Hightech in der Kirche

Präsentieren das neue Reportermikrofon: Susanne Kruse (von links), Ilona Kruse, Ortsbürgermeister Karl-Christian Ebenau, Holle Niemann-Ahnefeld, Christine Kruse. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Auch der zweite Test hat funktioniert: das neue Reportermikrofon zeichnete den Gottesdienst mit den Landfrauen in einer sehr guten Qualität auf. Tonaufnahmen in der Kirche sind eine besondere Herausforderung, denn die Lautstärke der einzelnen Beiträge (Lesungen, Predigt, Gesang) variiert. Das Mikrofon pegelt sich aber automatisch selbst ein, so dass eine gleichbleibende Qualität gesichert ist. Die Friedewalder Landfrauen gestalteten diesen Gottesdient mit dem Thema “Wege gemeinsam mit Gott gehen” nicht nur mit, sondern sie luden auch zum anschließenden Stehcafé in das Gemeindehaus ein. Dort gab es Schnittchen, Kaffee und Kuchen.

Simpel zu bedienen: Der Rekorder kann nur “EIN (Roter Knopf) oder AUS (Weißer Knopf).

Investition des Heimatvereins
Das Reportermikrofon ist im Grunde ein mobiles, digitales Gerät für Tonaufnahmen. Seine ganze Stärke zeigt es bei Interviews, denn der Rekorder von Yellowtec ist konzipiert für professionelle Radioreporter. Es ist simpel zu bedienen (kann nur “Ein” und “Aus”), hat einen integrierten USB-Akku sowie ein Batteriefach als Notstromaggregat. Die Tondateien werden auf einer SDHC-Speicherkarte, wie man sie von digitalen Kameras her kennt, abgelegt. Damit lassen sich zum Beispiel kleine Radiobeiträge produzieren und, wie im Beispiel des Gottesdienstes, auf Friedewalde.de veröffentlichen. Aber auch Filmaufnahmen mit dem Handy wertet der Rekorder enorm auf, weil jetzt der Ton passt. Das war bislang bei Handyfilmen ein großes Problem.

Ortsbürgermeister besorgt Spendengelder
Qualität hat ihren Preis. Der Heimatverein hat 979 Euro investiert, um den Friedewalder Bürgerinnen und Bürgern diesen mobilen Rekorder zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung kam aber über eine Spende von der Sparkasse-Minden-Lübbecke in Höhe von 1.000 Euro zustande, die Ortsbürgermeister Karl-Christian Ebenau für das Projekt Mühlenkreis 2.0, bei dem Friedewalde Modelldorf ist, beantragt hatte.

Kostenfreie Ausleihe
Die Friedewalder dürfen sich das neue Reportermikrofon gerne kostenfrei ausleihen, um damit Beiträge für Friedewalde.de zu produzieren. Die Einweisung dauert nur zwei Minuten, weil der Rekorder in der Bedienung absolut einfach konzipiert ist. Ausleihe und Einweisung bietet Jürgen Krüger an, Telefon (0 57 04) 12 18 oder Email post@juergen-krueger.de

Hier der aufgezeichnete Gottesdienst von Sonntag, 14. Oktober 2018

 

Fotos vom Gottesdient

Fotos vom Stehcafé

Oskar des Breitensports

Das sind nur die Jungs: Start des Kinderlaufes beim 8. Friedewalder Mühlenlauf. Foto: Maximilian Harre

Friedewalde/Minden. Der TuS Freya Friedewalde hat sich mit dem 8. Friedewalder Mühlenlauf für die sogenannten “Sterne des Sports” beworben, nach eigenen Angaben “Deutschlands wichtigster Vereinswettbewerb im Breitensport” und wird auch als “Oskar des Breitensports” bezeichnet. Der Deutsche Olympische Sportbund und die Volksbanken Raiffeisenbanken zeichnen Sportvereine aus, die sich über ihr sportliches Angebot hinaus besonders gesellschaftlich engagieren. Der Wettbwerb verläuft dreistufig: Kreisebene (Bronze; Siegprämie 1.500 Euro), Landesebene (Silber, Siegprämie 2.500 Euro), Bundesebene (Gold, Siegprämie 10.000 Euro). Die Sieger der Kreise qualifizieren sich für Preisverleihung auf Landesebene, und die Sieger der Landeswettbewerbe qualifizieren sich für die Preisverleihung auf Bundesebene. Letzteres haben aus dem Kreis Minden-Lübbecke bislang der SV 1860 Minden (2016) und der TuS Möllbergen (2015) geschafft. Eine Jury wählt jeweils die Preisträger aus, es ist für die Bevölkerung also nicht möglich, mitzustimmen.

Konzept, Kinder, Kommunikation
Zunächst steht die Preisverleihung auf Kreisebene an. Die ist am Donnerstag, 20. September 2018, um 18 Uhr im Verwaltungsgebäude der Volksbank Mindener Land. Der 8. Friedewalder Mühlenlauf war ein ganz besonderer Volkslauf. Zum ersten Mal gehörte der Mühlenlauf zur Mühlenkreisserie. Entsprechend erhöhte sich die Teilnehmerzahl auf 961 Finisher, womit der Friedewalder Mühlenlauf in etwa auf Augenhöhe mit dem Mindener Volkslauf (999 Finisher), größter Volkslauf im Mühlenkreis, liegt. Einzigartig im Kreis Minden-Lübbecke, aber auch landesweit bemerkenswert, ist sicherlich, dass beim 8. Friedewalder Mühlenlauf sage und schreibe 443 Kinder und Jugendliche mitmachten. Punkten möchten die Verantwortlichen des Friedewalder Mühlenlaufes aber auch mit dem Himmelfahrtskonzept, dem speziellen Kinderlauftraining drei Tage vor dem Wettbewerb und der vereinseitigen multimedialen Kommunikation (http://muehlenlauf.friedewalde.de). Der Himmelfahrtstag wurde im Jahr 2004 vom TuS Freya Friedewalde konzipiert als friedliche und freundliche Alternative zu den anderorts üblichen Trinkgelagen. Hier die komplette Bewerbung des TuS Freya Friedewalde für die Sterne des Sports. Um die Sterne des Sports 2018 im Kreis Minden-Lübbecke beworben haben sich sieben Sportvereine:

  • 1. Ruderclub Minden (Erhalt des Ruderns als Schulsport durch Kooperation mit dem Gymnasium Petershagen
  • ADFC Minden-Lübbecke (Radfahren – Abbau von Bewegungsmangel bei jedem Wetter, Vorbeugung vor Vereinsamung: zu vielen Gelegenheiten super zu nutzen)
  • Kanu-Club Minden (Kanutouren für Menschen mit Demenz – das geht!)
  • SV 1860 Minden (Vereinsfusion: Die richtige Antwort auf die geänderten Ansprüche der Mitglieder)
  • SuS Neuenbaum (DreXlauf)
  • TSV Hahlen (Handballcamp)
  • TuS Freya Friedewalde (Der Friedewalder Mühlenlauf)

Teilnehmer des TuS Friedewalde an der Siegerehrung: Arne Wohl (Sportwart TuS Friedewalde), Claudia Heiden, Uwe Bergner, Christiane Bergner und Jürgen Krüger (alle Organisatoren Mühlenlauf). Lauftreff-Mitgründerin Lisa Niedringhaus kann leider nicht teilnehmen, da sie sich im Urlaub befindet.

 

Psy Vision und Lichtkunst in Wegholm

Petershagen Friedewalde Wegholm // Diplom-Volkswirt Jürgen Krüger, Lavelsloher Straße 31, 32469 Petershagen // Telefon 0049 1718389291 // Email: post@juergen-krueger.de // www.juergen-krueger.de

Klein-Gallien: Das Veranstaltungsgelände samt Campingplatz an der Wegholmer Mühle aus nördlicher Sicht. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde-Wegholm. Das kleine Wegholm könnte es durchaus noch zu einer gewissen Berühmtheit schaffen. Denn von Freitagabend, 31. August 2018, bis Sonntagmorgen, 2. September 2018, feiern in dem kleinen Wäldchen an der Wegholmer Mühle rund 300 Goa-Fans ihr Festival “Psy Vision”. Organisator Sascha Kleine vom Mindener Stellwerk ist bestens gelaunt. “Es sieht alles sehr gut aus. Die Psy Vision gilt mittlerweile als eines der schönsten Psytrance-Festivals in Nordrhein Westfalen, wie mir viele DJ’s versichert haben”, sagt der 45-Jährige, der das Goa-Festival unter anderem innerhalb der geschlossenen Facebookgruppe “Stampfgemeinde Minden” organisiert.

Petershagen Friedewalde Wegholm // Diplom-Volkswirt Jürgen Krüger, Lavelsloher Straße 31, 32469 Petershagen // Telefon 0049 1718389291 // Email: post@juergen-krueger.de // www.juergen-krueger.de

Klein-Gallien: Das Veranstaltungsgelände samt Campingplatz an der Wegholmer Mühle aus südlicher Sicht. Foto: Jürgen Krüger

Tickets online und an der Abendkasse
Zugesagt haben 21 Discjockeys, die auf der Hauptbühne auflegen. Zehn weitere sorgen im sogenannten “Chillzelt” für die passende musikalische Atmosphäre. Gespielt wird elektronische Musik. Psy Vision in Wegholm (siehe auch Ankündigung von Jessica König) öffnet offiziell am Freitag um 18 Uhr und endet am Sonntag zwischen 8 Uhr und 11 Uhr. Die Eintrittspreise an der Abendkasse betragen nach Angaben von Sascha Kleine 35 Euro für das gesamte Wochenende und 20 Euro ab Samstag 22 Uhr. Mit 25 Euro ist das große Veranstaltungsticket im Vorverkauf deutlich günstiger. Allerdings gebe es online nur noch die Möglichkeit, per Paypal zu zahlen, wie Sascha Kleine sagt. Die Tickets gibt es unter www.goa-festival.eu. Zudem ist auf dem Feld von Holger Kruse ein Campingplatz eingerichtet. Weitere Informationen dazu gibt es direkt bei Sascha Kleine unter Telefon (01 72) 5 96 48 81.

Besuch in der Nachbarschaft
Die Psy Vision wird man über das Veranstaltungsgelände hinaus hören, allerdings halte sich der Lautstärkepegel in Grenzen, wie Sascha Kleine verspricht. Um die Nachbarschaft auf das Goa-Festival vorzubereiten, habe er am Sonntag, 26. August 2018, sage und schreibe 26 Häuser “Richtung Friedewalde” abgeklappert. Die Wegholmer Anwohner werde er ebenfalls noch besuchen. “Wir haben die besten Nachbarn, die man sich vorstellen kann”, lobt Sascha Kleine die unmittelbar betroffenen Anwohner. Bereits im Vorjahr hatte der Psy-Vision-Veranstalter den persönlichen Kontakt zu den Wegholmern und Friedewaldern gesucht.

Lichtinstallation von Oliver Roth an der Wegholmer Mühle
Dauerhafte elektronische Musik sowie Licht- und Lasershows inmitten der Natur prägen die Psy Vision. Doch neben der audiovisuellen Kunst auf dem Veranstaltungsgelände sorgt in diesem Jahr der Mindener Lichtkünstler Oliver Roth dafür, dass die Wegholmer Mühle in einem völlig anderen Glanz erscheint. Und das Ergebnis gibt es wahrscheinlich schon in der Donnerstagnacht, 30. August 2018, zu sehen. “Der gesamte Aufbau beginnt am Mittwoch, und wir wollen in der Tat versuchen, die Lichtinstalltion an der Wegholmer Mühle schon ab Donnerstag zu zeigen – sowie Freitag und Samstag natürlich bei Einbruch der Dunkelheit”, sagt Sascha Kleine. Wie die Lichtinstallation aussehen könnte, verrät der kleine Film von der Lichtinstallation an der Dützer Mühle, die Oliver Roth auf seiner Facebookseite veröffentlicht hat.

 

Lichterfest an der Mühle in Dützen, neben der stimmungsvollen Illumination des gesamten Geländes, kam unser mobiler Springbrunnen inkl. 5000 Liter Becken zum Einsatz, sowie eine Gobo-Projektion auf die Bruchstein Rückseite der Mühle und als Highlight eine 6min lange und speziell auf die Mühlen Fassade zugeschnittene Video Projektion.

Gepostet von Licht-Ereignis-Manufaktur am Sonntag, 12. August 2018

Neu: Boule in Friedewalde

Boule in Friedewalde: Stefan Brandt (hintere Reihe von links), Dieter Brandt, Michael Thielking; Nicole Beermann (vordere Reihe von links), Gerhard Beermann, Angelika Dreier. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Was aus einer Bierlaune heraus entstand, hat sich mittlerweile in Friedewalde organisiert: im Dorf gibt es eine Boule-Mannschaft. Gerhard Beermann ist so etwas wie der Mannschaftsführer der momentan dreizehn Mitglieder umfassenden Boule-Gruppe. Und es dürfen gerne noch ein paar mehr werden. “Wir sind offen für alle und freuen uns, wenn wir neue Mitglieder bekommen”, sagt Gerhard Beermann. Einen Verein zu gründen sei momentan aber nicht geplant, dennoch spielt die Friedewalder Boulemannschaft in der Petershäger Stadtliga II und hatte kürzlich die Mannschaften von Hävern und Buchholz zu Gast. Gegen Buchholz gab es eine 6:8-Niederlage, gegen Hävern II feierten die Friedewalder mit 13:4 ihren ersten Saisonsieg.

Barrierefreie Doppelbahn geplant
Ausgetragen wurde der Spieltag auf der Aschebahn am Sportplatz. “Die Bahn ist grauenhaft”, sagte eine der Gästespielerinnen. Die Aschebahn sei ohnehin nur ein Prosvisorium, wie Gerhard Beermann sagt. “Wir möchte eine barrierefreie Doppelbahn bauen, weil Boule auch von Menschen mit Handicap gespielt werden kann”, so der 67-Jährige. Als Standort habe sich die Gruppe eine Fläche an der Turnhalle hin zum Radweg ausgesucht und auch schon mit der Stadt Petershagen als Grundbesitzeigentümerin gesprochen. “Wir haben grünes Licht bekommen”, sagt Gerhard Beermann. Allerdings müsse die Boulegruppe mit dem Beginn der Bauarbeiten so lange warten, bis die Sanierung der Turnhalle abgeschlossen sei. Vom Heimatverein Friedewalde gab es 1.000 Euro Unterstützung, die jeweils als 500-Euro-Spende von der Volksbank Mindener Land sowie der Sparkasse Minden-Lübbecke stammen. Angeliefert sind bereits gesponserte Betonplatten für die Umrandung.

Ein ganz einfaches Spiel
Enstanden ist die Boule-Gruppe im Sommer 2017, als sich der Fanclub von Werder Bremen, der sich oft bei Gerhard Beermann trifft, in Hävern bei Helmut Hachmeier zu Gast war. Dort war auch Uwe Schäkel, Spielleiter der Petershäger Bouleliga, die Friedewalder Fußballfans mit zur Boulebahn. “Das hat richtig Spaß gemacht”, schwärmt Gerhard Beermann. Daraufhin entsteht auch in Friedewalde eine Boulemannschaft. Boule ist ganz einfach und für nahezu jedes Alter geeignet. Vom Prinzip her muss man eine Stahlkugel möglichst nahe an eine kleine Zielkugel werfen. Im Ligaspielbetrieb gewinnt der, der zuerst 13 Punkte hat oder wer nach maximal einer halben Stunde Spielzeit die meisten Punkte hat. Boule lässt sich aber prima außerhalb einer Liga spielen.

Wer sich für das neue Sportangebot in Friedewalde interessiert, sollte sich mit Gerhard Beermann unter Telefon (0 57 04) 15 95 in Verbindung setzen. “Wir haben noch kein regelmäßiges Training, sondern sprechen uns ab”, sagt er. Mehr zur Boule-Liga: www.boule-petershagen.de

“In Friedewalde lacht mich keiner aus”

Idylle auf dem Land: Annika Lüttge (links) und ihre Familie haben nicht nur ein Bett im Garten, das als Hochbeet genutzt wird, sondern sie hatten auch Platz für weitere Betten im Haus. Hildegard Heidger (Mitte) und Ingrid Peitzmeier nutzen das Betreute Wohnen in der Familie – ein Wohnangebot für Menschen mit Behinderung mit Familienanschluss. Fotos: Anke Marholdt

Friedewalde (AM). Familie Lüttge hat ein Bett im Garten. Es wurde im Haus nicht mehr gebraucht und ist jetzt ein ideales Hochbeet für Kräuter, Salat und anderes Gemüse. Im Haus war Platz für weitere Betten, deswegen hat zunächst die Familie von Anita Lüttge und später auch ihre Tochter Annika die Türen für Gäste geöffnet. Ein Mann, der mittlerweile im Rentenalter ist, lebt seit fast 13 Jahren dort. Ingrid Peitzmeier ist vor vier Jahren nach Friedewalde umgezogen, zwei Jahre später Hildegard Heidger. Familienanschluss haben alle drei, ebenso wie ein junger Mann, der als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen ist.

Für Ingrid Peitzmeier ist damit ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen: „Ich wollte gerne auf dem Bauernhof leben.“ Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist der Hof von Familie Lüttge schon lange nicht mehr, aber es gibt Ponys, Pferde, Katzen und Hunde. Das ist genau das, was sich die  65-Jährige gewünscht hat. Sie macht gerne einen kleinen Spaziergang zu den Ponys oder beobachtet die Katzen, wenn sie auf ihrem Lieblingsplatz vor dem Haus sitzt und dort gerne mit Oma Frieda, dem ältesten Familienmitglied der Familie Lüttge, einen Plausch hält. Für Hildegard Heidger war es ganz wichtig, dass ihr Hund Patita ebenso herzlich in der Familie aufgenommen wurde, wie sie selbst. Auch die Frührentnerin liebt Tiere und hat eine der kleinen Hofkätzchen mit der Flasche aufgezogen.

„Die andere Katze heißt Kai. Ich habe ihr den Namen Kai gegeben“, berichtet Peitzmeier stolz, die sich irgendwann einen Besen gesucht und den Hof gefegt hat: „Das mussten wir früher immer im Goldkreuz machen“, berichtet Peitzmeier, die seit ihrem vierten Lebensjahr auf dem Wittekindshofer Gründungsgelände in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen gelebt hat. Heute nutzt sie das Betreute Wohnen in Familien und lebt bei Familie Lüttge. Sie hat ein eigenes Zimmer und zusammen mit Hildegard Heidger eine kleine Wohnung mit Bad und Küche. Zum Mittagessen treffen sich am Wochenende alle im Untergeschoss. In der Woche ist die Runde kleiner, weil die einen bei der Arbeit sind oder an Tagesstrukturierenden Angeboten teilnehmen, die der Wittekindshof für Menschen mit Behinderung im Rentenalter anbietet.

„Hildegard hat viele Ideen, was wir kochen könnten. Wir probieren es zusammen aus. Wir haben auch schon viel frisches Gemüse aus unserem Bett im Garten verarbeitet. Sie hilft gerne beim Kochen und Backen und hat viele Handgriffe bereits gelernt“, berichtet Annika Lüttge, die sich freut, dass die beiden Frauen sich auch um die Spülmaschine kümmern und die Wäsche legen. Regelmäßig fährt Anita Lüttge mit Ingrid Peitzmeier zum Einkaufen, weil der Fußweg zu weit ist. Hildegard Heidger erledigt Einkäufe selbständig mit ihrem Fahrrad: „Radfahren habe ich erst hier gelernt, jetzt bin ich oft unterwegs und die Menschen grüßen mich freundlich. Keiner lästert, weil ich mit drei Rädern fahre“, freut sich die Frührentnerin, die früher auch mal ganz alleine in einer Wohnung gelebt hat, aber von Nachbarn Hänseleien erlebt hat auch wegen ihres Hundes Patita, der auf drei Pfoten läuft. Sie freut sich, dass sie durch das Fahrrad viel mobiler und selbständiger geworden ist. Trotzdem genießt sie gemeinsame Ausflüge und erinnert sich besonders gerne an den ersten Besuch im Dorfgemeinschaftshaus: “Da habe ich zum ersten Mal in meinem Leben getanzt. Hier in Friedewalde lacht mich keiner aus!“.

Annika und Anita Lüttge und ihr Ehemann Wilhelm haben die Entscheidung, fremden Menschen in ihr Haus und in ihre Familie aufzunehmen, noch nie bereut. „Das Zusammenleben macht einfach Spaß. Wir helfen, wo es nicht alleine klappt, und überlegen gemeinsam, wenn sie uns um Rat fragen. Wir hören so oft ein Dankeschön, da lernt man die kleinen Dinge wieder zu schätzen“, berichtet Anita Lüttge, die wie ihre ganze Familie froh ist, dass sie auch selbst Unterstützung durch das Wittekindshofer Fachteam bekommt: „Regelmäßig kommt eine Mitarbeiterin vorbei und wir besprechen alles, was anliegt. Außerdem können wir zwischendurch immer anrufen und wenn wir selbst mal nicht für die Betreuung sorgen könnten, organisiert das Wittekindshofer Team eine Alternative.“

Seitdem vor wenigen Monaten ein Zeitungsbericht erschienen ist, wird vor allem Annika Lüttge, die im Lebensmitteleinzelhandel arbeitet, immer wieder angesprochen auf das Wohnangebot für Menschen mit Behinderung im privaten Lebensumfeld: Im Juli hatten sie deswegen zu einem Infotag eingeladen, denn sie wollen anderen Familien und Einzelpersonen Mut machen, die Türen für einen Menschen mit Behinderung zu öffnen: „Es gibt doch in unserer Gegend so viele Menschen, die Platz im Haus haben. Wer Familienanschluss bietet, bekommt ganz viel Schönes zurück“, sind sich alle Angehörige der Familie Lüttge einig.

Dieser Beitrag, inklusive Fotos, stammt von Anke Marholdt, Pressesprecherin Wittekindshof


Betreutes Wohnen in Familien
Betreutes Wohnen in Familien ist ein Wohnangebot mit Familienanschluss für Menschen mit Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung. Entscheidend ist nicht der Trauschein, sondern die Bereitschaft, eine Person aufzunehmen, mit ihr den Alltag zu teilen und da zu unterstützen, wo es nötig ist. Das Wittekindshofer Fachteam begleitete und unterstützt die Familien und kümmert sich um alternative Betreuung bei Urlaub und Krankheit. Beim Wittekindshofer Fachteam haben sich mehrere Personen mit Behinderung oder Beeinträchtigungen gemeldet, die Familienanschluss suchen und in der Stadt leben wollen. Deswegen sucht das Fachteam zurzeit ganz konkret auch Familien und Einzelpersonen in Minden und anderen Städten. Kontakt: Wittekindshof, SoLe-Bereichsleitung Kirsten Lüking, Telefon: (05731) 303 70-25 oder kirsten.lueking@wittekindshof.de

Weitere Infos
https://www.wittekindshof.de/wohnen/familien/

Wer sind die Veggie Sisters?

Sie sind die Veggie Sisters: Holle (links) und Anne Niemann. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Sie heißen Easy going, Posh & Spice, Prince, Cheeky Shot, 6 Pack Power und Twins. Das sind aber keine neuen Trendsportarten, obwohl sie einem Trend folgen: Fitness- und Ernährung. Hinter den englischprachigen Begriffen verbergen sich Gemüsearten. Zur Gruppe Easy going gehören etwa die Landgurke Swing, die Gurke Diamant und der Kürbis Uchiki Kuri. Heiß, scharf und pikant wird es bei Posh & Spice mit der Mexico Chili Jalapeno Fundador, der Tomatenpaprika Pritavit und der italienischen Paprika Toscana. Produziert werden die peppigen Gemüsesorten aber nicht in exotischen Ländern, sondern in Friedewalde – von den Veggie Sisters.

Geistesblitz von Tochter Merle
Anne und Holle Niemann sind die Veggie Sisters, die Gemüseschwestern. Sie sind in Friedewalde groß geworden und als Kinder über die Felder und Wiesen “gestromert”, wie sie sagen. “Meist allerdings haben wir uns auf dem großen Gartenbaubetrieb unserer Eltern aufgehalten, der bis heute unser Fixpunkt ist”, sagt Holle Niemann. Auf rund 40 Hektar Feldern zieht die Familie Niemann seit den 1950er Jahren selbst Gemüsepflanzen groß. Die Schwestern Holle und Anne dachten schon im Jahr 2016 über ein Gemüse-Sortiment speziell für junge Familien und Veggie-Fans nach. Im Team mit beyond-flora entstand die Idee und mit einem großartigen Geistesblitz von Annes Tochter Merle später der Name „Veggie-Sisters”.

International ausgerichtet
“Ich wollte immer schon mal meine eigene, neue Marke entwickeln”, sagt Anne Niemann. Mit Erfolg, denn die Veggie Sisters vertreiben ihre neuen Produkte nicht nur deutschlandweit, sondern auch in England, Holland und in der Schweiz. Anne Niemann: “Die englische Sprache der Marke soll dazu beitragen, auch international bekannt zu werden.” Mit ihrer Idee und ihrer Geschichte schafften es Anne und Holle Niemann jetzt sogar auf die Titelseite des Gartenbau-Magazins DEGA.

Veggie Sisters
Gärtnerei Anne Niemann

Galgenfeld 15
32469 Petershagen

Telefon (0 57 04) 16 42 52

www.veggie-sisters.de

Der Sonne entgegen: Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach von Autohaus Meier. Foto: Jürgen Krüger

Strom aus Sonne

Der Sonne entgegen: Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach von Autohaus Meier. Foto: Jürgen Krüger

Der Sonne entgegen: Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach vom Autohaus Meier. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Laut Bundesverband Solarwirtschaft sind im Jahr 2017 in Deutschland 67.300 Solaranlagen neu installiert worden. Eine davon befindet sich auf dem Hallendach vom Autohaus Meier. In nur zwei Wochen installierten die Monteure die Anlage mit einer Nennleistung von 95,4 kWp (Kilowatt Peak). Dabei handelt  es sich nach Angaben von Marcel Borm vom Autohaus Meier um “360 Polykristalline Hochleistungsmodule vom Hersteller Canadian Solar CS6”.

Die Anlage liefert 40 Prozent des im Betrieb benötigten Stroms
Seit November 2017 produziert die neue Solaranlage rund 40 Prozent der benötigten Strommenge des Betriebes, speist aber zudem den nicht selbst genutzten Strom ins öffentliche Netz ein und bekommt dafür den im Erneuerbaren-Energie-Gesetz festgelegten Tarif. “Wir haben uns für die Investition entschieden, um eine Alternative zu den ständig steigenden Strompreisen zu haben”, sagt Marcel Borm. Die installierten Solaranlagen in Deutschland haben laut Bundesverband Solarwirtschaft im vergangenen Jahr knapp 40 Terrawattstunden (40.000 Millionen Kilowattstunden) Strom produziert, was rein rechnerisch ausreiche, um den Jahresstrombedarf von 11,4 Millionen Haushalten zu decken.

Vier Jubelkonfirmationen

Jubiläum 60 Jahre: Beim Foto der diamantenen Konfirmation waren ausschließlich Männer anwesend. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Großer Bahnhof bei der Evangelischen Kirchengemeinde Friedewalde-Stemmer: gleich vier Jubelkonfirmationen standen am Sonntag, 10. Juni 2018, auf dem Programm. Gefeiert wurden ein doppelter Jahrgang bei der Goldenen Konfirmation (50 Jahre), die Diamantene Konfirmation (60 Jahre), die Eiserne Konfirmation (65 Jahre) sowie die Gnadene Konfirmation (70 Jahre). Nach den Begrüßungsworten durch Pfarrer Thomas Salberg und dem Foto zogen die Jubelkonfirmanden in die Kirche zu Friedewalde ein und feierten einen Gottesdient. Als Eingangslied sang die Gemeinde “Geh aus, mein Herz”, vor der Predigt durch Pfarrer Salberg “Ich lobe dich von ganzer Seelen” und nach der Predigt “Lass mich, o Herr, in allen Dingen”.

50 Jahre: Goldene Konfirmation, ein doppelter Jahrgang. Foto: Jürgen Krüger

65 Jahre: Eiserne Konfirmation. Foto: Jürgen Krüger

70 Jahre: Gnadene Konfirmation. Foto: Jürgen Krüger

 

Truck Stop spielt in Meßlingen

Live beim 2. Truckertreffen: Truck Stop – die erfolgreichste deutsche Countryband aller Zeiten. Foto: Christian Barz

Petershagen-Meßlingen (jk). Wenn bei Wiese Fahrzeugbau am 16. und 17. Juni das 2. Truckertreffen samt Sommerfest steigt, dann dürfen sich die Besucher auf einen ganz besonderen Höhepunkt freuen: Mit Truck Stop tritt am Samstag, 16. Juni, die erfolgreichste deutsche Countryband aller Zeiten in Petershagen-Meßlingen auf. „Ich freue mich total über die Zusage“, sagt Geschäftsführer Dirk Wiese. Truck Stop wird von 19 Uhr bis um 21 Uhr live spielen. Der Eintritt ist frei.

Zunächst englischprachig
Die Band gründet sich 1973 in Hamburg und spielt zunächst nur englischsprachigen Country, Rock‘n Roll und Bluegrass. Gründungsmitglieder sind Burkhard „Lucius“ Reichling, Günter „Cisco“ Berndt, Wolfgang „Teddy“ Ibing, Rainer Bach, Erich Doll und Eckhart Hofmann. Zwischen 1973 und 1977 bringt Truck Stop vier Alben in englischer Sprache heraus. Stilistisch orientierten sie sich an den bekannten, amerikanischen Country Stars, wie Johnny Cash und Kris Kristofferson, aber auch an Rock’n Roll-Größen, wie Fats Domino und Chuck Berry.

Truck Stop will deutsch singen
Die Band nimmt dennoch einen Stilwechsel vor: Sie will in deutscher Sprache singen. Das hatte bis dahin keiner gewagt. Unterstützung für Komposition und Text bekommen sie von Claus-Dieter Eckhardt („Take It Easy, altes Haus“, „Louisiana Ladies“) und Holger Grabowski („Ich möcht´ so gern Dave Dudley hör’n“). Bereits mit ihrem ersten deutschsprachigen Country Album „Zu Hause“ landet Truck Stop zwei Single-Hits mit „Die Frau mit dem Gurt“ und „Ich möcht‘ so gern Dave Dudley hör`n“, für den sie auch eine Goldene Schallplatte erhalten.

Die Band ändert sich
Das Gesicht der Country-Band hat sich mittlerweile verändert, die gute Musik aber ist geblieben. 1976 verlässt Eckart Hofmann, Saxophonspieler und Flötist, die Band. Auch Rudolf Steinmetz, ab 1977 als Bassist bei der Band, scheidet ein Jahr später wieder aus. Für ihn kommt 1978 Uwe Lost. Anfang der Achtziger kommmt der Däne Nils Tuxen als Ersatz für Rainer Bach zur Band, der kurzzeitig musikalisch pausiert. Tuxen ist einer der wenigen Musiker in Europa, der Pedal Steel Guitar spielen können. Er bleibt auch nach Bachs Rückkehr als Musiker und Komponist mit der Band eng verbunden. 1983 verlässt Rainer Bach die Band aus beruflichen Gründen, Knut Bewersdorff wird festes Mitglied der Elbe-Cowboys. Dirk Schlag kommt 2003 zur Band, da Erich Doll aus gesundheitlichen Gründen seinen Cowboyhut an den Nagel hängen musste. Er bleibt bis 2013.

Zwei Gründungsmitglieder leben nicht mehr
Lucius Reichling stirbt unerwartet im Jahr 2012 im Alter von 65 Jahren an den Folgen  einer Lungenentzündung. Nur ein Jahr später nimmt Cisco aus gesundheitlichen Gründen musikalisch seinen Hut. Er verstirbt 2014. Teddy, Uwe und Knut denken darüber nach, die Band aufzulösen. Doch bestärkt durch den Zuspruch der Fans entscheiden sie sich für einen Neuanfang. Am Mikrofon steht heute Andreas Cisek, Chris Kaufmann spielt E-Gitarre und Tim Reese Fiddle, Gitarre, Banjo und Mandoline.

300 Show Trucks aus ganz Deutschland
Beim 2. Truckertreffen erwarten die Organisatoren mit 300 Show Trucks aus ganz Deutschland in etwa doppelt so viele wie bei der Premiere vor zwei Jahren. „Das wird ein riesiges Familienfest, bei dem die Trucker im Mittelpunkt stehen“, sagt Bodo Östreich. Der 43-jährige Minderheider ist selbst ein erfahrener LKW-Fahrer und in der deutschen Truckerszene bestens vernetzt. Gemeinsam mit Dirk Wiese, Sven Platz und dem 15-köpfigen “Team Truckertreffen” hat er die Großveranstaltung organisiert. Weitere Höhepunkte neben Truck Stop sind sicherlich der Auftritt der Mindener Sängerin Kimberly Östreich am Samstagabend sowie der eines Andreas-Gabalier-Doubles am Sonntag. Spektakulär dürften auch die LKW-Lichtershow am Samstagabend sowie die Hubschrauber-Rundflüge, die vor Ort buchbar sind, an beiden Festtagen sein. Dirk Wiese: “Wir freuen uns auf möglichst viele Besucher. Ganz herzlich bedanken möchte ich mich jetzt schon bei den Truckern, die bei uns ihre Fahrzeuge präsentieren, sowie den fleißigen Organisatoren und Helfern. Das ist sensationell.”

Programm

Samstag, 16. Juni
7 Uhr bis 12 Uhr
Eintreffen der Solo-Fahrzeuge

11 Uhr
Öffnung Festgelände mit 300 Show-Trucks: Bull Riding, ferngesteuerte Mini-Trucks, Hubschrauber-Rundflüge, JoGoBar, Imbisswagen, Getränkewagen, Kinderkarussell, Hüpfburg, Bubble Water Ball u.v.m.

18.30 Uhr
Live Musik Kimberly Oestreich

19 Uhr
Live Musik Truck Stop

21 Uhr
LKW-Lichtershow

Sonntag, 17. Juni
11 Uhr Öffnung Festgelände mit 300 Show-Trucks: Bull Riding, ferngesteuerte Mini-Trucks, Hubschrauber-Rundflüge, JoGoBar, Imbisswagen, Getränkewagen, Kinderkarussell, Hüpfburg, Bubble Water Ball u.v.m.

14 Uhr und 16 Uhr
Live-Musik mit Time-4-Less

15 Uhr
Auftritt Double Andreas Gabalier

18 Uhr Ende

Hier geht es zum Bericht über das 1. Truckertreffen

Mühlenlauf: Jens Große

Freund des Breitensports:  Prof. Dr. Jens Große, hier am Hochkreuz des Nordfriedhofs in Minden. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Nein, einen Marathon zu laufen, strebe er nicht an. “Mir geht es tatsächlich um den Ausgleich, weil ich letztendlich acht Stunden am Tag eigentlich nur sitze”, sagt Jens Große, Professor für Journalismus und Unternehmenskommunikation, der den Campus Hannover der Fachhochschule des Mittelstandes Bielefeld leitet. Dreimal die Woche, vielleicht jeweils eine dreiviertel Stunde für Ausdauer und Fettverbrennung. “Ein Highlight von mir sind sind Treppenläufe am Hochkreuz des Nordfriedhofs in Minden. Das geht so richtig schön auf die Oberschenkel”, sagt der 52-Jährige, der seit zehn Jahren Präsident des Kreissportbundes Minden-Lübbecke ist. Beim 8. Friedewalder Mühlenlauf wird er die zehn Kilometer laufen. Eine spezielle Vorbereitung dafür mache er zwar nicht, doch würde er die Laufeinheiten mit Blick auf den Wettkampfmodus anpassen. “Ins Ziel will ich kommen. Das wäre ja nun peinlich, wenn der Präsident des Kreissportbundes nach sieben Kilometern zusammenbrechen würde”, sagt er.

Holzhacken als Kraftsport
Dass Jens Große mit einem Stück Holz redet, liegt nicht daran, dass er wahnsinnig geworden ist, sondern daran, dass er gewonnen hat. „Jetzt hast du verloren“, erfährt es ihm, als er seine Spaltaxt in ein großes Stück Buchenholz rammt. „Das hört man“, jubiliert der Professor, der sich Holzhacken als Kraftsportart ausgesucht hat. Dazu fährt er nach Friedewalde in den Mindener Wald. Dort hat Förster Carsten Bölts sein Domizil. Und der kennt sich mit den Bedürfnissen der modernen Welt ziemlich gut aus. „Für gestresste Leute, die gerne Holz hacken möchten, habe ich extra einen Sicherheits-Hauklotz gebaut“, sagt der Förster. Dazu hat er einfach nur einen Autoreifen auf einen Holzklotz genagelt. Dorthinein kommen die gespaltenen Baumscheiben, aus denen dann Leute wie Jens Große ofengerechte Scheite spalten. Der Sicherheits-Hauklotz sorgt dafür, dass die Scheite nicht zur Seite fliegen und jemanden verletzen.

“Man ist an der frischen Luft”
Holzhacken als Sportart? Was ist da schief gelaufen? „Ich muss sowieso Holzhacken, weil wir zu Hause einen Kaminofen haben. Da bietet sich das sportliche Holzhacken ja an. Es ist eine schöne Sache. Man ist an der frischen Luft, man ist alleine für sich und hat keine Menschen um sich herum, die mit Kopfhörern irgendwelche Musik hören und Hantelscheiben auflegen – das ist überhaupt nicht mein Ding. Ich mag den Freiluftsport“, sagt Jens Große. Von Förster Carsten Bölts gab es noch ein paar technische Tipps, wie der perfekte Schlag aussieht. Große: „Manchmal gelingt es einfach nicht, die Baumscheibe zu spalten, weil die Struktur zu verwachsen ist oder weil ein Ast drin ist. Dann kann ich auch schon mal fluchen. Mittlerweile “ist ein beachtlicher Stapel Holzscheite zusammen gekommen. Was damit geschieht, entscheiden Große und Bölts später. Der gebürtige Ostfriese (Leer) wird dem Förster sicherlich ein angemessenes Honorar zugestehen. Bis dahin wird er weiter fleißig Holzhacken und den Holzscheiten seine Meinung sagen.

Mühlenlauf: Stephan Bretthauer

Erholte sich von einer Lungenembolie: Stephan Bretthauer, Sieger der Mühlenkreisserie, läuft beim 8. Friedewalder Mühlenlauf den Halbmarathon. Foto: Jürgen Krüger

Petershagen (jk). Wenn Stephan Bretthauer beim 8. Friedewalder Mühlenlauf antritt, dann steht für ihn die Titelverteidigung an zweiter Stelle. Der 43-Jährige hat im vergangenen Jahr die sogenannte “Serie 2” der Mühlenkreisserie Minden-Lübbecke gewonnen und möchte zwar seinen Erfolg nach Möglichkeit wiederholen, allerdings nicht um jeden Preis. Der Bankkaufmann, der für den SV 1860 Minden startet, ist nämlich froh, dass er überhaupt wieder laufen kann. Bei Bretthauer hatte sich im November 2017 eine tiefe Venentrombose im linken Unterschenkel entwickelt, woraus eine lebensbdrohliche, beidseitige Lungenembolie entstand. “Die Trombose habe ich leider erst bemerkt, als ich schon mehrere Tage mit akuten Atembeschwerden versucht habe zu laufen. Gott sei Dank habe ich die Läufe abgebrochen”, sagt der Gewerbekundenberater der Volksbank Mindener Land. “Die Diagnose war ein schwerer Schlag.”

Lauftraining wieder aufgenommen
Mittlerweile hat sich Stephan Bretthauer von seiner schweren Krankheit erholt und das Lauftraining wieder aufgenommen. Er tastet sich behutsam an seine alte Leistungsstärke heran, auch wenn das ein weiter Weg ist. “Die Embolie hat dafür gesorgt, dass einiges an Leistungsfähigkeit verloren geht und man auch nicht die Gewissheit hat, zum alten Level zurückzukehren”, sagt Bretthauer und ergänzt: “Ich bin damit eigentlich sehr souverän umgegangen.” Er fühle sich gut, doch es fehle noch in allen Berreichen: Athletik, Koordination, Ausdauer. Bretthauer: “Ich bin sehr zufrieden und werde mal schauen, wo ich wieder hinkommen werde.”

Früher Fußball gespielt
Die Mühlenkreisserie umfasst acht Läufe, wobei nur derjenige in die Wertung kommt, der mindestens fünf Läufe absolviert hat. Auftakt der Mühlenkreisserie ist traditionell der Weser-Werre-Lauf der TG Werste. Stephan Bretthauer hat dort im März auf einen Start verzichtet. “Ich war noch nicht so weit”, so der Eldagser. Er werde in Friedewalde einsteigen und dort den Halbmarathon (Serie 2) laufen. Die Titelverteidigung als solche hat er sich explizit nicht als Ziel gesetzt. “Ich bin jetzt erst seit ein paar Monaten wieder aus dem Krankenhaus heraus und jeder leistungssportliche Gedanke ist eigentlich verkehrt. Ich muss erst einmal sehen, wohin ich grundsätzlich wieder komme”, sagt Bretthauer, der früher Fußball gespielt hat – im Mittelfeld – und immer schon gerne gelaufen sei.

Bis zu 130 Kilometer Lauftraining pro Woche
Auch wenn sich Stephan Bretthauer noch im Aufbautraining befindet, so leistet ein Spitzensportler wie er ein enormes Pensum. Bis zu 130 Kilometer Laufstrecke pro Woche bei täglichem Training können es sein. Meistens startet er von seinem Wohnort in Eldagsen aus und oft zieht es ihn auf den Weserradweg oder durch die Windheimer Marsch, Gorspen-Vahlsen, Lahde oder Petershagen. Und Stephan Bretthauer ist schnell: im vergangenen Frühjahr stellte er in Hamburg beim Marathon (42,195 Kilometer) eine neue persönliche Bestleistung auf. Für die 42,195 Kilometer brauchte er nur 2:43 Stunden.

Mühlenlauf – von Anfang an mit dabei
Auf den Mühlenlauf in Friedewalde freue er sich besonders. “Der Friedewalder Mühlenlauf ist eine ganz tolle Veranstaltung, bei der ich von Anfang an mit dabei war – auch ohne Integration in die Mühlenkreisserie. Es ist ein Feiertag, Christi Himmelfahrt, meistens geprägt von sehr schönem Wetter. Die Organisation drumherum ist hervorragend. Es ist auch ein Familienfest, wo man viele Bekannte und Freunde trifft. Es ist nicht so eine Läufer-spezifische Veranstaltung, wie man es vielleicht bei anderen kennt”, lobt Stephan Bretthauer, der sportlich betrachtet auch gerne flache Strecken schätzt.