Ein Flugplatz in Wegholm?

Ganz schön viele: Die „Schnatgänger“, hier in der neuen Empfangshalle der JENZ GmbH. Fotos: Isabelle König

Friedewalde-Wegholm. Ein Schnatgang des Heimatvereins führte die Teilnehmer zur Firma Jenz nach Wegholm. Bevor Geschäftsführer Uwe Hempen-Hermeier die interessierte Gruppe über das Firmengelände führte, hielt er zunächst einen Vortrag über das Unternehmen. Dabei erwähnte er, dass die Firma im Jahr 2019 einen Umsatz von rund 61 Millionen Euro gemacht habe. Die 227 Mitarbeiter produzierten 143 Maschinen. „Außer dem Hauptstandort in Wegholm gibt es noch fünf weitere Standorte, darunter beispielsweise Kasten in Österreich“, sagte der JENZ-Geschäftsführer.  Während des Rundgangs durch mehrere Hallen erzählte Uwe Hempen-Hermeier immer wieder Interessantes zu den einzelnen Abteilungen. 

So erklärte er den Zuhörern, dass der älteste Bereich aus den 1940er-Jahren stammt und dort früher lackiert wurde. Er gab auch Erläuterungen zum Produktionsablauf und sprach über den Logistikbereich sowie den Servicebereich. Bevor es Kaffee und Kuchen gab, besichtigten die Schnatgänger noch die Halle mit der Lackiererei. 

Nach der Pause erzählte Karl-Christian Ebenau, Ortsbürgermeister von Friedewalde und Vorsitzender des Heimatvereins, Wissenswertes über Wegholm. Der heutige Kreisradweg etwa, der in Wegholm endet, sei früher eine Bahnlinie zwischen Minden und Uchte gewesen. Am alten Lokschuppen existiert seit 2007 ein besetztes Storchennest. Und der vielleicht berühmteste Wegholmer war Heinrich Wehking, der von 1953 bis 1965 Mitglied des Deutschen Bundestages und Landrat des Kreises Minden war. Er lebte von 1899 bis 1984.

Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der Bundesrebublik Deutschland, hat Heinrich Wehking sogar einmal zu Hause in Wegholm mit dem Flugzeug besucht. Das Flugzeug soll in der Wiese bei „Lürmers Hof“ gelandet sein. Man mag es gar nicht glauben, aber für Wegholm war tatsächlich einmal der Bau eines Flugplatzes geplant  – es soll damals sogar mit dem Bau begonnen worden sein.

Dank des Heimatvereins kann man immer wieder etwas Neues über die Geschichte von Friedewalde erfahren.