Rasend schnell

Mehr als bestellt: Die Live-Messung in Dielingen am Mittwoch, 3. März 2021, ergab 612,7 Mbit im Download. Fotos: Jürgen Krüger

Stemwede-Dielingen. Als Jürgen Semmler auf den Startknopf klickt, schlägt die Tachonadel sofort aus und stoppt erst bei 612,7 Mbit im Download. „Mehr als die bestellten 500 Mbit“, lobt der Dielinger, der sich seit Mitte Dezember 2020 über schnelles Internet freut. „Das ist einfach super“, assistiert Ehefrau Helga. Dass die gemessene Uploadrate bei 103,6 Mbit stoppt und nicht die vom Internetdienstleister Greenfiber verprochene 250 Mbit erreicht, liege wahrscheinlich an der verwendeten Hardware, wie Jürgen Semmler vermutet. „Das hatte mir der Techniker gleich gesagt.“ Die Semmlers verwenden das Vorgängermodell der von Greenfiber favorisierten Fritz Box.

Auch die Telefonie funktioniere. „Wir haben sogar unsere alte Telefonnummer behalten“, sagt Helga Semmler. Aber, Jürgen Semmler warnt: „Nicht selber den Telefonanschluss kündigen, sondern die Kündigung Greenfiber überlassen.“ Sie hatten selber gekündigt und deshalb für ein paar Wochen weder Internet noch Telefon. Doch mit dem neuen Glasfaseranschluss gab es wieder Licht am Ende des Tunnels. Das Gute: Während der alte Vertrag noch laufe, könne man schon die schnelle Glasfaserleitung nutzen ohne doppelt bezahlen zu müssen. Der Vertrag mit Greenfiber beginne erst, wenn der Vertrag mit dem alten Anbieter ende. „Das hat uns positiv überrascht“, so Helga und Jürgen Semmler.

Sehr zufrieden: Helga und Jürgen Semmler, hier im Garten ihres Hauses in Stemwede-Dielingen.

Die Semmlers gehören zu den ersten Privathaushalten im Mühlenkreis, die vom Breitbandausbau profitieren. Zuvor waren sie bei 1&1 und mussten sich mit 3 bis 5 Mbit zufrieden geben, wenn überhaupt. „Wir sind zwischendurch immer mal wieder rausgeflogen und hatten gar kein Internet“, berichtet Helga Semmler. Mit diesen Problemen haben wohl die meisten zu kämpfen, die in den sogenannten „weißen Flecken“ leben und bis Ende 2022 mit Glasfaser versorgt werden sollen. „Wir sind so froh, dass wir jetzt das schnelle Internet haben. Es funktioniert hervorragend, und auch die Zusammenarbeit mit Greenfiber verlief reibungslos“, sagen beide.

Glasfaser für Friedewalde noch im Jahr 2021

Am 1. März 2021 waren im Kreis Minden-Lübbecke 613 Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen – alle in Dielingen und Haldem. Die Zahl stammt von Enrico Nauen, Gigabit-Koordinator beim Kreis Minden-Lübbecke. Er kennt auch den weiteren Fahrplan. Nach Stemwede werde Greenfiber die Rahdener Haushalte ans Glasfasernetz anschließen. Es folgt Espelkamp, und dann sollen zeitgleich Hüllhorst und Friedewalde dran sein. Ohne sich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, schätzt Enrico Nauen, dass Friedewalde in diesem Jahr ans Glasfasernetz angeschlossen sein wird.

Eine Neuerung gibt der Gigabit-Koordinator noch heraus: Greenfiber wird den zweiten Technikstandort nicht in Minden-Todtenhausen betreiben, sondern plant eine Niederlassung bei der Wortmann AG in Hüllhorst-Tengern. Der zweite Technikstandort in Preußisch Oldendorf ist bereits in Betrieb.

Neuer Technikstandort: Die Wortmann AG in Hüllhorst-Tengern.