Mühlenlauf: Stephan Bretthauer

Erholte sich von einer Lungenembolie: Stephan Bretthauer, Sieger der Mühlenkreisserie, läuft beim 8. Friedewalder Mühlenlauf den Halbmarathon. Foto: Jürgen Krüger

Petershagen (jk). Wenn Stephan Bretthauer beim 8. Friedewalder Mühlenlauf antritt, dann steht für ihn die Titelverteidigung an zweiter Stelle. Der 43-Jährige hat im vergangenen Jahr die sogenannte „Serie 2“ der Mühlenkreisserie Minden-Lübbecke gewonnen und möchte zwar seinen Erfolg nach Möglichkeit wiederholen, allerdings nicht um jeden Preis. Der Bankkaufmann, der für den SV 1860 Minden startet, ist nämlich froh, dass er überhaupt wieder laufen kann. Bei Bretthauer hatte sich im November 2017 eine tiefe Venentrombose im linken Unterschenkel entwickelt, woraus eine lebensbdrohliche, beidseitige Lungenembolie entstand. „Die Trombose habe ich leider erst bemerkt, als ich schon mehrere Tage mit akuten Atembeschwerden versucht habe zu laufen. Gott sei Dank habe ich die Läufe abgebrochen“, sagt der Gewerbekundenberater der Volksbank Mindener Land. „Die Diagnose war ein schwerer Schlag.“

Lauftraining wieder aufgenommen
Mittlerweile hat sich Stephan Bretthauer von seiner schweren Krankheit erholt und das Lauftraining wieder aufgenommen. Er tastet sich behutsam an seine alte Leistungsstärke heran, auch wenn das ein weiter Weg ist. „Die Embolie hat dafür gesorgt, dass einiges an Leistungsfähigkeit verloren geht und man auch nicht die Gewissheit hat, zum alten Level zurückzukehren“, sagt Bretthauer und ergänzt: „Ich bin damit eigentlich sehr souverän umgegangen.“ Er fühle sich gut, doch es fehle noch in allen Berreichen: Athletik, Koordination, Ausdauer. Bretthauer: „Ich bin sehr zufrieden und werde mal schauen, wo ich wieder hinkommen werde.“

Früher Fußball gespielt
Die Mühlenkreisserie umfasst acht Läufe, wobei nur derjenige in die Wertung kommt, der mindestens fünf Läufe absolviert hat. Auftakt der Mühlenkreisserie ist traditionell der Weser-Werre-Lauf der TG Werste. Stephan Bretthauer hat dort im März auf einen Start verzichtet. „Ich war noch nicht so weit“, so der Eldagser. Er werde in Friedewalde einsteigen und dort den Halbmarathon (Serie 2) laufen. Die Titelverteidigung als solche hat er sich explizit nicht als Ziel gesetzt. „Ich bin jetzt erst seit ein paar Monaten wieder aus dem Krankenhaus heraus und jeder leistungssportliche Gedanke ist eigentlich verkehrt. Ich muss erst einmal sehen, wohin ich grundsätzlich wieder komme“, sagt Bretthauer, der früher Fußball gespielt hat – im Mittelfeld – und immer schon gerne gelaufen sei.

Bis zu 130 Kilometer Lauftraining pro Woche
Auch wenn sich Stephan Bretthauer noch im Aufbautraining befindet, so leistet ein Spitzensportler wie er ein enormes Pensum. Bis zu 130 Kilometer Laufstrecke pro Woche bei täglichem Training können es sein. Meistens startet er von seinem Wohnort in Eldagsen aus und oft zieht es ihn auf den Weserradweg oder durch die Windheimer Marsch, Gorspen-Vahlsen, Lahde oder Petershagen. Und Stephan Bretthauer ist schnell: im vergangenen Frühjahr stellte er in Hamburg beim Marathon (42,195 Kilometer) eine neue persönliche Bestleistung auf. Für die 42,195 Kilometer brauchte er nur 2:43 Stunden.

Mühlenlauf – von Anfang an mit dabei
Auf den Mühlenlauf in Friedewalde freue er sich besonders. „Der Friedewalder Mühlenlauf ist eine ganz tolle Veranstaltung, bei der ich von Anfang an mit dabei war – auch ohne Integration in die Mühlenkreisserie. Es ist ein Feiertag, Christi Himmelfahrt, meistens geprägt von sehr schönem Wetter. Die Organisation drumherum ist hervorragend. Es ist auch ein Familienfest, wo man viele Bekannte und Freunde trifft. Es ist nicht so eine Läufer-spezifische Veranstaltung, wie man es vielleicht bei anderen kennt“, lobt Stephan Bretthauer, der sportlich betrachtet auch gerne flache Strecken schätzt.