Mühlenlauf: Jens Große

Freund des Breitensports:  Prof. Dr. Jens Große, hier am Hochkreuz des Nordfriedhofs in Minden. Foto: Jürgen Krüger

Friedewalde. Nein, einen Marathon zu laufen, strebe er nicht an. “Mir geht es tatsächlich um den Ausgleich, weil ich letztendlich acht Stunden am Tag eigentlich nur sitze”, sagt Jens Große, Professor für Journalismus und Unternehmenskommunikation, der den Campus Hannover der Fachhochschule des Mittelstandes Bielefeld leitet. Dreimal die Woche, vielleicht jeweils eine dreiviertel Stunde für Ausdauer und Fettverbrennung. “Ein Highlight von mir sind sind Treppenläufe am Hochkreuz des Nordfriedhofs in Minden. Das geht so richtig schön auf die Oberschenkel”, sagt der 52-Jährige, der seit zehn Jahren Präsident des Kreissportbundes Minden-Lübbecke ist. Beim 8. Friedewalder Mühlenlauf wird er die zehn Kilometer laufen. Eine spezielle Vorbereitung dafür mache er zwar nicht, doch würde er die Laufeinheiten mit Blick auf den Wettkampfmodus anpassen. “Ins Ziel will ich kommen. Das wäre ja nun peinlich, wenn der Präsident des Kreissportbundes nach sieben Kilometern zusammenbrechen würde”, sagt er.

Holzhacken als Kraftsport
Dass Jens Große mit einem Stück Holz redet, liegt nicht daran, dass er wahnsinnig geworden ist, sondern daran, dass er gewonnen hat. „Jetzt hast du verloren“, erfährt es ihm, als er seine Spaltaxt in ein großes Stück Buchenholz rammt. „Das hört man“, jubiliert der Professor, der sich Holzhacken als Kraftsportart ausgesucht hat. Dazu fährt er nach Friedewalde in den Mindener Wald. Dort hat Förster Carsten Bölts sein Domizil. Und der kennt sich mit den Bedürfnissen der modernen Welt ziemlich gut aus. „Für gestresste Leute, die gerne Holz hacken möchten, habe ich extra einen Sicherheits-Hauklotz gebaut“, sagt der Förster. Dazu hat er einfach nur einen Autoreifen auf einen Holzklotz genagelt. Dorthinein kommen die gespaltenen Baumscheiben, aus denen dann Leute wie Jens Große ofengerechte Scheite spalten. Der Sicherheits-Hauklotz sorgt dafür, dass die Scheite nicht zur Seite fliegen und jemanden verletzen.

“Man ist an der frischen Luft”
Holzhacken als Sportart? Was ist da schief gelaufen? „Ich muss sowieso Holzhacken, weil wir zu Hause einen Kaminofen haben. Da bietet sich das sportliche Holzhacken ja an. Es ist eine schöne Sache. Man ist an der frischen Luft, man ist alleine für sich und hat keine Menschen um sich herum, die mit Kopfhörern irgendwelche Musik hören und Hantelscheiben auflegen – das ist überhaupt nicht mein Ding. Ich mag den Freiluftsport“, sagt Jens Große. Von Förster Carsten Bölts gab es noch ein paar technische Tipps, wie der perfekte Schlag aussieht. Große: „Manchmal gelingt es einfach nicht, die Baumscheibe zu spalten, weil die Struktur zu verwachsen ist oder weil ein Ast drin ist. Dann kann ich auch schon mal fluchen. Mittlerweile “ist ein beachtlicher Stapel Holzscheite zusammen gekommen. Was damit geschieht, entscheiden Große und Bölts später. Der gebürtige Ostfriese (Leer) wird dem Förster sicherlich ein angemessenes Honorar zugestehen. Bis dahin wird er weiter fleißig Holzhacken und den Holzscheiten seine Meinung sagen.