Stöbern, schnuppern, staunen

Gemütlich: Beim Gang über den Friedewalder Weihnachtsmarkt gibt schöne Dinge zu entdecken. Foto: Sebastian Kanning

Friedewalde. Wenn am Samstag, 2. Dezember, um 12 Uhr der Friedewalder Weihnachtsmarkt seine Pforten öffnet, dann dürfen sich die Besucher auf 42 Stände freuen. Das teilt das Organisationsteam der Gruppe “Handwerk und Handel” des Heimatsverins um Brigitte Dreckmeier, Herbert Stehr, Wilhelm Borgmann und Matthias Schweitzer mit. Allerdings sollen die Stände in diesem Jahr mehr im Bereich der Kirche und des Gemeindehauses angesiedelt sein.

Gottesdienst mit Kindergarten
Um 14 Uhr ist ein kurzer Gottesdienst in der Kirche zu Friedewalde und Mitwirkung des Evangelischen Kindergartens geplant. Es folgt ein Rundgang über den Weihnachtsmarkt mit Ehrengästen und den Vereinsvorsitzenden. Die Organisatoren haben für eine kleine Bimmelbahn gesorgt, die bei den Jüngsten sicher gut ankommen wird, genauso wie Ponyreiten und Ballonfiguren. Viele regionale Angebote wie Reibekuchen, Honig, Pralinen, Dekorationen, Schmuck sowie Häkel-und Strickarbeiten stehen bereit. Auch kulinarisch hat der Friedewalder Weihnachtsmarkt natürlich reichlich zu bieten, zum Beispiel haben Mitglieder des Heimatvereins im Gemeindehaus eine Cafeteria vorbereitet. Der Posaunenchor unter der Leitung von Dietrich Trölenberg wird spielen, und am späten Nachmittag soll der Nikolaus vor Ort sein und die Kinder beschenken.

Eröffnung verschoben

Muss warten: Kirsten Langenkämper, die den Friedewalder Hof wiedereröffnen möchte. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Mit der geplanten Eröffnung des Friedewalder Hofes wird es in diesem Jahr nichts mehr. Das teilte Kirsten Langenkämper jetzt mit. “Bei der Renovierung der sanitären Anlagen sind den Eigentümern weitere Probleme aufgefallen, so dass sie sich für eine Teilsanierung entschieden haben. Und da sich nicht genau abschätzen lässt, wie lange das dauert, habe ich mich entschieden, die Eröffnung zu verschieben”, sagt die 57-Jährige. Einen neuen Eröffnungstermin gibt es noch nicht.

Neues Sportmedien-Projekt

Verschlusszeit, Blende, Tiefenschärfe: Diese jungen Sportmedien-Volontäre wenden in dieser Szene ihr gelerntes Wissen beim Freeway-Cup in der Lübbecker Kreissporthalle an. Foto: KSB Minden-Lübbecke

Minden (jg). Der Kreissportbund (KSB) Minden-Lübbecke wird sein landesweit einzigartiges Sportmedien-Projekt auch in diesem Jahr wieder starten. Schwerpunktmäßig richtet es sich an Schüler und Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe, die Interesse am Sport – aber eben auch an der Sportmedien-Welt haben. Erstmals werden beim aktuellen Projektdurchgang aber auch Sportmedien-Interessierte zugelassen, die nicht mehr die Schulbank drücken.

Zusammenarbeit mit Fachhochschule des Mittelstandes
Das Sportmedien-Projekt vermittelt den Teilnehmern das nötige Know-How rund um die redaktionellen Themen  wie digitale Sportfotographie, Texten, Layout und das Erstellen digitaler Medienkanäle (Blog).  Insgesamt dauert das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) organisiert wird,  zwei Jahre – übers  Jahr verteilt müssen die Teilnehmer ca.  acht verbindliche Schulungssamstage einplanen. Alles Weitere und Konkrete zum Projekt wird am Samstag, 7. Oktober 2017 anlässlich einer Infoveranstaltung im Gymnasium Rahden bekanntgegeben. Interessierte melden sich hierfür bitte beim Kreissportbund unter (05 71)/ 82 90 750 oder info@ksb-ml.de an.

Dreher, Fräser und Facharbeiter gesucht

High-Tech: Fräsmaschine bei Wolfgang Bredemeyer. Foto: Jürgen Krüger

Lavelsloh. Wolfgang Bredemeyer, Partner der Website, betreibt in Lavelsloh einen Meisterbetrieb und fertigt mit zehn Mitarbeitern auf rund 1.500 Quadratmetern Produktionsfläche Maschinenteile und -Komponenten. “Wir brauchen Dreher, Fräser und Metallfacharbeiter”, sagt Betriebsleiter Jan-Henrik Linz und fügt hinzu. “Sie sind engagiert und flexibel und verfügen über eine selbstständige Arbeitsweise? Sie haben die Bereitschaft gelegentlich in Wechselschicht zu arbeiten? Dann schicken Sie Ihre aussagekräftige und Vollständige Bewerbung zu uns. Wir bieten einen Arbeitsplatz mit abwechselnden Herausforderungen in einem wachsenden Unternehmen mit einer leistungsgerechten Bezahlung.”

Bredemeyer CNC Bearbeitung
z. Hd. Jan-Henrik Linz
Im Dorfe 1
31603 Diepenau

Hier geht es zur Website von Wolfgang Bredemeyer

“Es war mein Ding, es war mein Leben”

Das Schild offenbart es: Ende 2017 schließt Elke Buddenbohm ihr Geschäft “Dies und Das Geschenke”. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde (jk). Das selbst gemachte Schild hängt einsam am Rand der Schaufensterscheibe, doch die Botschaft ist eindeutig: “Nachmieter für dieses Ladenlokal gesucht”. Und “dieses Ladenlokal” gehörte fast 21 Jahre zum Bild von Friedewalde. Am Jahresende dreht Elke Buddenbohm den Schlüssel zur Tür ihres Geschäftes “Dies & Das Geschenke” ein letztes Mal um. Dann ist Schluss. “Es war mein Ding, es war mein Leben”, sagt die 67-Jährige, die sich offiziell schon seit zwei Jahren im Ruhestand befindet und diese Zeit jetzt endlich genießen möchte.

Ein Hingucker: Die Auslage draußen vor dem Geschäft.

Das Kaufverhalten habe sich geändert
Den Ruhestand genießen zu wollen, ist aber nur ein Grund der Entscheidung, für die Elke Buddenbohm viel Zeit gebraucht habe. “Das Kaufverhalten hat sich geändert, es sind jetzt andere Generationen unterwegs, die auch andere Interessen haben”, sagt die Friedewalder Powerfrau. “Ich habe mir nie eine goldene Nase verdient, doch es blieb immer etwas übrig. Am Ende möchte ich nicht noch Geld mitbringen.” Zuletzt habe sich auch ihr privates Umfeld stark verändert, so dass sie dafür mehr Zeit benötige. Eine zunächst viel versprechende Nachfolgeregelung habe sich zerschlagen, so dass Samstag, 30. Dezember 2017 der letzte Öffnungstag sein wird. Ab dem 23. Oktober werde sie den Räumungsverkauf starten. “Bis dahin ist das Sortiment vollständig vorhanden”, verspricht Elke Buddenbohm.

Zukunft von Reinigung und Poststelle offen
Mit “Dies und Das Geschenke” verliert Friedewalde nicht nur ein weiteres Geschäft, sondern auch einen Dorfmittelpunkt. “Ich habe so viele nette Kunden, mit denen ich auch private Gespräche geführt habe. Diese Gespräche werden mir sicher fehlen”, sagt Elke Buddenbohm. Einhergehend mit der Schließung des Geschäftes ist auch der Verlust der Reinigung und der Poststelle. Für beides gibt es noch keine Folgelösung. Der Mietvertrag endet am 31. Dezember 2017. Wer sich für die Räumlichkeiten interessiert, sollte sich mit Vermieterin Sabine Stehr, Telefon (0 57 04) 477 oder Handy (01 51) 54 68 64 38, in Verbindung setzen.

Geht in den Ruhestand: Powerfrau Elke Buddenbohm.

Pflaumenkuchen der Renner

Hand in Hand:Klaus Röthemeier (links) und Rainer Trapp bei der Arbeit im Backhus. Foto: Ulrike Fullriede

Wegholm. Die Mühlengruppe hat beim Kreismühlentag mal wieder alles gegeben. Das Wetter stimmte, der selbst gebackene Kuchen kam sehr gut an und die Gäste an der Wegholmer Mühle waren zufrieden. “Es ist immer wieder schön, dass Stammgäste uns schon über Jahrzehnte regelmäßig besuchen und dass es ein Treffpunkt ist, bei dem man sich in netter Runde wiedersieht”, sagt Ulrike Fullriede, die sich herzlich bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern bedankt. “Der Pflaumenkuchen war im Nu weg.”

Stadt saniert Laufbahn

Sanierung der Laufbahn am Sportplatz: Marcel Kötter vom Bauhof mit Minibagger. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Laufbahn am Sportplatz der Grundschule Friedewalde ist in die Jahre gekommen. Und als das alte Tennenpflegegerät der Stadt Petershagen, seinerzeit gebraucht von der Stadt Lübbecke gekauft, Anfang 2016 nach fünf Jahren seinen Geist aufgegeben hatte, war der Weg für das Kraut frei. Das schaffte dann auch das neue Pflegegerät, ein Federzinkenegailisierer (Kombigerät mit Mäher, Zinken und Walze) nicht mehr. “Die Laufbahn war so verwurzelt, dass wir uns für eine Sanierung entschieden haben”, sagt Ute Klose vom Schulamt. Gärtnermeister Dennis Gieseking und sein Team vom Bauhof kofferten zunächst den alten Tennenbelag auf einer Länge von 115 Metern bis auf die Stützschicht ab und entsorgten das alte Tennenmaterial bei Schwier. Sie brachten die Randsteine auf Vordermann und fassten die Sprunggrube ein. “Dort fehlten die Randsteine gänzlich”, sagt Ute Klose. Die Firma Tegra liefert 21,5 Tonnen Tennenmaterial “Geodur” aus Kassel an.

Laufbahn auf 50 Meter verkürzt
Die neue Laufstrecke wird dann keine 100 Meter mehr lang sein, sondern nur noch 50 Meter. “Der Grundschule reicht das aus, etwa für die Bundesjugendspiele”, so Ute Klose. Der TuS Freya Friedewalde stimmte der Verkürzung zu, da der Verein eine 100-Meter Sprintstrecke nur für die Abnahme des Sportabzeichen bräuchte. “Das sind so viele nicht”, sagt Übungsleiterin Claudia Heiden, die die 100 Meter selbst auf dem Radweg vermessen will. Identisch ist das Ziel der 50-Meterstrecke der Grundschüler  mit dem des Mühlenlaufes, so dass es nur eine dauerhafte Beschriftung für das Ziel gibt. Rund 3.000 Euro wird die Sanierung kosten, finanziert aus dem laufenden Geschäftsbetrieb.

Sie gibt sich ein Jahr

Mutig, aber nicht naiv: Kirsten Langenkämper möchte Gastronomin werden und den Friedewalder Hof wiedereröffnen. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Seit der Schließung des Landgasthauses Eichenhain im Jahr 2016 hat Friedewalde weder eine Gaststätte noch einen öffentlichen Versammlungsraum. Das wird sich bald ändern, denn Kirsten Langenkämper möchte dem Friedewalder Hof neues Leben einhauchen. “Ich fange erst einmal klein an”, sagt die gebürtige Friedewalderin, die die älteren Bürgerinnen und Bürger sicher noch unter ihrem Mädchenamen Wullbrand kennen. Kleine Küche, keine extravagante Einrichtung, dafür mit viel Mut und Herzblut. “Ich gebe mir ein Jahr. Wenn es dann nicht läuft, schließe ich eben wieder”, sagt Kirsten Langenkämper. Diese Taktik offenbart sowohl ihren Mut als auch ihre Klugheit. Den Pachtvertrag mit Udo Paul hat sie zunächst auch nur für ein Jahr abgeschlossen. Dabei sei ihr der Eigentümer “sehr entgegen gekommen”.

Es gibt noch viel zu tun
Geplant sei, zunächst nur die Gaststätte und den Versammlungsraum aufzumachen. Bei entsprechender Nachfrage sei es denkbar, die Kegelbahn wieder in Betrieb zu nehmen und auch den großen Saal zu vermieten. “Ich möchte das kleine Podest in der Gaststätte als Friedewalder Ecke mit einem Sofa und historischen Fotos einrichten”, sagt Kirsten Langenkämper. Das vorhandene Inventar sei hochwertig und in einem guten Zustand. Es stehen allerdings noch einige Arbeiten an. Bevor Decken und Wände neue Farbe bekommen, müsse Eigentümer Udo Paul erst einen Wasserschaden in der Herrentoilette beseitigen. Die hochwertige Küche werde sie selbst reinigen und auf Vordermann bringen. Unterstützung bekommt Kirsten Langenkämper von ihrem Lebensgefährten Jörg Feuerbach (55) und von Sohn Kai-Uwe Langenkämper (32). Letzterer lebt und arbeitet derzeit zwar in Münster, dürfte sich aber als Innenarchitekt in seinem Element fühlen. Rat hat sie sich auch schon von Wilhelm “Ludwig” Schweitzer geholt, der den Friedewalder Hof viele Jahre mit seiner damaligen Ehefrau Evi besessen und geführt hatte.

Erste Kundschaft ist schon da
Betreiben möchte Kirsten Langenkämper die Gaststätte selbst, lediglich ein paar Aushilfen sollen ihr zur Seite stehen. Die gelernte Krankenschwester hat ihren Job im Johannes-Wessling-Klinikum nach 16 Jahren aufgegeben. Zuvor hatte sie 16 Jahre lang bei ihrem Ex-Mann Klaus Langenkämper, der ein Kfz-Sachverständigenbüro in Minden betrieben hat, die Buchführung erledigt. Die Konzession habe sie bei der Stadt Petershagen beantragt. Den zunächst geplanten Eröffnungstermin am Sonntag, 17. September 2017 – ihrem 57. Gebeurtstag – wird sie nicht halten können. “Mitte Oktober” schätzt sie, wird es wohl werden. Und erste Kundschaft hat sie auch schon: die Kyffhäuser-Kameradschaft kündigte an, im Oktober ihre Versammlung in der neuen Friedewalder Gaststätte durchführen zu wollen. Derzeit denkt Kirsten Langenkämper auch noch über einen neuen Namen nach. “Friedewalder Hof” soll ihr gastronomischer Betrieb nicht weiter heißen. “Irgendwas mit Ösper fände ich ganz gut.”

Film über die Natur-Tour

Bereit für den Einsatz:Willi Traue, Jäger und Naturschützer aus Friedewalde, hat das Mikrofon griffbereit, um von seiner Natur-Tour durch den Ort zu erzählen. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Zum Jagdschein sei er gekommen durch den Vogelschutz. Das war im Jahr 1965, und der Friedewalder Willi Traue hatte in Fritz Grannemann seinen großen Förderer. Seit vielen Jahren nun schon ist er derjenige, der vorangeht. Was die Gruppe “Naturschutz” des Heimatvereins Friedewalde seit ihrer Gründung im Jahr 1990 in Friedewalde auf die Beine gestellt hat, kann sich sehen lassen: 130.000 Bäume und Pflanzen brachten sie in die Erde, auf einer Fläche von rund 130.000 Quadratmetern, die in etwa der Größe von 20 Sportplätzen entspricht. 16 Biotope, davon 11 mit Teich, legte die Gruppe an. 20 Schleiereulenbrutkästen und 80 Nistkästen hängten sie in die Wälder. Und sie pflanzten 10 Kilometer Hecken sowie 100 Obstbäume.

“Wir können stolz darauf sein”
Hin und wieder nimmt Willi Traue, der für sein Engagement in Sachen Naturschutz im Jahr 1997 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden ist, Fiedewalder Bürgerinnen und Bürger mit dem Bus auf eine Natur-Tour durch Friedewalde mit. So auch am Sonntag, 20. August 2017, wobei er das Mikrofon in die Hand nimmt und Wissenswertes über Flora und Fauna verkündet. So etwa, dass das Biotop an der Hasenheide eine Ausgleichsmaßnahme für den Sendemast der Firma Mannesmann sei. Er zeigt seinen interessierten Gästen in der Galgenheide neben zwei Biotopen einen uralten, kräftigen Eichenbaum, der ein Friedewalder Naturdenkmal sei. Das Naturschutzgebiet Piewitzheide (der Kiebitz heißt auf Plattdeutsch Piewitz) dürfte der Höhepunkt der Fahrt sein. “Wir können stolz darauf sein, so ein Naturschutzgebiet zu haben. Das haben andere Ortschaften im Kreis Minden-Lübbecke nicht”, sagt der Jäger und Naturschützer, der bei seinen Projekten stets die örtlichen Landwirte mit ins Boot hole. “Ohne die Landwirte geht es nicht, denn ihnen gehört der Grund und Boden”, sagt Traue, der aber auch augenzwinkert anmerkt, dass er sich hin und wieder mit den Landwirten “betrinken” muss. “Dann klappt das ganz gut.”

Luftaufnahmen mit der Drohne
Bei den Natur-Touren mit dem Bus durch Friedewalde bleiben die Gäste allerdings am Boden. Und so bekommen sie nur einen Bruchteil dessen mit, was das einzelne Biotop eigentlich auszeichnet. Ich habe mich deshalb entschlossen, die Natur-Tour in einem Film zu verarbeiten und bin einige der Stationen noch einmal angefahren, wobei ich unter anderem Luftaufnahmen mit der Drohne gemacht habe. Aber nicht nur, denn ich bin auch durch das Gehölz gestreift, um ganz nah dran zu sein. “Ich wünsche mir, dass wir in Friedewalde junge Leute finden, die den Weg des Naturschutzes mitgehen und diese Hecken und Biotope weiter pflegen”, sagt Willi Traue am Ende des Films. Ich möchte diesen Wunsch unterstützen, indem ich diesen Film meiner Heimat und Willi Traue schenke. Er soll den Menschen Mut machen, sich für den Schutz unserer Natur einzusetzen.

Jürgen Krüger

Kuchen aus dem Backhaus

Blick von oben: Die Wegholmer Mühle

Blick von oben: Die Wegholmer Mühle. Foto: Jürgen Krüger

Wegholm. Wenn am Sonntag, 27. August 2017, in Minden-Lübbecke der Kreismühlentag ansteht, dann öffnet auch die Wegholmer Mühle zwischen 13 und 17 Uhr ihre Pforten. “Wir werden wieder im Backhaus einheizen”, sagt Ulrike Fullriede von der Mühlengruppe, die mit der Hilfe von zahlreichen Nachbarn und Freunden den guten “Botterkauken” und andere leckere Platenkuchen, Brot und Klöben backen wird. “Wir wollen unsere Gäste bewirten und freuen uns, wenn wir wieder so zufriedene Kundschaft haben, wie die letzten Male”, sagt Ulrike Fullriede.

Ganz schön heiß: Blick in den Ofen des Backhauses an der Wegholmer Mühle.

Ganz schön heiß: Blick in den Ofen des Backhauses an der Wegholmer Mühle.

Mühlenlauf wird Teil der Mühlenkreisserie

Auf geht’s: Die 10-Kilometerläufer beim 7. Friedewalder Mühlenlauf am Donnerstag, 25. Mai 2017 (Christi Himmelfahrt), mit Oliver Neidiger (l., weißes Trikot), Organisator der Mühlenkreisserie, der in dieser Szene kontrolliert, ob seine Uhr funktioniert. Foto: Sebastian Kanning.

Friedewalde. Wenn der TuS Freya Friedewalde im kommenden Jahr am Himmelfahrtstag (Donnerstag, 10. Mai 2018) seinen 8. Friedewalder Mühlenlauf ausrichtet, dann wird diese Laufveranstaltung erstmalig Teil der Mühlenkreisserie sein. Darauf haben sich der Friedewalder Sportverein und Oliver Neidiger, Organisator der Mühlenkreisserie, geeinigt. Allerdings gilt diese Vereinbarung zunächst nur für die kommenden beiden Jahre 2018 und 2019, weil dort der Friedewalder Mühlenlauf und der Lauf um den Aussichtsturm des OTSV Pr. Oldendorf zeitlich weit genug auseinander liegen. Der Friedewalder Mühlenlauf soll dann als 8. Wertungslauf zur Mühlenkreisserie, die im kommenden Jahr ihre 28. Auflage erlebt, gehören, wobei sich dann auch das Reglement ändern werde. “Um in die Gesamtwertung zu kommen, sind künftig nicht mehr vier, sondern fünf Starts erforderlich”, sagt Oliver Neidiger.

Himmelfahrt schwankt im Datum
Der OTSV Pr. Oldendorf ist Gründungsmitglied der Mühlenkreisserie und richtet seinen Internationalen Volkslauf immer am dritten Sonntag im Mai aus. Der TuS Freya Friedewalde hat seinen Mühlenlauf in das Sportfest eingebunden, und der Himmelfahrstag schwankt im Datum. In den vergangenen Jahren lagen beide Termine zu nah beieinander, so dass beide Läufe miteinander in Konkurrenz getreten wären, “was wir vermeiden wollen”, wie Oliver Neidiger sagt. Im Jahr 2018 fällt Himmelfahrt auf Donnerstag, 10. Mai, der Lauf in Pr. Oldendorf auf Sonntag, 20. Mai; im Jahr 2019 ist Himmelfahrt am Donnerstag, 30. Mai, der Lauf in Pr. Oldendorf am Sonntag, 19. Mai. Neidiger: “Wie es danach weiter geht, werden wir sehen.”

Streckenvermesser für Halbmarathon bestellt
Der TuS Freya Friedewalde freut sich über die Entscheidung, die von den Mühlenlauf-Organisatoren Jürgen Krüger, Christiane und Uwe Bergner sowie Claudia Heiden einstimmig befürwortet und vorangetrieben wurde. Die Mühlenkreisserie umfasst drei Laufstrecken (Serien): Serie 1 (8 bis 12,4 km), Serie 2 (14 bis 21,6 km) und die Serie 3 (4 bis 6,5 km). Für die Serien 1 und 3 hat der TuS Freya Friedewalde zwei amtlich vermessene Laufstrecken über 10 und 5 Kilometer. Jetzt möchten die Organsiatoren auch noch einen amtlich vermessenen Halbmarathon (21, 0975 km) anbieten und haben bereits Kontakt zu Dieter Schenzer aus Soest aufgenommen. Er ist offizieller Streckenvermesser in Nordrhein Westfalen und wird versuchen, die Vermessung noch im Herbst 2017 vorzunehmen. Der flache Rundkurs in Friedewalde, der vorbei an der Wegholmer Mühle führt, ist 5 Kilometer lang, so dass die 10-Kilometerläufer die Strecke zweimal laufen und die Halbmarathonis viermal. Amtlich veremssene Strecken haben im Mühlenkreis nur noch der ATSV Espelkamp (10 km: Citylauf) und der SV 1860 Minden (10 km, Halbmarathon: Mindener Volkslauf).

“Ich fange ganz unten wieder an”

Er beherrscht sein Handwerk:Schuhmachermeister Matthias Schweitzer in seiner Werkstatt. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Der Räumungsverkauf ist Geschichte, der Laden ist leer und Matthias Schweitzer voller Ideen. Der Schuhmachermeister hat die Schließung seines Schuhhauses mit einer bemerkenswerten Haltung über die Bühne gebracht, auch wenn das sicher nicht einfach war. “Ein paar Dinge muss ich noch regeln”, sagt der 53-Jährige, der momentan beim Lieferservice des EDEKA-Marktes von Röthemeyer in Dützen arbeitet. “Ich fange ganz unten wieder an”, sagt Matthias Schweitzer. Auch seine Schuhmacherwerkstatt betreibt er weiter. “Geht nicht, gibt es nicht”, steht auf dem kleinen Flyer, den er sich gebastelt hat.

“Die Leute sollen wissen, dass es die Werkstatt noch gibt”
Rund 100 Stunden jeden Monat liefert Matthias Schweitzer mit einem Lieferwagen von Röthemeyer Waren aus, überwiegend an Privatleute, aber auch an Kindergärten. Dienstags und donnerstags bereitet er die Ausfuhren vor, mittwochs und freitags beliefert er seine Kunden. Drumherum hat Matthias Schweitzer die Öffnungszeiten für seine Schuhmacherwerkstatt gebaut: montags von 10 Uhr bis um 13 Uhr sowie von 15 Uhr bis um 18 Uhr; dienstags und donnerstags von 10 Uhr bis um 13 Uhr; samstags von 9 Uhr bis um 12 Uhr. Der Schuhmachermeister repariert alles, was mit Leder zu tun hat: Schuhe, Stiefel, Handtaschen, alles für den Reitsport zum Beispiel. Ihm sei es wichtig, dass “die Leute wissen, dass es die Werkstatt überhaupt noch gibt”. Die Anfragen seien nach dem Räumungsverkauf sehr zurückgegangen.

380 Quadratmeter zu vermieten
Matthias Schweitzer wohnt auch weiterhin in seinem Elternhaus, an dem die Werkstatt, der frühere Laden und das Lager angeschlossen sind. Gemeinsam mit seiner Schwester Susanne kümmert er sich um die Eltern, Mutter Lisa (79) und Vater Alfred (83). Da die Zeiten des klassischen, stationären Schuhhandels vorbei zu sein scheinen, möchte er die Räumlichkeiten vermieten. “Das sind immerhin 380 Quadratmeter, inklusive Toiletten und Sozialraum”, sagt Matthias Schweitzer. Wer sich für das Objekt interessiert, darf Matthias Schweitzer gerne anrufen. Das gelte natürlich auch für Werkstattkunden. Eine schöne Nachricht hat er dann noch zum Schluss: sein einstiger Lehrling Tobias Ölmez hat seine Ausbildung zum Schuhmacher erfolgreich abgeschlossen. Er sei der einzigste Schuhmacher, der in den vergangenen 20 Jahren in der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland eine Ausbildung gemacht habe.

Kontakt
Matthias Schweitzer
Schloort 6
32469 Petershagen

Telefon (0 57 04) 6 27
Mobil (01 70) 310 20 10

Email: info@schuhhaus-schweitzer.de

Öffnungszeiten Werkstatt
Montag: 10 Uhr bis 13 Uhr und 15 Uhr bis 18 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 10 Uhr bis 13 Uhr
Samstag: 9 Uhr bis 12 Uhr