Aktionstag der Apotheke

Das richtige Produkt: Auch darum geht es beim Aktionstag der Apotheke Friedewalde. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Apotheke Friedewalde führt am Dienstag, 6. Oktober 2020, einen Aktionstag “Pflegehilfsmittel und Inkontinenzprodukte” durch. Dabei geht es um Fragen wie “Möchten Sie trotz Inkontinenz am aktiven Leben teilnehmen?” oder “Sie haben selbst einen Pflegegrad oder pflegen eine Person zu Hause, die einen Pflegegrad besitzt?” Antworten darauf liefert das Team der Apotheke am Aktionstag, für den eine Terminvereinbarung notwendig ist. Entweder direkt in der Apotheke Friedewalde oder telefonisch unter (0 57 04) 15 15.

Jessica König neue Ortsbürgermeisterin

Absolute Mehrheit in Friedewalde: Jessica König zieht direkt in den Petershäger Stadtrat ein und ist neue Friedewalder Ortsbürgermeisterin. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Wir haben gewählt. Und dennoch sind noch nicht alle Entscheidungen bei den Kommunalwahlen 2020 in Nordrhein Westfalen gefallen. Gesucht wird noch ein Landrat, der den Kreis  Minden-Lübbecke durch die kommenden fünf Jahre führt. Die mehr als 250.000 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger des Mühlenkreises müssen sich am Sonntag, 27. September 2020, noch einmal zur Stichwahl aufmachen. Beste Aussichten hat Anna Katharina Bölling (CDU), die in der ersten Runde am Wahlsonntag, 13. September 2020, knapp die absolute Mehrheit verpasste und mit 46,32 % der Stimmen ihren schärfsten Konkurrenten Ingo Ellerkamp (SPD) klar hinter sich ließ (31,51%). Nur ein Wunder kann den Petershäger Ellerkamp jetzt noch helfen. Wahlergebnisse Landrat Minden-Lübbecke.

Alfred Borgmann direkt gewählt

Der Friedewalder Alfred Borgmann (CDU) hat seinen Wahlbezirk 20 gewonnen und zieht direkt in den Kreistag ein. Corinna Stöxen schaffte es für die Grünen über die Reserveliste. Wahlergebnisse Kreistag Minden-Lübbecke.

Dirk Breves neuer Bürgermeister

Die Stadt Petershagen bekommt einen neuen Bürgermeister. Dirk Breves (CDU) setzte sich klar mit 59,71% der Stimmen vor seinem stärksten Wettbewerber Jens Wölke (SPD) durch, der 35,60% der Stimmen erhielt.  Wahlergebnisse Bürgermeister Petershagen.

Jessica König plant Bürgerversammlung

Die CDU ist mit 45,26% der Stimmen deutlich stärkste Fraktion im Petershäger Stadtrat. Die Friedewalderin Jessica König gewann ihren Stimmbezirk 15 mit absoluter Mehrheit von 52,18% und zieht direkt in den Stadtrat ein. Gleichzeitig übernimmt sie die Funktion der Friedewalder Ortsbürgermeisterin und löst nach zehn Jahren Karl-Christian Ebenau ab. “Ich freue mich total und bedanke mich für das Vertrauen”, sagt die 43-Jährige. Sie muss zwar bei der konstuierenden Sitzung des neuen Stadtrats anfang November noch offiziell gewählt werden, doch das gilt als Formsache. Im selben Monat möchte sie als erste Amtshandlung eine Bürgerversammlung durchführen. Die Friedewalderin Margarete Spönemann (Grüne) hingegen hat es nicht in der Petershäger Stadtrat geschafft. Wahlergebnisse Stadtrat Petershagen.

Handballerinnen steigen in Bundesliga auf

Jubel: Die A-Mädchen des HSV Minden-Nord sind in die Handball-Bundesliga aufgestiegen. Hier feiern sie ihren 32:31-Sieg über den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck. Foto: Christian Bendig

Friedewalde/Minden. Die Handballabteilung des TuS Freya Friedewalde feiert den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Die A-Mädchen des HSV Minden-Nord sind in die Handball-Bundesliga aufgestiegen. Die Mannschaft von Trainer Olaf Wittemeier legte den Grundstein für den Erfolg mit einem 32:31-Sieg im ersten Spiel der Aufstiegsrunde gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck. Neben dem HSV steigen noch der TV Verl und HTV Hemer in Deutschlands höchste Spielklasse auf.

Aufstieg auf Rückfahrt

Die Chance für den Bundesligaaufstieg war noch nie so groß wie in diesem Jahr, denn von den vier teilnehmenden Mannschaften aus dem Handballverband Westfalen steigen drei auf. Dem Sieg über Bielefeld/Jöllenbeck folgte eine 24:27-Niederlage gegen den TVG Verl. Den Aufstieg feierte die Mannschaft des HSV Minden-Nord auf der Rückfahrt von Verl nach Hause. Per Liveticker verfolgten sie den 24:18-Sieg von HTV Hemer über Bielefeld/Jöllenbeck. Aufgrund des gewonnen direkten Vergleichs war der Aufstieg für den HSV perfekt. Die letzten beiden Spiele in Hemer waren überflüssig.

Drei Vereine betreiben den HSV Minden-Nord

Der HSV Minden-Nord ist der gemeinsame HandballSpielVerbund des TuS Freya Friedewalde, des TV Stemmer und des TuS Minderheide. Gegründet wurde der HSV im Jahr 2012 als Zusammenschluss der HSG Stemmer/Friedewalde (gegründet 1994) mit der Handballabteilung des TuS Minderheide.

Wir haben die Wahl

Schön bunt: So sehen die Wahlzettel für die Kommunalwahl 2020 aus – Landrat (orange), Kreistag (weiß), Bürgermeister (grün) und Stadtrat (blau). Foto: Jürgen Krüger

Petershagen. Am Sonntag, 13. September 2020, wählen die Bürger*innen von Nordrhein Westfalen ihre politischen Vertreter vor Ort. Dabei stellt sich die politische Landschaft in Friedewalde sehr übersichtlich dar. Nur die CDU hat im Dorf noch eine eigene Ortsgruppe. Alle anderen Parteien sind in den Petershäger Stadtverbänden organisiert. Drei Frauen und ein Mann aus Friedewalde stellen sich zur Wahl: Jessica König (CDU) und Margret Spönemann (Grüne) kandidieren für den Stadtrat, Corinna Stöxen (Grüne) und Alfred Borgmann (CDU) für den Kreistag Minden-Lübbecke, wobei Corinna Stöxen nicht direkt gewählt, sondern nur über die Parteienliste in den Kreistag einziehen kann.

Stichwahlen am 27. September

Spannend dürften die Wahlen des Petershäger Bürgermeisters sowie des Landrates sein. Stichwahlen am Sonntag, 27.September, sind insbesondere bei den Landratswahlen durchaus wahrscheinlich. Nicht ganz so spektakulär wird wohl in Friedewalde die Wahl des Ortsbürgermeisters ausfallen. Mit Jessica König (CDU) gibt es momentan nur eine Bewerberin, die alle Voraussetzungen erfüllt und auch Ortsbürgermeisterin werden möchte. Margret Spönemann (Grüne) hatte im Vorfeld auf das Amt verzichtet. Alle anderen Direktkandidaten wohnen nicht in Friedewalde. Björn Nommensen (Grüne) wohnt in Gorspen-Vahlsen, Jaqueline Lauf (CDU) in Meßlingen, Susanne Huxoll (SPD) in Wietersheim und die erst 20-jährige Sanja Angelina Deppendorf in Wasserstraße.

Landrat Minden-Lübbecke (Oranger Wahlzettel)

  • Anna Katharina Bölling (CDU)
  • Ingo Ellerkamp (SPD)
  • Siegfried Gutsche (Grüne)
  • Thomas Röckemann (AfD)

Kreistag Minden-Lübbecke (Weißer Wahlzettel)

  • Alfred Günter Borgmann (CDU)
  • Susanne Steuber (SPD)
  • Katja Maria Sonntag (Grüne)
  • Günter Wehmeyer (FDP)
  • Karl Heinrich Wilhelm Pundt (AfD)
  • Florian Kai Olavi Gierke (Linke)
  • Kurt Heinrich Riechmann (FWG Mühlenkreis)
  • Wilfried Seele (UB-UWG)

Bürgermeister Petershagen (Grüner Wahlzettel)

  • Dirk Breves (CDU)
  • Jens Wölke (SPD)
  • Lydia Behnke (AfD)

Stadtrat Petershagen (Blauer Wahlzettel)

Maaslingen/Meßlingen/Südfelde/Friedewalde-Brandheide (Wahlbezirk 014)

  • Jaqueline Lauf (CDU)
  • Susanne Bärbel Annemarie Huxoll (SPD)
  • Björn Nommensen (Grüne)
  • Günter Wehmeyer (FDP)
  • Elke Kreutze (AfD)

Friedewalde, außer Brandheide (Wahlbezirk 015)

  • Jessica König (CDU)
  • Sanja Angelina Deppendorf (SPD)
  • Margret Marie Spönemann (Grüne)
  • Hermann Heinrich Eitemüller (FDP)
  • Lothar Manfred Kreutze (AfD)

Kommunalwahl 2020

  • Am Wahlsonntag, 13. September 2020, gibt es vier Wahlzettel, zwei für den Kreis Minden-Lübbecke (Landrat und Kreistag) und zwei für die Stadt Petershagen (Bürgermeister und Stadtrat). Die Legislaturperiode beträgt für alle Ämter fünf Jahre.
  • Neue Wahlbezirke: Aufgrund eines Urteils des Verfassungsgerichtshofes Nordrhein Westfalen vom 20. Dezember 2019 gibt es sowohl in der Stadt Petershagen als auch im Kreis Minden-Lübbecke neue Wahlbezirke, die in ihrer Größe (Anzahl der Einwohner und Wahlberechtigten) nicht mehr als 15 Prozent vom rechnerischen Mittelwert (Zahl der Einwohner/Wahlberechtigte geteilt durch die Anzahl der Wahlbezirke) abweichen dürfen.
  • Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es 30 Wahlbezirke, in der Stadt Petershagen 15 Wahlbezirke.
  • Im Kreis gehört Friedewalde zum Wahlbezirk 20 (u.a. mit Eldagsen, Südfelde, Holzhausen II, Nordhemmern, Hartum, Südhemmern u.v.a.)
  • In der Stadt Petershagen gehört Friedewalde im Wesentlichen zum Wahlbezirk 15, mit Ausnahme der Brandheide. Die gehört mit den Ortschaften Maaslingen, Meßlingen und Südfelde zum Wahlbezirk 14.
  • Der Kreistag Minden-Lübbecke hat 60 Mitglieder und setzt sich zusammen aus den 30 Direktkandidaten und 30 Listenplätzen. Der Stadtrat Petershagen hat 30 Mitglieder und setzt sich zusammen aus den 15 Direktkandidaten und 15 Listenplätzen.
  • Landrat und der Bürgermeister wählen die Bürgerinnen und Bürger direkt. Die Kandidaten für Landrat sind Anna Katharina Bölling (CDU), Ingo Ellerkamp (SPD), Siegfried Gutsche (Bündnis 90 / Die Grünen), Thomas Röckemann (AfD). Die Kandidaten für den Petershäger Bürgermeister sind Dirk Breves (CDU), Jens Wölke (SPD) und Lydia Behnke (AfD).
  • Den Ortsbürgermeister stellt in der Regel die Partei, die im Dorf die meisten Stimmen bekommt.

Grüne Frauenpower

Friedewalde: Margret Spönemann (Bündnis 90/Die Grünen) möchte sich im Petershäger Stadtrat für ihr Dorf einsetzen. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Partei Bündnis 90/Die Grünen hat zwei Friedewalderinnen für die Kommunalwahl am Sonntag, 13. September 2020, nominiert. Während Corinna Stöxen auf einem Listenplatz 9 für den Kreistag Minden-Lübbecke kandidiert, stellt sich Margret Spönemann für den Petershäger Stadtrat zur Verfügung. Sie kandidiert im Wahlbezirk 15 (Friedewalde, außer Brandheide). “Für das Amt der Ortsbürgermeisterin stehe ich aber nicht zur Verfügung”, sagt Magret Spönemann. Das gilt auch für ihren Kollegen Björn Nommensen aus Gorspen-Vahlsen, der sich für den Stadtrat im Wahlbezirk 14 (Meßlingen, Maaslingen, Südfelde, Friedewalde-Brandheide) hat aufstellen lassen.

Korrektur
Hier stand zuvor: Das gilt auch für ihre Kollegin Katja-Maria Sonntag, die sich für den Stadtrat im Wahlbezirk 14 (Meßlingen, Maaslingen, Südfelde, Friedewalde-Brandheide) hat aufstellen lassen.

Stellt sich zur Wahl: Margret Spönemann kandidiert im Wahlbezirk 15 (Friedewalde, ohne Brandheide) für den Petershäger Stadtrat.

Margret Spönemann hat ihre politischen Schwerpunkte für unser Dorf in Stichpunkten zusammengefasst:

  • Beratungs- und Versorgungsnetze für ältere Menschen
  • schnelles Internet für alle
  • Förderung des Vereinslebens, Jugendzentren und Freizeiteinrichtungen
  • intelligentes Mobilitätskonzept, Verbesserung des Anrufsammeltaxis,
    Radwegeausbau und Radschnellweg
  • Förderung regnerativer Energien
  • Leerstand von Gebäuden durch Standortwerbung und aktive Vermarktung entgegenwirken

Kommunalwahl 2020

  • Am Wahlsonntag, 13. September 2020, gibt es vier Wahlzettel, zwei für den Kreis Minden-Lübbecke (Landrat und Kreistag) und zwei für die Stadt Petershagen (Bürgermeister und Stadtrat). Die Legislaturperiode beträgt für alle Ämter fünf Jahre.
  • Neue Wahlbezirke: Aufgrund eines Urteils des Verfassungsgerichtshofes Nordrhein Westfalen vom 20. Dezember 2019 gibt es sowohl in der Stadt Petershagen als auch im Kreis Minden-Lübbecke neue Wahlbezirke, die in ihrer Größe (Anzahl der Einwohner und Wahlberechtigten) nicht mehr als 15 Prozent vom rechnerischen Mittelwert (Zahl der Einwohner/Wahlberechtigte geteilt durch die Anzahl der Wahlbezirke) abweichen dürfen.
  • Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es 30 Wahlbezirke, in der Stadt Petershagen 15 Wahlbezirke.
  • Im Kreis gehört Friedewalde zum Wahlbezirk 20 (u.a. mit Eldagsen, Südfelde, Holzhausen II, Nordhemmern, Hartum, Südhemmern u.v.a.)
  • In der Stadt Petershagen gehört Friedewalde im Wesentlichen zum Wahlbezirk 15, mit Ausnahme der Brandheide. Die gehört mit den Ortschaften Maaslingen, Meßlingen und Südfelde zum Wahlbezirk 14.
  • Der Kreistag Minden-Lübbecke hat 60 Mitglieder und setzt sich zusammen aus den 30 Direktkandidaten und 30 Listenplätzen. Der Stadtrat Petershagen hat 30 Mitglieder und setzt sich zusammen aus den 15 Direktkandidaten und 15 Listenplätzen.
  • Landrat und der Bürgermeister wählen die Bürgerinnen und Bürger direkt. Die Kandidaten für Landrat sind Anna Katharina Bölling (CDU), Ingo Ellerkamp (SPD), Siegfried Gutsche (Bündnis 90 / Die Grünen), Thomas Röckemann (AfD). Die Kandidaten für den Petershäger Bürgermeister sind Dirk Breves (CDU), Jens Wölke (SPD) und Lydia Behnke (AfD).
  • Den Ortsbürgermeister stellt in der Regel die Partei, die im Dorf die meisten Stimmen bekommt.

Matthias Schweitzer verkauft sein Elternhaus

Wohin geht seine Reise?: Schuhmachermeister Matthias Schweitzer wird sich nach dem Verkauf des Wohnhauses und der Geschäftsfräume ein neues Leben aufbauen. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Gekämpft, gehofft und doch verloren. So könnte man die Geschichte von Matthias Schweitzer deuten. Doch in der Krise hat sich schon so manche Chance offenbart. Und so könnte es auch bei dem Schuhmachermeister sein, der nach der Geschäftsaufgabe als Schuhhändler nun sein Elternhaus verkaufen und ein neues Leben beginnen möchte. “Ich kann das Haus nicht mehr halten”, sagt der 56-Jährige.

Ganz schön groß: Das Wohn- und Geschäftsgebäude auf rund 4.000 Quadratmetern. Foto: Jürgen Krüger

“Dafür reicht es nicht”

Zunächst hatte er versucht, nur den großen Anbau zu verkaufen, doch der Plan ging nicht auf. Stattdessen hat Matthais Schweitzer das Lagergebäude verpachtet. Die Einnahmen halfen ihm, zumindest einen Teil der Forderungen der Volksbank Mindener Land und des Finanzamtes Minden zu befriedigen. Am Ende alles vergebene Liebesmüh, wie sich herausstellte. “Zumal ich in das Gebäude investieren müsste. Dafür reicht es nicht”, sagt Matthias Schweitzer.

Ein Interessent war schon da

Mit dem Verkauf des gut 4.000 Quadratmeter großen Anwesens hat Matthias Schweitzer das Mindener Immobilienunternehmen Kellermeier & Salge beauftragt. Als Kaufpreis sind 194.000 Euro angegeben. Das Wohnhaus mit Schuhmacherwerkstatt, Stallung und Scheune wurde um 1952 errichtet. 1970 erfolgte die erste Erweiterung der Verkaufsräume, und 2008 wurde das Ladenlokal noch einmal deutlich vergrößert. Im Wohnhaus gibt es sechs Zimmer, vor dem Haus acht Parkplätze. Ein Interessent hat sich das Anwesen bereits angesehen. Ansprechpartner bei Kellermeier & Salge ist Reinhard Becker, Telefon (05 71) 9 46 12 11.

Einmalige Lage: Am Schloort 6 in Friedewalde geht es sehr ruhig und beschaulich zu. Foto: Jürgen Krüger

Arbeit bei Tim Wegener

Matthias Schweitzer und seine Lebensgefährtin werden sich ein neues Leben aufbauen, insbesondere suchen sie eine neue Wohnung. Die Schuhmacherwerkstatt und der DHL-Paketshop sollen bis zum Verkauf geöffnet sein. Nach dem Verkauf wird Matthias Schweitzer seine Arbeit bei Orthopädie-Schuhmachermeister Tim Wegener (www.wegener-schuhe.de) in der Gemeinde Buchholz bei Bad Eilsen intensivieren. Für seine treuen Kunden möchte der gebürtige Friedewalder weiter Reparaturen anbieten. Geplant ist ein Hol- und Bringservice. Doch das ist eine ganz andere Geschichte.

Kleine Natur-Tour für Anna

Am Rande einer Wildblumenwiese: Anna Katharina Bölling (von links), Willi Traue und Alfred Borgmann kurz vor Start der kleinen Natur-Tour. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Wahlkampf in Corona-Zeiten ist anders. Großveranstaltungen sind abgesagt, und so tingeln die Landratskandidaten über die Dörfer. Anna Katharina Bölling (CDU) besuchte jetzt Friedewalde und war zu Gast bei den Friedewalder Landfrauen und JENZ. Doch bevor sie auf Publikum taf, machte sie etwas ganz Besonderes: sie ließ sich von Willi Traue zeigen, wie Naturschutz funktioniert – zumindest in Friedewalde. Bei der kleinen Natur-Tour bekam die CDU-Landratskandidatin Orte gezeigt, die ihr ohne Führung ganz sicher verschlossen geblieben wären.

Hört genau zu: Willi Traue erklärt hier Anna Katharina Bölling, dass das Biotop in der Galgenheide nicht austrocknet. Foto: Jürgen Krüger

Willi Traue – ein Meister des persönlichen Gesprächs

Während der Fahrt zu einigen Biotopen, einer naturgeschützten alten Eiche und dem Naturschutzgebiet Piewitzfeld bekam Anna Katharina Bölling reichlich Informationen von Willi Traue, ein Meister des persönlichen Gesprächs. Bis auf den Zeitung lesenden Torsten Huck begegneten sie dabei keinem Menschen, was für den Wahlkampf vielleicht suboptimal erscheint. Allerdings täuscht der Eindruck, denn Anna Katharina Bölling war absolut beeindruckt von “diesem wunderschönen Ausflug”, wie sie sagte, und all den versteckten Orten. Außerdem sah sie ihren Wahlkampf-Slogan bestätigt: “Besser miteinander reden als übereinander”. Denn Willi Traue machte der CDU-Politikerin deutlich, dass Naturschutz ohne Landwirtschaft nicht funktioniere. “Wir brauchen die Landwirte, weil sie es sind, die die Flächen bewirtschaften”, sagte der Jäger und Naturschützer.

Für Instagram: Während Anna Katharina Bölling mit ihrem Smartphone ein Foto von der naturgeschützten Eiche an Willi Traues Elternhaus produziert, warten Alfred Borgmann (links) und Willi Traue, bis sie damit fertig ist. Foto: Jürgen Krüger

“Vielen Dank für den wunderschönen Ausflug”

Absolut beeindruckt von der kleinen Natur-Tour durch Friedewalde ging es zurück zum Hof von Hildegard und Willi Traue, wo es einen kleinen Imbiss gab. Nach ein paar lockeren Gesprächen fuhr die 40-Jährige Mindenerin und Mutter von fünf Monate alten Zwillingen (Emma & Emil) zu JENZ und danach zu den Landfrauen auf dem Hof von Christine und Christian Kruse. Organsisiert hatte den Besuch der Friedewalder Alfred Borgmann. Der CDU-Politiker kandidiert bei den Kommunalwahlen am Sonntag, 13. September 2020, für den Kreistag Minden-Lübbecke.

Kommunalwahl 2020

  • Am Wahlsonntag, 13. September 2020, gibt es vier Wahlzettel, zwei für den Kreis Minden-Lübbecke (Landrat und Kreistag) und zwei für die Stadt Petershagen (Bürgermeister und Stadtrat). Die Legislaturperiode beträgt für alle Ämter fünf Jahre.
  • Neue Wahlbezirke: Aufgrund eines Urteils des Verfassungsgerichtshofes Nordrhein Westfalen vom 20. Dezember 2019 gibt es sowohl in der Stadt Petershagen als auch im Kreis Minden-Lübbecke neue Wahlbezirke, die in ihrer Größe (Anzahl der Einwohner und Wahlberechtigten) nicht mehr als 15 Prozent vom rechnerischen Mittelwert (Zahl der Einwohner/Wahlberechtigte geteilt durch die Anzahl der Wahlbezirke) abweichen dürfen.
  • Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es 30 Wahlbezirke, in der Stadt Petershagen 15 Wahlbezirke.
  • Im Kreis gehört Friedewalde zum Wahlbezirk 20 (u.a. mit Eldagsen, Südfelde, Holzhausen II, Nordhemmern, Hartum, Südhemmern u.v.a.)
  • In der Stadt Petershagen gehört Friedewalde im Wesentlichen zum Wahlbezirk 15, mit Ausnahme der Brandheide. Die gehört mit den Ortschaften Maaslingen, Meßlingen und Südfelde zum Wahlbezirk 14.
  • Der Kreistag Minden-Lübbecke hat 60 Mitglieder und setzt sich zusammen aus den 30 Direktkandidaten und 30 Listenplätzen. Der Stadtrat Petershagen hat 30 Mitglieder und setzt sich zusammen aus den 15 Direktkandidaten und 15 Listenplätzen.
  • Landrat und der Bürgermeister wählen die Bürgerinnen und Bürger direkt. Die Kandidaten für Landrat sind Anna Katharina Bölling (CDU), Ingo Ellerkamp (SPD), Siegfried Gutsche (Bündnis 90 / Die Grünen), Thomas Röckemann (AfD). Die Kandidaten für den Petershäger Bürgermeister sind Dirk Breves (CDU), Jens Wölke (SPD) und Lydia Behnke (AfD).
  • Den Ortsbürgermeister stellt in der Regel die Partei, die im Dorf die meisten Stimmen bekommt.

Film von der großen Natur-Tour mit Willi Traue.

Offener Ganztag mit neuer Leitung

Die neue OGS-Leitung: Katja Vodegel (links) und ihre Stellvertreterin Diana Stolle, hier auf dem Spielplatz der Grundschule Eldagsen. Foto: Jürgen Krüger

Eldagsen/Friedewalde. Mit Beginn des neuen Schuljahres 2020/21 hat der Grundschulverbund Eldagsen-Friedewalde einen neuen Träger für den Offenen Ganztag. Die Volkshochschule (VHS) Minden/Bad Oeynhausen löst dabei den Betreuungsverein des Grundschulverbundes nach 15 Jahren ab. „Der Betreuungsverein hat gegenüber der Stadt erklärt, die OGS-Arbeit zum nächstmöglichen Zeitpunkt beenden zu wollen, und uns ist es gelungen, mit der VHS schon zu diesem Schuljahr einen erfahrenen Träger für die OGS Eldagsen-Friedewalde zu gewinnen”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Stadt Petershagen und Schulleiterin Alexandra Mohrhoff, die auch Hugo Krause, Vorsitzender des Betreuungsvereins, bestätigt.

Grundschule Friedewalde: Der Offene Ganztag ist im Schulgebäude integriert, nachdem die alten Pavillons den neuen Parkplätzen (links) gewichen sind. Foto: Jürgen Krüger

Frühe Öffnungszeiten

Die VHS Minden/Bad Oeynhausen betreibt in Minden, Porta Westfalica, Bad Oeynhausen und Petershagen an 15 Schulstandorten den Offenen Ganztag, darunter nun auch die Grundschule Eldagsen, die 93 Kinder besuchen, sowie die Grundschule Friedewalde mit 87 Schülerinnen und Schüler. Für die Kinder und Eltern ändert sich zunächst kaum etwas, denn fast alle Mitarbeiterinnen arbeiten unter dem neuen Träger VHS weiter. Ledigleich zwei in Eldagsen und eine in Friedewalde hörten aus privaten Gründen auf. Den Offenen Ganztag in Eldagsen besuchen 72 Kinder, in Friedewalde sind es 55 Kinder. Etwas besonderes sind die frühen Öffnungszeiten: täglich von 7 Uhr bis um 8 Uhr und von 11.30 Uhr bis um 16.30 Uhr (freitags bis 16 Uhr).

Neue Leitung: Katja Vodegel und Diana Stolle

Neu ist allerdings die Leitung. Katja Vodegel führt den Offenen Ganztag als Hauptverantwortliche an beiden Standorten und ist zudem für die Leitung in Eldagsen zuständig. Diana Stolle ist die Stellvertreterin von Katja Vodegel im Verbund und bleibt Standort-Leiterin in Friedewalde. Die 49-Jährige ist seit der ersten Stunde vor neun Jahren im Offenen Ganztag der Grundschule Friedewalde mit dabei. Katja Vodegel arbeitet seit acht Jahren im Offenen Ganztag, die ersten drei Jahre in Eldagsen, die vergangenen fünf Jahre in Friedewalde. “Wir freuen uns auf die neue Herausforderung”, sagen Diana Stolle und Katja Vodegel. “Wir werden beibehalten, was sich bewährt hat, insbesondere die Aktionsgemeinschaften”, sagt Diana Stolle, wobei die Corona-Maßnahmen momentan einige Einschränkungen erfordern.

Grundschule Eldagsen: Im gelben Bau (hinten rechts) ist der Offene Ganztag untergebracht. Foto: Jürgen Krüger

Eingespielte Teams

Was Diana Stolle bereits vor zehn Jahren abgeschlossen hat, steht Katja Vodegel noch bevor: ein Fernstudium am LWL in Hamm zur staatlich anerkannten pädagogischen Fachkraft im Offenen Ganztag. “Angemeldet bin ich schon. Das Studium startet im März”, sagt Katja Vodegel. Die 50-jährige Eldagsenerin geht ihren neuen Job mit viel Zuversicht an. Besonders freue sie sich darüber, dass sie sich auf eingespielte Teams verlassen kann. Team Eldagsen: Manuela Jürgens, Ulrike Backemeier, Cornelia Ötting, Nadine Homann, Anke Koopmann, Nicole Hain, Jutta von der Ahe; Leitung: Katja Vodegel. Team Friedewalde: Christiane Bergner, Heike Eikmeier, Anette Leclaire, Sylvia Möhring, Karin Schmiedel; Leitung: Diana Stolle.

Auf neuen Wegen

Digital planen: Ein Blick über die Schulter von Timo Danisch, Geschäftsführer des Küchen-Forums Minden. Foto: Jürgen Krüger

Minden. Elektro Schlötel ist neuer Partner des Küchen-Forums Minden. Das haben Peter Schlötel und Dieter Danisch, Eigentümer des Küchen-Forums Minden, vereinbart. Beide Unternehmen sind Partner unserer Website. Das Küchen-Forum Minden mit Sitz in Stemmer liefert jedes Jahr rund  350 Küchen aus, wie Dieter Danisch sagt. Also fast jeden Tag eine Küche. Das Unternehmen besteht seit zehn Jahren, wobei Sohn Timo seit acht Jahren Geschäftsführer mit im Boot sitzt. Die Monteure von Elektro Schlötel sorgen für die Elektroinstallation der Neuküchen, aber auch für gewünschte Änderungen im Bestand. „Ich arbeite mit einem Netzwerk aus Handwerkern zusammen, damit ich meinen Kunden alle Gewerke anbieten kann. Bei uns gibt es alles aus einer Hand. Das ist ganz wichtig“, sagt Dieter Danisch und ergänzt: „Das sind alles Top-Handwerker, und auch Elektro Schlötel liefert eine hervorragende Arbeit.“ Die gute Arbeit zahlt sich offenbar aus: rund 90 Prozent der Kunden besuchen das Küchen-Forum Minden  aufgrund einer Empfehlung. Und Elektro Schlötel beschreitet mit diesem Auftrag durchaus neue Wege. „Das hatten wir bislang in diesem Umfang noch nicht“, sagt Peter Schlötel.

Wunderschön: Eine Ausstellungsküche beim Küchen-Forum Minden. Foto: Jürgen Krüger
Fürsorglich: Dieter Danisch bereitet seinen Monteuren eine Tasse Kaffee zu. Foto: Jürgen Krüger

Glasfaser: Dieses Jahr nicht mehr

Leerrohre: Friedewalde ist damit bereits versorgt, wie hier an der Grundschule. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Bagger von Greenfiber haben Friedewalde längst verlassen, zurück bleiben Leerrohe und das ein oder andere leere Gesicht. Wie geht es nun weiter? Wann bekommen wir den Glasfaseranschluss? Das sind die zwei Fragen, mit denen sich die Friedewalder nun auseinandersetzen. Konkrete Antworten darauf gibt es momentan nicht, wie eine Sprecherin des Unternehmens zugibt. Auch auf der Internetseite des Unternehmens gibt es dazu keine Informationen. “Die Öffentlichkeitsarbeit von Greenfiber lässt sehr zu wünschen übrig”, beschwerte sich unlängst ein Friedewalder Bürger.

Stemwede fast komplett angeschlossen

Dafür weiß Enrico Nauen, Gigabit-Koordinator beim Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung, mehr. Er war in Stemwede bei den ersten Hausanschlüssen (nur Anschlusspunkt APL, kein Medien- und Protokollkonverter ONT) mit dabei und hat davon sogar einen Film (siehe unten) gemacht. Greenfiber habe in Stemwede bereits Lichtwellenleiter eingeblasen und rund 1.000 Haushalte angeschlossen. “In Stemwede fehlen nur noch 30 Anschlüsse”, sagt Enrico Nauen. Jetzt stünden erst einmal Prüfungen seitens der Födermittelgeber durch das Berliner Planungsbüro Atene Kom an. Fertig sei auch der Anschluss an das Backbone in Dielingen-Fischerstadt. Hier fehlt noch die Verbindung zum Technikstandort in Pr. Oldendorf und nach Espelkamp. Enrico Nauen rechnet damit, dass es Ende August/Anfang September das sogenannte “Lichterfest” geben soll. Dann wird erstmalig Licht auf das Glasfasernetz gegeben.

Erst müssen Leerrohre in Hille liegen

Friedewalde hingegen wird sich noch gedulden müssen, denn bevor hier das erste Licht durch die Leitungen fließt, müsste erst die Gemeinde Hille komplett mit Leerrohren versorgt werden, wie Enrico Nauen sagt. Das sei nämlich noch nicht geschehen. Außerdem müsste die Backbone-Anbindung an den Technikstandort Minden erledigt sein. Doch hier stocken die Arbeiten momentan aufgrund fehlender Genehmigungen. Da zwischen dem Hausanschluss und der Lichtgabe durchaus ein halbes Jahr verstreichen können, ist in diesem Jahr in Friedewalde nicht mehr mit schnellem Internet zu rechnen.

Kaputt: So sehen Glasfaser-Leerrohre aus, wenn ein Fahrzeug (zuvor stand hier Trecker, siehe Kommentar) drüber gefahren ist. Hier an der Lavelsloher Straße. Foto: Jürgen Krüger

Greenfiber will gesamten Kreis ausbauen

Uwe Krabbe, Planungsingenieur und geschäftsführender Gesellschafter von Greenfiber, tourt zurzeit durch den Mühlenkreis, um sich weitere Aufträge  zu sichern. Im Kreis Minden-Lübbecke hat Greenfiber den Zuschlag dafür bekommen, lediglich die sogenannten weißen Flächen (Internet mit weniger als 30 Mbit/s.) mit Glasfaser zu versorgen. Doch gerade in Zeiten des Wahlkampfes haben die meisten Politiker eine kreisweite Versorgung mit schnellem Internet für alle Haushalte in ihrem Wahlprogamm stehen. In Pr. Oldendorf hat Greenfiber bereits mit den Arbeiten begonnen, möglich gemacht durch eine eigenwirtschaftliche Initiative der Stadt. “Wenn alles gut geht, will Greenfiber den gesamten Kreis ausbauen”, heißt es auf der Website der Firma.

Deutsche Telekom mischt plötzlich auch mit

Und plötzlich scheint sich auch die Deutsche Telekom für Minden-Lübbecke zu interessieren. Beim Ausschreibungsverfahren um den Glasfaserausbau im Mühlenkreis hatte sich das einstige Staatsunternehmen gar nicht erst beworben, was bei vielen Kreispolitikern für Stirnzunzeln gesorgt hatte. Greenfiber, damals noch Internexio, war seinerzeit das einzige Unternehmen, das an der Ausschreibung teilgenommen hatte. Die Deutsche Telekom scheint sich nun die Rosinen herauspicken zu wollen, denn im Gewerbegebiet Hüllhorst machten sie laut NW-Lübbecke 301 Unternehmen das Angebot, sich kostenfrei an das Gigabit-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom anschließen zu lassen, wenn sich bis zum 30. November mindestens 30 Prozent der dort ansässigen Firmen für einen solchen Anschluss vertraglich verpflichten.

Es blüht und brummt

Der Nutzen steckt im Detail: In einem Blühstreifen, den Landwirt Helge Niedringhaus am Ortseingang von Friedewalde angelegt hat, bereichert sich eine Hummel an einer jungen Sonnenblume, während sich eine andere Hummel im Anflug befindet. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. An den Äckern in Nordrhein Westfalen gibt es immer mehr Blühstreifen. Laut Landwirtschaftskammer NRW hat sich die Fläche, auf denen es blüht und brummt, von 530 Hektar im Jahr 2010 auf 6.200 Hektar im vergangenen Jahr nahezu verzwölffacht. Darüber freuen sich sicherlich viele Naturschützer genauso wie die Natur selbst. Allerdings entstehen solche Blühstreifen nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern dahinter stehen auch ökonomische Interessen. Blühstreifen sind sogenannte „Öffentliche Güter“, und die haben zwei Eigenschaften, die sie von einem normalen Gut, wie einer Currywurst, unterscheiden.

Der Blühstreifen als Öffentliches Gut

Die erste Eigenschaft ist „Nicht-Konkurrenz im Konsum“, die zweite Eigenschaft „Nicht-Ausschließbarkeit vom Konsum“. Der Vergleich mit der Currywurst macht es deutlicher. Wenn sich jemand eine Currywurst kauft, dann gehört sie ihm und kein anderer darf sie ohne Erlaubnis essen (Ausschließbarkeit vom Konsum). Das ist bei einem Blühstreifen anders: Niemand lässt sich davon ausschließen, sich einen Blühstreifen anzusehen. Und wenn jemand die Currywurst isst, dann ist sie verschwunden. Auch das ist beim Blühstreifen anders: Es ist egal, wie viele sich den Blühstreifen ansehen, er bleibt bestehen (Nicht-Konkurrenz im Konsum). Bei öffentlichen Gütern spricht man von Marktversagen, weil diese Güter gar nicht, oder nicht in der gewünschten Menge, produziert werden. Klassische Beispiele von öffentlichen Gütern in den Wirtschaftswissenschaften sind der Leuchtturm oder die Straßenbeleuchtung. Marktversagen wiederum liefert in einer Marktwirtschaft dem Staat die Rechtfertigung, in den Markt einzugreifen. Der Staat kann nun selbst Blühstreifen produzieren oder er kann Anreize dafür schaffen, dass mehr Blühstreifen produziert werden. Der Staat kann aber auch auf bürgerschaftliches Engagement hoffen oder Zwang ausüben. Letztes geschieht per Gesetz momentan nicht.

3,8 Hektar Blühstreifen an 20 verschiedenen Flächen

In vielen Städten und Gemeinden gibt es aber mittlerweile auf kommunalen Flächen Blumenwiesen. Es gibt auch reichlich private Initiativen, die sich damit beschäftigen. Um aber Blühstreifen professionell im großen Stil anlegen zu wollen, braucht es die Landwirtschaft. Und da Landwirte auch Betriebswirte sind, braucht der Staat auch betriebswirtschaftliche Argumente, um einen Landwirt davon zu überzeugen, dass es für ihn Sinn macht, Blühstreifen anzulegen. Fördergelder sind solche Argumente, wobei das wichtigste wohl die sogenannte „Agrarumweltmaßnahme“ der Europäischen Union ist.

Kennt sich aus: Agrar-Ingenieur Helge Niedringhaus. Foto: Jürgen Krüger

Wie sie funktioniert weiß Helge Niedringhaus, Agrar-Ingenieur aus Petershagen-Friedewalde. Der 35-Jährige produziert auf 180 Hektar Fläche die Futtermittel für seine 750 Sauen und Ferkel selbst. Überschüssige Ernteerträge verkauft er. „Wir haben Blühstreifen an 20 verschiedenen Flächen, was insgesamt 3,8 Hektar ausmacht“, sagt Niedringhaus. Pro Hektar und Jahr bekommt er 1.200 Euro Förderzuschuss, muss sich allerdings für fünf Jahre verpflichten, auf eben 3,8 Hektar Blühstreifen anzulegen. Bei der Auswahl der Flächen ist er hingegen frei. „Das kann sich von Jahr zu Jahr ändern“, sagt Niedringhaus. Die Auswahlkriterien legt er selbst fest. „Wir achten natürlich darauf, dass die Anlage der Blühstreifen unserer Wirtschaftsweise entgegenkommt. Das sind schwer zugängliche, keilige Flächen, Flächen an Gewässern oder feuchte Flächen. Bevor man sich jedes Jahr darüber ärgert, dass das Getreide absäuft, kann man dort auch prima Blühstreifen anlegen“, sagt der junge Familienvater. Mit der örtlichen Jägerschaft habe er sich ausgetauscht und die Empfehlung erhalten, Blühstreifen am Waldrand anzulegen, weil sich Rehwild gerne dorthin zurückzieht, wenn das Korn gemäht wird. Hin und wieder legt er auch kleinere Blühstreifen außerhalb der Agrarumweltmaßnahme an. „Das sind dann gut sichtbare Orte, die der Öffentlichkeitsarbeit dienen.“

Perfekt: Ein sechs Meter breiter Blühstreifen in Friedewalde zwischen Getreidefeld und Anwohner-Hecke. Foto: Helge Niedringhaus

Die Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer unterstützen ihre Landwirte und machen durchaus Vorschläge, wo Blühstreifen Sinn machen. „Mit dem Thema muss sich aber jeder Landwirt selbst auseinandersetzen“, sagt Niedringhaus. Aus der Bevölkerung bekomme er gelegentlich positive Rückmeldungen. „Das tut natürlich gut.“
Der Westfälisch Lippische Landwirtschaftsverband hatte kürzlich seinen Bauern Saatgut für zehn Millionen Quadratmeter Blühstreifen kostenfrei bereitgestellt. Davon hat Helge Niedringhaus zu spät erfahren. Im nächsten Jahr werde er sich auch bewerben. Denn bei allem Wohlwollen gegenüber Natur und Blühstreifen macht der Landwirt aus Petershagen unmissverständlich klar, dass die betriebswirtschaftliche Rechnung für ihn am Ende aufgehen muss. „Ohne Fördermittel“, sagt er, „würde ich dort etwas anderes sähen.“

Förderung

  • Die Förderung von Zuschüssen in der Landwirtschaft ist sehr komplex. Allein der Ratgeber der Landwirtschaftskammer NRW (LWK) umfasst 68 Seiten.
  • Blühstreifen sind nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, die Biodiversität zu fördern. „Sie sind aber momentan die sichtbarste Maßnahme“, sagt LWK-Pressesprecher Bernhard Rüb.
  • Agrarumweltmaßnahmen werden durch die Europäische Union und zum Teil vom Bund mitfinanziert, in jedem Bundesland aber differenziert angewendet.
  • Blühstreifen werden auch als ökologische Vorrangfläche innerhalb des sogenannten „Greenings“ gefördert und mit dem Faktor 1,5 sehr hoch bewertet.
  • Der Fördersatz der Agrarumweltförderung von 1.200 Euro pro Hektar wird dann allerdings um 380 Euro gekürzt.
  • Die Flächenprämie bleibt voll erhalten.
  • Werden Blühstreifen als Agrarumweltmaßnahme umgesetzt, müssen sie sechs bis zwölf Meter breit sein. Alternativ können Blühflächen von maximal 0,25 Hektar je Schlag (hier: Feld) angelegt werden.
    Es sind für NRW festgelegte Saatmischungen zu verwenden. Der Einsatz von Pflanzengift ist verboten.
  • Es gelten weitere Vorschriften.

Kommentar: Ohne Landwirte geht es nicht

Von Jürgen Krüger

Viele Diskussionen zwischen Naturschützern und Landwirten in den vergangenen Jahren waren oft geprägt von idiologischen Grabenkämpfen. Dabei redeten beide Parteien die meiste Zeit aneinander vorbei. Während Landwirte gebetsmühlenartig betonten, dass sie sich stets an die gesetzlichen Vorgaben hielten, kritisierten Naturschützer die Gesetze und diejenigen, die sie befolgen. Landwirte mit Vorwürfen zu Naturschützern umerziehen zu wollen, ist dabei keine gute Idee, denn Naturschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Das weiß jeder, der schon einmal versucht hat, eine Blumenwiese anzulegen und zu pflegen. Wenn der Staat Blühstreifen haben möchte, dann muss er sie auch finanzieren. Zusätzlich braucht es sicherlich Landwirte, die  zumindest eine Affinität zum Naturschutz haben. Denn sie allein entscheiden, was sie auf ihre Felder sähen. Naturschutz im großen Stil wird nur mit der professionellen Landwirtschaft gelingen und viel Geld kosten. Und die Zahlen zeigen, dass das Fördermodell für Blühstreifen das Zeug zum Erfolgsmodell hat.