Mühlenlauf: Halbmarathon vermessen

Auf geht’s: Claudia Heiden (v.l.) vom TuS Friedewalde, Martin Buck und Dieter Schenzer (DLV-Vermesser) und Uwe Bergner vom TuS Friedewalde machen sich bereit für die Vermessung des Halbmarathons beim Friedewalder Mühlenlauf. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Als erster und einziger Sportverein im Kreis Minden-Lübbecke hat der TuS Freya Friedewalde die drei Laufstrecken 5 km, 10 km und Halbmarathon nach Internationalen Wettkampfregeln (IWR) vermessen lassen. Dieter Schenzer, offizieller Streckenvermesser des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) nach IAAF (International Association of Athletics Federations) und AIMS (International Marathons and Distance Races), hat die bereits vermessenen Strecken 5km und 10km des Mühlenlaufes um weitere fünf Jahre verlängert und den Halbmarathon neu vermessen. Damit sind die drei Laufstrecken in Friedewalde Bestenlisten tauglich. Der 69-jährige, pensionierte Betriebswirt aus Soest (LG Deiringsen) war am Ostersamstag 2018 zu Gast in Friedewalde und hatte seinen Helfer Martin Buck, einen 51-jährigen Postbeamten, der sich extra für die Vermessungen Urlaub nimmt, mitgebracht. Der TuS Freya Friedewalde hatte seine beiden Lauftrainer Claudia Heiden und Uwe Bergner als Helfer gesandt.

Ziel und Starts liegen auseinander
Der Friedewalder Mühlenlauf ist im Kern eine fünf Kilometer lange Strecke vom Sportplatz über Wegholm, an der Mühle vorbei, bei JENZ abbiegend auf den Diekweg und zurück über die Kleiriehe. Die Zehn-Kilometer-Läufer laufen die Strecke zweimal. Die Halbmarathonis dreimal, plus Abbiegung Diekweg/Kleiriehe bis zum Wendeplatz am Ende der Kleiriehe/L770 und wieder zurück über die Kleiriehe bis zum Sportplatz. Allerdings ist der zu Grunde liegende Kurs nicht ganz fünf Kilometer lang, es fehlen ein paar Meter. Da das Ziel am Sportplatz aber für alle Läufe identisch ist, sind die Starts vorverlegt, so dass die Athleten am Ende die exakt vermessene Strecke zurücklegen. Die Fünf-Kilometer-Läufer starten am Sportplatzende, die Zehn-Kilometer-Läufer auf der Kleiriehe und die Halbmarathonis noch ein paar Meter weiter zurück.

Jones Counter

Eichung Jones Counter
Als erstes eichen Dieter Schenzer und Martin Buck den sogenannten “Jones Counter”. Das ist ein an den Speichen eines Fahrrades montiertes Zählwerk. Für die Eichung brauchen die beiden Vermesser eine 450 Meter lange Gerade, die sie mit einem vorgeschriebenen Stahlbandmaß ausmessen und anschließend viermal mit dem Fahrrad und Jones Counter abfahren. Dafür bietet sich die Kleiriehe geradezu an. “Die Bandmaße sind bei 20 Grad Celsius geeicht. Heute haben wir aber nur sieben Grad Celcius, was es zu berücksichtigen gilt”, erklärt Dieter Schenzer, warum er sich nach der Eichung an einen Laptop setzt und allerlei Berechnungen durchführt. Danach gibt es Mittagessen, Schnitzel von der Kotelett Schmiede und von Heike Krüger selbst gemachten Kartoffelsalat. “Das schmeckt man aber auch”, lobt Martin Buck.

Start Halbmarathon ist an der Hofeinfahrt der Familie Müller-Ulrich
Nach der Mittagspause geht es mit Fahrrädern auf die Strecke, wobei die Messung am Ziel beginnt und dann entgegen der eigentlichen Laufrichtung 21,0975 Kilometer “rückwärts” bis zum Start gefahren wird. Jeden vollen Kilometer schlägt Martin Buck einen Vermessungsnagel in den Boden und zieht mit umweltfreundlicher Sprühfarbe einen Kreis drum herum. Der 23. Nagel ist der Letzte und gleichzeitig der Startpunkt des Halbmarathons – direkt an der Hofeinfahrt der Familie Müller-Ulrich an der Kleiriehe 25. “Da hole ich mir einen Stuhl und schaue mir den Start an”, sagt Volker Müller-Ulrich, der dort mit seiner Familie und den Schwiegereltern wohnt. Die gesamte Vermessungsaktion (ohne die folgende Büroarbeit) dauert fünf Stunden. Bei allen Beteiligten herrscht beste Laune, weil die Chemie untereinander stimmt und die Vermessung ohne Probleme durchläuft.

Fotos der Vermessungspunkte und Kreuzungen

Streckenverlauf Halbmarathon mit Kilometermarkierungen

Film von der Vermessung des Halbmarathons