
Petershagen-Friedewalde. Die Stadt Petershagen investiert massiv in die Grundschule Friedewalde. Das macht sie nicht aus Nächstenliebe, sondern weil es das Gesetz verlangt. Ab dem Schuljahr 2026/27 haben alle Erstklässler nämlich einen Anspruch darauf, 40 Stunden pro Woche betreut zu werden (Ganztagsbetreuung). In den kommenden Jahren soll dieser Anspruch ausgebaut werden, so dass ab dem Schuljahr 2029/30 alle Grundschüler das Recht auf eine Ganztagsbetreuung haben. Der offene Ganztag an der Friedewalder Grundschule ist momentan in provisorischen Containern untergebracht, der vor einigen Jahren angebaute Klassenraum wurde abgerissen.
„Analog der Erweiterung der Grundschule Windheim soll nun auch die Grundschule Friedewalde einen Anbau als zur Erweiterung des Offenen Ganztages erhalten. Mit der Vorplanung zur Umsetzung ist bereits begonnen worden. Der genaue Umfang und die Bauart müssen noch final ermittelt werden. Die Baukosten werden auf 1,8 Mio. Euro geschätzt und anteilig der beabsichtigten Bauausführung auf die Jahre 2025 und 2026 verteilt. Fördermittel stehen nicht zur Verfügung“, teilt Petershagens Pressesprecherin Tatjana Brast mit. Der Teilstandort Eldagsen ist bereits zukunftsfähig ausgebaut.

An der westlichen Stirnseite der Grundschule, wo der Klassenraum abgerissen worden ist, soll ein zweigeschossiger Anbau mit Satteldach in Massivbauweise entstehen. Zusätzlich erfolge eine Sanierung des Bestandsgebäudes im Bereich Flur, Lehrerzimmer und Treppenhaus. Bei dem neuen Anbau sollen eine neue Mensa (für rund 80 Kinder), Aufenthaltsräume, Differenzierungsräume und Büroräume gebaut werden. Zur Technik: „Der Anbau läuft komplett autark, er bekommt einen separaten Strom- und Wasseranschluss und wird mit einer Wärmepumpe beheizt. Geplant ist auch eine Photovoltaikanlage“, schreibt Tatjana Brast. Die Stadt Petershagen rechnet mit einer Bauzeit von Frühjahr 2026 bis Anfang 2027. „Derzeit werden die Leistungsverzeichnisse für die Ausschreibungen erstellt. Die Baugenehmigung ist beantragt“, heißt es weiter. Die Gesamtkosten kalkuliert die Stadt mit rund 1,6 Millionen Euro.
Rettung der Grundschule Friedewalde hat sich gelohnt
„Für uns ist das eine sehr gute Nachricht und Bestätigung unserer Arbeit“, sagt Schulleiterin Alexandra Mohrhoff. Im Jahr 2013 war die Friedewalder Grundschule von der Schließung bedroht, doch die Bürgerinitiative „kurz&gut“ schaffte die Rettung mit Unterstützung der Grundschule Eldagsen. Insbesondere die damalige Eldagsener Schulleiterin Monika Krause hat sich um den Erhalt der Friedewalder Grundschule eingesetzt. Seitdem gibt es den Grundschulverbund Eldagsen-Friedewalde mit zwei Standorten. Alexandra Mohrhoff übernahm im Jahr 2019 die Schulleitung von Monika Krause. Aktuell besuchen Eldagsen und Friedewalde 178 Grundschüler. Sie werden unterrichtet von zwölf Lehrerinnen, zwei Lehrern, einer sozialpädagogischen Fachkraft, einer Sonderpädagogin sowie Schulleiterin Alexandra Mohrhoff und ihrer Stellvertreterin Katrin Schwerdt.
„Wir sind Schule des gemeinsamen Lernens und arbeiten an beiden Standorten jahrgangsbezogen“, teilt die Schulleitung mit. Beide Standorte seien einzügig von der Klasse 1 bis 4. Schwerpunkte sind die sogenannten „MINT-Bildung“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Es gibt eine Kooperation mit der Biologischen Station Minden-Lübbecke, enge Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartnern sowie „individuelle Förderungen der Schülerinnen und Schüler in den Basiskompetenzen“. Beide Schulstandorte befinden sich außerhalb der Gemeinden im Grünen. Im September 2026 soll es sowohl in Eldagsen als auch in Friedewalde einen „Tag der offenen Tür“ geben. Wer zwischendurch Interesse an der Schule hat, darf sich gerne mit Alexandra Mohrhoff unter Telefon (0 57 04) 666 oder per E-Mail: info@gs-friedewalde.de in Verbindung setzen.
Sehr gut! Investitionen in unsere Schulen werden Zeit. Das freut mich!