Drei Etagen im Wald

Grundschulverbund Eldagsen-Friedewalde, Teilstandort Friedewalde, Naturprojekt bei Jürgen Krüger mit Sascha Traue von der Biologischen Station Minden-Lübbecke// Diplom-Volkswirt Jürgen Krüger, Lavelsloher Straße 31, 32469 Petershagen // Telefon 0049 1718389291 // Email: post@juergen-krueger.de // www.juergen-krueger.de

Voll Stoff dabei: Die Klasse drei der Grundschule Friedewalde beim Aktionstag. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Der Grundschulverbund Eldagsen-Friedewalde gehört seit September zu eine der 52 ausgezeichneten MINT-freundlichen Schulen in Nordrhein Westfalen. In der technischen Universität Dortmund gab es eine Urkunde und eine Plakette. MINT steht für Matheamtik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Was die Buchstaben N und T in der Schulpraxis bedeuten, erlebten nun die mehr als 50 Schülerinnen und Schüler des Teilstandortes Friedewalde an drei Aktionstagen Umweltbildung: Klasse 4 am Mittwoch, Klasse 3 am Donnerstag und Klasse 1/2 am Freitag.

Sascha Traue bringt die Handpuppen Ingo, Stefan und Bernd mit
Der zertifizierte Waldpädagoge Sascha Traue von der Biologischen Station Minden-Lübbecke hatte die Friedewalder Grundschüler zum Gehöft von Heike und Jürgen Krüger eingeladen, weil für die dortige Naturhecke Pflegemaßnahmen anstanden. Sascha Traue nutzte die Gelegenheit, um den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie Baum- und Strauchpflege in der Praxis aussieht. Die Klassen gingen natürlich zu Fuß zum Projektort an der Lavelsloher Straße. Bevor die Kinder selbst Hand anlegten, erklärte ihnen der Naturschützer, dass es bei der Heckenpflege drei Stockwerke zu berücksichtigen gebe. Und jedes Stockwerk bilde einen eigenen Lebensraum für Tiere. In der Bodenschicht verbringt „Ingo der Igel“ viel Zeit, im zweiten Stockwerk (ca. 1,50 Meter Höhe) lebt „Stefan der Steinkautz“ und im dritten Stockwerk hoch oben fühlt sich „Bernd der Buntspecht“ pudelwohl. Echte Tiere hatte Sascha Traue zwar nicht mit dabei, wohl aber putzige Handpuppen.

„So sollte Projektunterricht sein“
Danach bekamen die Grundschüler Werkzeuge ausgehändigt und begannen zu sägen, zu schneiden und zu hacken, um die Etagen in die Naturhecke zu schlagen. „Durch den Einschlag kommt Licht zum Boden, so dass die Stümpfe im Frühjahr wieder austreiben. Ziel ist es, alle drei Stockwerke dicht zu bekommen“, erklärte Sascha Traue, der zwischendurch mit seiner Motorsäge demonstrierte, wie es die Profis machen, indem er fachgerecht einen Baum fällte. Alle Kinder gingen mit einer unglaublichen Motivation an die Sache heran. „So sollte Projektunterricht sein. Da steckt so viel drin: die Kinder benutzen Werkzeuge, sie sind in der Natur, sie müssen sich absprechen und lernen so Teamarbeit“, lobt Carola Burkert, Lehrerin der Klasse 4b. Integrationshelfer Uli Riechmann kennt den autistischen Lennart sehr gut. „Ich habe ihn noch nie so lange am Stück konzentriert arbeiten sehen. Er hat gesägt, gesägt und gesägt“, sagt er. „Von mir aus könnte Schule noch mehr Projektarbeit sein.“ Der neunjährige Finn Bleke aus Stemmer freut sich, „mal längere Zeit alleine arbeiten zu dürfen“. Seine Klassenkameradin Mareike Knickrehm, die in Kutenhausen wohnt, entdeckt einen Baum, der viele Dornen hat und an dem sie sich prompt einen Finger ritzt. „Kein Problem, das tut nicht weh“, sagt sie, während ihr Klassenlehrein Carola Burkert ein Pflaster auf die Wunde legt.

Mett beim Frühstück der Renner
Josua, Manuel und Tom aus der 4. Klasse hatten sich zu einer Gruppe zusammengetan. Ihr Lieblingswerkzeug war die Bügelsäge, wobei sie schnell feststellten, dass Absprache und Koordination der Handlungen „Ziehen und Schieben“ durchaus Sinn machen. Mit den Kindern der Klassen 1 und 2 ging Sascha Traue noch spielerischer an die Sache heran, in dem er mit ihnen zum Beispiel ein Igelhotel baute. Doch auch die Jüngsten wollten irgendwann zu Säge und Astschere greifen, was sie auch durften. An jedem Tag gab es ein leckeres Frühstsück mit frischen Brötchen, Aufschnitt und heißem Kakao. Der Renner bei allen Kindern aber war Mett – jeden Tag ging davon ein Pfund über den Tresen. Den Apfelsaft spendete die Mosterei Oevermann aus Südfelde, die biologisch abbaubaren Becher lieferte die JENZ GmbH. Das Unternehmen aus Wegholm finanziert die Umweltbildung durch die Biologischen Station Minden-Lübbecke mit einer jährlichen Spende. Auch im kommenden Jahr sind wieder sieben Aktionstage geplant.

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One thought on “Drei Etagen im Wald

  1. Ein super Artikel, danke Jürgen Krüger!!!
    Und natürlich ein tolles Projekt, für die Organisation (und die hervorragende Bewirtung) herzlichen Dank an Sascha Traue und Jürgen Krüger.

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