Bürgerinitiative schlägt Alarm: Nächste Straße in Friedewalde soll „geschreddert“ werden

Friedewalde. In Friedewalde regt sich erneut Widerstand: Die Bürgerinitiative gegen das sogenannte „Schreddern“ von Straßen schlägt Alarm. Hintergrund ist eine geplante Baumaßnahme der Stadt Petershagen, bei der eine weitere asphaltierte Straße in eine wassergebundene Decke umgewandelt werden soll.

Sind die Tage dieser Straße gezählt?


Konkret betroffen ist der Zufahrtsweg zum Hof von Familie Seele/ Grote „In den Wiesen 19“ . Nach Angaben der Stadt soll dort aus bautechnischen Gründen und zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit die Fahrbahn vollständig zurückgebaut und künftig in wassergebundener Bauweise hergestellt werden. Die Arbeiten sollen Mitte der 19. Kalenderwoche stattfinden und unter Vollsperrung durchgeführt werden, wodurch es auch im Umfeld zu Einschränkungen kommen kann.

 Für viele Anwohner und die Bürgerinitiative wirft diese Entscheidung jedoch grundlegende Fragen auf. Bereits beim Wirtschaftswegekonzept im Jahr 2014 sei zugesichert worden, dass asphaltierte Zufahrten zu Wohnhäusern erhalten bleiben. Umso unverständlicher sei es, dass genau diese Straße offenbar nicht als erhaltenswerter Wirtschaftsanliegerweg eingestuft wurde – obwohl sie die einzige Zufahrt der Anwohner darstellt.

„Ist der Stadt Petershagen hier ein Fehler unterlaufen?“, fragt die Initiative. Und weiter: „Warum wurde dieser Weg nicht entsprechend berücksichtigt?“
 Die Kritik geht jedoch über den Einzelfall hinaus. Viele Bürger sehen eine grundsätzliche Fehlentwicklung:

„Wo soll das Ganze noch enden?“

Die Sorge wächst, dass sich die Infrastruktur im ländlichen Raum zunehmend zurückentwickelt. Statt befestigter Straßen drohten langfristig wieder wassergebundene, matschige Wege – ein Zustand, der für viele nicht akzeptabel ist.

Dabei stellt sich für die Initiative eine naheliegende Frage: Warum werden beschädigte Straßen nicht zunächst punktuell instandgesetzt? Warum werden nicht zumindest die größten Schäden – etwa tiefe Schlaglöcher oder starke Fahrbahnabsenkungen – mit Bitumen ausgebessert, um die Straße möglichst lange zu erhalten?

Auch Ortsbürgermeisterin Jessica König blickt mit großer Sorge auf die Entwicklung: Gerade in den äußeren Bereichen der Ortsteile sei bereits jetzt eine deutliche Verschlechterung zu erkennen. „Es sieht sehr düster aus“, so ihre Einschätzung, da die Stadt künftig nicht mehr alle Straßen in gewohnter Weise erhalten könne. Dennoch betont sie klar:

„Schreddern kann nicht die Lösung sein.“

Sie fordert, das Problem grundsätzlich neu zu denken und langfristige Lösungen zu entwickeln sowie stärker in den Erhalt der bestehenden Straßen zu investieren.
 Denn eines ist für viele klar: Hätte man die Straßen über Jahrzehnte hinweg konsequent instand gehalten, wäre die Situation heute nicht so angespannt.

Die zentrale Frage bleibt daher:

Wie will die Stadt Petershagen künftig mit diesem Problem umgehen – und wie kann verhindert werden, dass sich die Infrastruktur im ländlichen Raum weiter verschlechtert?

Ein Kommentar zu „Schreddern kann nicht die Lösung sein“
  1. Offiziell haben wir als Anlieger und unmittelbar Betroffenen, (Fam. Grote und Seele) eine Benachrichtigung, ein anderes behördliches
    Schreiben, Verfügung oder auch nur einen Hinweis bekommen, das dieser Weg zu uns, als einzige befestigte Straße, geschreddert und in einen wassergebundenen Weg umgewandelt werden soll. Also nicht repariert wird.
    Die einzige Aussage zu dieser Angelegenheit kommt von der Ortsbürgermeisterin Jessica König per E-Mail. Aber sie kümmert sich zumindest darum. Zaubern kann sie auch nicht. Vielen Dank.

    Solche Wege gibt es schon viele, so auch in Friedewalde. Den Erfolg sieht man. Staubentwicklung, Verschlammung, Sperrung der Straße und sonstige Unmöglichkeiten. Solange an dem Weg niemand wohnt, kann man darüber streiten.

    Diese Absicht erfolgt also willkürlich seitens der Stadt Petershagen, ohne die Betroffenen an- bzw. mit denen zusprechen oder auch nur zu informieren, Ich glaube nicht, dass solch ein Vorhaben durchgesetzt werden würde, bei jemanden der eine bessere Beziehung zur Stadt hat.
    Ein Beispiel ist im Bereich der Stadt Petershagen vorhanden.

    Gründe dagegen sind schon viele genannt worden, nur die gelten bei der zuständigen Behörde scheinbar alle nicht.
    Kann hier nicht, von einem Fachmann (wirklich neutral) der Straßensanierungen durchführt, eine fachmännische Meinung (es muss ja nicht gleich ein teures Gutachten sein) einholen?
    Ich habe viele Meinungen (auch von Fachleuten) gehört. Keine dieser Aussagen waren für ein schreddern der Straße. Der überwiegende Teil aber für eine Teilsanierung der Beschädigten Stellen. Sicherlich ist das nicht kostenlos.
    Es würde doch wahrscheinlich nicht teurer sein als eine Vernichtung dieses Weges und die immerwährende Unterhaltung. Wenn sie denn durchgeführt wird.

    Befahrbar wäre dieser geschredderte Weg, für mich und meine Frau mit ihrem Rollator (100 GdB – Merkzeichen G + B / Schwerbehindertenausweis), sicherlich nicht mehr. Bei mir besteht ärztlicherseits eine erhöhte Sturzgefahr (80 GdB – Merkzeichen G + B).

    Was passiert eigentlich bei schlechtem Wetter? Tagelang Regen. Oder im Winter. Wenn viel Schnee fällt und das auch noch über mehrere Tage. Schneeschieben ist doch gar nicht möglich.
    Müssen wir uns die 200 Meter freischaufeln, nicht zur Arbeit, Arztbesuche, Einkaufen, oder lieber zu Hause bleiben?

    Wir würden uns ein Gespräch, mit den zuständigen Personen der Stadt Petershagen, wünschen, um zu verstehen, was wir jetzt nicht begreifen.

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