Thea Eichholz zeigt ihr Lebenshaus

Evangelische Kirchengemeinde Friedewalde-Stemmer; Thea Eichholz mit Programm "LEBENsECHT" // Diplom-Volkswirt Jürgen Krüger, Lavelsloher Straße 31, 32469 Petershagen // Telefon 0049 1718389291 // Email: post@juergen-krueger.de // www.juergen-krueger.de

Zu Gast in Friedewalde: Die Sängerin, Texterin, Komponistin und Kabarettistin Thea Eichholz. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Obwohl sie in der christlichen Musikszene sehr bekannt ist, möchte Thea Eichholz kein Popstar sein. Sie stehe mitten im Leben, als Mutter, als Ehefrau, als Christin. Und wie es in ihrem persönlichen Lebenshaus aussieht, das präsentierte die 1966 im Sauerland geborene Künstlerin rund 250 Zuhörern in der Evangelischen Kirche zu Friedewalde. An ihrer Seite: Pianist und Sänger Mark Wiedersprecher.

Authentisch, ehrlich, nah
Ihr Programm LEBENsECHT besteht aus Liedern, Texten und erlebten Geschichten. Thea Eichholz sorgt mit ihrer starken, aber zugleich freundlichen und angenehmen Persönlichkeit für ein ruhiges Ambiente in der Kirche, ohne mit ihrem knapp zweieinhalbstündigen Programm zu langweilen. Sie überträgt diese Ruhe auf ihr Publikum, das sich offensichtlich an diesem Abend gerne der Besinnlichkeit hingeben möchte. Bei ihrem Streifzug durch ihr eigenes Leben bedient sie sich einmal alltäglicher Geschichten, so dass sich nahezu jeder darin wiederfindet. Besonders ist aber ihre eigene, sehr persönliche Geschichte über den frühen Tod ihres damaligen Ehemannes Bernd-Martin Müller, der im Jahr 2002 an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte und ein Jahr später daran gestorben ist – und, wie sie mit diesem Schicksalsschlag umgeht. Dabei gelingt ihr die Gratwanderung, gleichzeitig authentisch, persönlich, ehrlich und nah zu sein, ohne ihre persönliches Schicksal zu sehr zu vermarkten. Thea Eichholz ist seit 2007 wieder verheiratet mit Steffen Doll, der ebenfalls verwitwet war. Aus ihren ersten Ehen haben sie gemeinsam vier Kinder.

Tiefgründig und humorvoll
Ihre Geschichten seien „Schätze des Alltags“, sie sind tiefgründig und durchaus humorvoll – wie zum Beispiel die über ihr Verhältnis zu ihrem Navigationsgerät. Sie gibt Einblicke über ihren Glauben an Gott, der die existenzielle Anlaufstelle in ihrem Leben sei. Allerdings warte sie nicht auf „Eingebungen von oben“, sondern sie selbst sei die Gestalterin ihres eigenen Lebens. „Ich hab kein anderes Leben“, heiß dann auch eines ihrer bekanntesten Lieder. Sie sagt: „Ich will nicht nach dem Sinn des Lebens suchen, sondern ich frage mich, welchen Sinn ich den Räumen meines Lebenshauses geben kann.“

Mark Wiedersprecher überragend am Piano – trotz kalter Finger
Thea Eichholz doziert nicht, erhebt nicht den Zeigfinger oder möchte gar manipulieren, sondern sie überlässt es ihren Zuhörern, was sie mit dem gerade Gehörten anfangen möchten. Ihre Lieder haben Substanz, transportieren eine Botschaft und viel Gefühl, ihr christlicher Popstil wagt sich in die Nähe des Jazz. Die Gesangsstimme von Thea Eichholz ist außerordentlich gut, aber nicht überragend. Das allerdings sind ihre Sprechstimme und ihre Erzählkunst. Überragend ist wiederum Mark Wiedersprecher am Piano, der den frostigen Temperaturen im Altarraum mit einer mollig warmen Jacke begegnet und trotz kalter Finger einige bemerkenswerte Soli spielt.

Falk Papajewski sorgt für schönes Licht und guten Ton
Viel Lob gibt es für das Organisationsteam um Anke Wiegmann. Sie hatte mit Falk Papajewski einen Profi in Sachen Ton- und Lichttechnik engagiert, der unter anderem für die Freilichtbühne Porta Westfalica arbeitet. Diese Entscheidung war goldrichtig. Papajewski sorgte mit seinem Kollegen für einen nahezu perfekten Sound unter den schwierigen akkustischen Bedingungen in einer Kiche – mit viel Stein und großer Raumhöhe. Ein ausgefeiltes Lichtkonzept mit LED-Strahlern und Mischpult sorgten für ein Ambiente, das es so in der Evangelischen Kiche Friedewalde noch nicht gegeben hat.

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One thought on “Thea Eichholz zeigt ihr Lebenshaus

  1. Das war ein überaus gelungenes Konzert mit einer sehr authentischen Sängerin, Komponistin und Texterin, die zum Nachdenken anregen konnte. Die Friedewalder Kirche war ein wunderbarer Rahmen dafür!

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