Gerüchte oder schon Rufmord?

Petershagen-Friedewalde. Derzeit geistern viele Gerüchte über unsere Schule durch das Dorf und sorgen wieder einmal für Verunsicherung unter den Friedewaldern. Ob diese Gerüchte gezielt gestreut werden, oder nur aus Unwissenheit die Runde machen, ist nicht nachvollziehbar. Unserer Schule und dem Ort schaden sie in jeden Fall. Das Stichwort ist hier die „selbsterfüllende Prophezeiung“.

Gerücht:
Eltern melden Ihre Kinder aus der Schule ab.

Fakt ist:
Im Schuljahr 2013/2014 wurden in Friedewalde 78 Schüler unterrichtet. Im laufenden Schuljahr 2014/2015 sind es 75 Schüler. 20 Kinder sind an eine weiterführende Schule gewechselt. Ein Kind wurde aus der 4. Klasse abgemeldet und vier Schüler sind neu aufgenommen worden, zusätzlich zu unseren 14 Erstklässlern.

Gerücht:
Die Kinder die von der Friedewalder Grundschule zu der Verbundschule Hille gewechselt sind, haben einen erhöhten Förderbedarf.

Fakt ist:
Die Verbundschule Hille führt zu Beginn der 5. Klasse (Sekundarstufe I) einen Test durch, der über den Wissenstand und einen eventuellen Förderbedarf eines Schülers Auskunft geben soll.

Dazu teilte die Verbundschule Hille auf Anfrage von Friedewalde.de mit: Die Schüler der Grundschule Friedewalde sind kein bißchen schlechter als die Schüler anderer Grundschulen. Der Duisburger Sprachtest (Lesen/Rechtschreibung) hat dies ganz klar gezeigt. Tatsächlich soll nur ein Kind in den Förderunterricht, um gezielt gefördert zu werden. Dieses kann, wenn es Notwendig seien sollte, auch mit Zahlen belegt werden. Herr Büsing hat gute Arbeit geleistet.

Solche Gerüchte zu verbreiten grenzt an Rufmord.

Gerücht:
In der Grundschule Friedewalde lernt man nichts. Der Unterricht ist schlecht.

Fakt ist:
Die jetzige 4 Klasse unserer Schule hat bei dem VERA Leistungstest 2013, welcher für die 3. Klassen vorgeschrieben ist, mit einem „sehr gut“ abgeschnitten und lag damit über dem landesweiten Durchschnitt.

Gerücht:
In zwei Jahren ist ohnehin Schluss mit der Schule.

Fakt ist:
Für den Erhalt unseres Grundschulstandortes sind 46 Schüler in allen Jahrgängen notwendig. Der aktuelle Schulentwicklungsplan 2015/2016 sagt 15 Einschüler aus dem Einzugsgebiet Friedewalde voraus. Die Eltern von 11 Einschülern 2015 haben noch im letzten Jahr ihren Willen bekundet, ihre Kinder in Friedewalde einzuschulen. Und zwar unter der Voraussetzung, dass das Konzept der Bürgerinitiative „kurz&gut“ zum Tragen kommt. Gehen wir doch davon aus, dass sich alle daran halten. Die Liste mit den Unterschriften liegt ja dem Schulamt der Stadt Petershagen vor.

Gerücht:
Bei jahrgangsübergreifendem Unterricht lernen die Kinder nichts.

Fakt ist:
Jahrgangsübergreifender Unterricht ist nicht neu und auch keine Erfindung der Bürgerinitiative „kurz&gut“. Hier gelten die gleichen Unterrichtsstandards und Lehrinhalte wie an allen anderen Grundschulen in NRW auch. Im Gegenteil, gezielte Förderung der Kinder ist bei dieser Unterrichtsform ein wesentlicher Bestandteil.

Und wer wirklich davon überzeugt ist, jahrgangsübergreifender Unterricht sei nichts für sein Kind, der sollte überlegen, sein Kind in Eldagsen anzumelden und somit zumindest unseren Schulverbund Eldagsen-Friedewalde zu stärken.

Und weiterhin heißt es:
Petershagen hat zu viele Schulgebäudefläche, zu viele Feuerwehrgerätehäuser, zu viele Friedhofskapellen und zu viele Sportstätten. So die Gemeinde Prüfungsanstallt NRW und somit das Land, im Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Petershagen. All das kostet Geld.

Petershagen, 29 Ortschaften und eine der Flächenmäßig größten Gemeinden in NRW. Und natürlich kostet es Geld, eine lebenswerte Infrastruktur auch in der Fläche zu haben. Geld in den Sport, in die Feuerwehr oder gar in die Bildung zu stecken ist gut. Das sind keine Kosten, sondern Investitionen in die Zukunft die sich auszahlen, zumal Petershagen noch nicht, wie so viele andere Gemeinden, in der Haushaltssicherung ist. An welchen Stellen die Stadt sparen will, soll, oder am Ende muss, entscheidet immer noch der Rat der Stadt Petershagen – nicht das Land NRW.

Fazit:
Wer solche Gerüchte in Umlauf bringt oder sie verbreitet, ohne sie zu hinterfragen oder ohne sie richtig zu stellen, handelt grob unfair gegenüber den Eltern und Bürgern, die sich für einen hochwertigen, wohnortnahen Unterricht und den Erhalt unserer Schule und damit für ein starkes Dorf einsetzen, und macht sich mitschuldig an einer eventuellen Schließung unserer Schule. Es geht um das Wohl unserer Kinder. Hier ist auch die lokale Politik gefragt, Halbsätze und Andeutungen zu vermeiden.

Wie sagte unser Ortsbürgermeister Karl-Christian Ebenau auf Friedewalde.de zur Kommunalwahl. Zitat:“Ich mag es nicht, wenn nicht miteinander, sondern übereinander geredet wird. Da würde ich mir manchmal wünschen, dass es nicht so ist. Daher meine Bitte an alle: Sprecht miteinander, dann kann man vieles klären.“

9 thoughts on “Gerüchte oder schon Rufmord?

  1. Zu dem Thema „schlechte Vorbereitung auf die weiterführende Schule“ möchte ich auch antworten.
    Nach den ersten 2 schwierigen Schuljahren (Krankheit, Vertretungsunterricht) übernahm zum Anfang des 3. Schuljahres Herr Büsing die Klasse. Er hat, meiner Meinung nach, die Kinder optimal auf den Schulwechsel vorbereitet.
    Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

  2. Ich gebe der Schule eine zweite Chance! Auch ich habe auch negative Erfahrungen gemacht. Wir merken aber schon nach wenigen Wochen der neuen Schulleitung Veränderungen. Und die sind positiv….!!
    Mir ist wichtig, dass den Kindern der Grundstein gelegt wird für die schulische Zukunft. Alles andere, ich bin ehrlich, ist mir egal.
    So lange Kinder gut unterrichtet werden und ihnen schon der Weg gezeigt wird wie es auf den dann folgenden Schulen weiter geht, ist für nach meiner Meinung alles gut. Aber bitte keinen Kindergarten mehr!
    Wie jeder für sich und sein Kind entscheidet, darf aber auch nicht angeklagt werden.
    Ich habe Hoffnung und ich glaube (Glauben ist nicht wissen) es wird schon. Auch neue Dinge müssen wachsen.

    Jutta Kujat-Stork

  3. Ich habe lange überlegt zu antworten aber jetzt mache ich es einfach. Zu dem Punkt Eltern melden Kinder aus der Schule ab, das gibt es schon in den ganzen Jahren seit dem ich meine Kinder auf der Schule hatte und unsere Tochter besucht jetzt die 10. Klasse. So etwas wird immer wieder mal vorkommen man sollte es bloß nicht an die große Glocke hängen. Ein anderer Punkt ist der erhöhte Förderbedarf von Friedewalder Kinder die jetzt im Sommer die Schule verlassen haben. Herr Kühme ich muss Ihnen sagen das vereinzelt Eltern über das eigene Kind gesprochen haben, wie Sie den Übergang zu der weiterführenden Schule empfunden haben. Tatsache ist, das das Ihre persönliche Meinung ist.
    Zum Thema “ In 2 Jahren ist Schluß “ kann ich nur sagen das es mir Leid tut das es so weit gekommen ist. Aber leider hat die Schule in den letzten Jahren an Stellenwert verloren da auch das Gesamtbild Schule und Lehrerschaft nicht im Einklang war, dieses wieder herzustellen ist ein schwerer und langer Weg.
    Ich persönlich kann nur sagen jeder muss sich selber sein Bild von unserer Schullandschaft machen. Wir haben nun mal freie Schulwahl.

    • Natürlich werden immer wieder Kinder aus Schulen Abgemeldet. Sei es durch Umzug, Änderung der persönlichen Lebensumstände, Wechsel der Arbeitsstätte usw. Die Gründe dafür sind Legion. In dem Artikel geht es aber darum, das eben nicht, wie die Gerüchte es behaupten, reihenweise Kinder abgemeldet werden. Im Gegenteil, es gibt vier Neuzugänge.

      Das Eltern mit den Leistungen ihrer Kinder nach der 4 Klasse nicht zufrieden sind, tut mir persönlich leid. Allerdings in erster Linie für das Kind. Hieraus abzuleiten, dass das Kollegium der Grundschule schlecht gearbeitet hat halte ich für verwegen. In dem Artikel ging es aber um den Förderbedarf der Kinder die an die Verbundschule Hille gewechselt sind. Tatsächlich gibt es bei den Schülern keinen erhöhten Förderbedarf, so Frau Mähler von der Verbundschule. Im Gegenteil. Frau Mähler legt Wert darauf zu erwähnen, dass das Kollegium sowie der Klassenlehrer Herr Büsing gute Arbeit gemacht haben. Mir fällt auch kein Grund ein, warum das in den nächsten Jahren nicht weiterhin so seien soll.

      Schluss ist mit der Schule, wenn Anmeldungen ausbleiben und die Zahl der Schüler unter 46 sinkt. Noch ist es nicht soweit gekommen. Nach den Prognosen der Stadtverwaltung besteht da auch kein Grund zur Sorge. Wenn allerdings Gerüchte (ich möchte das L-Wort nicht benutzen) ihre Wirkung entfalten wird das natürlich schwer. Und damit unsere Schule uns noch lange erhalten bleibt, müssen wir solchem Gerede entschieden entgegentreten.

  4. Das war keine Andeutung, sondern ein Hinweis auf den GPA-Bericht. Der ist aber so umfangreich, dass man die Inhalte nicht in wenigen Sätzen erklären kann. Außerdem fehlen noch die notwendigen Entscheidungen dazu. Ich würde gerne baldmöglichst eine Bürgerversammlung zu den diversen Themen durchführen. Vielleicht hilft uns das weiter.

  5. Ich frage mich, wer könnte ein Interesse an der Schließung der Grundschule haben? Und Ortsbürgermeister Karl-Christian Ebenau möchte ich bitten, uns Bürgern mitzuteilen, warum es der Prüfungsbericht „in sich hat und wir werden mal sehen müssen, was wir daraus machen.“ Das sind ja eben solche Andeutungen, die zu Gerüchten führen.

  6. es macht mich traurig, wenn durch „Gerüchte“ der Erhalt der Schule wieder gefährdet ist und der immense Einsatz vieler Friedewalder/innen, zunichte gemacht wird. Ein Dank an Alexander für die Richtigstellung der nicht durchdachten Äußerungen.

  7. Zum Glück bin ich ja nur zitiert worden und habe von der bedauerlichen Geschichte vorher keine Kenntnis gehabt.
    Eine kleine Korrektur nur, das Ding heißt Gemeindeprüfungsanstalt NRW und ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Der Bericht über die Prüfung ist keine Verschlusssache, sondern steht im Internet im Ratsinformationssystem. Allerdings hat er es in sich und wir werden mal sehen müssen, was wir daraus machen.

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