Er leuchtet: Der Weihnachtsstern auf den Silos von Niedringhaus Agrar. Foto: Jürgen Krüger

Jeden Winter zur Adventszeit taucht auf den Silos dieser Stern auf. Eine Friedewalder Familie hat diesen Stern dort oben platziert. Wer von Stemmer nach Friedewalde fährt, sieht ihn schon aus der Entfernung. Für mich ist er ein fester Punkt geworden. Auf dem Weg zur Arbeit genauso wie auf dem Rückweg. Sein Licht berührt mich jedes Mal.

Dieser Stern löst in mir etwas aus, das ich kaum erklären kann. Ein warmes Gefühl, ein Moment von Zugehörigkeit. Manchmal erinnert er mich an meinen Bruder, der nicht mehr da ist, oder an meine Großeltern. 

An die wundervollen Weihnachtsabende, an denen wir alle an einem Tisch saßen. Eine Zeit, die vergangen ist und nicht zurückkehrt. Und trotzdem bringt der Stern nicht nur Wehmut, sondern auch Dankbarkeit. Denn heute sitzen meine erwachsenen Kinder, meine Eltern, meine Schwiegermutter und mein Lebensgefährte an diesem Tisch. Auch das ist ein Geschenk.

Ich denke an andere Menschen, ob sie alle glücklich sind? Wie fühlen sich die Obdachlosen, Menschen ohne Familie, Menschen denen Schlimmes widerfahren ist, ich bete für diese Menschen. 

Warum gerade dieser Stern diese Gedanken weckt, weiß ich nicht. Vielleicht liegt es an seiner Stille. Vielleicht daran, dass er nicht nur Licht spendet, sondern auch Halt. Der Stern gehört einer sehr herzlichen Familie, die ihn jedes Jahr aufs Neue erstrahlen lässt – und damit ein Stück Verbundenheit ins ganze Dorf trägt.

Jedes Jahr warte ich darauf, dass er wieder angeht. Und jedes Jahr tut sich etwas in mir, sobald es soweit ist. Ich wünsche mir, dass auch andere Menschen diesen Moment kennen. Für mich ist dieser Stern ein Teil von Friedewalde. Ein kleines Zeichen von Heimat, das ich einfach aussprechen wollte.

Anonym eingereicht von einer Friedewalderin.

In luftiger Höhe: Stefan Wrede (hinten) und sein Sohn Norwick bereiten den Stern auf den Silos von Niedringhaus Agrar für die Weihnachtszeit vor. Foto: Helge Niedringhaus
2 Gedanken zu „Ein Stern über dem Dorf“

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