebenau, der normalerweise akribisch auf Bildrechte achtet, hatte bei seinem Artikel über die Kommunalwahlen, als Beitragsbild ein Foto von Marco Verch benutzt.

Die Bedingungen

Da das besagte Foto unentgeltlich nur unter den Regeln einer sogenannten Creative-Commons 2.0-Lizenz zu verwenden ist, sind an die kostenfreie Veröffentlichung Bedingungen geknüpft: Nennung des Namens des Urhebers Marco Verch, Verlinkung auf das Originalbild und Verlinkung auf die Lizenz. Das alles war technisch nicht möglich, da Karl-Christian Ebenau das Foto lediglich als Thumbnail auf der Übersichtsseite verwendet hatte. Doch genau darauf bezieht sich nun die Forderung auf Schadenersatz von Marco Verch.

Nachweis als Berufsfotograf fehlt

Die Vorgehensweise von Marco Verch scheint dabei immer gleich zu sein. Zunächst sendet er eine Rechnung in Höhe von 228 Euro und begründet seine Schadenersatzforderung (entgangene Werbewirkung) damit, dass er Berufsfotograf sei und nach einer sogenannten MFM-Tabelle abrechne. Marco Verch war aber nicht bereit oder in der Lage, einen Nachweis für diese Behauptung (etwa Zugehörigkeit zu einem Berufsverband) zu liefern. Wenn er merkt, dass er mit seiner überhöhten Forderung nicht weiter kommt, senkt er den Preis auf 100 Euro. Das ist die Summe, die Gerichte ihm in der Vergangenheit zugestanden haben: 50 Euro für die Nichtnennung des Urhebers und 50 Euro für die fehlende Lizenzverlinkung. Marco Verch lässt auch nicht mit sich reden. Die Telefonnummer in seinem Impressum ist nicht vergeben, damit falsch und irreführend. “Ich telefoniere derzeit nicht”, lautete die Antwort auf die entsprechende Anfrage per Email mit dem Angebot, die Bildbeschriftung zu korrigieren. Dieses Verhalten scheint im Nachinein auch logisch zu sein, denn das Ziel von Marco Verch ist es ja offenbar nicht, Fehler zu korrigieren, sondern Fehler auszunutzen.

Danke an Rechtsanwalt Niels Luckner

Für Niels Luckner, in Friedewalder wohnender Rechtsanwalt der Kanzlei Rassi Warai, ist Marco Verch kein Unbekannter. Er riet, die 100 Euro zu zahlen. “Er muss kein Berufsfotograf sein, um seine Bildrechte geltend zu machen. Wenn man sein Geschäftsfmodell trocken legen möchte, dann müsste der Gesetzgeber Gesetze ändern”, sagt Niels Luckner, der für diesen Rat übrigens kein Honorar verlangte, wofür wir sehr dankbar sind. Karl-Christian Ebenau hatte angeboten, die 100 Euro aus eigener Tasche zu zahlen. Doch das braucht er nicht zu tun, weil wir unsere Autoren schützen und möchten, dass sie auch weiterhin für Friedewalde.de schreiben. Uns alle sollte das gezahlte Lehrgeld aber achtsamer im Umgang mit im Internet verwendeten Fotos machen.

Falls jemand kurzfristig noch eine andere Lösung hat als die Zahlung von 100 Euro an einen dubiosen Geschäftsmann, der sollte sich bis zum 27. März 2020 (Zahlungsziel) bei Jürgen Krüger, Telefon (01 71) 838 92 91 oder Email: post@juergen-krueger.de melden. Und hier die Kontaktdaten von Marco Verch, falls Bedarf besteht:

Marco Verch
Scanvox #02223
Ehrenbergstraße 16a
10245 Berlin

Email: marco.verch@gmail.com
http://foto.wuestenigel.com

Corona: Das rät der Kreissportbund

Feierabend: Der Kreis Minden-Lübbecke hat die Kreisschwimmhalle in Minden, die direkt an der Kampa-Halle anliegt, bis auf weiteres geschlossen. Foto: Jürgen Krüger

Minden-Lübbecke. Der Kreissportbund Minden-Lübbecke (KSB) ruft seine Sportvereine auf, den Vereinssportbetrieb aufgrund der Coronavirus-Situation zunächst bis nach den Osterferien ruhen zu lassen. “Sport wird häufig als schönste Nebensache der Welt bezeichnet”, sagt KSB-Geschäftsführer Helmut Schemmann. Nun solle der Sport auch erst einmal “Nebensache” sein und den Empfehlungen der Virologen und der Bundesregierung gefolgt werden. Daran hält sich auch der TuS Freya Friedewalde und hat seinen Trainingsbetrieb unterbrochen.

“Wir wollen keine Hysterie befeuern”

“Wir wollen keine Hysterie befeuern, aber gerade im sportlichen Miteinander sind die Ansteckungswege kurz”, merkt Schemmann an. Dabei richtet sich die Empfehlung des KSB insbesondere an die zahlreichen Breitensportgruppen im Kreis, aber auch an anstehende Mitgliederversammlungen und Feste der Sportvereine. Für den Liga- und Wettkampfbetrieb im Sport müssten die Sportfachverbände die Entscheidungen treffen, die aber bereits vielfach aktiv seien. Die Experten und Behörden sähen in ihren Empfehlungen derzeit noch ein vorbeugendes Handeln, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen bzw. gering zu halten. “Dem sollten wir uns als Sportgemeinschaft nicht verschließen, sondern vielmehr unseren Beitrag leisten”, betont Schemmann. Der KSB selbst wird seine Kurs- und Lehrgangsmaßnahmen bis zum Ende der Osterferien einstellen. Diplom-Sportlehrer Schemmann hat für alle Breitensportler für die Übergangszeit noch einen Tipp: “Jeden dritten Tag eine halbe Stunde stramm spazieren, walken, joggen oder auch Rad fahren hält fit und stärkt ganz nebenbei auch das Immunsystem”. Wer Symptome einer Grippe verspüre solle aber umgehend alle sportlichen Aktivitäten einstellen.

Kreisschwimmhalle geschlossen

Wie der Kreis Minden-Lübbecke mitteilt, ist die Kreisschwimmhalle in Minden seit Samstag, 14. März 2020, geschlossen. “Diese Maßnahme dient wie alle anderen aktuellen Einschränkungen dazu, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen zum Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger”, teilt der Mühlenkreis auf seiner Internetseite mit.

Kommentar. Eine Frage der Haftung

Sport ist die schönste Nebensache der Welt. Und die Gesundheit geht vor. So gesehen sind die Generalabsagen im Sport aufgrund der Corona-Pandemie nachvollziehbar und wahrscheinlich auch richtig. Doch Fürsorge ist nicht der alleinige Grund der Absagen. Es geht vor allem um Haftung. Kein Veranstalter wird es riskieren, eine Veranstaltung entgegen den Empfehlungen aus Wissenschaft, Politik und Verbänden durchzusetzen. Schon gar nicht ehrenamtlich geführte Sportverbände und Sportvereine. Vorsatz lässt sich nämlich nicht versichern. Niemand möchte dafür gerade stehen, dass sich bei seiner Veranstaltung irgendjemand mit dem Virus infiziert und ihn auf Schadenersatz verklagt. Dabei kommt dem 1. Vorsitzenden von gemeinnützigen Sportvereinen eine besondere Rolle zu, denn er haftet mit seinem Privatvermögen. Von daher stehen uns sportlich betrachtet sehr ruhige Wochen ins Haus.⋌
⋌Jürgen Krüger

Grundschule geschlossen

Geschlossen: Die Grundschule in Friedewalde. Foto: Jürgen Krüger

Eldagsen/Friedewalde. Ab Montag, dem 16. März 2020 ist der Grundschulverbund Eldagsen/Friedewalde auf Anordnung des Landes NRW bis zum Beginn der Osterferien geschlossen. Dies bedeutet, dass bereits am Montag der Unterricht in den Schulen ruht.

Übergangsregelung

Damit die Eltern Gelegenheit haben, sich auf diese Situation einzustellen, können sie bis einschließlich Dienstag, 17.März 2020, aus eigener Entscheidung ihre Kinder zur Schule schicken. Die Schulen stellen an diesen beiden Tagen während der üblichen Unterrichtszeit eine Betreuung sicher. Das teilt der GSV auf seiner Iternetseite mit.

Not-Betreuungsangebot

Die Einstellung des Schulbetriebes dürfe nicht dazu führen, dass Eltern, die in unverzichtbaren Funktionsbereichen – insbesondere im Gesundheitswesen – arbeiteten, wegen der Betreuung ihrer Kinder im Dienst ausfielen. “Bitte gehen Sie verantwortungsvoll mit der Situation um und versuchen Sie soziale Kontakte zu vermeiden. Auch die Notbetreuung sollte gewissenhaft genutzt werden”, heißt es weiter. Mehr dazu unter www.gs-friedewalde.de

“Ich bin dann mal weg”

Stark im Service: Walter Giesler. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Walter Giesler gehört zu Friedewalde wie die Uhr zum Kirchturm. Dabei ist er eigentlich gar kein waschechter Friedewalder, wie er sagt, sondern zugezogen aus Hille. “Es hat seine Zeit gedauert, bis ich mich in Friedewalde akzeptiert fühlte, doch irgendwann flutschte es”, sagt der 71-Jährige heute. Das alles ist schon sehr lange her, und nach fast 45 Jahren zieht er nun einen Schlussstrich und schließt sein Geschäft für TV, SAT-Technik und Hausgeräte. “Aus Altersgründen”, wie er sagt. Eine Nachfolge sei nicht geplant, auch stehe der genaue Termin noch aus. “Vielleicht im Juni. Mal sehen.” Walter Giesler möchte mit seiner Ehefrau Edelgard, die er in seiner früheren Zeit als Musiker kennenlernte und mit der er im Jahr 2019 Goldene Hochzeit feierte, den Lebensabend ohne Arbeit und Verantwortung genießen. Sicherlich werden sie auch Zeit mit der Familie ihrer gemeinsamen Tochter Nicole, zu der auch zwei Enkelkinder gehören, verbringen.

Lehre bei Fernseh-Förster in Minden

Seine Eltern sind aus Schlesien und trafen sich nach Ende des 2. Weltkrieges in Hille wieder. Der 1948 geborene Sohn Walter lernte Radio- und Fernsehtechniker bei “Fernseh Förster” in Minden. Und Ehefrau Edelgard ist die Tochter von Helmut Bischoff, der in Stemmer ein Elektroinstallationsunternehmen betrieb. “Ich habe sozusagen die Radio- und Fernsehtechnik mit in die Firma gebracht”, sagt Walter Giesler. Helmut Bischoff baute 1975/76 das Haus mit dem Ladengeschäft an der Lavelsloher Straße 9 in Friedewalde, das mittlerweile  Edelgard und Walter Giesler gehört. Hier wollen sie auch bleiben.

Gehört zum Dorfbild: Das Wohn- und Geschäftshaus von Edelgard und Walter Giesler an der Lavelsloher Straße in Friedewalde. Foto: Privat

“Der Frust war da, keine Frage”

Im November 1976 eröffnete Elektro Bischoff das Geschäft in Friedewalde, wobei Walter Giesler zunächst angestellt war. Seit Anfang der 2000er Jahre führt er die Firma selbstständig. In den Jahren hat er sich einen großen Kundenstamm aufgebaut, darunter sind viele Friedewalder, aber auch viele in Bückeburg oder Bad Oeynhausen beispielsweise. Mittlerweile haben sich die Bedürfnisse der Kunden aber verschoben, und anfangs haderte Walter Giesler mit dem Online-Geschäft, das eine immer stärker werdende Konkurrenz wurde. Mittlerweile hat er die Lage akzeptiert. “Der Frust war da, keine Frage. Aber, so ist der Lauf der Zeit”, so der Radio- und Fernsehtechniker. Was ihn schon immer ausgezeichnet hat, ist Menschlichkeit, Zuverlässigkeit und Kompetenz. “Ich glaube, ich kann ganz gut mit Menschen umgehen. Egal, ob Kind oder Senior – ich habe hier im Laden immer alle ernst genommen und ordentlich bedient”, sagt er. Auch ehrenamtlich hat er sich im Dorf engagiert, wenn man seine Hilfe brauchte. Walter Giesler: “Die meiste Freude haben mir die tontechnischen Veranstaltungen an der Grundschule bereitet.”

Legendärer BMW fährt jetzt in Belgien

Verabschiedet hat sich Walter Giesler schon vor Wochen von seiner großen Leidenschaft – dem Motorsport. Sein legendärer BWM 2002 ist verkauft – in gute Hände nach Belgien. “Mir fehlte zuletzt der Drive, den man für den Motorsport braucht”, erklärt er seine Entscheidung. Nur die Musik, mit der alles begann, die möchte er noch ein bisschen weiter machen. Momentan spielt der Gittarist und Sänger in der Gruppe “Flashback” Oldies zum Genießen. Wie lange noch, das wird man sehen.

Ein Hingucker: Der BMW 2002 von Walter Giesler, hier beim Rennen auf dem “Schleizer Dreieck” in Thüringen. Foto: Katja Lüllwitz

Glasfaser: Über Hille nach Friedewalde

Nur noch einen Schritt: In Stemwede, hier Oppendorf, ragen die bunten Leerrohre schon aus dem Verteiler. Jetzt fehlen nur noch die Hausanschlüsse, die von hier aus vorgenommen werden. Fotos: Jürgen Krüger

Kreis Minden-Lübbecke/Petershagen. Seit Anfang September 2019 rollen die Bagger in Stemwede und Hüllhorst. Dort verlegen Mitarbeiter von Internexio zuerst die Leerrohre. Später blasen sie mit einer speziellen Technik die feinen Lichtwellenleiter (LWL) aus Glasfaser in die Leerohre ein und verlegen die Fasern bis in die Haushalte. In vier Jahren will das Unternehmen aus Hamburg die sogenannten “weißen Flecken” im Mühlenkreis Minden-Lübbecke mit bunten Glasfaserrohren samt LWL ausstatten. Das sind nach eigenen Angaben immerhin 15.600 Häuser. Weiße Flecken sind Gebiete, in denen es Übertragungsraten von weniger als 30 Megabit pro Sekunde gibt, wobei diese Definition schon für reichlich Gesprächsstoff gesorgt hat. In Stemwede hat Internexio bislang 357 Kilometer Leerrohre verlegt und 233 Hausanschlüsse installiert. Doch bis die Daten tatsächlich rauschen, dauert es wohl noch in bisschen. Das gilt auch für den Breitbandausbau in Friedewalde.

Gigabit-Koordinator: Enrico Nauen vom Kreis Minden-Lübbecke.

Lichterfest im Mai

Der große Moment dürfte das sogenannte “Lichterfest” sein. “Das ist der Zeitpunkt, an dem Internexio das Glasfasernetz mit Licht flutet”, sagt Enrico Nauen. Der 41-jährige Verwaltungsangestellte (Bachelor of Laws) arbeitet beim Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Kreises Minden-Lübbecke und ist dort “Gigabit-Koordinator”. Der ehemalige Zeitsoldat kennt so gut wie alle Details zum Breitbandausbau und befindet sich in ständigem Kontakt mit Internexio. Bis zum Lichterfest wird es aber wohl noch bis Mai dauern. Denn Internexio muss erst an zwei Orten des Mühlenkreises sogenannte “technische Service-Standorte” einrichten, an denen die Server und die Steuerung untergebracht sind. Das ist einmal Preußisch Oldendorf und zweitens Minden-Todtenhausen. In Todtenhausen hat Internexio die ehemalige Geschäftsfstelle der Volksbank an der Graßhoffstraße 35 gekauft und lässt sie gerade umbauen. Das “Lichterfest” finde dort statt, wo man als erstes fertig sei, so Enrico Nauen. Die Station in Pr. Oldendorf wird an das Internet-Backbone Hamburg/Frankfurt in Stemwede-Fischerstatt (bei Dielingen) angeklemmt. Ein weitere Backbone-Leitung (Hamburg/Frankfurt) streift Bad Oeynhausen. Während Internexio Ostern anpeilt, schätzt Enrico Nauen den spannenden Moment mit Mai eher etwas konservativer ein.

Technischer Service-Standort: Internexio lässt derzeit das Gebäude der alten Volksbank in Todtenhausen an der Graßhoffstraße 35 herrichten.

Hilfe von Experten holen

In Stemwede dürften nach dem Lichterfest alle angeschlossenen Haushalte das schnelle Internet nutzen können, solange die Hauseigentümer und Unternehmen die technischen Voraussetzungen in ihren Räumen dafür geschaffen haben. Momentan sprechen die Mitarbeiter bei Hausbegehungen mit den Eigentümern durch, wo im Haus sie den Hausübergabepunkt (APL)  installieren sollen. Möglich seien Keller, 1. Obergeschoss oder ein Außenanschluss, wie Enrico Nauen sagt. Von dort an ist der Eigentümer dafür verantwortlich, wie es weitergeht. Wer sich die Installation technisch nicht zutraut, sollte die Hilfe eines Experten in Anspruch nehmen. Eine Liste von Elektrounternehmen sei in Arbeit, wie  Enrico Nauen sagt. Elektro Schlötel, Partner der Friedewalder Website, wäre ein solcher  Glasfaser-Spezialist. Ansprechpartner ist Elektrotechnikmeister Thomas Meier, Telefon (01 51) 55 00 06 66, Email: t.meier@elektro-schloetel.de

Die “letzte Meile” ist Geschichte

Da kaum ein Haushalt oder ein Unternehmen über eine interne Glasfaserstruktur verfügt, braucht man technisch gesehen einen optischen Wandler (ONT), der die Lichtwellen in elektrische Signale umwandelt. Dort wird dann der Router angeschlossen. Die sogenannte “letzte Meile” – das Telefonkabel aus Kupfer für den DSL-Anschluss  – und der bisherige Flaschenhals, sind damit Geschichte. Denn das Glasfasernetz von Internexio ist komplett neu und autark von anderen Netzen. Geschwindigkeiten von 1 Gbit/s im Haus sind mit Netzwerkkabeln ab CAT 6 möglich. Herkömmliche WLAN-Router hingegen schaffen bis zu 300 Mbit/s. Die von Internexio empfohlene Fritz Box  7590 soll immerhin 600 Mbit/s ereichen. Um auf 1 Gbit/s im WLAN-Netz zu kommen, müssten die WLAN-Module über die sogenannte MIMO-Technik verfügen, erklärt Enrico Nauen. Die Server auf der Anbieterseite nutzen in der Regel bereits die Gigabit-Technik, so dass hier keine Engpässe – abgesehen von Überlastungen – zu erwarten sind.

Die Aufrissgenehmigung der Stadt Petershagen fehlt noch

Mit dem geplanten “Lichterfest” im Mai könnten nach der weiteren Leerrohrverlegung, den Hausbegehungen und den Hausanschlüssen alle vorgesehenen Haushalte nach und nach oder straßenabschnittsweise an das ringförmige Glasfasernetz angeschlossen werden und in Betrieb gehen. Momentan buddeln sich die Bagger durch Hille, danach wäre Friedewalde dran. Doch im Augenblick wäre  an der Grenze von Holzhausen zu Friedewalde Feierabend, da die Stadt Petershagen bislang noch gar keine Aufrissgenehmigung für die Erarbeiten erteilt hat, wie Kay Busche bestätigt. “Wir haben bislang von Internexio nur ein paar Pläne vorliegen. Der eigentliche Antrag fehlt noch”, sagt der Leiter der Bauverwaltung. Etwa vier Wochen werde sein Amt benötigen, um den Antrag nach Eingang zu prüfen und die Genehmigung zu erteilen. Und bevor es soweit ist, werde die Stadt Petershagen zunächst einmal Ortsbesichtigungen mit den Leuten von Internexio durchführen. Dort würden Verlegedetails besprochen. Bis Ostern ist zwar noch Zeit, doch die rund 150 Mitarbeiter von Internexio sind offenbar sehr schnell, wie das Beispiel in Stemwede und Hüllhorst zeigt. Gerade einmal fünf Monate brauchten die Hamburger, um die ersten Hausanschlüsse zu realisieren. Auch wenn sich einen Baustopp an der Grenze zwischen Holzhausen und Friedewalde wohl niemand wünscht, so werden die ersten Daten in Friedewalde sicherlich frühestens im Sommer durch die Glasfaserleitungen fegen. Wann welcher Straßenzug und welches Gebäude in Friedewalde dran ist, gibt Internexio rechtzeitig bekannt.

Schön bunt: Leerohre für Glasfaser, hier in Stemwede-Oppendorf.

Glasfaser auch für den Förster

Internexio hat sich verpflichtet,  die Leerrohr-Trassen bis zu jedem förderfähigen Haus zu verlegen. Das gelte auch für abgelegene Gebiete, wie Enrico Nauen verspricht. So werde Internexio auch ein Leerrohr bis zum Försterhaus im Mindenerwald verlegen. Im Vergleich zu Stemwede darf die Anschlussquote in Petershagen-West, unter anderem mit Eldagsen, Meßlingen, Maaslingen, Südfelde und Friedewalde durchaus als enttäuschend bezeichnet werden. Während in Stemwede rund 70 Prozent einen Glasfaseranschluss bestellten, seien bis heute in Petershagen-West von 620 möglichen Anschlüssen lediglich 260 bestellt worden. Das sind rund 40 Prozent. In Friedewalde haben 365 Haushalte die Möglichkeit, einen vom Bund geförderten Glasfaseranschluss zu bekommen mit einem Eigenanteil von 150 Euro (100 Euro Baukostenzuschuss, 50 Euro einmalige Anschlussgebühr) plus zweijährigem Dienstleistungsvertrag (960 Euro in der günstigsten Variante).  Wie viele Friedewalder davon tatsächlich schon bestellt haben, differenzieren die Zahlen nicht. Ein Grund für relativ schwache Nachfage im Vergleich zu Stemwede könnte sein, dass Internexio dort schon vor der Infoveranstaltung mit den Erdarbeiten begonnen hatte. “Da konnten die Leute schon was sehen”, sagt Enrico Nauen. In Petershagen gab es im Dezember 2019 bereits die Infoveranstaltung, von Baggern gab es da noch keine Spur.

Bestellung noch möglich

Beim Glasfasernetz von Internexio handelt es sich um eine “Open-Access-Technologie”. Das heißt, auch andere Anbieter (wie zum Beispiel die Deutsche Telekom) könnten sich theoretisch Kapazitäten bei Internexio mieten und ihren Kunden bereitstellen. Doch das wird wohl noch dauern. Deshalb haben die meisten auch gleich einen Internetzugang (200 Mbit/s, 5000 Mbit/s oder 1 Gbit/s) bestellt. Ein solcher Vertrag ist Bedingung für den Anschluss. Den Glasfaseranschluss für 100 Euro Baukostenzuschuss gibt es allerdings nur für diejenigen, die auch rechtzeitig bestellt haben. Wer jetzt noch ordert, bevor die Aufrissarbeiten am eigenen Haus abgeschlossen sind, müsse den Angaben zufolge momentan 500 Euro Baukostenzuschuss anstatt 100 Euro bezahlen. Auch ein nachträglicher Anschluss sei möglich, dann allerdings zu weit höheren Kosten. Mehr dazu auf der Internetseite von Internexio.

Weitere Informationen

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Im Koalitionsvertrag hat sich die Politik zwei Ziele gesetzt:

  • Bis Ende 2025 soll ganz Deutschland über Gigabit-Netze versorgt werden.
  • Noch in dieser Legislaturperiode sollen alle Gewerbegebiete, Schulen, Krankenhäuser an das Gigabit-Netz angeschlossen werden.

Die große Koalition hat sich verständigt, über vier Jahre hinweg insgesamt 10 bis 12 Milliarden Euro zu investieren.

Breitbandausbau Kreis Minden-Lübbecke

  • 21.000 förderfähige Haushalte (Atlas Breitbandausbau)
  • 110 Millionen Euro Investitionskosten
  • 47.000 km Glasfaser
  • 1.700 km Tiefbauarbeiten
  • Beginn: 2. September 2019
  • Geplante Dauer: Vier Jahre

Ansprechpartner
Enrico Nauen
Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung
Gigabit-Koordinator

Portastraße 13
32423 Minden

Telefon (05 71) 807 23011
Email: e.nauen@minden-luebbecke.de