Ganz tief unten

Das jetzt gelieferte Fahrzeug: Ein Zwei-Achs-Stufen-Sattelauflieger Plateau mit einer Ladehöhe von 550 Milimetern, einer Breite von 2,50 Metern und einer Gesamtlänge, inklusive Anfahrnase, von 14 Metern. Die Sattellast beträgt 12 Tonnen, das zulässige Gesamtgewicht 32 Tonnen. Foto: Dirk Wiese

Herfa/Neurode. Die Untertagedeponie Herfa-Neurode in Hessen ist die größte untertägige Sondermülldeponie der Welt. Dort werden mit Schadstoffen belastete Abfälle beseitigt, die dauerhaft von der Biosphäre ausgeschlossen werden müssen. Die Abfälle werden in stillgelegten Bereichen von Kalibergwerken eingelagert, die vom übrigen Grubengebäude sicher abgeschottet sind. Diese befinden sich unterhalb des Grundwassers in Tiefen von 500 bis 800 Meter. Untertage gibt es dann auch reichlich Fahrzeuge, darunter auch Fahrzeuge von Wiese.

Sonderfahrzeug für die UTD-HN/ UTV-HW
Der Herrscher über Mensch und Maschine bei der Untertage Deponie (UTD) / Untertage Verwertung (UTV) ist Gerd Neumann. Der 58-jährige Maschinenbauingenieur kam bei der Agritechnica mit Dirk Wiese ins Gespräch. „Wiese macht Sonderfahrzeugbau, und das ist es, was wir brauchen“, sagt Gerd Neumann. Das jetzt gelieferte Fahrzeug ist ein Zwei-Achs-Stufen-Sattelauflieger Plateau mit einer Ladehöhe von 550 Milimetern, einer Breite von 2,50 Metern und einer Gesamtlänge, inklusive Anfahrnase, von 14 Metern. Die Sattellast beträgt 12 Tonnen, das zulässige Gesamtgewicht 32 Tonnen. Diese kompakte Bauweise ist notwendig, um in den Stollen 700 Meter unter der Erde rangieren zu können. „Wir brauchen das Fahrzeug zum Transport von Bigbags“, sagt Gerd Neumann.

Alle Fahrzeuge bleiben unten
Der Sattelauflieger wurde bei Wiese gebaut und von Hassan Kürklü nach Herfa gefahren. Vor Ort demontierte er das Fahrzeug, und es wurde durch einen Transportschacht vom Team der UTD in die Tiefe zu seinem Einsatzort gelassen. Unten am Werkstatt-Stützpunkt baute der Wiese-Mitarbeiter den Sattelauflieger dann wieder zusammen. Der Auflieger besteht aus zwei Teilen, die sich ineinanderstecken lassen. „Das Fahrzeug wird das Tageslicht nicht wiedersehen“, sagt Dirk Wiese, der mit vor Ort war. Gerd Neumann bestätigt: „Alle Fahrzeuge verbleiben in der Tat hier unten“, sagt der Ingenieur. Zu den Untertage-Fahrzeugen gehört zum Beispiel auch einer der größten Radlader der Welt.

Mountainbike-Tour im Bergwerk Merkers
Gerd Neumann brachte Dirk Wiese nebenbei auf eine weitere Idee. Im rund 15 Kilometer von Herfa-Neurode entfernt gelegenen Merkers, das schon zum Bundesland Thüringen gehört, betreibt K+S ein Erlebnis-Bergwerk. Dorthin nahmen Dirk und  Burkhard Wiese ein paar Freunde mit und machten eine Mountainbike-Tour Untertage. „Ein unvergessliches Erlebnis“, sagt Dirk Wiese über die knapp vierstündige Tour, die Einblicke in den Bergbau allgemein, insbesondere aber in Geschichte, Entwicklung und die Tradition des Kalibergbaus lieferte. „Darüber hinaus gibt es im Bergwerk Merkers Veranstaltungen und Attraktionen, die weltweit einzigartig sind“, schwärmt Gerd Neumann.

Mehr Fotos auf www.wiese-fahrzeugbau.de

Hier ein kleiner Film Untertage: