„Man muss kämpfen können“

Bleibt gerne im Hintergrund: Monika Krause, Schulleiterin des Grundschulverbundes Eldagsen-Friedewalde. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde/Eldagsen. Die große Bühne ist nicht ihr Ding, sagt sie. Deshalb zog es Monika Krause vor, ihren Abschied als Schulleiterin des Grundschulverbundes Eldagsen-Friedewalde in persönlicher Form mit den Kindern, Kolleg*innen und Eltern zu begehen. Eine Stunde Plauderei mit dem Bürgermeister inklusive. „Das war ja auch ganz nett“, sagt sie. Zeit, über die Zeit nach fast 45 Jahren Schuldienst nachzudenken, habe sie noch gar nicht gefunden. Es gibt immer noch viel zu tun, und schließlich ist die 66-Jährige ja noch bis zum 31. Juli 2019 im Amt. Dann folgt ihr Alexandra Mohrhoff, die Monika Krause vor drei Jahren gefragt hat, ob sie ihre Nachfolgerin werden möchte. „Alex“ Mohrhoff sagte „Ja“, bestand ihre Prüfungen, bewarb sich – und wurde angenommen. Die Bestätigung der Bezirksregierung Detmold liegt schriftlich vor, die offizielle Ernennung folgt demnächt. Monika Krause holt ihre Entlassungsurkunde im Kreishaus selbst ab. „Dafür muss keiner rauskommen“, sagt sie.

82 Schüler*innen in vier Klassen

Die erfahrene Pädagogin, die in Bielefeld Mathematik, Biologie und Erdkunde studiert hat, wird dem Grundschulverbund aber erhalten bleiben. Sie übernimmt die pädagogische Leitung im Betreuungsverein, dem ihr Ehemann Hugo vorsteht. Im kommenden Schuljahr sind dort 144 Kinder aus beiden Standorten Eldagsen und Friedewalde im offenen Ganztag angemeldet. Apropos neues Schuljahr 2019/20: In Friedewalde wird es nach Angaben von Monika Krause 82 Schüler*innen in vier Klassen geben. Das ist nach der drohenden Schließung und der Rettung in letzter Sekunde vor fünf Jahren wohl als grandioser Erfolg zu werten. Monika Krause und ihr engagiertes Team haben aus der kurz vor dem Exitus stehenden Grundschule Friedewalde eine Bildungsperle in der Stadt Petershagen gemacht. „Ich habe immer für kleine Schulen gekämpft. Ich musste immer um Eldagsen kämpfen, und als ich hörte, dass Friedewalde geschlossen werden sollte, habe ich auch um Friedewalde gekämpft“, sagt die gebürtige Friedewalderin, die mit dem Familiennamen Wehking (Lürmers) in Wegholm geboren wurde. Sie setzte sich seinerzeit mit ihrem Vetorecht gegen den Willen ihres Kollegiums in Eldagsen durch. Das muss man erst mal machen.

Mitten drin: Die neue Schulleiterin Alexandra Mohrhoff, hier beim Kindertraining für den 9. Friedewalder Mühlenlauf. Foto: Jürgen Krüger

„Ich weiß, dass ich gute Arbeit geleistet habe“

Monika Krause war 21 Jahre alt, als sie mit der Universitätsausbildung fertig war. Ihre erste Station als Referendarin und später als Lehrerin war die Grundschule Lahde. 1983 übernahm sie die Leitung der evangelischen Bekenntnisschule Eldagsen, die es in dieser Form seit 1968 gibt. Das sind 36 Jahre Schulleitung, was in Nordhrhein Westfalen wohl einmalig ist. Da könnte man schon auf Idee kommen, den ganz großen Bahnhof zum Abschied aufzufahren. Doch Monika Krause winkt ab und sagt. „Ich weiß, dass gute Arbeit geleistet habe. Das muss ich mir nicht in feierlichen Reden bestätigen lassen.“ Sie wird ihre Nachfolgerin Alexandra Mohrhoff, die sie selbst aufgebaut hat, natürlich unterstützen. Monika Krause: „Wir brauchen jemanden mit Herzblut, der das Team zusammenhalten kann, einen Kopf, der vorangeht. Und – sie muss kämpfen können. Das ist ganz wichtig.“