Corona: Das rät der Kreissportbund

Feierabend: Der Kreis Minden-Lübbecke hat die Kreisschwimmhalle in Minden, die direkt an der Kampa-Halle anliegt, bis auf weiteres geschlossen. Foto: Jürgen Krüger

Minden-Lübbecke. Der Kreissportbund Minden-Lübbecke (KSB) ruft seine Sportvereine auf, den Vereinssportbetrieb aufgrund der Coronavirus-Situation zunächst bis nach den Osterferien ruhen zu lassen. „Sport wird häufig als schönste Nebensache der Welt bezeichnet“, sagt KSB-Geschäftsführer Helmut Schemmann. Nun solle der Sport auch erst einmal „Nebensache“ sein und den Empfehlungen der Virologen und der Bundesregierung gefolgt werden. Daran hält sich auch der TuS Freya Friedewalde und hat seinen Trainingsbetrieb unterbrochen.

„Wir wollen keine Hysterie befeuern“

„Wir wollen keine Hysterie befeuern, aber gerade im sportlichen Miteinander sind die Ansteckungswege kurz“, merkt Schemmann an. Dabei richtet sich die Empfehlung des KSB insbesondere an die zahlreichen Breitensportgruppen im Kreis, aber auch an anstehende Mitgliederversammlungen und Feste der Sportvereine. Für den Liga- und Wettkampfbetrieb im Sport müssten die Sportfachverbände die Entscheidungen treffen, die aber bereits vielfach aktiv seien. Die Experten und Behörden sähen in ihren Empfehlungen derzeit noch ein vorbeugendes Handeln, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen bzw. gering zu halten. „Dem sollten wir uns als Sportgemeinschaft nicht verschließen, sondern vielmehr unseren Beitrag leisten“, betont Schemmann. Der KSB selbst wird seine Kurs- und Lehrgangsmaßnahmen bis zum Ende der Osterferien einstellen. Diplom-Sportlehrer Schemmann hat für alle Breitensportler für die Übergangszeit noch einen Tipp: „Jeden dritten Tag eine halbe Stunde stramm spazieren, walken, joggen oder auch Rad fahren hält fit und stärkt ganz nebenbei auch das Immunsystem“. Wer Symptome einer Grippe verspüre solle aber umgehend alle sportlichen Aktivitäten einstellen.

Kreisschwimmhalle geschlossen

Wie der Kreis Minden-Lübbecke mitteilt, ist die Kreisschwimmhalle in Minden seit Samstag, 14. März 2020, geschlossen. „Diese Maßnahme dient wie alle anderen aktuellen Einschränkungen dazu, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen zum Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger“, teilt der Mühlenkreis auf seiner Internetseite mit.

Kommentar. Eine Frage der Haftung

Sport ist die schönste Nebensache der Welt. Und die Gesundheit geht vor. So gesehen sind die Generalabsagen im Sport aufgrund der Corona-Pandemie nachvollziehbar und wahrscheinlich auch richtig. Doch Fürsorge ist nicht der alleinige Grund der Absagen. Es geht vor allem um Haftung. Kein Veranstalter wird es riskieren, eine Veranstaltung entgegen den Empfehlungen aus Wissenschaft, Politik und Verbänden durchzusetzen. Schon gar nicht ehrenamtlich geführte Sportverbände und Sportvereine. Vorsatz lässt sich nämlich nicht versichern. Niemand möchte dafür gerade stehen, dass sich bei seiner Veranstaltung irgendjemand mit dem Virus infiziert und ihn auf Schadenersatz verklagt. Dabei kommt dem 1. Vorsitzenden von gemeinnützigen Sportvereinen eine besondere Rolle zu, denn er haftet mit seinem Privatvermögen. Von daher stehen uns sportlich betrachtet sehr ruhige Wochen ins Haus.⋌
⋌Jürgen Krüger