Per Handschlag besiegelt

Zufrieden in Wegholm: Sabine und Ulrich Hallerberg sitzen hier an einem Tisch an der Mühle. Fotos: Jürgen Krüger

Friedewalde. Die Wegholmer Mühle ist so etwas wie das Wahrzeichen von Friedewalde. 1861 von Landwirt Fritz Bredemeier gebaut, war die Holländer-Wallmühle zuletzt im Eigentum der Familie Fullriede. Nach dem Tod von Ilse Fullriede wohnte dort allerdings niemand mehr. Das hat sich jetzt geändert. Sabine und Ulrich Hallerberg, die neuen Eigentümer, fühlen sich in Friedewalde pudelwohl. “Hier ist es wunderschön”, sagen sie. Dabei führte sie der pure Zufall nach Wegholm.

Waschechte Bayerin

Ulrich Hallerberg ist gebürtiger Mindener. Den gelernten Fernmeldetechniker (Deutsche Bundesbahn) und studierten Elektrotechniker zog es früh nach München, wo er 40 Jahre lang lebte und arbeitete – im Vertrieb eines Unternehmens, das unter anderem Mikroprozessoren produziert. Vor 20 Jahren lernte er in München seine Ehefrau Sabine, eine waschechte Bayerin, kennen. Beide sind weltoffen, seegeln gerne, lieben aber auch das Landleben. Eines Tages kam Sabine Hallbergs Tochter Sara auf die Idee, von München wegzuziehen, am besten in die Heimatregion von Ulrich Hallerberg – ins Mindener Land. “Wir haben uns dann hier mal umgeschaut und sind an Büschings Mühle in Petershagen gelandet”, sagt Ulrich Hallerberg. “Das war am 30. April 2018”, so der 68-Jährige rückblickend.

Liebe auf den ersten Blick

Das weiß er deshalb so genau, weil es bei Büschings Mühle einen Kaffee gab, den sie nicht zu bezahlen brauchten, denn die Leute dort bereiteten sich gerade auf einen Backtag am 1. Mai vor. Der Mühlenbesitzer bemerkte die Begeisterung der Hallerbergs und gab den entscheidenden Tipp, sich doch mal die Wegholmer Mühle anzusehen. Die stehe zum Verkauf. Einen Tag später, am 1. Mai 2018, fuhren die beiden nach Wegholm zur Mühle und trafen dort zufällig Ilsemarie Westermann, Tochter von Ilse Fullriede und Erbin der Mühle. “Sie hat uns alles gezeigt, und ich habe mich sofort in das Anwesen verliebt”, sagt die 60-jährige Sabine Hallerberg. Und dann ging alles ganz schnell: per Handschlag, direkt vor Ort, besiegelten sie den Kauf – und fuhren danach zum Seegeln.

Wunderschön: Die Mühle in Wegholm, das neue Zuhause von Sabine und Ulrich Hallerberg.

Sabine und Ulrich Hallerberg besitzen eine Seegelyacht in der Ägäis. Sie bieten Urlaubern außergewöhnliche Wochentouren entlang der türkischen Mittelmeerküste und durch die griechischen Inseln an – weit abseits vom Massentourismus. “In der Regel bin ich von Mai bis Oktober dort”, sagt Ulrich Hallerberg. Ehefrau Sabine ist mit dabei, allerdings nicht die ganze Zeit. Als das Ehepaar im Oktober 2018 vom Seegeln zurückkehrte, hatte der Handschlag-Vertrag mit Ilsemarie Westermann noch Bestand. “Erst dann haben wir notariell den Kauf vollzogen”, sagt Sabine Hallerberg, Diplom-Betriebswirtin (FH) und gelernte Steuerfachangestellte. Sofort begannen die Renovierungen, die mittlerweile größtenteils abgeschlossen sind. “Dabei hat die gesamte Verwandtschaft geholfen”, erklärt Ulrich Hallerberg. Seine Schwester Gabi wohnt in der Fischerstadt in Minden, seine Sohn Tim in der oberen Altstadt. Nichte Katharina allerdings ist Friedewalderin. Sie lebt mit ihrem Ehemann Rawinder Meier und Sohn Noah nicht weit von der Wegholmer Mühle entfernt – in der Brandheide.

Ein Schmuckstück: Die 15 Meter lange Segelyacht von Ulrich Hallerberg.

Auch in diesem Jahr war Ulrich Hallerberg von Mai bis Ende September beim Seegeln in der Ägäis, Ehefrau Sabine begleitete ihn die letzten vier Wochen. Sie hatte es sich in ihrem neuen Haus in Wegholm eingerichtet. “Ich kann mich ganz gut selbst beschäftigen”, sagt sie. “Ich kann ja auch jederzeit in eine Stadt fahren, wenn mir danach ist.” Im kommenden Jahr wird Ulrich Hallerberg nicht komplett von Mai bis Oktober in der Ägäis sein, sondern zwei Monate davon in Wegholm. “Wir möchten eventuell auch Backtage anbieten und Teil der Minden-Lübbecker Mühlentage sein. Allerdings fehlt uns das nötige Wissen”, sagen beide und streben eine Kooperation mit dem Mühlenverein Petershagen an. Sie wissen aber auch, dass es Nachbarn gibt, die sich mit dem Backofen in der Mühle auskennen. “Wir wollen uns ohnehin demnächst persönlich bei unseren Nachbarn vorstellen. Vielleicht kommen wir ja auch über das Thema Backtage mit ihnen ins Gespräch.” Kein Problem sei übrigens die Ausrichtung des GOA-Festivals “Psy Vision” im August am Gelände der Wegholmer Mühle gewesen. “Wir waren ja nicht da. Außerdem hat uns Ilsemarie bestens aufgeklärt. Das soll ja eine ganz nette Veranstaltung gewesen sein.”

Sara, die Tochter von Sabine Hallerberg, die ursprünglich die Idee hatte, ins Mindener Land zu ziehen, hat sich übrigens umentschieden. Sie blieb mit ihren beiden Kindern in München.

2 thoughts on “Per Handschlag besiegelt

  1. Hallo liebe Sabine, wollte Dir nur sagen, dass die Helfer und Gäste der Wärmestube Freising sehr vermissen. Die Wärmestube Freising ist ein Ort, wo sich arme Leute, Obdachlose und HartzIV Empfänger 6 Tage die Woche für drei Std. aufhalten können. Sie bekommen kostenloses Essen, können Duschen und ihre Kleidung waschen. Unsere Spender in Freising machen es uns auch noch möglich für diese Personen neue Kleidung zu kaufen. Dies hatte Sabine als 2. Vorsitzende sehr lange und sehr gut möglich gemacht. Viele Grüße aus Freising von Allen.

  2. Das ist interessant und einfach toll. Da würde ich auch mal gerne hinfahren, schaut so entspannend aus. Viel Glück in eurem neuen Heim und alles gute. Liebe Grüße Helga

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