Fast alles selbst gemacht

Kultur (2)

Tolle Show: Die Kleiriehe lässt die 1970er Jahre wieder aufleben. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Rund 250 Gäste wollten miterleben, wie die Friedewalder ihren Kulturabend beim Dorfgemeinschaftsfest feiern. Und sie sahen, dass die Bürgerinnen und Bürger fast alles selbst machten. Einziger Bühnengast war Kabarettist Harald Meves, der den Gästen Einblick in das Gemüt des Ostwestfalen gab („Der Ostwestfale ruht in sich“). Die musikalische Begleitung übernahm der Posaunenchor, die Moderation Volker Müller-Ulrich. Wie wertvoll die Grundschule für das Dorf ist, zeigten die Schülerinnen und Schüler mit zwei Gesangsstücken, einer Tanzeinlage und einem Sketch. Mit dabei waren sogar die Erstklässler, die zum Zeitpunkt der Aufführung gerade mal eine Woche Grundschüler waren.

„Der Kulturabend war einfach klasse“
Auch wenn die Kulturgemeinschaft die kleine Turnhalle schön geschmückt hatte, so blieb den Zuschauern sicherlich nicht der erbärmliche Zustand der Friedewalder Sporthalle verborgen. Dieses Thema schnitt selbst Helga Berg (CDU), stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Petershagen, kurz in ihrer Rede an. „Der Brief ist ein Antrag„, deutete Ortsbürgermeister Karl-Christian Ebenau an, sich mit der Sanierung der Turnhalle in Rat und Verwaltung zeitnah zu beschäftigen. Mit Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) war sogar ein Landtagsabgeordneter unter den Gästen. Er hatte seine Ehefrau Anja Schweppe-Rahe mitgebracht. „Der Kulturabend des Dorfgemeinschaftsfestes war einfach klasse. Grundschule, Erzieherinnen des Kindergartens, Landfrauen, Posaunenchor, TuS Freya, Volkstanzgruppe und die Kleiriehe haben ein Programm auf die Bühne gebracht, das seines Gleichen sucht“, schwärmt der 57-jährige Politiker auf seiner Facebookseite.

Vierstimmig: Die Zuschauer singen unter der Leitung von Regina Kruse-Mohrhoff einen Kanon.

Vierstimmig: Die Zuschauer singen unter der Leitung von Regina Kruse-Mohrhoff einen Kanon.

Kanon mit Regina Kruse-Mohrhoff
Ein Höhepunkt vor der Pause war sicherlich der vierstimmige Kanon, den Regina Kruse-Mohrhoff ohne zu proben mit den Zuschauern sang – und der funktionierte. Für professionelle Tontechnik sorgte Walter Giesler. Der Elektrotechniker und Musiker hatte die Veranstaltung technisch gesehen stets im Griff. Die einzelnen Gruppen hatten sich für ihren Auftritt sehr gut vorbereitet, belohnt wurden sie mit viel Applaus. „Ich fand den Kulturabend sehr gelungen. Die Beteiligten hatten schöne Ideen, ihre Darbietungen waren vielfältig und sehr oft amüsant. Mich haben viele Leute angesprochen und den Abend gelobt“, sagt Elke Buddenbohm, Vorsitzender der Kulturgemeinschaft. Die 66-Jährige trat sogar selbst auf – mit der Volkstanzgruppe Kleiriehe in einem Sketch. Trotz der wohlwollenden Aussagen gibt es aber auch kritische Stimmen angesichts der Zuschaurzahl. „Bei 1.600 Einwohnern hätte ich mir etwas mehr Zuspruch als 250 Gäste gewünscht“, sagt zum Beispiel Arne Wohl vom Sportverein.

Fotos vom Dorfgemeinschaftsfest

Hier der Film vom Kulturabend.